14. Juli 2008
Unternehmen
Schaeffler bietet für Conti 10 Milliarden Euro
Der fränkische Automobilzulieferer Schaeffler will die Continental AG für 10 Milliarden Euro übernehmen, heißt es. Schaeffler arbeite mit der Royal Bank of Scotland (RBS) zusammen und sei notfalls auch zu einer feindlichen Übernahme der Continental
AG bereit. (Frankfurter Allgemeine Zeitung S. 11, siehe: Durch Übernahme von Continental: Autozulieferer Schaeffler strebt in neue Liga)
Regierung und Fed sagen Fannie und Freddie Hilfe zu
In den Vereinigten Staaten haben Regierung und Notenbank den angeschlagenen Hypothekenfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac umfangreiche Hilfe angeboten. Ziel sei es, das Vertrauen in die Stabilität des Finanzsystems und der Finanzmärkte inmitten der Kreditkrise zu stärken, erklärte Finanzminister Henry Paulson in der Nacht auf Montag. Sein Ministerium kündigte an, vorübergehend den staatlichen Kreditrahmen für die beiden Branchenführer von derzeit 2,25 Milliarden Dollar anzuheben. Zudem wolle die Regierung auch erstmals Anteile der staatlich geförderten Unternehmen kaufen, falls dies zur Stärkung der Kapitalbasis nötig sei. Die Federal Reserve bot Fannie und Freddie für eine Notfall-Finanzspritze Zugang zu ihrem Diskont-Kreditprogramm für Finanzinstitute an. Mit dem Hilfsangebot versuchen Regierung und Notenbank die Märkte nach den neusten Turbulenzen im Zuge der Kreditkrise zu beruhigen, die am Wochenende mit dem Zusammenbruch der Hypothekenbank IndyMac zur größten Bankenpleite in den Vereinigten Staaten seit mehr als 20 Jahren geführt hatte. Als wichtiger Vertrauenstest am Markt gilt nun eine Versteigerung kurzfristiger Anleihen von Freddie Mac am Montag im Volumen von drei Milliarden Dollar. Fannie und Freddie begrüßten die Hilfsangebote. Zwar seien beide Unternehmen ausreichend mit Kapital versorgt, doch würde dies Vertrauen schaffen. (Reuters)
Philips übertrifft mit Quartalsergebnissen Erwartungen
Der niederländische Elektronikkonzern Philips hat im abgelaufenen Quartal mehr verdient als erwartet. Der Vorsteuergewinn (Ebita) stieg im zweiten Quartal um sieben Prozent auf 413 Millionen Euro, wie der Konzern am Montag bekanntgab. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 368 Millionen Euro gerechnet. Das Nettoergebnis lag dank eines Einmalgewinns aus dem Verkauf einer Beteiligung bei 720 Millionen Euro. Auch beim Umsatz übertraf Philips mit einem Anstieg um sieben Prozent auf 6,5 Milliarden Euro die Schätzungen der Branchenexperten. Die Analysten hatten 6,3 Milliarden Euro vorhergesagt. (Reuters)
FedEx erwägt Übernahme von niederländischer TNT - FT
Der amerikanische Logistikkonzern FedEx Corp verhandelt einem Zeitungsbericht zufolge über eine Übernahme des niederländischen Wettbewerbers TNT NV. Dies schreibt die Tageszeitung Financial Times am Freitagabend ohne die Nennung von Quellen. Ein Sprecher von FedEx sagte, man kommentiere keine Spekulationen. (Dow Jones Newswires)
Actelion und Glaxo mit milliardenschwerer Partnerschaft
Die Schweizer Biotechnologiefirma Actelion hat eine milliardenschwere Partnerschaft mit dem britischen Pharmariesen GlaxoSmithKline vereinbart. Die beiden Unternehmen werden nach Angaben vom Montag Actelions neuartiges Schlafmittel Almorexant zusammen vertreiben. Glaxo lässt sich die Kooperation bis zu 3,3 Milliarden Franken (etwa zwei Milliarden Euro) kosten. Glaxo erhält mit Ausnahme von Japan die weltweiten Exklusivrechte zur gemeinsamen Entwicklung und Kommerzialisierung von Almorexant. Actelion behält die Verantwortung für das laufende Entwicklungsprogramm und die Registrierung von Almorexant für die erste Indikation primäre Insomnie, während die Briten 40 Prozent der Entwicklungskosten übernehmen. Zudem solle das Mittel für weitere Indikationen untersucht werden, wobei die Kosten von beiden Partnern zu gleichen Teilen getragen werden. In den Schlüsselmärkten wird Actelion die Umsätze verbuchen und Glaxo einen Gewinnanteil erhalten, während es in den aufstrebenden Märkten umgekehrt läuft. Neben einer Vorauszahlung von 150 Millionen Franken für Actelion werden für die erste Zulassung bis zu 415 Millionen Franken an Meilensteinzahlungen fällig. Abhängig von der Marktfreigabe für zwei weitere Indikationen und dem Erreichen von Umsatzzielen kann Actelion dann weitere 2,735 Milliarden Franken an Zahlungen erhalten. Actelion war seit einiger Zeit auf der Suche nach einem Partner für Almorexant. Das Mittel wird seit Ende 2007 in einer spätklinischen Phase III getestet, und 2009 dürften erste Ergebnisse vorliefen. Als Orexin-Rezeptor-Antagonist blockiert Almorexant vorübergehend die im Gehirn produzierten gleichnamigen Neuropeptide. Diese spielen bei der Erhaltung des Wachzustandes eine wichtige Rolle. Patienten sollen damit nebenwirkungsfrei und schneller einschlafen können und in der Nacht weniger oft aufwachen als bei bisher verfügbaren Medikamenten. Glaxo galt nach eingestellter Entwicklung eines eigenen Orexin-Hemmers als potenzieller Partner für Actelion. (Reurers)
Daimler belastet erwartet - Gewinnziele in Gefahr
Daimler-Aktien sieht ein Börsianer am Montag durch einen Bericht der Automobilwoche belastet. Beim Stuttgarter Automobilkonzern wächst demzufolge die Sorge vor einem Gewinneinbruch der Sparte Mercedes-Benz Cars. Besonders kritisch ist der Absatzrückgang der S-Klasse, nicht zuletzt in den Vereinigten Staaten , zitiert das Magazin einen Unternehmensinsider. In den Vereinigten Staaten seien neuerdings vor allem kleinere, verbrauchsgünstige Autos wie die C-Klasse gefragt, mit denen Mercedes aber nicht so viel Geld verdient. Die Befürchtung einer Gewinnwarnung der wichtigsten Marke wird der Aktie natürlich nicht helfen, sagte der Händler. (dpa-AFX)
Inbev einigt sich auf mit Anheuser auf Übernahme
Der belgische Bierbrauer InBev übernimmt den amerikanische Konkurrenten Anheuser-Busch und steigt zum Weltmarktführer auf. Der Beck's-Brauer bezahlt den Anheuser-Aktionären 70 Dollar pro Aktie, was einem Gesamtkaufpreis von rund 50 Milliarden Dollar entspricht, wie die Unternehmen am Montag in New York mitteilten. Der neue Konzern, der Anheuser-Bush Inbev heißen wird, soll von Managern beider Unternehmen geführt werden. Die Konzerne erwarten durch die Fusion bis 2011 Synergieeffekte von mindestens 1,5 Milliarden Dollar. Inbev, das neben Beck's auch die Marken Franziskaner, Löwenbräu und Diebels vertreibt, würde durch den Zusammenschluss den bisherigen Branchenführer SABMiller aus Großbritannien als Branchenführer überholen. (Reuters)
Wirtschaft
Finnische Inflationsrate bei 4,4 Prozent im Juni
Die Inflationsrate in Finnland ist im Juni auf 4,4 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 17 Jahren gestiegen. Hohe Energie- und Nahrungsmittelpreise hinterlassen ihre Spuren. (Bloomberg)
Chemiebranche steuert auf mehr Übernahmen zu
In der Chemiebranche zeichnen sich nach Einschätzung von Experten wieder mehr Übernahmen und Fusionen ab. Dabei dürfte - anders als in den vergangenen Jahren - die Branche weitgehend unter sich bleiben: Wegen der Finanzkrise fallen Beteiligungsgesellschaften als Bieter zunehmend aus. Als einen Grund für die neue Akquisitionswelle sehen Experten den hohen Ölpreis, der die Großunternehmen in ihrem Kerngeschäft Grundstoffchemie unter Druck setzt. Viele Konzerne suchen außerdem Aktivitäten, die auch bei schwacher Konjunktur und teuren Rohstoffen starke Renditen abwerfen. Dabei setzen sie insbesondere auf die Spezialchemie, die ihre Produkte mit hohem Forschungsaufwand in geringen Mengen produziert. Für Chemiefirmen, die sich stärker konjunkturunabhängiger machen wollen, macht es Sinn, sich im gegenwärtigen Umfeld mehr in der Spezialchemie zu engagieren, erläutert LBBW-Chemieexperte Ulle Wörner. Die Bewertungen der Spezialchemiefirmen seien inzwischen deutlich gefallen. Vor allem in diesem Feld engagierte Unternehmen wie Albemarle und Rockwood aus den Vereinigten Staaten standen zuletzt im Zentrum von Übernahmespekulationen. Der weltweite Branchenprimus BASF hat in diesem Chemiesektor bereits für mehrere Milliarden Euro zugekauft. Und am Donnerstag überraschte Konkurrent Dow Chemical mit der Ankündigung, für rund 19 Milliarden Dollar die amerikanische Firma Rohm & Haas schlucken und damit zur Nummer eins der amerikanische Spezialchemie aufzusteigen zu wollen. Zuletzt hatte sich das Konsolidierungstempo in der Branche deutlich verlangsamt. So war nach Angaben der Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers (PwC) der Gesamtwert der weltweit angekündigten Vorhaben im ersten Quartal auf 11 Milliarden Dollar gesunken. Im Rekordjahr 2007 lag das Volumen noch bei 28 Milliarden Dollar im Quartalsdurchschnitt.
Für mehr Übernahmen dürfte nicht nur die Strategie sorgen, Unternehmen widerstandsfähiger gegen Konjunkturdellen zu machen. BASF-Chef Jürgen Hambrecht sagte unlängst, Finanzinvestoren könnten wegen steigender Zinslasten in Schwierigkeiten geraten und gezwungen sein, sich von Beteiligungen zu trennen. So ist inzwischen die geplante Übernahme des amerikanische Chemiekonzerns Huntsman durch den amerikanische Wettbewerber Hexion ins Schlingern geraten. Die Beteiligungsgesellschaft Apollo, der Hexion gehört, sieht die Übernahme-Finanzierung in Gefahr und hat sogar vor der Insolvenz des fusionierten Unternehmens gewarnt. Allein im ersten Halbjahr machten Private-Equity-Unternehmen nach Thomson-Reuters-Daten 85 Prozent weniger Transaktionen. Bei der Finanzierung von Großübernahmen müssen Chemiefirmen inzwischen mehr Fantasie walten lassen, da die Kreditfinanzierung schwieriger geworden ist. In einem engen Kreditmarkt muss man wirklich kreativ sein, um Finanzierungsquellen für die Abwicklung von Transaktionen zu finden, sagte Bob Filek von PwC. Welche Wege Unternehmen bei Milliardenübernahmen gehen können, hat Dow Chemical bei Rohm & Haas vorgemacht: Der Chemieriese konnte für seinen Zukaufsplan den amerikanische Milliardär Warren Buffett als Mitinvestor gewinnen. (Reuters)
Gesetzliche Sozialversicherung: Defizit im ersten Quartal 2008
Das Defizit der gesetzlichen Sozialversicherung betrug im ersten Quartal 2008 3,7 Milliarden Euro. Damit lag das Defizit in der Abgrenzung der Finanzstatistik nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um rund 10 Prozent höher als im ersten Quartal 2007 (3,4 Milliarden Euro). Die gesetzliche Sozialversicherung umfasst die gesetzliche Kranken-, Pflege-, Unfall- und Rentenversicherung, die Alterssicherung für Landwirte sowie die Bundesagentur für Arbeit. Den Ausgaben der gesetzlichen Sozialversicherung in Höhe von 117,8 Milliarden Euro in den ersten drei Monaten 2008 standen Einnahmen in Höhe von 114,1 Milliarden Euro gegenüber. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres stiegen die Ausgaben um 1,6 Prozent, die Einnahmen um 1,4 Prozent. Den größten Anteil an der gesetzlichen Sozialversicherung stellte die gesetzliche Rentenversicherung mit rund 50 Prozent der Einnahmen beziehungsweise Ausgaben. Hier fiel das Defizit im ersten Quartal 2008 (1,3 Milliarden Euro) deutlich geringer aus als im ersten Quartal 2007 (2,1 Milliarden Euro). In der gesetzlichen Krankenversicherung, die rund ein Drittel der Einnahmen beziehungsweise Ausgaben der gesetzlichen Sozialversicherung ausmachte, stieg das Defizit von 0,8 auf 1,1 Milliarden Euro. Die Bundesagentur für Arbeit verzeichnete im ersten Quartal 2008 geringere Einnahmen und Ausgaben als im ersten Quartal 2007, während die übrigen Bereiche der gesetzlichen Sozialversicherung Zuwächse aufwiesen. Die Einnahmen der Bundesagentur für Arbeit von 8,7 Milliarden Euro lagen um 13,2 Prozent unter dem Wert des ersten Quartals 2007, die Ausgaben sanken um 5,4 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro. Dadurch erhöhte sich das Defizit von 0,3 auf 1,0 Milliarden Euro. Zu berücksichtigen ist hierbei, dass der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung zum 1. Januar 2008 von 4,2 Prozent auf 3,3 Prozent gesenkt wurde. Wegen der starken unterjährigen Schwankungen der Ausgaben und Einnahmen können anhand der Daten des ersten Vierteljahres noch keine Rückschlüsse auf das Jahresergebnis gezogen werden. (Ad-hoc)
Deutschland: Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe weiter gestiegen
In Deutschland ist die Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe im Mai weiter gestiegen. Die Zahl der Beschäftigten sei im Jahresvergleich um 143.200 Personen oder 2,8 Prozent auf rund 5,3 Millionen geklettert, teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit. Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden erhöhte sich zum Vorjahresmonat um 1,3 Prozent auf 669 Millionen. Dabei gab es im Berichtsmonat feiertagsbedingt in einigen Bundesländern einen Arbeitstag weniger als ein Jahr zuvor. Die Entgelte der Beschäftigten legten auf Jahressicht um 4,0 Prozent auf 19,5 Milliarden Euro zu. (dpa-AFX)
Ölpreis bleibt in Reichweite seines Rekordhochs
Der amerikanische Ölpreis hat sich am Montag in der Nähe seines jüngsten Rekordhochs gehalten. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) Leichtöl der amerikanische Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur August-Auslieferung 145,05 amerikanische Dollar. Das waren zwei Cent weniger als zum Handelsschluss am Freitag. Zum Wochenausklang war WTI zwischenzeitlich den Höchststand von 147,27 Dollar gestiegen. Experten gehen davon aus, dass bislang marktbestimmende Faktoren die Preise auch weiter hoch halten dürften. So bestehe nach wie vor Sorge über das globale Ölangebot, hieß es. Zudem sei keine Entspannung im Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran über dessen Atomprogramm in Sicht. Der Iran ist der zweitgrößte Produzent der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und gilt als weltweit viertgrößter Ölexporteur. (dpa-AFX)
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX.
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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing
| Tops & Flops | +/- | Prozent |
|---|---|---|
| DEUTSCHE POSTBANK AG | +0,89 | +2,10 |
| CONTINENTAL AG INHAB | -0,11 | -0,15 |
| MERCK KGAA INHABER - | -0,78 | -1,03 |
| MAN AG STAMMAKTIEN O | -3,17 | -5,14 |
| THYSSENKRUPP AG INHA | -1,52 | -5,01 |
| DAIMLER AG NAMENS - | -1,76 | -4,24 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 6.127,44 | -2,42 |
| TecDax | 761,19 | -4,17 |
| DowJones | 11.220,96 | +0,29 |
| Nasdaq | 2.255,88 | -0,14 |
| STOXX 50 | 3.185,83 | -2,72 |
| Nikkei 225 | 12.212,23 | -2,75 |
| S&P 500 Zert. | 12,28 | -3,08 |
| Euro/Dollar | 1,42 | -0,18 |
| Bund Future | 115,28 | +0,12 |
| Gold | 801,05 | +1,23 |
| Öl | 104,17 | -3,09 |