New York

Explodierte Leitung war noch kurz zuvor inspiziert worden

20. Juli 2007 Nur Stunden vor der Explosion einer Dampfleitung in Manhattan haben Arbeiter der städtischen Energieversorgung die Stelle inspiziert, berichtete die „New York Times“ am Freitag. Obwohl an der Stelle unverhältnismäßig viel Dampf aus dem Asphalt aufstieg, hätten die Arbeiter keinen Grund zur Besorgnis gesehen, heißt es in dem Bericht. Am Mittwoch war im Stadtzentrum von New York eine 84 Jahre alte unterirdische Dampfleitung explodiert und hatte eine Straßenkreuzung aufgerissen. Eine Frau erlitt einen Herzinfarkt und starb. Mehr als 40 Menschen wurden verletzt, mehrere davon schwer. Der 21-jährige Fahrer eines Abschleppwagens, der bei der Explosion in die Luft geschleudert wurde, liegt mit starken Verbrennungen im Koma.

Durch den enormen Druck waren zwei Stunden lang kochend heißer Dampf, Schlamm und Gesteinsbrocken aus dem Krater geschleudert worden. Derzeit ist die Stelle rund um den Unglücksort in der Nähe des Bahnhofs Grand Central noch großräumig für Verkehr und Fußgänger gesperrt. Busse und U-Bahnen sind jedoch weitgehend wieder in Betrieb.

Nur geringe Mengen Asbest freigesetzt

Die Aufräumarbeiten werden noch Tage dauern, hatte Bürgermeister Michael Bloomberg am Donnerstagabend bei einer Pressekonferenz angekündigt. Der Einsatz von Technikern und Sicherheitskräften werde sich noch bis in die kommende Woche hinziehen. „Wir machen so schnell wir können, aber die Sicherheit hat bei uns Priorität“, sagte der Bürgermeister.

Vorrang hat bei den Arbeiten die Suche nach einer möglichen Asbestverseuchung. Weil die explodierte Leitung mit einem asbesthaltigen Material ummantelt war, werden nun in der unmittelbaren Umgebung alle Häuser auf mögliche Gefahrenstoffe untersucht.

Eine Untersuchung der städtischen Umweltschutzbehörde habe bei insgesamt zwölf Luftproben keinen Nachweis für den Krebs erregenden Stoff ergeben, sagte Bloomberg. Von 56 Bodenproben enthielten 14 Asbest, 12 jedoch nur in winzigen Mengen. „Es gab also wirklich nur zwei, die wirklich signifikant Asbest enthielten“, sagte er. Es sei allerdings höchst unwahrscheinlich, dass ein kurzer Kontakt mit dem Material bereits zu Gesundheitsschäden führe.



Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: dpa, REUTERS

 
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