Flugzeugunglück

Mißglückte Notwasserung im Mittelmeer: Mindestens 14 Tote

Die Küstenwache birgt Überlebende aus dem Mittelmeer

Die Küstenwache birgt Überlebende aus dem Mittelmeer

07. August 2005 Dramatisches Ende eines Urlaubsfluges: Bei einer Wasserlandung vor der Küste Siziliens sind am Samstag mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. Wie durch ein Wunder konnten 20 der insgesamt 35 Passagiere lebend aus der im Meer treibenden Maschine der tunesischen Fluggesellschaft Tunisair geborgen werden. Sie waren auf dem Weg von Bari in Italien zur tunesischen Ferieninsel Djerba, als plötzlich einen Motorschaden auftrat.

Der Pilot bat im Flughafentower in Rom umgehend um Erlaubnis zur Notlandung in Palermo, wo rasch die nötigen Vorbereitungen getroffen wurden. Dann die Hiobsbotschaft: „Ich schaffe es nicht zu landen, ich versuche eine Notlandung im Meer“, waren die letzten Worte des Piloten - dann brach der Kontakt ab. Die Maschine sei mit dem Rumpf zuerst im Wasser aufgeschlagen und dabei in drei Teile zerbrochen, hieß es.

„Ein Wunder, daß wir überlebt haben“

Trümmer der Unglücksmaschine sind auf dem Meer verteilt

Trümmer der Unglücksmaschine sind auf dem Meer verteilt

Schnell wurden alle verfügbaren Rettungskräfte alarmiert, Hubschrauber, Boote und Taucher waren im Einsatz, Krankenwagen wurden zur Küste beordert. Nach kurzer Zeit wurden die ersten Überlebenden gesichtet, die sich auf die Tragflächen der im Wasser treibenden Maschine gerettet hatten. „Daß wir überlebt haben, ist ein Wunder“, sagte Addolorata De Pasquale, eine der ersten Passagiere, die an Land gebracht wurden.

Einige Gerettete bluteten, die meisten standen sichtlich unter Schock: „Mama hilf mir!“, schrie eine der Überlebenden panisch. Viele der Verletzten wiesen Verbrennungen auf, was darauf schließen lasse, daß sich bei der Notlandung oder kurz zuvor ein Feuer ausgebreitet haben könnte, hieß es.

Kaum Hoffnung für die Vermißten

An Bord waren insgesamt vier Besatzungsmitglieder. Unter den Überlebenden ist auch der Pilot. Alle Passagiere seien Italiener gewesen. Unter den Toten seien zwei Kinder, fünf Menschen wurden am Abend noch vermißt. Jedoch gebe es kaum noch Hoffnung, sie lebend zu finden, verlautete aus Kreisen der Rettungsmannschaften. Unterdessen drohte die Maschine wegen des einlaufenden Wassers zu sinken.

Das Flugzeug vom Typ ATR 72, eine für den regionalen Flugverkehr konzipierte Maschine, sei zuletzt im vergangenen März von der Luftaufsichtsbehörde in Italien geprüft worden und habe keine Mängel aufgewiesen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Es wurde eine Untersuchung über die Ursache des Unglücks eingeleitet.

Text: FAZ.NET mit Material von AFP, AP, Reuters, dpa
Bildmaterial: AP, dpa/dpaweb

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