13. Mai 2008
Unternehmen
TUI-Reisesparte verringert Verlust im ersten Halbjahr
Tui Travel, die Reisesparte von Tui hat im ersten Halbjahr ihren Verlust verringert. Der Betriebsverlust sank auf 373 (Vorjahr: 411) Millionen Pfund, wie Tui Travel am Dienstag in London mitteilte. Vor Steuern betrug das saisonal bedingte Minus 417 (429) Millionen Pfund. Der Umsatz legte auf 5,16 (4,73) Milliarden Pfund zu. (Reuters)
Pharmahändler Celesio verdient im Quartal weniger als erwartet
Europas größter Pharmahändler Celesiohat im ersten Quartal wegen der Preiskürzungen für Medikamente in Großbritannien und der Preisschlacht in Deutschland Gewinneinbuße verzeichnet. Der von der Industriellen-Familie Haniel kontrollierte Stuttgarter Konzern teilte am Dienstag mit, das Ergebnis vor Steuern sei um 39 Prozent auf 88,6 Millionen Euro geschrumpft. Der Umsatz gab um 3,9 Prozent auf 5,42 Milliarden Euro nach. Dazu habe auch das schwache Pfund beigetragen. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatzrückgang auf 5,56 Milliarden Euro und einem Einbruch des Vorsteuergewinns auf 112 Millionen Euro gerechnet. (Reuters)
Versatel rutscht tiefer in die Verlustzone als erwartet
Der Telekomanbieter Versatel ist im ersten Quartal tiefer in die Verlustzone gerutscht als erwartet. Der Verlust habe sich von 7,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 26,5 Millionen Euro ausgeweitet, teilte Versatel am Dienstag in Düsseldorf mit. Die von dpa-AFX befragten Analysten hatten im Durchschnitt lediglich mit einem Fehlbetrag von 12,9 Millionen Euro gerechnet. Auch das bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) sank von 54,1 auf 47,3 Millionen Euro (Prognose 50,4 Millionen Euro). Der Umsatz stieg dagegen von 174,3 auf 185,2 Millionen Euro (Prognose 184,1 Millionen Euro). Die Gesamtjahresprognose bestätigte das Unternehmen. (dpa-AFX)
EADS erwartet 2008/09 weniger A380-Auslieferungen als geplant
EADS hat nach einer Überprüfung des A380-Produktionsprogramms ihre geplanten Auslieferungsziele für das laufende und das kommende Jahr zurückgenommen. Die Tochter Airbus erwarte im laufenden Jahr nur noch 12 statt ursprünglich 13 Auslieferungen, teilte der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern am Montag mit. Für das Jahr 2009 seien jetzt nur noch 21 statt 25 Übergaben an Kunden geplant. EADS kann den weiteren Angaben zufolge zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Aussagen zu finanziellen Auswirkungen der Verspätungen machen. Das Ausmaß der zusätzlichen Kosten werde letztlich vom finalen Produktions- und Auslieferungsszenario abhängen. Dieses werde sich aus den Gesprächen mit den Kunden und einer präziseren Analyse der Auswirkungen auf den Auslieferungszeitplan für das Jahr 2010 und danach ergeben. Eine Bewertung der finanziellen Folgewirkungen erfordere deshalb mehr Zeit, hieß es weiter. (Dow Jones)
Société Générale verzeichnet im ersten Quartal Gewinnrückgang
Die Société Générale (SocGen) hat wegen der Finanzmarktkrise und des Händlerskandals im ersten Quartal 2008 einen Gewinnrückgang verzeichnet. Das Nettoergebnis ging nach Angaben der Bank vom Dienstag im Berichtszeitraum um 23 Prozent auf 1,1 (1,43) Milliarden Euro zurück. Analysten hatten einen Nettogewinn von 1,04 Milliarden Euro erwartet. Zudem kündigte das in Paris ansässige Finanzinstitut weitere Abschreibungen von 1,12 Milliarden Euro an. (Dow Jones)
Carl Zeiss Meditec steigert Gewinn und Umsatz etwas stärker als erwartet
Der auf Augenheilkunde spezialisierte Medizintechnik-Konzern Carl Zeiss Meditec hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres Umsatz und operativen Gewinn etwas stärker gesteigert als erwartet. Zudem bestätigte das im TecDax notierte Unternehmen den Ausblick auf das laufende Jahr. Der Umsatz legte trotz einer schwachen Entwicklung in den Vereinigten Staaten um 6,1 Prozent auf 299,4 Millionen Euro zu, teilte das Unternehmen am Dienstag in Jena mit. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei um 1,8 Prozent auf 33,6 Millionen Euro gestiegen. Von dpa-AFX befragte Experten hatten mit einem etwas geringeren Anstieg beim Umsatz sowie einen leichten Rückgang beim Ebit gerechnet. (dpa-AFX)
Gewinn von Fondsanbieter HCI Capital bricht im Quartal ein
Der Fondsanbieter HCI Capital hat im ersten Quartal weniger Schiffsfonds verkauft und dadurch einen Gewinneinbruch verbucht. Das Hamburger Unternehmen verdiente nach eigenen Angaben vom Dienstag mit drei Millionen Euro vor Zinsen und Steuern drei Viertel weniger als vor Jahresfrist. Unter dem Strich blieben mit 1,2 Millionen Euro 87,5 Prozent weniger übrig. Grund für den Einbruch seien auch die geschrumpften Erträge aus dem Verkauf von Schiffen und Immobilien, teilte HCI mit.
Bei den Investoren sammelte das Unternehmen im Quartal mit 153,7 Millionen Euro 10,6 Prozent mehr ein als vor Jahresfrist. Angesichts dessen erwartet HCI für das laufende Jahr weiterhin einen Gewinnanstieg um acht Prozent auf 33 Millionen Euro. Bei Investoren will das Unternehmen mit 880 Millionen Euro rund zehn Prozent mehr Kapital einsammeln als im vergangenen Jahr. HCI legt unter anderem geschlossene Schiff- und Immobilienfonds auf. (Reuters)
Repsol mit Gewinnsprung im ersten Quartal
Der spanische Ölkonzern Repsol-YPFhat im ersten Quartal von den hohen Ölpreisen profitiert und den Gewinn kräftig gesteigert. Der Überschuss sei auf 1,2 Milliarden Euro gestiegen, 36,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte der Konzern am Dienstag mit. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um 18,9 Prozent auf 2,422 Milliarden Euro zu. (dpa-AFX)
Fortis verdient im Quartal wegen Abschreibungen weniger
Der belgisch-niederländische Finanzkonzern Fortis hat im ersten Quartal wegen Abschreibungen im Zuge der internationalen Kreditkrise weniger verdient. Der Nettogewinn sei um 31 Prozent auf 808 Millionen Euro zurückgegangen, teilte das Geldhaus am Dienstag mit. Analysten hatten im Durchschnitt mit 1,09 Milliarden Euro gerechnet. Die Wertberichtigungen wegen der Hpothekenkrise hätten die Gewinne aus dem Kauf der niederländischen Bank ABN überstiegen, begründete die Finanzgruppe den Ergebnisrückgang.
Die Belastungen aufgrund von Investitionen in Ramschhypotheken (Subprime) bezifferte Fortis auf 380 Millionen Euro. Der ABN-Ergebnisbeitrag betrug nur 319 Millionen Euro. Fortis war Teil des Konsortiums um die Royal Bank of Scotland, das das niederländische Geldhaus Ende 2007 für rund 70 Milliarden Euro übernommen und dann unter sich aufgeteilt hatte. Es war die größte Bankenfusion aller Zeiten. (Reuters)
KfW begibt fünfjährige Umtauschanleihe auf Telekom-Aktien
Die staatliche Förderbank KfW will sich erneut von Aktien an der Deutschen Telekom trennen. Die KfW kündigte am Dienstag eine Umtauschanleihe auf Telekom-Stammaktien mit einem Volumen von mindestens drei Milliarden Euro an. Die Anleihe habe eine Laufzeit von fünf Jahren und einem Monat. Sie werde bei institutionellen Investoren außerhalb der Vereinigten Staaten platziert. Lead Manager der Emission seien Goldman Sachs und Morgan Stanley.
Eine laufende, im August fällige Umtauschanleihe der KfW auf Telekom-Aktien werde angesichts von deren Kurs voraussichtlich in bar zurückgezahlt, teilte die KfW mit. In Abhängigkeit von den Marktbedingungen erwäge die KfW, einen Teil der ausstehenden Umtauschanleihe zurückzukaufen. Die KfW und der Bund halten 16,9 und 14,8 Prozent an der Telekom. (Reuters)
DIC Asset im ersten Quartal mit Gewinnrückgang
Die Immobiliengesellschaft DIC Asset hat im ersten Quartal weniger Gewinn erzielt. Der Überschuss sei wegen höherer Finanzierungsaufwendungen und im Vorjahresquartal erzielten Erträgen aus Verkäufen auf 3,3 Millionen Euro von 4,9 Millionen ein Jahr zuvor gesunken, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg aber deutlich auf 28,8 (16,2) Millionen Euro, der Mittelzufluss (Cash-flow) aus dem gewöhnlichen Geschäft lag bei 31,9 (15,7) Millionen Euro. 2008 wolle DIC Asset sein Geschäft auf Basis des aktuellen Portfolios ausbauen, als zentrale Ertragsquelle seien steigende Mieteinnahmen vorgesehen. (Reuters)
Intercell übernimmt amerikanische Pharmafirma Iomai für rund 189 Millionen Dollar
Die Intercell AG wird das amerikanische Pharmaunternehmen Iomai für insgesamt rund 189 Millionen Dollar (umgerechnet 122 Millionen Euro) in bar und in Aktien übernehmen. Während die Publikumsaktionäre in bar abgefunden werden, bekommen die Großaktionäre der Iomai
Corp aus Gaithersburg im amerikanischen Bundesstaat Maryland für ihre Anteilsscheine rund 1,7 Millionen Intercell-Aktien, wie das Wiener Unternehmen am Montag mitteilte. Das sind etwa 4 Prozent des Intercell-Kapitals.
Iomai hat sich auf die Entwicklung von Impfpflastern spezialisiert. Ihr Impfstoff gegen Reisedurchfall soll die zulassungsrelevanten klinischen Phase III-Studien im ersten Halbjahr 2009 durchlaufen. Das Umsatzpotenzial dieses Pflasters sowie des von
Intercell selbst entwickelten Impfstoffs gegen Japanische Enzephalitis beziffert das österreichische Unternehmen auf mehr als 1 Milliarden Dollar im Jahr. Intercell erwartet die Marktzulassung für den eigenen Impfstoff noch für 2008. Ungeachtet der Übernahme will Intercell das laufende Geschäftsjahr mit Gewinn abschließen. (Dow Jones)
Milliardenfusion der australischen Banken Westpac und St. George
In Australien soll im Zuge einer Milliarden-Fusion die größte Bank des Landes entstehen. Westpac Banking kündigte am Dienstag an, 11,3 Milliarden Euro (18,6 Milliarden Australische Dollar) in Aktien für den kleineren Konkurrenten St. George Bank bezahlen zu wollen. Dessen Führung unterstütze die Offerte, die einen Aufschlag von 28,5 Prozent auf den Schlusskurs der St. George Bank von Freitag bedeutet. Nach dem Zusammenschluss hätten beide Häuser zusammen eine Marktkapitalisierung von 40 Milliarden Euro und würden damit den bisherigen Branchengrößten Commonwealth Bank of Australia mit seinen 37 Milliarden Euro überflügeln.
St. George hatte die Anleger vor wenigen Tagen mit einer Reduzierung ihres Ausblicks wegen gestiegener Refinanzierungskosten infolge der weltweiten Kreditmarktkrise enttäuscht. Westpac-Chefin Gail Kelly war vor weniger als vier Monaten von dem kleineren Institut auf seinen jetzigen Posten gewechselt. Das fusionierte Unternehmen werde in der Lage sein, auch unter schwierigen Bedingungen zu bestehen und die Chancen zu nutzen, die sich aus den Turbulenzen an den Kapitalmärkten ergäben, erklärte Westpac. (Reuters)
HP spricht mit IT-Dienstleister EDS über Übernahme
Der weltgrößte PC-Hersteller Hewlett-Packard (HP) verhandelt mit dem amerikanischen IT-Dienstleister EDS über eine Milliardenübernahme. Ein erfolgreicher Abschluss sei aber noch nicht sicher, teilte HP am Montagabend in Paolo Alto mit.
Der Kaufpreis soll einem Bericht des Wall Street Journal zufolge bis zu 13 Milliarden Dollar betragen. Das Geschäft solle noch an diesem Dienstag bekanntgegeben werden, hieß es in der Online-Ausgabe des Blattes unter Berufung auf Insider. Die Übernahme wäre eine der größten in der HP-Geschichte. Im Jahr 2002 kaufte der Konzern den Konkurrenten Compaq für rund 20 Milliarden Dollar. (dpa-AFX)
Übernahmestreit um Radiokonzern Clear Channel vor Einigung
Das monatelange Ringen um die von der Kreditkrise bedrohte Milliardenübernahme des größten amerikanischen Rundfunkkonzerns Clear Channel steht einem Medienbericht zufolge vor dem Durchbruch. Die beiden Investmentfirmen Bain Capital und Thomas H. Lee Partners seien sich mit den beteiligten Banken nun über die strittige Finanzierung des Kaufs so gut wie einig, berichtete das Wall Street Journal am Montag in seiner Online-Ausgabe. Der Preis soll demnach deutlich von rund 19,4 auf 18 Milliarden Dollar gesenkt werden.
Die Finanzierung der bereits seit einem Jahr geplanten Übernahme sollte eine Gruppe von sechs Finanzhäusern bereitstellen, darunter die Deutsche Bank und die Credit Suisse. Die Banken hatten sich angesichts der Turbulenzen auf den Märkten jedoch gesperrt. Clear Channel und die Investoren zogen vor Gericht. Nun soll dem Bericht zufolge der Kaufpreis je Aktie 36 Dollar statt 39,20 Dollar betragen. (dpa-AFX)
Finmeccanica will DRS für 3,4 Milliarden Euro kaufen
Der italienische Rüstungskonzern Finmeccanica will für 3,4 Milliarden Euro das amerikanische Unternehmen DRS Technologies kaufen. Wie beide Seiten in der Nacht zum Dienstag gemeinsam bekanntgaben, soll der Hersteller von militärischer Radar- und Überwachungstechnik künftig als hundertprozentige Tochter von Finmeccanica unter seiner bisherigen Führung und am hergebrachten Standort in New Jersey operieren. Damit baut der viertgrößte europäische Rüstungskonzern seine Präsenz auf dem wichtigen amerikanischen Markt aus. Das Geschäft ist bereits von den Direktorien beider Unternehmen beschlossen, muss aber noch von den Aufsichtsbehörden genehmigt werden.
Durch das Geschäft werde das gemeinsame Unternehmen größere Projekte in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern bewältigen können, hieß es in der Erklärung. Finmeccanica dürfte vor allem von den DRS-Kapazitäten auf dem Gebiet der Rüstungselektronik profitieren. Finmeccanica-Chef Pier Francesco Guarguaglini sprach von einer perfekten Kombination. Auch EADS hatte nach den Worten seines Nordamerika-Chefs Ralph Crosby ernsthaft über die Möglichkeit eines Gebots für DRS nachgedacht. Der Konzern habe aber noch keinen direkten Kontakt zu DRS aufgenommen, sagte Crosby am Freitag.
Der vereinbarte Kaufpreis beinhaltet auch 1,2 Milliarden Dollar netto an Schulden. Mit 81 Dollar je Aktie liegt er 32 Prozent über dem 30-Tages-Durchschnitt des DRS-Papiers. Finanziert werden soll das Geschäft zunächst mit einem Kredit, der später durch eine Kapitalerhöhung abbezahlt werden soll. Die Finmeccanica-Aktie hatte am Montag 0,37 Prozent im Minus geschlossen: Analysten bewerteten die Pläne, über die bereits in der Presse spekuliert worden war, als positiv, waren aber skeptisch wegen der Finanzierung. (Reuters)
JPMorgan Chase erwartet Gewinn aus Bear-Stearns-Rettung
Die amerikanische Großbank JPMorgan Chase rechnet im zweiten Quartal mit einem Gewinn von einer Milliarde Dollar im Zusammenhang mit der Übernahme des wegen der Finanzkrise ins Straucheln geratenen Konkurrenten Bear Stearns. In Teilen werde der Profit aus der Fusion aber geringer als erwartet ausfallen, sagte JPMorgan-Chef Jamie Dimon am Montag. Zudem würden sich manche Verluste aus dem Geschäft in den Ergebnissen niederschlagen. Seit dem 8. April habe die Beteiligung an Bear Stearns seinem Konzern bereits 200 Millionen Dollar an Belastungen beschert, hinzu werde noch einmal der gleiche Betrag kommen.
Für etwa drei Viertel der Bear-Stearns-Angestellten wurde laut Dimon bereits die Möglichkeit einer Übernahme geprüft. 40 Prozent hätten daraufhin ein Angebot bekommen. Kreisen zufolge hat JPMorgan Chase bislang rund 6000 der fast 14.000 Beschäftigten des Konkurrenten die Übernahme in Aussicht gestellt. Für die verbleibenden 3500 Mitarbeiter stehe die Entscheidung in den kommenden zwei Wochen an, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Allerdings werde von ihnen wohl ein geringerer Anteil Übernahmeangebote bekommen. Vor dem Hintergrund massiver Entlassungen an der Wall Street rechne JPMorgan zudem mit Streichungen bei seinen eigenen Mitarbeitern, um Platz für besser qualifizierte Beschäftigte von Bear Stearns zu schaffen.
Dimon sagte ein baldiges Ende der Turbulenzen an den Kreditmärkten, aber noch keine Erholung der amerikanischen Wirtschaft voraus. Die Kreditmarkt- und Hypothekenkrise könnte noch in diesem Jahr ihren Tiefpunkt durchlaufen. Dennoch werde es langfristige Herausforderungen für die Wirtschaft geben, die bis in das Jahr 2010 hineinreichen könnten. Dies könne auch für JPMorgan neue Belastungen bedeuten. (Reuters)
Venezuela verstaatlicht größten Stahlkonzern des Landes
Venezuela hat den größten Stahlkonzerns des Landes verstaatlicht. Das verkündete Präsident Hugo Chávez am Montag vor Beschäftigten des Konzern Ternium-Sidor in Ciudad Guyana, 500 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Caracas. Nach einem Dekret des Präsidenten müssen bis 30. Juni sämtliche Vermögenswerte des mehrheitlich von der italienisch-argentinischen Gruppe Techint kontrollierten Unternehmens an die venezolanische Regierung übertragen werden. Als neuen Konzernchef setzte Chévez seinen Industrieminister Rodolfo Sanz ein. (AFP)
Tiscali spricht mit Kaufinteressenten und verringert Verlust
Der zum Verkauf stehende italienische Breitbandanbieter Tiscali hat nach eigenen Angaben eine Reihe von Geboten erhalten und wird nun mit Interessenten Gespräche führen. Es seien Gebote sowohl für Teile der Firma als auch für das Gesamtunternehmen abgegeben worden, teilte Tiscali am Montag mit. Nun würden Gespräche mit den Interessenten geführt. Der Konzern ist an der Börse derzeit mit rund 1,4 Milliarden Euro bewertet.
Tiscali teilte zudem mit, der Netto-Verlust des Unternehmens habe sich im ersten Quartal 2008 um zwölf Prozent auf 37,5 Millionen Euro verringert. Der Umsatz sei um 43 Prozent auf 276,4 Millionen Euro gestiegen.
Tiscali hat jahrelang rote Zahlen geschrieben und sich bereits in Europa von Vermögensteilen getrennt, um Verluste einzudämmen und sich auf Großbritannien und Italien zu konzentrieren. Im April hatte der Konzern erklärt, Tiscali erwäge die Aufspaltung seiner zwei verbleibenden Geschäftsbereiche, um einen Käufer zu finden. Als mögliche Käufer sehen Analysten in Italien die Wettbewerber Telecom Italia und Fastweb sowie in Großbritannien die Rivalen BSkyB, BT, Carphone Warehouse und Vodafone. In Großbritannien ist Tiscali der viertgrößte Breitbandanbieter mit einem Marktanteil von 15 Prozent. (Reuters)
IKB-Verkauf auch nach Ende des Bieterverfahrens offen
Auch nach dem Abschluss des Bieterverfahrens für die angeschlagene Mittelstandsbank IKB bleibt offen, ob das Institut verkauft wird. Das Verfahren sei am Pfingstmontag beendet worden und jetzt müsse zügig eine Bewertung vorgenommen werden, sagte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) dem Tagesspiegel laut Vorab-Bericht aus der Dienstag-Ausgabe. Ob ein Zuschlag erteilt wird und wer ihn gegebenenfalls bekommt, wird sich zeigen. Darüber würden die Gremien der KfW-Gruppe noch im Mai beraten, sagte Glos, ohne einen genauen Termin zu nennen.
Ende April hatte die IKB erklärt, es gebe neun potenzielle Käufer, die sich derzeit die Bücher des Instituts ansähen. Es handele sich dabei um Institute aus dem In- und Ausland. Reuters hatte bereits vor einigen Tagen aus Kreisen erfahren, dass es mit Blick auf die IKB noch viele Fragen gebe. Unklar sei etwa, welche Risiken noch in der Düsseldorfer Bank steckten, die sich mit amerikanischen Ramschhypotheken verzockte und mit insgesamt 8,5 Milliarden Euro gestützt werden musste. Weitere Abschreibungen sind nicht auszuschließen. Zudem droht eine Milliardenklage aus den Vereinigten Staaten. Den größten Teil der Stützungsgelder trägt die staatseigene IKB-Großaktionärin KfW , die sich jetzt von ihrer derzeit 45-prozentigen Beteiligung trennen will.
Die Privatbank Sal. Oppenheim, die an der IKB mit knapp fünf Prozent beteiligt, hatte nur noch geringe Chancen für einen raschen Verkauf gesehen. Es sei kaum vorstellbar, dass sich im aktuell schwierigen Marktumfeld ein Käufer finde, der attraktive Konditionen biete, hatte unlängst ein Sprecher gesagt. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) und Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU), die beide im KfW-Verwaltungsrat sitzen, plädieren ebenfalls vehement gegen einen Verkauf der IKB zu einem Spottpreis. Der Bund erwartet nach eigenen Aussagen einen Verkaufspreis von etwa 800 Millionen Euro. (Reuters)
MBIA mit Milliardenverlust
Der weltgrößte Anleiheversicherer MBIA hat wegen der Kreditkrise im ersten Quartal einen Verlust von 2,4 Milliarden Dollar verbucht. Das Unternehmen musste Milliardenbeträge für Anleihen im Zusammenhang mit notleidenden amerikanischen Immobilienkrediten abschreiben, betonte aber am Montag, der Großteil dieser Belastungen werde nicht zu realen Verlusten führen. MBIA bleibt weiter eine gesunde Finanzinstitution, sagte Konzernchef Jay Brown. Je Aktie betrug das Minus 13,03 Dollar nach einem Gewinn von 1,46 Dollar pro Anteilschein vor einem Jahr. Experten hatten im Schnitt mit einem Verlust von 0,95 Dollar je Aktie gerechnet.
Die seit Monaten kursschwache MBIA-Aktie legte nach den Zahlen um bis zu zwölf Prozent zu. Das Unternehmen hatte den Markt auf weitere hohe Abschreibungen vorbereitet und betonte nun seine guten Aussichten im Neugeschäft. Seit Jahresbeginn bemüht sich MBIA, seine unverzichtbaren Spitzenratings bei den Kreditbewertern Standard & Poor's und Moody's zu halten. Unter anderem hatte MBIA Aktien und Zinstitel für mehr als zwei Milliarden Dollar verkauft und eine Investition von 500 Millionen Dollar von der Beteiligungsgesellschaft Warburg Pincus erhalten. Weitere Aktienplatzierungen seien derzeit nicht geplant, hieß es. (Reuters)
Spritkosten lasten schwer auf FedEx
Die rekordhohen Treibstoffpreise und die schwache amerikanische Konjunktur drücken immer stärker auf die Gewinne der weltgrößten Paketzusteller: Nach Branchenführer UPS hat nun auch der zweitgrößte amerikanische Logistiker FedEx seine Gewinnerwartungen gesenkt. FedEx reduzierte die Prognose für das laufende Quartal bereits zum zweiten Mal auf nun zwischen 1,45 und 1,50 Dollar je Aktie. Die bereits verringerte vorherige Erwartung lag bei 1,60 bis 1,80 Dollar. Die Aktie gab vorbörslich nach.
Die Sprit-Zuschläge für die Kunden könnten die steigenden Kosten nicht völlig ausgleichen, sagte FedEx-Finanzchef Alan Graf. Rivale UPS hatte Ende April seine Gewinnerwartung für das laufende Geschäftsjahr deutlich gekappt. Beide Unternehmen stellen derzeit alle Ausgaben auf den Prüfstand. Die Deutsche Post will für ihr bislang defizitäres Expressgeschäft in den Vereinigten Staaten (DHL) noch im Mai eine Entscheidung über die weitere Zukunft treffen. Gerade erst wechselte sie ihren amerikanischen Chef aus. (dpa-AFX)
Sprint Nextel weitet Verlust im ersten Quartal aus
Der drittgrößte amerikanische Mobilfunkanbieter Sprint Nextel Corp ist im ersten Quartal dieses Jahres tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Im Berichtszeitraum habe der Konzern einen Verlust von 505 Millionen Dollar oder 18 Cent je Aktie verbucht, nach einem Verlust von 211 Millionen ein Jahr zuvor, teilte der Mobilfunkbetreiber am Montag mit. Bereinigt entsprach dies einem Gewinn von vier Cent je Aktie, Analysten waren von zwei Cent ausgegangen.
Das Unternehmen begründete die Zahlen mit einem schwindenden Stamm von Vertragskunden. Der Umsatz fiel auf 9,3 Milliarden Dollar von 10,1 Milliarden im Vorjahreszeitraum und lag damit leicht unter den durchschnittlichen Erwartungen von Analysten, die mit 9,4 Milliarden gerechnet hatten.
Seit der Übernahme von Nextel 2005 hat die Sprint-Aktie rund 65 Prozent ihres Wertes verloren. Im vierten Quartal 2007 nahm der Konzern hohe Abschreibungen im Zuge der Übernahme von Nextel vor. Medienberichten zufolge ist die Deutsche Telekom an Sprint Nextel interessiert. (Reuters)
Wirtschaft
Steinbrück: Bleibt beim vereinbarten Sparziel
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat die jüngsten Haushaltsvorschläge von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos entschieden abgelehnt. Das ist nicht die Position der Bundesregierung, sagte der Sprecher des Bundesfinanzministeriums der Rheinischen Post (Dienstagausgabe). Es handelt sich um die Privatmeinung von Bundeswirtschaftsminister Glos. Die Bundesregierung dagegen wird ihr Ziel eines schuldenfreien Haushalts erreichen - auch mit Glos, sagte Steinbrücks Sprecher. Glos hatte davor gewarnt, einen ausgeglichenen Bundeshaushalt isoliert über alles andere zu stellen. (dpa-AFX)
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX.
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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing
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| DowJones | 11.378,35 | +0,26 |
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| STOXX 50 | 3.326,58 | -0,83 |
| Nikkei 225 | 13.334,76 | -1,97 |
| S&P 500 Zert. | 12,50 | -2,34 |
| Euro/Dollar | 1,57 | +0,09 |
| Bund Future | 110,80 | -0,13 |
| Gold | 922,50 | -0,56 |
| Öl | 124,98 | -1,22 |
