Zheng Guogu: Honeymoon, 1996, Fotografie 100 cm x 60 cm

Kultur in Fernost

Was sagt uns Chinas Kunst?

Alle reden von chinesischer Kunst. Sie erzielt auf Auktionen Rekordpreise. Alle Galerien wollen Filialen in Peking haben. Aber was sieht man, wenn man dort nach Kunst sucht? Niklas Maak hat sich im Reich der Mitte umgeschaut.

Lesermeinungen zum Beitrag

26. August 2008 14:42

Kleine Nachhilfe in chinesischer Geschichte

Josef Hausner (Rasiermesser)

Der Autor mag etwas von Kunst verstehen, aber nicht viel von Chinas Geschichte. Die Aussage, dass die Achtziger das traurige Jahrzehnt Chinas der Ein-Kind-Politik und des Tiananmen-Massakers gewesen wären, ist jedenfalls irreführend. In der Zeit der Kulturrevolution bis zum Tod Maos (1976) waren in China Recht und Ordnung außer Kraft gesetzt, die Menschen hungerten. Nachdem sich Deng Xiaoping, der selbst politisch verfolgt wurde, Ende 1980 durchgesetzt hatte, wurden die Opfer der Kulturrevolution rehabilitiert und die Wirtschaft zunehmend entstaatlicht. Seither wächst Chinas Wirtschaft rasant. Der vermehrte Wohlstand wird nicht, wie in Indien, von einer noch schneller wachsenden Bevölkerung aufgezehrt. Ohne Geburtenkontrolle würden in China heute 400 Mio. Menschen mehr leben, mit unabsehbaren sozialen und wirtschaftlichen Folgen. In dem unruhigen China, das für mehr als ein Jahrhundert von kriegerischen Invasionen, Kolonisation, Bürgerkriegen, desaströsen Wirtschafts- und Sozialexperimenten bis hin zur Kulturrevolution gepeinigt war, wurde einer ruhige Aufbauarbeit der Weg geebnet. Der politische und wirtschaftlichste Wandel der 80er war daher das wichtigste und folgenreichste Ereignis in der chinesischen Nachkriegsgeschichte.

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