Der siebte Band “Harry Potter and the Deathly Hallows“: bisher nur auf Englisch

Illegale Übersetzung

Harry-Potter-Fan festgenommen

Ein 16 Jahre alter Schüler aus Frankreich hat den aktuellen Harry-Potter-Band aus dem Englischen ins Französische übersetzt und ins Internet gestellt. Autorin und Verlag fühlen sich nun in ihren Rechten beeinträchtigt.

Lesermeinungen zum Beitrag

10. August 2007 09:10

Urheberrecht für die digitale Welt

Stephan Zitzmann (hotzen)

Der Vorfall beweist mal wieder wie ungeeignet das jetzige Urheberrecht für die digitale Welt ist.
Wenn der Jugendliche die Übersetzung nur in seinem Bekanntenkreis gezeigt hätte, wäre er nicht kriminell. Weil er aber das Netz genutzt hat, ist er plötzlich kriminell.
Ähnliches kann man bei Youtube beobachten. Die ganzen privaten Coverversionen von irgendwelchen Poptiteln sind Verstöße gegen das Urheberrecht. Aber durch die Netzöffentlichkeit entsteht ein Klima des sich gegenseitigen Hochpuschens. Dadurch entstehen musikalische Leistungen, die im stillen, aber juristisch korrektem Kämmerchen nicht entstanden wären.
Das Urheberrecht in seiner heutigen Form, erstickt die Katalysatorwirkung auf Kreativität und Bildung, welche den digitalen Medien innewohnt.
Der Jugendliche hätte wahrscheinlich weniger Mühe in die Übersetzung gesteckt, wenn da nicht der Ruhm des Netzes gelockt hätte.
Den Übersetzungsnetzwerken von Schülern die bei den letzten Bänden im Netz entstanden, ging es auch an den Kragen. Schade eigentlich.

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09. August 2007 20:20

@Leser Diesing

Carl Weekbrod (weicc001)

Tout à fait, M Diesing. Ein Franzose, der aus dem Englischen übersetzt, kaum zu glauben, aber wer weiß, es gibt Wunder, gerade im Zusammenhang mit Zauber...

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09. August 2007 14:54

Eigenmächtig, nicht eigenwillig

Claus Behrens (chipin)

Die Ressentiments von 70/71 - 14/18 - 39/45 scheinen bei einigen nicht auszusterben. Natürlich wird dem Erzfeind diese Lektüre in der Muttersprache auf alle Ewigkeit vorenthalten bleiben - mord de rire (mdr).

Hat der Schüler aus Begeisterung für den Text gehandelt oder wollte er Mutter Potter eins auswischen?

Der Artikel spricht von einer eigenmächtigen, nicht eigenwilligen Übersetzung. Soll man seine Übersetzung an der autorisierten messen, vielleicht sollte sich der Schüler aber auch selbst über Urheberrechte Gedanken machen, weil er vielleicht besser ist ...
Aber daran sieht man auch, welche (Stil)Blüten ZU lange Sommerferien austreiben, was Schülern vor lauter Langeweile für dummes Zeug einfällt.
Anstatt kriminelle Energie zu vermuten - sicher gibt es ein Urheberrecht - hat der Schüler eine Befreiung vom Englischunterricht und 20/20 als Note im nächsten Sommer verdient. Die Jugend ist nicht kriminell, außer man kriminalisiert sie.

Mes félicitations, jeune homme.

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