Frühaufsteher

Öl-Rekordpreis lastet auf dem Aktienmarkt

08. Mai 2008 Der neue Rekordstand beim Rohöl dürfte am Donnerstag auch für Kursverluste am deutschen Aktienmarkt sorgen. Der Dax lag am Vormittag 0,8 Prozent im Minus bei 7022 Punkten. Der Tec-Dax verlor 1,1 Prozent auf 838 Punkte. Die amerikanischen Börsen schlossen in der Folge am Vortag schwächer, an diesem Morgen mussten die Börsen in Asien überwiegend Verluste hinnehmen. Zudem werde eine Flut an Quartalsberichten das Handelsgeschehen am deutschen Markt beeinflussen, sagten Händler. Am Nachmittag steht zudem noch die Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) auf der Agenda.

Allein im wichtigsten Aktienindex legten die Deutsche Telekom, die Münchener Rück und die Postbank Zahlen vor. Die beiden Finanzkonzerne meldeten einen Gewinneinbruch. Die Die Zahlen der Postbank hätten jedoch im Rahmen der Erwartungen gelegen, hieß es im Aktienhandel, wogegen Münchener Rück unter Druck geraten könnten. Die Zahlen seien schwach, sagten mehrere Händler laut Dow Jones. Die Aktie der Postbank setzte sich auch am Vormittag an die Spitze der Tagesfavoriten mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 58,50 Euro.

Telekom hatte am frühen Morgen bereits einen Umsatzrückgang um 3 Prozent gemeldet. Die Zahlen sind einer ersten Händlereinschätzung zufolge etwas besser als erwartet ausgefallen. Positiv sei auch der bestätigte Ausblick auf das Gesamtjahr, sagte der Börsianer am Morgen. „Die Ergebnisse sollten für eine Erholung der Aktien ausreichen“, lautete sein Fazit.

Auch die Tui-Aktie dürfte einen Blick wert sein. Händler verwiesen auf Presseberichte, denen zufolge Großaktionär John Fredriksen nach seinem Scheitern bei der Abwahl von Aufsichtsratschef Jürgen Krumnow möglicherweise seinen Anteil erhöhen könnte. Damit solle die Position des Tui-Managements geschwächt werden. „Eine solche Spekulation dürfte die Aktie stützen“, sagte ein Börsianer. Das Papier wurde ex Dividende mit einem Abschlag von 2,5 Prozent bei 18,20 Euro gehandelt. Tui schüttet 0,25 Euro je Aktie aus.

Im M-Dax profitierte der Dieselmotorenbauer Tognum im ersten Quartal weiter von der hohen Nachfrage nach Dieselmotoren und legte bei Umsatz und Überschuss zu. Dennoch führte die Aktie die Liste der Tagesverlierer mit einem Abschlag von 4,4 Prozent auf 18,59 Euro je Aktie an. Überraschend mehr als erwartet verdiente der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport auf operativer Ebene im ersten Quartal und bestätigte seine Prognosen für 2008.

Auch der Spezialmaschinen- und Anlagenbauer Gea legte im ersten Quartal einen unerwartet deutlichen Umsatz- und Gewinnsprung hin. Der Möbel- und Bauzulieferer Pfleiderer sieht nach einem etwa schwächeren Auftaktquartal wieder eine deutliche Erholung seines Geschäfts. Zudem gab er seine endgültigen Zahlen bekannt, die keine Änderungen brachten. Daraufhin legte die Aktie am Morgen 0,6 Prozent auf 13,15 Euro zu.

Der im Tec-Dax notierte Medizin- und Sicherheitstechnik-Hersteller Drägerwerk wies im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres ein leichtes Umsatzplus und einen gesunkenen Überschuss aus. Das operative Ergebnis (Ebit) stagnierte. „Der Auftragseingang war stark, auch der Umsatz fiel leicht besser als erwartet aus, aber das Ebit nach Sonderaufwendungen ist nicht besonders inspirierend“, fasste ein Händler seine Einschätzung zur Quartalsbilanz zusammen.

Aus der zweiten Reihen berichten auch Pro Sieben Sat.1, IDS Scheer, Drägerwerk, Tognum, Aixtron und Demag Cranes über den Geschäftsverlauf. Außerdem laden BMW, Adidas, Heidel Cement, Wacker Chemie und Hochtief ihre Aktionäre zur Hauptversammlung.

Mit Spannung werden sich die Blicke auf die Hauptversammlung von Hugo Boss richten. In der Führungsetage des Modeunternehmens gibt es sein Wochen heftige Querelen. Mitte Februar war der frühere Vorstandsvorsitzende Bruno Sälzer nach Streit mit dem neuen Eigentümer, dem Finanzinvestor Permira, gegangen. Außer Sälzer gingen auch Produktionsvorstand Werner Lackas und der Aufsichtsratsvorsitzende Giuseppe Vita. Dieser leitet zwar noch die Hauptversammlung, legt aber zum 30. Juni sein Amt nieder. Seitdem hat das Unternehmen weder einen neuen Vorstandschef noch einen Nachfolger für Vita benannt.

Anleihen setzen ihre Erholung fort

Gut behauptet sind die deutschen Renten-Futures am Donnerstag in den Handel gestartet. Der Juni-Kontrakt des Bund-Futures gewinnt am Morgen 10 Basispunkte auf 113,94 Prozent. Der Bobl-Futures gewinnt 13,5 Basispunkte auf 108,885 Prozent. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel von 4,176 Prozent am Vortag auf 4,135 Prozent. Damit setzen die Renten-Kontrakte ihre am Vortag begonnene Erholung fort. Unterstützung komme erneut von den schwächelnden amerikanischen Börsen, die den deutschen Aktienmarkt vorbörslich unter Druck bringen.

Auf großes Interesse wird die anstehende Ratssitzung der Europäischen Zentralbank stoßen, die dieses Mal in Athen stattfindet. Der Leitzins wird zwar unverändert erwartet, doch blickten Anleger mit Spannung auf die begleitenden Äußerungen von EZB-Präsident Jean-Claude
Trichet. „Nach den zuletzt eher schwachen europäischen Konjunkturdaten werden Marktteilnehmer die Äußerungen von Trichet sezieren, um mögliche Hinweise auf eine sich im Jahresverlauf ändernde Zinspolitik zu gewinnen“, heißt es im Handel.

Die WestLB sieht den Bund-Future im Tagesverlauf bei 113,45 Prozent und danach bei 113,28 Prozent unterstützt. Widerstände werden bei 113,91 Prozent und darüber bei 114,02 Prozent gesehen.

Eurokurs fällt zeitweise unter 1,53 Dollar

Der Kurs des Euro ist am Donnerstag im frühen Handel weiter gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,5307 amerikanischen Dollar gehandelt. Ein Dollar war 0,6532 Euro wert. Kurzzeitig war der Euro im asiatischen Handel unter die Marke von 1,53 Euro gesunken. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch noch auf 1,5430 (Dienstag: 1,5528) Dollar festgesetzt.

Zuletzt schwache Konjunkturdaten aus der Eurozone belasteten laut Händlern den Euro. Mit Spannung erwartet werde die Pressekonferenz der EZB. Es wird ein unveränderter Leitzins von 4,0 Prozent erwartet.

Öl-Rekordpreis drückt asiatische Börsen ins Minus

Die asiatischen Börsen sind am Donnerstag den Vorgaben der New Yorker Wall Street gefolgt und haben überwiegend Verluste verzeichnet. Ein neuer Rekord beim Ölpreis von über 123 Dollar pro Barrel nährte bei den Investoren Inflationsängste und Sorgen, die Verbraucher könnten ihr Geld künftig noch mehr zusammenhalten. Der Euro blieb im Devisenhandel zum Dollar unter Druck.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,13 Prozent tiefer bei 13.943 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 1,46 Prozent auf 1372 Zähler. Auch die Indizes in Hongkong, Taiwan, Singapur, Seoul gaben zum Teil deutlich nach. Lediglich die Börse in Shanghai verzeichnete Gewinne.
Händlern zufolge wurden japanische Titel mittlerweile als vergleichsweise zu teuer angesehen.

Wie in den Vereinigten Staaten stießen die Anleger Finanzaktien ab. Zu den Verlierern gehörten die Anteilsscheine von Mitsubishi UFJ mit einem Minus von 3,7 Prozent. Die Aktien des Immobilienunternehmens Sumitomo Realty & Development verloren 3 Prozent an Wert.

News Corp nachbörslich gesucht

Die Aktien der News Corp waren am Mittwoch im amerikanischen nachbörslichen Handel gesucht, nachdem der Medienkonzern Zahlen zu seinem dritten Geschäftsquartal vorgelegt hatte. Die Titel stiegen um 1,3 Prozent auf 19,45 Dollar. News Corp verdiente im Quartal netto 2,69 Milliarden Dollar oder 0,91 Dollar je Aktie. Im dritten Geschäftsquartal des Vorjahrs hatte das Unternehmen ein Nettoergebnis von 871 Millionen oder 0,27 Dollar je Aktie erzielt.

Der Nasdaq-100 After Hours Indicator blieb fast unverändert bei 1952 Punkten.

Ölpreis lässt die Kurse amerikanischer Energietitel fallen

Der hohe Ölpreis hat den New Yorker Börsen am Mittwoch Verluste beschert. Ein neuer Rekord von über 123 Dollar pro Barrel nährte bei den Investoren Inflationsängste und Sorgen, die Verbraucher könnten ihr Geld künftig noch mehr zusammenhalten. Selbst erfreuliche amerikanische Konjunkturdaten konnten die Stimmung nicht aufhellen. Nach jüngsten Informationen über die amerikanischen Lagerbestände mussten vor allem die Aktien von Energieunternehmen Gewinne wieder abgeben.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,6 Prozent im Minus bei 12.814 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 12.796 und 13.036 Zählern gependelt war. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 1,8 Prozent auf 1392 Zähler ab, der Index der Technologiebörse Nasdaq ebenso 1,8 Prozent auf 2438 Stellen.

In den Vereinigten Staaten drückten vor allem Kursverluste von Aktien der Energiekonzerne auf die Stimmung, nachdem die Regierung mitgeteilt hatte, dass die Lagerbestände für Rohöl deutlicher als erwartet gestiegen seien. Viele Titel mussten Gewinne der vergangenen Tage abgeben. Die Aktie des zweitgrößten amerikanischen Ölkonzerns Chevron fiel um 1,6 Prozent, Exxon Mobil ging mit einem Abschlag von 1,4 Prozent aus dem Handel.

Auch wie erwartet abnehmende Hausverkäufe im März wirkten sich negativ aus. Dadurch verbuchten auch Papiere von Hypothekenanbietern Verluste. Die Aktie von Fannie Mae, dem größten Immobilienfinanzierer, gab 5,7 Prozent ab, die des kleineren Konkurrenten Freddie Mac 4,8 Prozent.

Der Markt brauche jetzt eine Verschnaufpause, sagte Paul Hickey von Bespoke Investment Group. „Hier schießt nichts nach oben, außer Öl.“ Bei den Technologiewerten notierte die Aktie von Cisco zwei Prozent tiefer auf 25,8 Dollar. Der Netzwerkausrüster hatte mit seinen Geschäftsergebnissen im abgelaufenen Quartal die Erwartungen übertroffen, sich aber zurückhaltend zur weiteren Entwicklung geäußert.

Zu den erfreulichen Konjunkturdaten zählten am Mittwoch die Zahlen zur Produktivität der amerikanischen Unternehmen im ersten Quartal 2008, die überraschend stark auf das Jahr hochgerechnet um 2,2 Prozent stiegen. Erwartet worden waren 1,5 Prozent. Die Lohnstückkosten legten um 2,2 Prozent zu, Experten hatten mit 2,5 Prozent gerechnet. Lohnstückkosten bezeichnen den Anteil der Arbeitskosten, die auf ein Produkt entfallen.

Die Papiere von Walt Disney notierten knapp 3 Prozent fester. Der Unterhaltungskonzern hat im zweiten Quartal mehr verdient als erwartet. Walt Disney profitierte vor allem von guten Geschäften im Filmbereich, in Vergnügungsparks und in der Mediensparte.

Amerikanische Anleihen legen zu

Die amerikanischen Anleihen haben am Mittwoch im späten New Yorker Handel etwas fester tendiert. Zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 3,500 Prozent gewannen 11/32 auf 97-5/32 und rentierten mit 3,09 Prozent. Der mit 4,375 Prozent verzinste dreißígjährige Longbond steigerte sich um 13/32 auf 96-3/32. Seine Rendite fiel damit auf 4,62 Prozent.

Die Anleihen hätten am Berichtstag ihren Status als „sicherer Hafen“ ausgespielt, sagten Händler. Insbesondere schwache Daten vom Immobilienmarkt und die fallenden Aktienmärkte hätten die Investoren zu den Treasuries gelockt. Eine Auktion zehnjähriger Treasuries im Umfang von 15 Milliarden Dollar wurde gut aufgenommen.

Allerdings hielten sich die Aufschläge bei den Notierungen der Anleihen in Grenzen. Teilnehmer verwiesen auf die Inflationssorgen, die am späten Dienstag vom Präsidenten der Federal Reserve von Kansas, Thomas Hoenig, angeheizt worden waren. Der Inflationsdruck bewege sich auf einem inakzeptabel hohen Niveau, so Hoenig.

Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX, F.A.Z.

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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing

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NamePunkteProzent
Dax 7.018,38 -0,25
TecDax 841,24 +0,50
DowJones 12.876,31 +1,02
Nasdaq 2.488,49 +1,76
STOXX 50 3.792,56 -0,53
Nikkei 225 13.953,73 +1,53
S&P 500 Zert. 13,97 +0,65
Euro/Dollar 1,55 -0,43
Bund Future 115,10 +0,17
Gold 876,30 -1,01
Öl 123,93 +1,20
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