30. November 2004 In Estland, Lettland, Rußland und der Ukraine breitet sich Aids besonders schnell aus. Doch auch in Weißrußland, Kasachstan und Moldawien steigen die Neuinfektionsraten; 360.000 Menschen steckten sich im vergangenen Jahr in Osteuropa und Zentralasien an.
Insgesamt sind 1,5 Millionen Menschen an Aids erkrankt, etwa 50.000 starben im Jahr 2003. Verbreitet wird das HI-Virus vor allem von jungen Menschen, die sich Drogen spritzen. Allein in Rußland soll es mindestens drei Millionen Drogen-, meist Heroinsüchtige geben - ein Phänomen, das offenbar mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu tun hat.
Heroinsüchtige besonders betroffen
Mehr als 80 Prozent der HIV-Positiven sind jünger als 30 Jahre alt, in westlichen Staaten sind es nur etwa 30 Prozent. Die meisten Aidskranken sind Männer, die Drogen konsumieren. Frauen werden häufiger durch ungeschützten Sex angesteckt. Ihr Anteil wuchs in Rußland in nur einem Jahr dramatisch - von einem Viertel (2001) auf knapp ein Drittel (2002) der 860.000 an Aids Erkrankten.
Die Zahl der schwangeren Frauen, die sich mit HIV angesteckt hatten, verzehnfachte sich zwischen 1998 und 2002 in Rußland. In den Ländern Zentralasiens erkranken ebenfalls immer mehr Menschen an Aids. Auch in dieser Region sind besonders Drogenkonsumenten betroffen. Heroin ist wegen der Nähe zu den Anbaugegenden oftmals sogar billiger als Alkohol.
Text: pps. / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1. Dezember 2004