Medienschau

Novartis wächst im ersten Quartal nur dank des schwachen Dollars

21. April 2008 

Unternehmen

Novartis wächst im ersten Quartal nur dank des schwachen Dollars

Der Umsatz des Schweizer Pharmakonzerns Novartis hat im ersten Quartal 2008 bei einem schleppenden amerikanische Geschäft in Lokalwährungen gerechnet stagniert. Da der Basler Konzern aber in Dollar abrechnet und die amerikanische Währung derzeit auf tiefem Stand notiert, ergab sich nach Firmenangaben vom Montag in den fortzuführenden Geschäften ein Umsatzanstieg um neun Prozent auf 9,91 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis, in dem der schwache Dollar mit rund 185 Millionen positiv zu Buche schlug, erhöhte sich um sieben Prozent auf 2,49 Milliarden Dollar. Der Reingewinn lag mit 2,31 Milliarden Dollar um zehn Prozent über dem vorjährigen Vergleichsniveau. In der Division Pharmaceuticals ging der Umsatz in den Vereinigten Staaten um 19 Prozent zurück. Der Konzern führte dies auf die anhaltende Konkurrenz der Generika und den Verkaufsstopp für Zelnorm zurück. Der Rückgang konnte anderswo nicht ganz wettgemacht werden und in Lokalwährungen blieb ein Umsatzminus von drei Prozent. Der Dollar-Umsatz der Sparte erhöhte sich dann um sechs Prozent auf 6,26 Milliarden Dollar und das operative Ergebnis verbesserte sich um 13 Prozent auf 2,10 Milliarden Dollar. Die drei anderen Divisionen Sandoz, Consumer Health sowie Vaccines und Diagnostics kamen auf Wachstumsraten in Lokalwährungen, die von zwei über fünf bis zehn Prozent reichten. Die Jahresprognose des Konzerns gilt weiterhin. Novartis rechnet für das ganze Jahr mit einem Nettoumsatzwachstum in Lokalwährungen im mittleren einstelligen Prozentbereich. Das Wachstum des Pharmabereichs allein soll im unteren einstelligen Prozentbereich zu liegen kommen. Pharma werde auch im zweiten Quartal unter den erheblichen Umsatzeinbussen leiden, die 2007 bei fünf Produkten eingesetzt haben und erst im späteren Verlauf von 2008 werde das dann in der Rechnung nicht mehr spürbar sein. Novartis Pharmaceuticals sei auf dem Weg zu einem neuen Wachstumszyklus, der sich in der zweiten Jahreshälfte abzeichnen und die erwartete weitere Expansion bei Sandoz, Vaccines and Diagnostics und Consumer Health ergänzen dürfte, hieß es weiter. (Reuters)

Nestle macht sechs Prozent mehr Umsatz

Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestle ist im ersten Quartal dieses Jahres weiter gewachsen. Der Umsatz erhöhte sich im Vorjahresvergleich um 6,0 Prozent auf 25,717 Milliarden Franken (15,94 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Der neue Konzernchef Paul Bulcke sprach von einem qualitativ hoch stehenden Wachstum. (AP)

Schneider Electric steigert Umsatz im 1. Quartal um 11 Prozent

Schneider Electric hat den Umsatz im ersten Quartal um 11 Prozent auf 4,31 (3,89) Milliarden Euro gesteigert. Organisch hätten die Einnahmen damit um 9,5 Prozent zugelegt, teilte der Elektronikkonzern mit Sitz im französischen Rueil-Malmaison am Montag mit. Sowohl Umsatz auch das organische Wachstum lagen unter den Erwartungen der Analysten, die mit Einnahmen von 4,46 Milliarden Euro und organischen Zuwachsraten von 11,5 Prozent gerechnet hatten. Schneider bestätigte ihr Ziel, im laufenden Jahr den Umsatz um 6 Prozent bis 8 Prozent auf organischer Basis zu erhöhen. (Dow Jones Newswires)

Übernahme von Alliance Data durch Blackstone gescheitert

Die Übernahme des Kreditkarten-Dienstleisters Alliance Data Systems Corp durch die Beteiligungsgesellschaft Blackstone Group L.P. für 6,4 Milliarden Dollar ist geplatzt. Die Tochtergesellschaften von Blackstone hätten ihre Offerte am Freitag verworfen und in einem Schreiben das Vertragsende erklärt, teilte Alliance Data mit Sitz in Dallas mit. Man sei berechtigt, eine Vertragsstrafe von 170 Millionen Dollar zu fordern, da die Blackstone-Töchter ihre Vereinbarung gebrochen hätten: So hätten sich diese geweigert, angemessene und übliche regulatorische Anforderungen zu akzeptieren sowie die Verhandlungen mit den Regulierungsbehörden in die Länge gezogen. Sie habe rechtliche Schritte zur Durchsetzung der Vertragsstrafe eingeleitet, da sich die Blackstone-Töchter geweigert hätten zuzugeben, Vertragsbruch begangen zu haben, so Alliance Data. Keine der Blackstone-Töchter konnte kurzfristig für eine Stellungnahme erreicht werden. (Dow Jones Newswires)

Solar Millennium peilt halbe Milliarde Euro Umsatz an

Das Solarkraftwerks-Unternehmen Solar Millennium peilt bis 2013 einen Umsatzsprung auf mehr als 500 Millionen Euro an. „Ich erwarte schon, dass wir bis in fünf Jahren einen Umsatz von über einer halben Milliarde Euro haben werden. Das ist auch unser Ziel“, sagte Finanzvorstand Thomas Mayer der Nachrichtenagentur Reuters. Im Geschäftsjahr 2006/07 (per Ende Oktober) hatte das Erlanger Unternehmen, das solarthermische Kraftwerke entwickelt, gut 31 Millionen Euro umgesetzt und einen Gewinn von knapp zwölf Millionen Euro erwirtschaftet. Für das laufende Geschäftsjahr prognostizierte Mayer, dass sich der Umsatz auf 80 Millionen Euro mehr als verdoppeln und der Gewinn auf 18 Millionen Euro klettern werde. Die operative Marge werde in den kommenden Jahren plangemäß auf 16 bis 20 Prozent zurückgehen, da sich Solar Millennium mit dem Partner MAN Ferrostaal stärker dem eigentlichen Kraftwerksbau widmen werde. Bisher konzentriert sich das Unternehmen auf die Entwicklung und Finanzierung von Kraftwerksprojekten und begleitende Ingenieursdienstleistungen. (Reuters)

Metro hat keine Eile mit Börsengang von Media Markt und Saturn

Metro-Chef Eckhard Cordes hat keine Eile mit einem möglichen Börsengang der Elektronikmärkte Media Markt und Saturn. Ein solcher Schritt müsse nicht zwingend innerhalb der kommenden zwei, drei Jahre erfolgen, sagte er der „Financial Times Deutschland“ (Montagausgabe). Ein Börsengang könne die Sparte aber auf dem europäischen Markt zu einem Jäger machen und schaffe strategischen Spielraum für die zu erwartende grenzüberschreitende Konsolidierung, sagte der Manager dem Blatt. Es gebe jedoch derzeit keinen akuten Druck, Wettbewerber zu übernehmen. Mitte März hatte Cordes bereits öffentlich über einen Börsengang von Media Markt und Saturn nachgedacht. Dies sei eine Option. Neben einem Kapitalmarktdebüt der Elektronikmärkte prüft Metro derzeit auch einen Verkauf der Warenhauskette Kaufhof. Interesse hat bereits die Karstadt-Mutter Arcandor angemeldet. (Reuters)

Kreise - amerikanische Regionalbank National City vor Finanzspritze

Die von der Kreditkrise betroffene amerikanische Regionalbank National City soll offenbar eine Finanzspritze über sechs bis sieben Milliarden Dollar von einer Investorengruppe erhalten. Die Finanzinvestoren um die Beteiligungsgesellschaft Corsair Capital würden damit rund 50 Prozent der Bank übernehmen, sagte eine mit den Plänen vertraute Person am Sonntag. Dabei wollten die Investoren etwa fünf Dollar je Aktie zahlen, ein Abschlag von 40 Prozent auf den Schlusskurs der Bank mit Sitz in Cleveland vom Freitag. Vor einem Jahr lag der Aktienkurs des im mittleren Westen tätigen Geldhauses noch bei 37 Dollar. National City hatte wegen Belastungen aus Ramschhypotheken im vierten Quartal 2007 Verluste von mehr als 300 Millionen Dollar verbucht. Eine Einigung auf einen Investoreneinstieg stehe kurz bevor, sagte die eingeweihte Person. Die Bank solle auch danach an der Börse gehandelt werden. National City wollte sich dazu nicht äußern. Corsair Capital war zunächst nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen. An dem Finanzinstitut sollen auch andere Banken wie Fifth Third Bancorp, Bank of Nova Scotia und KeyCorp Interesse bekundet haben.

Japanische Isuzu erwägt Lkw-Produktion in Saudi-Arabien

Der japanische LKW-Hersteller Isuzu erwägt als erster Autobauer überhaupt eine Produktion in Saudi-Arabien. Man sei dazu in Gesprächen in Gesprächen mit einem örtlichen Unternehmen, sagte ein Isuzu-Sprecher am Montag. Dabei könne es um ein Auslagern der Produktion an den Partner oder um ein Gemeinschaftsunternehmen gehen. Die Wirtschaftszeitung „Nikkei“ berichtete, die Produktion könne Anfang 2009 mit jährlich zunächst 2000 bis 3000 mittelgroßen bis großen Lkw beginnen. Bislang hat Isuzu Lkw nach Saudi-Arabien lediglich exportiert. (Reuters)

Wirtschaft

Zeitler: Finanzsystem befindet sich in einer schmerzhaften Korrekturphase

Das Finanzsystem befindet sich in einer schmerzhaften Korrekturphase, die eine ernsthafte Belastungsprobe darstellt, sagte Franz-Christoph Zeitler, Vizepräsident der Deutschen Bundesbank. Trotz erheblicher Vertrauensprobleme seien wichtige Märkte aber voll funktionsfähig, zum Beispiel der Aktienmarkt und der Devisenmarkt. (Frankfurter Allgemeine Zeitung, S. 15)

Australiens Zentralbank kauft RMBS

Die australische Zantralbank kaufte am Montag strukturierte Hypothekenpapiere im Wert von 780 Millionen australischen Dollar in verschiedenen Termingeschäften mit Laufzeiten bis zu etwas mehr als einem Jahr. Das zog die Bankaktien nach oben. (Bloomberg)

Merkel sieht Reformbedarf im deutschen Bankensystem

Angesichts der internationalen Kreditkrise hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Korrekturen im deutschen Finanzsektor gefordert. „Das deutsche Bankensystem hat einiges an Reformbedarf“, sagte sie am Sonntagabend bei der Eröffnung der Hannover Messe. „Es wäre schön, wenn die Stunde des Drucks genutzt würde, um einiges zu verbessern.“ Es sei ermutigend, dass der Internationale Währungsfonds Schritte unternommen habe, um mehr Transparenz im Finanzsektor zu schaffen. Die Finanzmarktkrise verstärke die Angst der Menschen vor der Globalisierung, sagte Merkel weiter. „Wir müssen aufpassen, dass unsere Wirtschaftsordnung, die soziale Marktwirtschaft, nicht einen Vertrauensverlust erleidet.“ Dabei sei sowohl die Politik als auch die Wirtschaft gefordert. In den vergangenen Jahren sei es deutschen Unternehmen gelungen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. „Wir können weiter Gewinner der Globalisierung sein - aber in welchem Ausmaß, das hängt von uns selbst ab“. (Reuters)

Regierung - Sorge vor weiterem kräftigen Verbraucherpreisanstieg

Die Bundesregierung sorgt sich wegen der anhaltend schwachen Konsumentwicklung und der Risiken eines weiteren kräftigen Verbraucherpreisanstiegs. „Belastend auf den privaten Konsum wirkt der Kaufkraftentzug durch den Preisniveauanstieg des Verbraucherpreisindex“, hieß es im Monatsbericht des Finanzministeriums vom Montag. Dabei seien es vor allem die Energie- und Nahrungsmittelpreise, die zuletzt massiv belastet hätten. Das Ministerium warnte: „Das kräftige Preisplus auf den vorgelagerten Stufen hat das Risiko für einen weiteren deutlichen Anstieg des Verbraucherpreisniveaus aber erhöht“. Neben den Preisanstiegen in einigen Bereichen sei es die verbreitete Unsicherheit bei den Verbrauchern, die immer noch ein wesentlicher Faktor für die Konsumschwäche sei. Dabei seien eigentlich die Bedingungen für ein Anziehen des privaten Konsums angesichts einer besseren Beschäftigung und steigender Löhne günstiger geworden, heißt es in dem Bericht. „Ein weiterer starker Preisanstieg würde jedoch dämpfend wirken“, formulierte das Haus von Minister Peer Steinbrück. Insgesamt bewertete das Ministerium die aktuelle konjunkturelle Verfassung in Deutschland positiv. Das Wachstum des ersten Quartals werde wohl besser ausfallen als erwartet, dürfte sich aber im Jahresverlauf verlangsamen. Insgesamt überwiegen nach Auffassung der Ministeriumsexperten derzeit noch die konjunkturellen Auftriebskräfte. Allerdings hätten die Risiken, etwa in Gestalt höherer Ölpreise und der rückläufigenamerikanische Wirtschaftsentwicklung, zugenommen. Bei den verminderten Auslandsbestellungen könnten sich erste Bremsspuren einer nachlassenden weltwirtschaftlichen Dynamik zeigen. In dem Bericht ist die Rede von der „immer wahrscheinlicher werdenden Rezession in den Vereinigten Staaten .“ Die Zunahme der binnenwirtschaftlichen Aktivitäten stütze sich auf die Ausweitung der Industrieproduktion und vor allem den kräftig höheren Anstieg der Investitionsgüterherstellung. Die Entwicklung im Produzierenden Gewerbe sei sehr positiv. Die Aussichten für einen weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit sind nach Auffassung von Steinbrücks Experten „noch günstig“. (Reuters)

Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX.

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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing

 
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