„Ernstes Thema Scientology“

ZDF lädt Travolta nicht aus

Will keine Scientologen im Ländle: Baden-Württembergs Ministerpräsident Oettinger

Will keine Scientologen im Ländle: Baden-Württembergs Ministerpräsident Oettinger

29. März 2007 Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) hat das ZDF indirekt aufgefordert, das Scientology-Mitglied John Travolta von der „Wetten, dass . . .?“-Sendung in Freiburg an diesem Samstag wieder auszuladen.

Oettinger verwies darauf, dass die Gemeinschaft am 16. März in Freiburg ein Zentrum eröffnet habe. „Viele Menschen und insbesondere Eltern sind zu Recht besorgt. In dieser Situation appelliere ich an die Fernsehgremien, noch einmal zu überlegen, welcher Organisation sie hier ein Forum vor einem Millionenpublikum bieten“, sagte Oettinger.

Verfassungschutz beobachtet die Organisation

Scientology wird in Baden-Württemberg vom Verfassungsschutz beobachtet. Das ZDF hatte zuvor hervorgehoben, Travolta werde nicht über Scientology sprechen. Dies sei mit dessen Management vereinbart. Eine Ausladung wäre ein größerer Schaden, sagte Programmdirektor Thomas Bellut der F.A.Z. „Die Verteidigung unserer Grundwerte und der Menschenwürde fängt mit informierter Aufmerksamkeit an. Diese erwarte ich auch von den Programmverantwortlichen im Unterhaltungsbereich - gerade im öffentlich-rechtlichen Fernsehen“, sagte Oettinger.

Das ZDF lehnt eine Ausladung Travoltas zwar ab, kündigte aber an, die Lage in Freiburg im Auge zu behalten. „Weder Thomas Gottschalk noch die Redaktion haben ein Interesse daran, dass eine Unterhaltungssendung durch ein so ernstes Thema wie Scientology in Mitleidenschaft gezogen wird“, sagte Bellut.

Text: F.A.Z., 30.03.2007, Nr. 76 / Seite 9
Bildmaterial: AP

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