21. Dezember 2004 Die Prognose ist nicht allzu gewagt: Wer dieses Werk am Heiligen Abend auspackt, hat es bis zum zweiten Weihnachtstag schon verschlungen - sofern er sich auch nur ein kleines bißchen für das Thema Seefahrt interessiert.
Es fängt gut an - mit einer doppelseitigen dreidimensionalen Zeichnung der Queen Mary 2 - und steigert sich weiter, es geht um den ersten Neubau eines Atlantikliners nach 35 Jahren, eines Passagierschiffs, das im Liniendienst zwischen Europa und Amerika verkehrt.
Dreimal so groß wie die Titanic
Die Queen Mary 2 ist 345 Meter lang, 41 Meter breit, hat 1254 Mann Besatzung und Platz für 2620 Passagiere. Sie ist dreimal so groß wie die Titanic, doppelt so groß wie die Queen Elizabeth 2, das bisherige Flaggschiff der traditionsreichen englischen Reederei Cunard, die inzwischen zum Kreuzfahrtunternehmen Carnival aus Miami gehört. 870 Millionen Euro hat der Bau im französischen Saint-Nazaire gekostet.
Ein Buch über einen solchen Giganten, der größer ist als der Flugzeugträger Nimitz, kommt ohne Superlative - das teuerste, schönste, luxuriöseste Kreuzfahrtschiff aller Zeiten - nicht aus, erfreulicherweise hält es sich aber nicht übermäßig lange damit auf.
Es beschreibt Technik und Entstehung des Schiffs, seine ersten Fahrten, rückt es in den wirtschaftlichen und historischen Rahmen, und ist dabei, nicht zuletzt dank seiner Ausflüge in die Geschichte der Nordatlantikfahrt mit dem Wettlauf um das Blaue Band, in allererster Linie unterhaltsam. Daß ein Dampfer dieses Formats auch in großformatiger Aufmachung von 23 × 31 Zentimeter gezeigt wird, ist nur angemessen.
Queen Mary 2. Fotos von Christoph Engel und Knut Gielen, Text Cay Rademacher. Delius Klasing Verlag, Bielefeld, 176 Seiten, zahlreiche Fotos und Abbildungen, 39,90 Euro
Text: lle. / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. Dezember 2004