Erbschaftssteuer

„Milch-Müller wandert aus“

“Das ist zwar eine Katastrophe, aber ich habe keine andere Chance“, glaubt Müller

"Das ist zwar eine Katastrophe, aber ich habe keine andere Chance", glaubt Müller

11. September 2003 Der Milch-Tycoon Theo Müller will nach einem Bericht des „Münchner Merkurs“ in die Schweiz auswandern. Er müsse seinen Wohnsitz verlegen, um 200 Millionen Euro Erbschaftssteuer zu sparen und sein Unternehmen zu retten, zitiert die Zeitung den 63-Jährigen Müller von einer Veranstaltung in Freising.

Weder von Müller-Milch in Aretsried bei Augsburg noch vom Tochterbetrieb Weihenstephan in Freising war am Donnerstag eine Stellungnahme zu erhalten. Müller sagte der Zeitung zufolge, schon im November würden „die Möbelpacker kommen“. Er sei nicht gewillt, bei der anstehenden Übergabe seines Unternehmens an seine neun Kinder 200 Millionen Euro Erbschaftssteuer für 501 Millionen Euro Eigenkapital zu zahlen.

„Nestlé und Danone warten schon.“

Durch solche Gesetze werde der Mittelstand vernichtet: „Nestlé und Danone warten schon.“ Auch die Verpackungsordnung habe der medienscheue Müller scharf kritisiert. Lizenzen für den Grünen Punkt kosteten die Müller-Gruppe 35 Millionen Euro im Jahr. Durch das Mißverhältnis zwischen Lizenzkosten und Recycling-Erlösen werde in Deutschland jedes Jahr eine Milliarde Euro vernichtet, und das seit zehn Jahren. „Die Leute werden mit diesem Ökowahn verkohlt“, zitierte der „Münchner Merkur“ Müller.

Text: AP
Bildmaterial: dpa

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