30. Mai 2007 Im vergangenen Jahr sind so viele Deutsche ins Ausland gezogen wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Die Zahl der Auswanderer stieg auf 155.000, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Das waren 10.000 oder sieben Prozent mehr als 2005. Abermals zog es die Auswanderer vor allem in die Schweiz, die Vereinigten Staaten und nach Österreich.
Diejenigen, die ins Ausland gingen, kamen in erster Linie aus Westdeutschland: 143.000 Auswanderern aus den alten Bundesländern (inklusive Berlin) standen 12.000 Einwohner aus Ostdeutschland gegenüber. Gleichzeitig zogen 136.000 Personen aus den neuen in die alten Bundesländer. 82.000 wählten die umgekehrte Richtung. Damit blieb die Wanderung von Ost- nach Westdeutschland nahezu konstant, hieß es. Die West-Ost-Wanderung schwächte sich dagegen ab.
Deutlicher geringerer Wanderungsgewinn
Unter dem Strich verloren die neuen Länder damit 54.000 Einwohner durch Abwanderung in den Westen. Auch wegen dieses Trends wird die Bevölkerung Ostdeutschlands einer Prognose der Statistiker zufolge bis 2050 mehr als doppelt so schnell schrumpfen wie im Westen. Dann werden voraussichtlich nur noch 9,1 Millionen Menschen in den neuen Ländern leben, knapp ein Drittel weniger als derzeit. Für Westdeutschland wird ein Minus von 14 Prozent auf 54,4 Millionen erwartet.
Insgesamt zogen 2006 rund 662.000 Menschen nach Deutschland, während 639.000 fortzogen. Daraus ergibt sich ein Wanderungsgewinn von nur noch 23.000. Das sind gut 70 Prozent weniger als 2005 - ein besonders starker Trend, der den Schluss zulässt, dass immer weniger Menschen in Deutschland leben wollen.
Text: FAZ.NET mit Material von Reuters, AP
Bildmaterial: dpa
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