22. April 2002 Menschen schlagen sich gegenseitig die Köpfe ein - tägliche Anschauung beweist das. Wann sie zum ersten Mal zuschlugen, ist eine Frage, die Forscher beschäftigt. Denn das Köpfe einschlagen halten sie für einen wichtigen Schritt in der Evolution des Menschen. Schließlich gibt es unter Menschenaffen zwar Aggressionen, aber das Benutzen von Waffen, um sich gegenseitig größeren Schaden zuzufügen, gibt es nicht. Und auch nicht die sozialen Netzwerke, die Verletzten ein Überleben ermöglichen.
Der erste Beweis, dass schon Neandertaler zumindest Opfer willentlicher Attacken wurden, haben jetzt Schweizer Wissenschaftler der Universität Zürich-Irchel bewiesen. An einem 36.000 Jahre alten Schädel konnten sie die Spuren einer scharfen Waffe nachweisen. Dreidimensionale Computersimulationen bewiesen, dass es sich nicht um einen Einzelfall, einen Jagdunfall oder eine medizinische Besonderheit handelt, sondern um den gezielten böswilligen Schlag eines anderen Neandertalers oder Frühzeitmenschen.
Der Schlag hat den Neandertaler nicht umgebracht, denn es gibt Heilungsspuren am Schädel. Aber die Verletzung war sicher so schwer, dass ein Weiterleben nur in einer Gesellschaft möglich war, die sich um Kranke kümmerte. Diese erhöhte soziale Komponente in menschlichen Netzwerken sehen die Wissenschaftler als weiteren entscheidenden Unterschied zwischen Primaten und Menschen. Und damit als einen weiteren wichtigen Schritt der Evolution.
Text: @cop
Bildmaterial: dpa
