Medienschau

Arcandor und Ergo teilen gemeinsamen Finanzdienstleister auf

30. Juni 2008 

Unternehmen

Börsennotierte Unternehmenshülle soll deutsche Firmen kaufen

Die Deutsche Bank bringt mit Germany1 Acquisition Limited erstmals eine leere Unternehmenshülle an die Börse, die Firmen im deutschsprachigen Raum kaufen soll. Germany1 solle 275 Millionen Euro einsammeln und an der Börse Amsterdam gelistet werden, teilte die Deutsche Bank am Montag mit. Germany1 ist eine Special Purpose Acquisition Company (SPAC), ein Unternehmen, das ohne operatives Geschäft an die Börse gebracht wird und dessen Management die Aufgabe hat, binnen
zwei Jahren ein Unternehmen zu kaufen.

Bereits in den kommenden Tagen sollen die Bücher geöffnet werden, und etwa zwei Wochen später soll das SPAC am Aktienmarkt starten, hieß es aus Finanzkreisen. Das Management von Germany1 besteht aus Arcandor-Chef Thomas Middelhoff und dem
Unternehmensberater Roland Berger als Co-Chairmen sowie dem ehemaligen UBS-Banker Florian Lahnstein als Vorstandschef. Sie sollen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz ein oder mehrere Unternehmen im Wert von einer bis drei Milliarden Euro finden, an dem sich Germany1 beteiligt.

Bei einer Hauptversammlung bekommen die SPAC-Aktionäre die Gelegenheit, der vorgeschlagenen Transaktion zuzustimmen oder sie abzulehnen. Sollten die Investoren den Kauf genehmigen, erhalten sie Anteile an der Zielgesellschaft. Sollten sie den Kauf
ablehnen, bekommen sie ihr eingesetztes Kapital, das bis dahin auf einem verzinsten Treuhandkonto geparkt wurde, mit den angesammelten Zinsen zurück. (Reuters)

Netzwerkausrüster Adva senkt Prognosen

Der Netzwerkausrüster ADVA Optical Networking erwartet für das laufende Quartal sinkende Umsätze und hat die Hoffnung auf einen Betriebsgewinn aufgegeben. Der Umsatz werde nur bei 50 bis 52 Millionen statt der Anfang Mai avisierten 55 bis 59 Millionen Euro liegen, weil zwei Großkunden ihrer Anschaffungen verschoben hätten, teilte das Unternehmen am Montag in Martinsried bei München mit. Im ersten Quartal 2008 hatte Adva 54 Millionen Euro umgesetzt.

Der operative Verlust werde zwischen April und Juni wegen der Umsatzeinbußen bis zu 1,5 Millionen Euro erreichen. Bisher hatte Adva einen Proforma-Betriebsgewinn bis zu knapp 600.000 Euro für möglich gehalten. Der Abbau von 75 Stellen kostet 1,4 Millionen Euro. Konkrete Geschäftszahlen für das zweite Quartal will der Hersteller von Elektronik, die Datennetze schneller macht, am 5. August veröffentlichen. (Reuters)

Evonik wegen Chemikalien-Kartell im Visier der EU

Auch der Mischkonzern Evonik ist von den Untersuchungen der EU-Wettbewerbsaufsicht wegen angeblicher Preisabsprachen für Spezial-Chemikalien betroffen. „Das Ermittlungsverfahren der EU-Kommission richtet sich teilweise auch gegen Evonik Degussa und eine ihrer Tochtergesellschaften“, teilte der Konzern der „Financial Times Deutschland“ einem Bericht vom Montag zufolge mit. Die heutige Evonik-Tochter Degussa werde für Vergehen des Stahlindustrie-Zulieferers SKW Stahl-Metallurgie haftbar gemacht, der bis 2004 zu Degussa gehört hatte. Die EU werfe Degussa nicht vor, selbst an Absprachen beteiligt gewesen zu sein.

SKW ist einer von mehreren Herstellern von Kalziumkarbid und Magnesiumpulver, denen die EU die Bildung eines Preiskartells vorwirft. Das Unternehmen aus dem bayerischen Unterneukirchen, einst Teil von SKW Trostberg, war 2004 von Degussa verkauft und vom der Beteiligungsgesellschaft Arques Ende 2006 an die Börse gebracht worden.

Der Zeitung zufolge betreffen die Kartellvorwürfe vor allem den Zeitraum von April 2004 bis Anfang Januar 2007. Auch die niederländische Akzo Nobel hat eingeräumt, zum Kreis der beschuldigten Firmen zu gehören. Die EU-Kommission hatte im Januar 2007 Gebäude von mehreren Kalziumkarbid-Produzenten in Österreich, Deutschland, der Slowakei und Slowenien untersucht. (Reuters)

France Telecom zieht Übernahmeplan für TeliaSonera zurück

France Telecom hat seinen Übernahmeplan für den nordischen Konkurrenten TeliaSonera aufgegeben. Die Unternehmen seien sich nicht über die finanziellen Bedingungen eines Kaufes einig geworden, begründete der französische Konzern am Montag die Entscheidung.

France Telecom hatte im Juni ein vorläufiges Angebot in Bar und Aktien für die Übernahme des schwedisch-finnischen Konkurrenten vorgelegt, dessen Wert sich umgerechnet auf etwa 25 Milliarden Euro belief. TeliaSonera ist zu mehr als 50 Prozent im Besitz des schwedischen und finnischen Staates. (Reuters)

Übernahmekandidat Anheuser-Busch will Rentenzahlungen kürzen

Der ins Visier des Konkurrenten InBev geratene amerikanischen Brauereikonzern Anheuser-Busch will als Teil eines Umstrukturierungsplans auch die Rentenzahlungen an Bedienstete senken. Wie aus einem internen Schreiben hervorgeht, sollen Angestellte zudem einen größeren Krankenkassenbeitrag zahlen. Anheuser wolle auf diesem Weg seine Ertragskraft steigern, heißt es in dem Memo vom Freitag, das Reuters am Sonntag vorlag.

Anheuser hatte InBevs Übernahmeangebot in Höhe von 46,3 Milliarden Dollar vergangene Woche als zu niedrig zurückgewiesen. Um auch die Investoren auf seine Seite zu ziehen, legte das Management einen Umstrukturierungsplan vor. Damit soll Anheuser eine Milliarde Dollar einsparen. Nach Informationen der „New York Times“ sind auch Stellenstreichungen vorgesehen. Das InBev-Angebot von 65 Dollar je Aktie liegt 24 Prozent über dem Schlusskurs des Anheuser-Busch-Papiers vom Tag vor Bekanntwerden der Übernahmegespräche. Der belgische Konzern würde mit der Fusion zur weltgrößten Brauerei aufsteigen. (Reuters)

Zumtobel verdient 2007/08 deutlich weniger

Der österreichische Lichtspezialist Zumtobel hat im Geschäftsjahr 2007/08 einen Umsatzanstieg um 3,9 Prozent auf 1,282 Milliarden EUR erzielt, musste dabei jedoch einen Rückgang des Jahresgewinns um 10,1 Millionen Euro auf 93,5 Millionen Euro hinnehmen. Gründe für den Rückgang waren ein Einmalertrag im Vorjahr durch den Verkauf der Airfieldsparte (9,4 Millionen Euro) sowie realisierte Kursverluste aus Fremdwährungen, teilte die Zumtobel AG, Dornbirn, am Montag mit.

Das um Sondereffekte bereinigte Ebit kletterte im Zeitraum 1. Mai 2007 bis 30. April 2008 um 9,5 Prozent auf auf 123,0 Millionen Euro. Damit habe Zumtobel die Ebit-Marge um 50 Basispunkte auf 9,6 Prozent gesteigert. Der Hauptversammlung am 29. Juli soll eine Dividende von
0,70 (0,50) Euro je Aktie vorgeschlagen werden.

Für das laufende Geschäftsjahr 2008/09 erwartet Zumtobel ein schwächeres Marktumfeld. Neben dem unsicheren konjunkturellen Umfeld stellen negative Währungseffekte und ein starker Anstieg bei Personal- und Materialkosten eine Belastung für das Geschäft dar. Vor diesem Hintergrund erwartet Zumtobel beim Umsatz ein währungsbereinigtes Wachstum von rund 2 Prozent bis 3 Prozent über dem Wachstum des gewerblichen Hochbaus in Europa. Die Ebit-Marge soll 8 Prozent bis 9 Prozent erreichen. (Dow Jones)

Arcandor und Ergo teilen gemeinsamen Finanzdienstleister auf

Die Arcandor AG hat sich einem Zeitungsbericht zufolge mit der Ergo Versicherungsgruppe AG auf eine Aufteilung der Karstadt-Quelle-Versicherungen verständigt. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) am Montag unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, wird Ergo das Versicherungsgeschäft des bisher gemeinsam betriebenen Finanzdienstleistungsgeschäftes übernehmen. An den Essener Handels- und Touristikkonzern soll im Gegenzug das Bankgeschäft gehen.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet weiter, dass Arcandor eine Ausgleichszahlung von rund 70 Millionen Euro erhalten solle. Das Abkommen solle in den nächsten Tagen unterzeichnet werden.

Im Jahr 2002 war die zur Münchener Rück gehörende Versicherungsgruppe bei Karstadt-Quelle-Versicherungen eingestiegen und hielt seitdem 77,5 Prozent der Anteile, Arcandor die übrigen 22,5 Prozent. Im Februar hatte Vorstandsvorsitzender Torsten Oletzky bereits das Interesse des Düsseldorfer Versicherers an einer Übernahme des Arcandor-Anteils bekundet. (Dow Jones)

Deutschland-Chefin von JC Flowers will in HRE-Aufsichtsrat

Der Finanzinvestor J.C. Flowers wird einem Pressebericht zufolge nach dem Einstieg beim Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) seine Deutschland-Chefin Renate Krümmer in den Aufsichtsrat des Dax-Konzerns schicken. J.C. Flowers werde drei Aufsichtsratsposten für sich beanspruchen, von denen einer auf jeden Fall an Krümmer gehe, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“. Über die anderen beiden Positionen sei noch kein Ergebnis erzielt worden. Bei der Hypo Real Estate war am Sonntag zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

In der vergangenen Woche hatte sich eine Investorengruppe um J.C. Flowers knapp 25 Prozent an der Hypo Real Estate gesichert. Damit ist Flowers der bisher größte Einstieg bei einem Dax-Unternehmen gelungen. Flowers hatte bereits vor dem Einstieg angekündigt, anschließend bis zu drei Sitze im Aufsichtsrat beanspruchen zu wollen. Die HRE-Führung hatte angekündigt, dies zu unterstützen. Aufsichtsratschef Kurt Viermetz sagte im Mai auf der Hauptversammlung, nach einem Erfolg der Offerte würden bis zu drei Vertreter ihre Sitze für den neuen Investor räumen. (dpa-AFX)

Tognum auf der Suche nach Zukaufskandidaten

Der Motorenhersteller Tognum will in das Geschäfts mit Abgasnachbehandlungstechnik einsteigen und erwägt auch Zukäufe in diesem Bereich. „Das ist eine künftige Schlüsseltechnologie, die wir im Hause haben wollen. Ein Zukauf ist nicht ausgeschlossen“, sagte Vorstandschef Volker Heuer im Gespräch mit der „Financial Times Deutschland“ (Montagausgabe). Dem Bericht zufolge sucht das Unternehmen auch im Geschäft mit Energieanlagen nach Zukaufskandidaten.

Zukaufen will Heuer auch im Geschäft mit dezentralen Energieanlagen - etwa Notstromaggregaten. In diesem Bereich wolle die ehemalige MTU Friedrichshafen in diesem und im nächsten Jahr um 20 bis 25 Prozent wachsen, sagte Heuer dem Blatt. „Dabei sind eventuelle Zukäufe noch nicht eingerechnet.“ 2008 soll die künftig als Tognum Onsite Energy auftretende Sparte auf 200 Millionen Euro Umsatz kommen. In das Geschäft mit der Abgasbehandlung will Tognum groß einsteigen. „Das ist eine künftige Schlüsseltechnologie, die wir im Hause haben wollen“, sagte Heuer. Ein Zukauf sei dabei nicht ausgeschlossen.

Zudem denkt Tognum über den Verkauf der Autozuliefer-Sparte Rotorion nach. „Die Gelenkwellen haben mit unserem Kerngeschäft eigentlich nichts zu tun“, sagte Vorstandschef Volker Heuer der „Financial Times Deutschland“ (Montagausgabe). Deshalb werde geprüft, ob Rotorion mit einem Partner verbündet oder verkauft werde. Zu den größten Abnehmern der Gelenkwellen, mit denen der Friedrichshafener Konzern 223 Millionen Euro im Jahr
umsetzt, gehört dessen ehemaliger Eigentümer und wieder eingestiegener Großaktionär Daimler. (dpa-AFX, Reuters)

Mittal könnte sich in Rio-Tinto-Übernahme einmischen

Die indische Milliardär Lakshmi Mittal erwägt einem Zeitungsbericht zufolge, sich in die Übernahmeschlacht um den Bergbaukonzern Rio Tinto einzuschalten. Mittal, der als Hauptaktionär und Konzernchef den Stahlkonzern ArcelorMittal kontrolliert, sei an Zugang zu größeren Eisenerz-Vorkommen interessiert, schrieb die „Financial Times“ am London unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Rio Tinto, einer der weltgrößten Eisenerzproduzenten, wird von dem Konkurrenten BHP Billiton mit einer Offerte im Wert von derzeit rund 160 Milliarden Dollar umworben. Rio lehnt das Angebot bislang allerdings ab.

Die Überlegungen Mittals wurden dem Bericht zufolge im Zuge seiner Berufung in das Direktorium der Investmentbank Goldman Sachs bekannt. Der Inder ziehe in Betracht, sich in die Übernahme einzumischen, indem er etwa durch Zukäufe von den bisherigen Aktionären einen Anteil übernehme, zitierte die Zeitung einen ungenannten Banker. „Andererseits könnte er abwarten, bis ziemlich wahrscheinlich einige der Eisenerz-Aktivitäten von Rio wegen der Forderungen der Kartellbehörden verkauft werden“, sagte der Informant demnach weiter. Von ArcelorMittal war zunächst keine Stellungnahme zu den Angaben zu erhalten. (Reuters)

AT&T vor Übernahme von indischer Aircel für 6 Milliarden Dollar

Der amerikanischen Telekomkonzern AT&T Inc steht einem Zeitungsbericht zufolge vor der Übernahme des 74 Prozent-Anteils an der Aircel Ltd von Maxis Communications Bhd aus Malaysia. Wie die indische Zeitung „Economic Times“ in ihrer Montagausgabe schreibt, bewerte der Konzern aus dem texanische San Antonio im amerikanischen Bundesstaat Texas Aircel mit 5 Milliarden bis 6 Milliarden Dollar. Der Preis am oberen Ende der Spanne beinhalte einen Aufschlag von rund 30 Prozent, wodurch AT&T die Managementkontrolle an dem Unternehmen übernehmen könne. (Dow Jones)


Wirtschaft

Streit über erwartete EZB-Zinserhöhung

Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) und Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) streiten über die beabsichtigte Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB). „Die EZB muss bedenken, dass sie mit einer Zinserhöhung ein falsches Signal setzen könnte, weil diese im Abflauen der Konjunktur prozyklisch wirken könnte“, sagte Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) dem Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“.

Koalitionspartner Glos meinte, die aktuellen Entwicklungen an der Preisfront seien beunruhigend. Er sagte dem „Handelsblatt“ (Montagsausgabe), es komme angesichts des massiven Ölpreisanstiegs jetzt vor allem darauf an, diesen von außen vorgegebenen Preisschub nicht in einen allgemeinen Inflationsprozess münden zu lassen. „Wer aber glaubt, Inflationsrisiken ignorieren zu können und damit etwas Gutes für die Konjunktur zu tun, hat die schmerzhafte Lektion der ersten Ölpreiskrise der 70er Jahre nicht gelernt“, sagte Glos.

Der Finanzexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Frank Schäffler, kritisierte die Äußerungen Steinbrücks. „Wer jetzt die EZB vor weiteren Zinsschritten warnt, um kurzfristig die Konjunktur zu stützen, versündigt sich am Stabilitätsauftrag der EZB. Der Minister sollte die EZB eigentlich zu einer konsequenteren Politik auffordern. „Daran mangelt es leider der EZB“, sagte Schäffler.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Rainer Wend hält höhere Zinsen gegenwärtig für nicht geboten. „Die EZB sollte die Zinsen stabil halten, um das Wachstum nicht noch zusätzlich zu gefährden“, sagte er dem „Spiegel“. Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Ludwig Stiegler hofft, dass die EZB angesichts der Konjunkturprognosen und der Entwicklung an den Börsen ihre Entscheidung noch einmal überdenkt. „Da sollte man nicht noch zusätzlich mit dem Hammer eins draufgeben. Ich hoffe, dass die Mehrheit im EZB-Rat vernünftig bleibt.“

Die deutsche Exportindustrie dringt auf eine Zinserhöhung in Europa. Die EZB müsse den Geldwert unter allen Umständen verteidigen, sagte Außenhandelspräsident Anton Börner der Tageszeitung „Die Welt“ (Montagausgabe). Er warnte die Zentralbank davor, politischem Druck nachzugeben: „Sie darf sich nicht von Politikern aus kurzfristigen Überlegungen heraus davon abhalten.“ (dpa-AFX)

Britisches GfK-Konsumklima auf niedrigstem Stand seit 18 Jahren

Die Zuversicht der britischen Verbraucher ist im Juni deutlicher gesunken als erwartet. Der vom Marktforschungsinstitut GfK NOP ermittelte Konsumklimaindex fiel am Montag auf minus 34 von minus 29 im Mai und verzeichnete damit den niedrigsten Stand seit März 1990. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf minus 31 gerechnet.

Der Rückgang spiegelt Beobachtern zufolge die anhaltenden Turbulenzen an den Finanzmärkten wider sowie die aufgekommenen Spekulationen, der britische Wirtschaft stehe wie auch den Vereinigten Staaten eine Rezession bevor. Auch die fallenden Hauspreise und die steigenden Nahrungsmittel- und Energiepreise hätten das Konsumklima belastet. Vor Beginn der Finanzkrise im August 2007 hatte der GfK-Konsumklimaindex bei minus 4 notiert.

Die befragten Verbraucher zeigten sich insbesondere hinsichtlich des Ausblicks für die allgemeinen Wirtschaftslage besorgt. Der entsprechende Index fiel auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Datenreihe, ebenso wie der Index zur Anschaffungsneigung. (Dow Jones)

Großhandelsumsatz im Mai leicht gesunken

Der deutsche Großhandel hat im Mai leichte Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Preisbereinigt seien die Großhandelsumsätze um 0,9 Prozent zum Vormonat gesunken, teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit. Nominal sanken die Umsätze um 0,7 Prozent.

Im Jahresvergleich sanken die Umsätze preisbereinigt um 0,8 Prozent. In nominaler Rechnung ergab sich indes ein Umsatzzuwachs von 0,7 Prozent. In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres setzte der Großhandel real 3,9 Prozent und nominal 10,0 Prozent mehr um als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. (dpa-AFX)

Chinas Preisdruck lässt im Sommer nach

Der Anstieg der Lebenshaltungskosten in China wird sich nach Einschätzung von Zhou Xiaochuan, Gouverneur der People's Bank of China (PBoC), im Sommer wahrscheinlich etwas abschwächen. Bereits im Mai hätten sich die Teuerungsdaten etwas verbessert, stellte der chinesische Notenbankgouverneur am Sonntag am Rande einer Konferenz der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) fest. Im Sommer dürfte der Preisdruck auch wegen einer guten Ernte etwas nachlassen.

„Wir rechnen damit im Sommer, weil wir eine gute Ernte hatten und einige staatliche Maßnahmen zur Stärkung der Angebotsseite anfangen zu greifen, so dass die Inflation - insbesondere die Nahrungsmittelinflation - sich etwas verlangsamen könnte“, sagte Zhou. Allerdings dürften die internationalen Preise für Energie und Rohstoffe weiter Aufwärtsdruck verleihen.

Im Mai hatten die chinesischen Verbraucherpreise um 7,7 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen, angetrieben vor allem von einer Verteuerung der Nahrungsmittel. Im April hatte der Preisauftrieb noch 8,5 Prozent betragen, die zweithöchste Rate in diesem Jahr, nachdem die Preise im Februar mit der Rekordrate von 8,7 Prozent gestiegen waren. (Dow Jones)

Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX.

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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing

 
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