Saarbrücken

Prügel an Realschule

Schüler wurden geschlagen und weggesperrt

Schüler wurden geschlagen und weggesperrt

15. Februar 2006 Wegen der Mißhandlung von Schülern wird eine von katholischen Traditionalisten getragene Realschule in Saarbrücken geschlossen. Wie Kultusminister Jürgen Schreier (CDU) am Dienstag abend bestätigte, haben ein Lehrer und die Schulleitung Züchtigungen von zwei Schülern eingeräumt. Danach wurden die beiden Neuntkläßler im Dezember und im Februar auf den Kopf geschlagen.

Vor knapp einem Jahr war die Privatschule bereits abgemahnt worden, nachdem von Schlägen, Tritten und dem Einsperren in einen Keller berichtet worden war. Die Staatsanwaltschaft leitete damals ein Ermittlungsverfahren ein, das nach ihrer Auskunft noch nicht abgeschlossen ist. Das Ministerium wurde laut Schreier über die neuerlichen Vorfälle erst am Montag von der Leitung der Herz-Jesu-Realschule per Fax informiert.

Lehrer vom Dienst suspendiert

Der Minister zeigte sich empört darüber, daß die Übergriffe zunächst verheimlicht wurden, obwohl in der Zwischenzeit eine Inspektion stattgefunden habe. Der betroffene Lehrer sei vom Dienst suspendiert. Die Genehmigung zum Betrieb der Realschule solle allerdings erst zum Schuljahreswechsel widerrufen werden, damit die etwa 50 Schüler das laufende Schuljahr noch zu Ende bringen und dann in staatliche Schulen wechseln können.

Träger der erweiterten Realschule ist der Don-Bosco-Schulverein. Hinter diesem steht die Priesterbruderschaft des Hl. Pius X., die vor über 30 Jahren von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründet wurde. Lefebvre wollte Reformen des Vatikanischen Konzils nicht anerkennen und wurde 1988 wegen unerlaubter Bischofsweihen exkommuniziert.

Text: AP
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa/dpaweb

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