Frühaufsteher

Dax tendiert etwas leichter

21. Juli 2008 Belastet von Kursverlusten bei den Finanzwerten ist der deutsche Aktienmarkt mit Abschlägen in die neue Woche gestartet. Marktteilnehmern zufolge werden die Papiere von der anhaltenden Unsicherheit darüber belastet, wie stark sich die Kreditkrise in die Zahlen der amerikanische Banken zum zweiten Geschäftsquartal gefressen hat. Weiteren Aufschluss über die tatsächliche Verfassung der Bücher der Kreditinstitute aus der größten Volkswirtschaft der Welt wird bereits zum Wochenauftakt das Quartalsergebnis der Bank of America liefern. Analysten erwarten im Mittel ihrer Prognosen einen Gewinn von 0,53 Dollar je Aktie.

Bis 9.19 Uhr sinkt der Dax um 0,4 Prozent oder 28 Punkte auf 6.353. Der MDax gibt um 0,3 Prozent oder 30 Zähler auf 8.411 nach. Der TecDax notiert unverändert gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag bei 724 Stellen. Ein charttechnisch orientierter Marktteilnehmer merkt an, dass das Kursbarometer der heimischen Standardwerte bereits zum Wochenausklang den mittelfristigen Abwärtstrend im Bereich von 6.330 Punkten nach oben durchbrochen habe. Das mögliche Ziel dieser technischen Erholung liege auf dem Niveau von 6.650 Zählern. Unterstützt sieht ein anderer Beobachter den Dax im Bereich von 6.260 Punkten.

Neben den Quartalszahlen der Bank of America dürften die für den Nachmittag auf der Agenda stehenden amerikanische Konjunkturdaten dem Dax neue Impulse geben: Neben dem National-Activity-Index der Federal Reserve Bank of Chicago (CFNAI) steht der vom amerikanische Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board ermittelte Index der Frühindikatoren zur Veröffentlichung an. Beide Indikatoren gelten für den Monat Juni.

Größter Verlierer unter den Einzelwerten sind Postbank, die sich um 1,8 Prozent auf 47,88 Euro verbilligen. Neben der allgemeinen Zurückhaltung gegenüber Finanzwerten werden die Papiere Händlern zufolge auch von Aussagen des Deutsche-Post-Finanzvorstands John Allan belastet. Dieser hatte der „Börsen-Zeitung“ gesagt, dass die Deutsche Post keine Eile mit dem Verkauf der Deutschen Postbank habe. Allianz geben um 1,1 Prozent auf 109,90 Euro nach, Metro um 1,2 Prozent auf 38,22 Euro.

Auf der Gewinnerseite stehen unter anderem Adidas, die um 0,2 Prozent auf 38,10 Euro zulegen. Hier stützt Marktteilnehmern zufolge ein Interview von Finanzvorstand Robin Stalker. Dieser hatte im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ die Gewinnprognose für das laufende Jahr bestätigt.

In der zweiten Reihe legen Gildemeister um 16,5 Prozent auf 19,11 Euro zu. Hier stützt ein Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“, dem zufolge sich russische Investoren über verdeckte Käufe einen Anteil von 15 Prozent an dem Unternehmen gesichert haben.

Wirecard steigen nach einem Einbruch von knapp 30 Prozent am Freitag um 10,1 Prozent auf 4,68 Euro. Zum Wochenausklang hatte die Ankündigung der SdK, juristische Schritte gegen das Unternehmen einzuleiten, einen Kurssturz ausgelöst. Für die kräftige Erholung machen Händler eine Note von SES Research vom Montag verantwortlich, die die Papiere auf „Kaufen“ von „Halten“ heraufgestuft haben. Dem Papier zufolge hat SES Research keine Anhaltspunkte dafür gefunden, die auf eine falsche Darstellung oder Manipulation in der Gewinn-und-Verlustrechnung und der Bilanz hindeuten.

Rentenmärkte im Banne der Börsen

Der deutsche Anleihemarkt wird sich am Montag zwar nach Einschätzung von Experten behaupten, die Impulse für die europäischen Rentenmärkte sollten jedoch von den Aktienmärkten ausgehen, schreibt die HSH Nordbank in einer Tagesvorschau. Marktbewegende Konjunkturdaten werden im Handelsverlauf nicht erwartet. Die für den Anleihemarkt richtungsweisende Euro-Bund-Future sollte sich in einer Handelsspanne von 110,30 bis 111,40 Punkte bewegen. In der vergangenen Woche musste der Kontrakt deutliche Kurseinbußen hinnehmen. Sollten sich die Börsen weiter erholen, dürften Kursverluste bei Rentenpapieren kaum überraschen. Im frühen Handel liegt der Bund-Future mit einem Minus von sieben Stellen bei 110,78 Prozent.

Euro legt vor Bank-of-Amerika-Zahlen gegen Dollar zu

Beim Übergang vom asiatisch dominierten zum europäisch geprägten Devisenhandel legt der Euro am Montagmorgen weiter gegenüber dem Dollar zu. Auch verglichen mit dem Yen verteuert sich die europäische Gemeinschaftswährung abermals. Devisenhändler begründen den Anstieg des Euro gegenüber dem Greenback unter anderem mit dem zwischenzeitlich wieder leicht über die Marke von 130 Dollar je Barrel gestiegenen Ölpreis. Stärker werde der Dollar allerdings von der anhaltenden Unsicherheit darüber belastet, wie stark sich die Kreditkrise tatsächlich in die Zahlen der amerikanische Banken zum zweiten Geschäftsquartal gefressen hat. „Die Zitterpartie für den Greenback geht in dieser Woche weiter“, sagt ein Devisenhändler. Weiteren Aufschluss über die tatsächliche Verfassung der Bücher der Kreditinstitute aus der größten Volkswirtschaft der Welt wird bereits zum Wochenauftakt das Quartalsergebnis der Bank of America liefern. Analysten erwarten im Mittel ihrer Prognosen einen Gewinn von 0,53 Dollar je Aktie. Darüber hinaus dürften die für den Nachmittag auf der Agenda stehenden amerikanische Konjunkturdaten dem Devisenhandel neue Impulse geben: Neben dem National-Activity-Index der Federal Reserve Bank of Chicago (CFNAI) steht der vom amerikanische Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board ermittelte Index der Frühindikatoren zur Veröffentlichung an. Beide Indikatoren gelten für den Monat Juni. Aus charttechnischer Sicht trifft der Euro im Tageshandel bei 1,5880 Dollar auf Widerstand. Unterstützt ist die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,5820 Dollar.

Japanische Börse wegen Feiertags geschlossen

Die Börse in Tokio bleibt heute (Montag) wegen eines Nationalfeiertags geschlossen.

Aktien in Hongkong zeigen sich mittags sehr fest - HSBC plus 4,2 Prozent

Der Hongkonger Aktienmarkt notiert am Montagmittag (Ortszeit) unter anderem dank deutlich anziehender HSBC-Titel sehr fest. Händler verweisen zudem auf den rückläufigen Ölpreis und die positiven Vorgaben der Wall Street. Bis zum Ende der ersten Handelshälfte gewinnt der HSI 3,1 Prozent auf 22.554 Punkte. Mit Blick auf das verbesserte Sentiment sieht ein Händler bei 23.000 Punkten die nächste Anlaufmarkt. Unter den Einzeltiteln befestigen sich insbesondere die Aktien des Indexschwergewichts HSBC, die um 4,2 Prozent auf 125 Hongkong-Dollar klettern. Hier stützt laut Marktteilnehmern ein Bericht des „Sunday Telegraph“, wonach der chinesische Staatsfonds China Investment über den Markt Aktien zukaufen könnte.

Aktien tendieren in Singapur mittags sehr fest

Im Schlepptau der Hongkonger Nachbarbörse notiert auch der Aktienmarkt in Singapur am Montagmittag (Ortszeit) mit einer sehr festen Tendenz. Bis zum Ende der ersten Sitzungshälfte gewinnt der STI 2,5 Prozent auf 2.918 Punkte. Auf einen Widerstand treffe der STI laut Händlern bei 2.945. Allerdings sei der Markt anfällig für eine Korrektur, heißt es von Händlern mit Blick auf die hinsichtlich der angelaufenen Berichtssaison bestehende Unsicherheit. 28 der 30 STI-Mitglieder tendieren in positivem Terrain. Unverändert zeigen sich hingegen die Aktien des Getränkeherstellers Thai Beverage bei 0,225 Singapur-Dollar, die Titel des Mobilfunkanbieters Starhub verlieren sogar 1,1 Prozent auf 2,80 Singapur-Dollar.

Nachbörsliche Nachrichten und Kursbewegungen

Die Aktien des staatlich geförderten Hypothekenfinanzierers Freddie Mac sind am Freitag im nachbörslichen New Yorker Handel unter Druck geraten. In einem Schreiben an die amerikanische Börsenaufsicht SEC teilte das Unternehmen mit, aufgrund der aktuellen Marktsituation derzeit keine Pläne über eine Kapitalerhöhung zu verfolgen. Die Titel verloren 0,5 Prozent auf 9,13 Dollar.

Der Index des Nasdaq-100 After Hours Indicator gewann am Freitag 0,15 Prozent auf 1.825,9 Punkte.

Wall Street schließt uneinheitlich - Technologiesektor schwach

Die amerikanische Börsen haben am Freitag zum Wochenausklang uneinheitlich geschlossen. Während die Standardwerte die Sitzung mit einer etwas festeren Tendenz beendeten, dominierte im Technologiesektor Abgabedruck. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) gewann dank einer kleinen Schlussrally 0,4 Prozent oder 50 Punkte auf 11.497.

Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss unverändert bei 1.261 Zählern und für den technologielastigen Nasdaq-Composite ging es im Sog schwacher Unternehmenszahlen um 1,3 Prozent oder 30 Punkte auf 2.283 bergab. Umgesetzt wurden 1,71 (Donnerstag: 1,73) Milliarden Aktien. Dabei standen den 1.671 Gewinnern 1.459 Verlierer gegenüber, unverändert schlossen 82 Titel.

Wie schon am Vortag sprachen Marktbeobachter mit Blick auf die Standardwerte vom Anhalten der Bärenmarktrally. Aus fundamentaler Sicht seien die Aufschläge der vergangenen Tage kaum zu erklären, hieß es. Letztlich hänge wieder Vieles am Öl. Jede kleine Bewegung beim Preis für Rohöl werde am Aktienmarkt in entgegengesetzter Richtung nachvollzogen. Der unter 129 Dollar gefallene Ölpreis sei eine große Stütze für den Markt gewesen, sagten Händler.

Börsianer sprachen insbesondere mit Blick auf den Technologiesektor von Gewinnmitnahmen. „Wir sehen heute bei den Technikwerten im Lichte der Zahlen von Microsoft, AMD und Google ganz offensichtlich Gewinnmitnahmen“, erläuterte Marc Pado, Analyst bei Cantor Fitzgerald. Zahlreiche Enttäuschungen bei den Quartalszahlen im Technologiesektor deuteten darauf hin, dass die Lage angespannt bleibe und man sich auf weitere schwache Ergebnisse einstellen müsse. „Die Zahlen zeigen, dass die Erwartungen der Analysten noch zu optimistisch sind“, erklärte ein Marktteilnehmer die deutlichen Abgaben im Technologiesektor.

Google brachen um 9,8 Prozent auf 481,32 Dollar ein. Der Betreiber der gleichnamigen Suchmaschine hat im zweiten Quartal seinen Nettogewinn zwar um 35 Prozent gesteigert, die Erwartungen der Analysten aber verfehlt. Microsoft verloren 6 Prozent auf 25,86 Dollar. Das Unternehmen hat in seinem vierten Geschäftsquartal ein schwächeres Ergebnis erzielt als der Markt erwartet hatte. Zwar wurde der Gewinn auf 0,46 Dollar von 0,31 Dollar je Aktie gesteigert, damit jedoch die von Analysten erwarteten 0,47 Dollar nicht erreicht. Auch der Ausblick des Konzerns war enttäuschend.

Der Aktienkurs von Advanced Micro Devices (AMD) brach um 12,3 Prozent auf 4,65 Dollar ein. Der Chiphersteller hatte im zweiten Quartal einen Verlust von 1,189 Milliarden Dollar verbucht. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte das Minus nur 600 Millionen Dollar betragen. Lediglich die von IBM vorgelegten Zahlen überzeugten im Technologiesektor. Das Unternehmen hat mit dem Ergebnis je Aktie von 1,98 Dollar im zweiten Quartal die Erwartungen der Analysten übertroffen, die mit 1,82 Dollar gerechnet hatte. IBM erhöhte zudem ihren Ausblick auf das Geschäftsjahr. Die Aktie stieg daraufhin um 2,7 Prozent auf 129,89 Dollar.

Merrill Lynch notierten lange Zeit im Minus, schafften aber den Sprung in positives Terrain und verteuerten sich letztlich um 0,6 Prozent auf 30,91 Dollar. Die amerikanische Investmentbank hatte nach der Schlussglocke am Donnerstag Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt und den vierten Verlust in Folge ausgewiesen. Aufgrund von Abschreibungen verbuchte der Finanzkonzern einen Nettoverlust von 4,65 Milliarden Dollar oder 4,97 Dollar je Aktie. Analysten hatten lediglich mit einem Fehlbetrag von 1,91 Dollar gerechnet. Moody's stufte daraufhin die Bonität des Unternehmens ab.

Für gute Stimmung im Finanzsektor sorgte hingegen die Citigroup. Die Bank hat zwar im zweiten Quartal einen Nettoverlust bei gesunkenen Einnahmen verbucht, mit ihren Ergebnissen aber die Schätzungen der Analysten übertroffen. Der Nettoverlust lag im Zeitraum von April bis Juni bei 2,2 Milliarden Dollar oder 0,49 Dollar je Aktie. Im Vorjahr verdiente die Bankengruppe noch 1,24 Dollar je Anteilsschein. Analysten hatten für dieses Quartal mit einem Verlust von 0,60 Dollar gerechnet. Die Aktie schießt um 7,7 Prozent auf 19,35 Dollar nach oben.

Honeywell International hat das Nettoergebnis im zweiten Quartal 2008 um 18 Prozent gesteigert und den Ausblick auf das Gesamtjahr erhöht. Wie das Industriekonglomerat aus Morris Township im amerikanische Bundesstaat New Jersey mitteilte, legte das Nettoergebnis im Berichtszeitraum auf 723 (611) Millionen Dollar oder 0,96 (0,78) Dollar je Aktie zu. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf 9,67 Milliarden Dollar. Analysten hatten einen Nettogewinn von 0,94 Dollar je Aktie bei einem Umsatzanstieg von 8 Prozent auf 9,2 Milliarden Dollar erwartet. Die Aktie büßte 0,4 Prozent auf 50,66 Dollar ein.

Amerikanische Anleihen zeigten sich am Freitag im späten Handel schwach

Die Notierungen der amerikanische Staatsanleihen haben am Freitagabend im späten Geschäft weiter nachgegeben und sich schwach gezeigt. Zehnjährige Titel mit einem Kupon von 3,875 Prozent sanken um 23/32 auf 98-10/32 und rentierten mit 4,085 Prozent, nach 3,993 Prozent am Donnerstag. Die mit 4,375 Prozent verzinste 30-jährige Staatsanleihe verlor 20/32 auf 95-20/32, ihre Rendite stieg von 4,608 auf 4,649 Prozent.

Im Vorfeld der in der kommenden Woche erwarteten Neuemissionen hätten Anleger verstärkt verkauft, hieß es aus dem Handel. Aber auch Aussagen von Vertretern der amerikanische Notenbank belasteten den Anleihemarkt zum Wochenausklang. Minneapolis-Fed-President Gary Sterns, der zu den stimmberechtigten Mitgliedern der amerikanische Notenbank gehört, sagte gegenüber „Bloomberg News“, die Federal Reserve (Fed) könne mit Zinserhöhungen nicht mehr lange warten. Die mit diesen Aussagen gestiegenen Zinserhöhungsfantasien hätten den Markt deutlich unter Druck gesetzt, sagten Marktbeobachter.

Die weniger dramatisch ausgefallenen Zahlen der Citigroup hätten die Risikoaversion unter Anlegern zusätzlich gedämpft, hieß es weiter. Das Vertrauen in den Aktienmarkt, das durch die Schlagzeilen um die Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae erschüttert worden war, kehre allmählich zurück. Auch der Ölpreisrückgang der vergangenen Tage habe dem Anleihemarkt den Wind aus den Segeln genommen, so Marktbeobachter.

Die Citigroup hat im zweiten Quartal erneut einen Milliardenverlust verzeichnet. Dieser fiel jedoch nicht so hoch aus wie von Marktbeobachtern erwartet. Die amerikanische Finanzgruppe berichtete einen Verlust von 2,5 Milliarden Dollar, verursacht durch Abschreibungen im Investmentbereich von rund 7 Milliarden Dollar und weitere 7,2 Milliarden Dollar an Kreditkosten. Im Vergleich zum Vorquartal gingen die Abschreibungen und Verluste um die Hälfte zurück und waren nicht so hoch, wie von Analysten erwartet.

Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX, F.A.Z.

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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing

 
NamePunkteProzent
Dax 6.326,90 +3,26
TecDax 786,98 +3,39
DowJones 11.220,96 +0,29
Nasdaq 2.255,88 -0,14
STOXX 50 3.312,48 +3,98
Nikkei 225 12.624,46 +3,38
S&P 500 Zert. 12,28 -3,08
Euro/Dollar 1,43 -0,58
Bund Future 114,75 -0,46
Gold 811,32 +1,06
Öl 104,17 -3,09
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