14. Februar 2007 Von William Shakespeare bis zu Asterix wurde ihr gutes Aussehen gepriesen - doch in Wirklichkeit war Kleopatra keine Schönheitskönigin. Eine fliehende Stirn, das Kinn spitz, die Nase kantig und die Lippen schmal: So habe die ägyptische Herrscherin tatsächlich ausgesehen, sagen britische Archäologen von der Universität Newcastle.
Die Wissenschaftler gründen Ihr Urteil auf das Abbild der Königin und ihres Geliebten Marcus Antonius auf einer Münze. Ihre Folgerungen aus ihren Untersuchungen: Ähnlichkeit mit Elizabeth Taylor in dem Film Kleopatra von 1963 habe sie keineswegs gehabt. Und auch Marcus Antonius kommt bei den Wissenschaftlern nicht gut weg. Der Liebhaber Kleopatras habe hervortretende Augen, einen langen Hals und eine Hakennase gehabt, berichten sie.
Nur die Stimme war verführerisch
Die römischen Schriftsteller erzählen von einer intelligenten Kleopatra, sie sagen, dass sie eine verführerische Stimme hatte, sagt Lindsay Allason-Jones, Direktorin des Archäologischen Museums der Universität Newcastle. Aber: Sie erwähnen nie ihre Schönheit.
Das Bild von Kleopatra als schöne Verführerin gehe auf den mittelalterlichen englischen Dichter Geoffry Chaucer und auf Shakespeare zurück. Die von den Wissenschaftlern untersuchte Münze stammt aus dem Jahr 32 vor Christus. Seit 1920 befand sie sich schon in Newcastle - lag seitdem aber in einem Banktresor. Erst kürzlich wurde sie wiederentdeckt. Das Untersuchen von Münzen gilt als eine der besten Methoden zu Bestimmung der Gesichtszüge von Herrschern.
Text: F.A.Z., 15.02.2007, Nr. 39 / Seite 7
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