Frühaufsteher

Dax verbucht nette Kursgewinne

25. April 2008 Aufwärts geht es am Freitagmorgen mit den deutschen Aktien. Der Euro und der Ölpreis haben nachgegeben, und aus Asien und den Vereinigten Staaten kommen positive Vorgaben. Der Dax legt gegen 9.37 Uhr um 0,6 Prozent oder 41 Punkte auf 6.862 zu und steht damit rund 20 Punkte unter seinem Tageshoch. Technisch ist der Index bei 6.750 Punkten unterstützt, während bei 6.900 die nächste Hürde wartet.

MAN haben nach einem Plus von 2 Prozent zum Start ins Minus gedreht und verlieren 0,7 Prozent auf 94,18 Euro. MAN hat für das laufende Jahr sowohl die Umsatzprognose als auch das Margenziel erhöht und mit den vorgelegten Quartalszahlen die Erwartungen übertroffen. Aleksander Kuntz von der SEB Bank hat die Empfehlung „Strong Buy“ für die Aktie und das Kursziel von 120 Euro daraufhin bekräftigt.

ProSiebenSAT.1 brechen um rund 27 Prozent ein auf 10 Euro. Ein schwaches Geschäft in Deutschland hat das Ergebnis des Medienkonzerns im ersten Quartal stark beeinträchtigt. Das zuständige Vorstandsmitglied Peter Christmann übernimmt die Verantwortung für die Geschäftsentwicklung und wird die Senderkette im Juni verlassen.

Lufthansa legen nach Vorlage von Quartalszahlen 2 Prozent auf 17,72 Euro zu. Die Aktie hatte bereits am Donnerstagnachmittag nach Ausweis erster Eckdaten positiv reagiert. Trotz eines negativen Kommentars von Goldman Sachs verteuern sich BMW um 1,7 Prozent auf 34,15 Euro.

BASF liegen nur optisch im Minus. Die Aktie gibt um 3,5 Prozent oder 3,26 Euro auf 90,57 Euro nach und handelt abzüglich der Dividende von 3,90 Euro je Aktie. Um den Abschlag bereinigt, lägen BASF also im Plus. VW geben um 2,6 Prozent oder 4,79 Euro auf 180,56 Euro ab. Je Stammaktie schütten die Wolfsburger 1,80 Euro aus.

Deutsche Postbank, die am Vortag noch von neuerlichen Spekulationen um einen in Kürze bevorstehende Übernahme durch die Deutsche Bank getrieben worden waren, verlieren 0,7 Prozent auf 57,56 Euro.

Rentenmarkt: Grundtendenz bleibt negativ

Die Grundtendenz am Anleihemarkt bleibt nach Einschätzung von Experten trotz der überkauften Marktlage insgesamt negativ. „Die Inflationstreiber (Rohstoffpreise, Lohnabschlüsse) bleiben im Fokus und halten den Staatsanleihemarkt tendenziell unter Abgabedruck“, heißt es immer öfter. Kurzfristig dürfte sich die Marktentwicklung immer wieder am Gegenspiel von Börse und Rentenmarkt orientieren: Fällt der eine, steigt der andere - und umgekehrt. Der Bund-Future fällt im frühen Handel um 17 Ticks auf 113,38 Punkte. Die zehnjährige Bundesanleihe notierte 12 Ticks niedriger bei 98,30 Punkten und rentierte bei 4,213 Prozent.

Euro in Fernost unter Druck

Der Dollar hat am Freitag auch in Fernost von wieder aufgekeimten Zinssenkungsfantasien für die Euro-Zone profitiert. Zum Euro konnte er sich bei 1,5680 Dollar behaupten. Am Dienstag hatte die Gemeinschaftswährung noch mehr als 1,60 Dollar gekostet. Ein überraschend starker Rückgang des Ifo-Index hatte am Donnerstag aber Spekulationen über eine Zinssenkung der EZB aufkommen lassen. Den Daten zufolge trübte sich erstmals seit Dezember wieder die Stimmung der deutschen Wirtschaft ein (siehe auch: Ifo bringt dem Euro kurzfristig die ersehnte Erleichterung). Händler gingen am Freitag in Japan aber davon aus, dass der Euro bald wieder zulegen werde. Derzeit fände lediglich eine Korrektur statt, sagte Tsutomu Soma von Okasan Securities. Zur japanischen Währung tendierte der Euro bei 163,66 Yen. Ein Dollar kostete 104,33 Yen. Der Schweizer Franken notierte zum Euro mit 1,6240 und zum Dollar mit 1,0352.

Japanische Börsen schließen fest

Die asiatischen Aktienmärkte haben am Freitag überwiegend Gewinne verbucht. Gestützt wurden sie unter anderem von einem Kurseinbruch japanischer Staatsanleihen nach Spekulationen, die japanische Notenbank könne die Zinsen im Laufe des Jahres anheben. Zudem legten Finanztitel nach positiven amerikanische Vorgaben zu. In Tokio stieg der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 2,4 Prozent auf 13.863 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 2,5 Prozent auf 1339 Zähler. „Bis vor sehr kurzem haben die Leute nach Gründen gesucht, Aktien zu verkaufen“, sagte Nagayuki Yamagishi von Mitsubishi UFJ Securities zum Kursrutsch der japanischen Staatsanleihen, die erstmals in der Geschichte des Markts kurzzeitig vom Handel ausgesetzt wurden. „Jetzt suchen sie wirklich nach Gründen zum Kaufen - alles ist ihnen recht.“ Zu den Gewinnern gehörten die Kurse von exportorientierten Unternehmen, die zusätzlich von einem leichteren Yen profitierten. Die Canon-Aktie legte 4,5 Prozent zu, die des Industrieroboterbauers Fanuc 6,9 Prozent. Auftrieb gaben dem Markt auch Finanzwerte. Das Papier der zweitgrößte japanische Bank Mizuho Financial Group gewann 7,3 Prozent, das der Sumitomo Mitsui Financial Group 6,1 Prozent.

Japans Staatsanleihen brechen ein - Erstmals Handel ausgesetzt

Der Kurs der japanischen Staatsanleihen ist am Freitag in Fernost eingebrochen. Zum ersten Mal in der Geschichte des Marktes wurden die Futures für 15 Minuten vom Handel ausgesetzt. Investoren erklärten die Bond-Verkäufe mit zunehmenden Spekulationen, die japanische Notenbank (BOJ) könne die Zinsen im Laufe des Jahres anheben. Bislang waren viele Anleger von einer Zinssenkung ausgegangen. Grund für die Spekulationen seien „bessere Unternehmenszahlen aus den Vereinigten Staaten , die Erholung des amerikanische Dollars und eine vorsichtige Rückkehr zum Aktienmarkt“, sagte Dwyfor Evans von State Street Global Markets. Auch Spekulationen über eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) hätten dazu beigetragen. Die Terminkontrakte für Juni fielen im Verlauf auf bis zu 134,58 Stellen und lagen später 2,18 Punkte im Minus bei 134,87 Zähler.

Aktien Hongkong mittags mit Konsolidierung nach Kursrally

Kaum verändert haben die Aktien an der Börse Hongkong am Freitag die erste Handelshälfte verlassen. Der HSI gewinnt bis zum Mittag 0,1 Prozent auf 25.716 Punkte. Marktteilnehmer erwarten, dass der Leitindex nach der 1.500-Punkte-Rally der vergangenen vier Tage konsolidieren wird. Einige Händler gehen davon aus, dass einer Konsolidierungsphase weitere Kursgewinne folgen werden. Andere Experten wiederum sehen die zukünftige Entwicklung eher skeptisch und raten daher zu Gewinnmitnahmen. Unicom verlieren nach der Veröffentlichung enttäuschender Erstquartalszahlen 4,1 Prozent auf 16,48 Hongkong-Dollar. Die Liste der Gewinner führen Cathay Pacific an, die vom Ölpreisrückgang profitieren und 3,2 Prozent auf 16,30 Hongkong-Dollar gewinnen.

Nachbörsliche Meldungen und Kurse aus Amerika

Die Aktienkurse in den Vereinigten Staaten tendierten am Donnerstag nachbörslich leichter. Der Index Nasdaq 100 After Hours Indicator verlor 12,97 Punkte auf 1.911,61 Zähler.

Microsoft haben am Donnerstag im nachbörslichen amerikanische Handel mit Kursverlusten auf den Quartalsausweis des Unternehmens reagiert. Der Aktienkurs fiel um 5,1 Prozent auf 30,19 Dollar. Das Nettoergebnis des Softwareherstellers war im dritten Geschäftsquartal unter anderem wegen eines Bußgelds, das die EU-Kommission verhängt hatte, um 11 Prozent gesunken. Microsoft verdiente im Berichtszeitraum 4,39 (Vorjahr: 4,93) Milliarden Dollar oder 0,47 (0,50) Dollar je Aktie. Der Umsatz betrug 14,45 Milliarden Dollar und stagnierte damit verglichen mit dem Vorjahr. Analysten hatten mit einem Ergebnis je Aktie von 0,44 Dollar und einem Umsatz von 14,5 Milliarden Dollar gerechnet. American Express (Amex) stiegen hingegen um 4,2 Prozent auf 47,23 Dollar, nachdem das Kreditkartenunternehmen mit seinem Quartalsergebnis die Prognosen der Analysten übertroffen hatte. Zwar fiel das Nettoergebnis wegen der schwachen Entwicklung des amerikanische Geschäfts um 6 Prozent auf 991 Millionen Dollar oder 0,85 Dollar je Aktie, doch hatten Analysten im Vorfeld den Gewinn je Aktie bei lediglich 0,81 Dollar gesehen. Altria verloren nach der Veröffentlichung des Quartalsergebnisses 1,8 Prozent auf 22,53 Dollar. Der Nettogewinn des Tabakkonzerns sank im ersten Quartal um 12 Prozent auf 2,45 Milliarden Dollar oder 1,16 Dollar je Aktie. Marktteilnehmer machten für den Gewinnrückgang den Abschluss der Ausgliederung von Philip Morris verantwortlich.

Wall Street schließt freundlich

Mit freundlicher Tendenz sind die Aktienkurse am Donnerstag an Wall Street aus dem Handel gegangen, nachdem der Dollar zum Euro aufgewertet hatte und der Ölpreis gesunken war. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) beendete die turbulente Sitzung beim Stand von 12.849 Punkten und damit um 0,7 Prozent oder 86 Punkte höher als am Vortag. Der S&P-500 gewann 0,6 Prozent oder neun Punkte auf 1.389. Der Nasdaq-Composite legte um 1,0 Prozent oder 24 Punkte auf 2.429 zu. Umgesetzt wurden 1,45 Milliarden Aktien. Dabei wurden 2.000 Kursgewinner und 1.163 -verlierer gesehen. Unverändert schlossen 80 Titel.

Schon im frühen Handel war der Markt von den einmal mehr schlechten, aber notorisch positiv interpretierten Arbeitsmarktdaten gestützt worden. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe war in der Vorwoche um 33.000 gesunken, während Volkswirte mit einem Anstieg um 3.000 gerechnet hatten. Die etwas später veröffentlichten Daten zu den Neubauverkäufen wiesen für März einen unerwartet drastischen Einbruch um 8,5 Prozent auf und ließen die Aktienkurse vorübergehend zurückkommen.

Die Aufwertung des Dollar erklärten Beobachter damit, dass sich am Markt die Überzeugung durchgesetzt habe, dass die Zinsdifferenz zwischen den Vereinigten Staaten und der Eurozone bald geringer werde. Mit dem Anstieg der amerikanische Währung sei Öl, das in Dollar bezahlt wird, für Investoren aus der Eurozone weniger attraktiv geworden, lautete die Erklärung für den Rückgang des Ölpreises. Für den Aktienmarkt bedeutete das, dass die Anleger verstärkt von Rohstoffwerten in Finanzwerte umschichteten. Im Finanzsektor legten Merrill Lynch um 7,1 Prozent auf 48,09 Dollar zu. Der CEO John Thain hatte sich „vorsichtig optimistisch“ gezeigt, was die Aussichten der Bank in diesem Jahr angehen. Der Aktienkurs des Ölkonzerns Chevron büßte 2,2 Prozent auf 92,40 Dollar ein.

Aktien von Fluggesellschaften, die in den vergangenen Tagen Kurseinbrüche verzeichnet hatten, profitierten von dem gesunkenen Ölpreis. Delta Air Lines stiegen um 11 Prozent auf 7,26 Dollar und AMR um 10 Prozent auf 7,61 Dollar. Quartalsbilanzen bewegten ebenfalls den Markt. Apple stiegen um 3,7 Prozent auf 168,94 Dollar. Der Computerhersteller hatte schon am Vortag nach Börsenschluss überraschend gute Ertragskennziffern veröffentlicht. Der Ausblick hatte allerdings enttäuscht. Die Aktien der Kaffeehauskette Starbucks brachen um 11 Prozent auf 15,95 Dollar ein, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, dass eine Rezession in den Vereinigten Staaten seinen Ertrag schmälern würde.

Amerikanische Anleihen tendieren im späten Handel schwach

Spekulationen, dass die Zinssenkungsserie der amerikanische Notenbank bald zu ende sein könnte, haben den amerikanische Anleihemarkt am Donnerstag belastet. Das überraschend geringe Interesse an der Auktion fünfjähriger Staatsanleihen und gute Arbeitsmarktdaten drückten die Kurse der Festverzinslichen ebenfalls. Im späten Handel fielen zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 3,500 Prozent um 24/32 auf 97-11/32 und rentierten mit 3,83 Prozent. Der mit 4,375 Prozent verzinste 30-jährige Staatsanleihe verlor 29/32 auf 97-5/32. Seine Rendite stieg auf 4,55 Prozent. Schon im frühen Handel hatten die Anleihen mit Kursverlusten auf die Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe reagiert. In der Vorwoche war die Zahl der Anträge um 33.000 zurückgegangen; Volkswirte hatten mit einer Zunahme um 3.000 gerechnet. Bei den Auftragseingängen langlebiger Güter wurde für März ein Rückgang um 0,3 Prozent gemeldet, während Ökonomen mit einem Anstieg um 0,6 Prozent gerechnet hatten. Die etwas später veröffentlichten Daten zu den Neubauverkäufen wiesen für März einen unerwartet drastischen Einbruch um 8,5 Prozent auf und ließen den Markt seine Verluste vorübergehend verringern. Die Auktion fünfjähriger amerikanische Notes im Volumen von 19,0 Milliarden Dollar stieß auf die geringste Nachfrage seit 2003. Am Markt setze sich mehr und mehr die Erwartung durch, dass die amerikanische Notenbank den Leitzins nicht mehr viel weiter senken werde, erklärten Marktbeobachter das geringe Interesse. Bei der Auktion ergab sich eine Höchstrendite von 3,159 Prozent (vorherige Auktion: 2,595 Prozent). Die aktuell versteigerte Anleihe hat einen Zinskupon von 3-1/8 Prozent (vorher: 2-1/2 Prozent). Wie das amerikanische Schatzamt weiter mitteilte, gingen Gebote über 31,4 (35,7) Milliarden Dollar ein. Sogenannte indirekte Bieter, zu denen auch ausländische Zentralbanken gehören, erwarben 29 Prozent des Volumens; im März waren es noch 34 Prozent gewesen.

Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX, F.A.Z.

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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing

 
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NamePunkteProzent
Dax 7.156,55 +1,07
TecDax 866,04 +0,54
DowJones 12.986,80 -0,05
Nasdaq 2.528,85 -0,19
STOXX 50 3.862,91 +0,21
Nikkei 225 14.219,48 -0,23
S&P 500 Zert. 14,25 +1,28
Euro/Dollar 1,56 +0,00
Bund Future 113,46 -0,09
Gold 902,30 +0,27
Öl 124,13 +0,99
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