02. Juli 2008
Unternehmen
Deutsche Bank rechnet wieder mit Gewinn im zweiten Quartal
Die Deutsche Bank will im zweiten Quartal in die Gewinnzone zurückkehren und sieht keinen Bedarf für eine Kapitalerhöhung. Auf Grundlage ihrer gegenwärtigen Erwartungen rechne die Bank damit, für das zweite Quartal 2008 einen Gewinn auszuweisen, teilte der Konzern am Mittwoch in Frankfurt mit.
Die Kernkapitalquote der Bank werde dann bei rund neun Prozent liegen. Daher erwarte die Bank nicht, dass die Ertragslage Kapitalmaßnahmen erforderlich mache. Die Deutsche Bank war im ersten Quartal 2008 wegen der Belastungen aus der Finanzkrise erstmals seit Jahren in die roten Zahlen gerutscht. (dpa)
Microsoft klopft bei Medienkonzernen für erneute Offerte für Yahoo an
Der weltgrößte Softwarehersteller Microsoft will einem Pressebericht zufolge gemeinsam mit einem Medienunternehmen einen neuen Anlauf für die Übernahme von Yahoo! starten. Eine gemeinsame Übernahme mit Unternehmen wie Time Warner oder News Corp würde die Zerteilung von Yahoo nach sich ziehen, berichtet das Wall Street Journal (Mittwoch) unter Berufung auf eingeweihte Kreise.
Microsoft habe bereits Gespräche mit Time Warner und News Corp aufgenommen. Dabei würde sich Microsoft die Suchmaschinen von Yahoo sichern. Der Rest der Internetaktivitäten könne an das Partnerunternehmen gehen. (dpa-AFX)
Ping An will Anteil an Fortis ausbauen
Der chinesische Versicherer Ping An will seinen Anteil am Finanzkonzern Fortis laut einem Pressebericht ausbauen. Im Zuge der geplanten Kapitalerhöhung des belgisch-niederländischen Unternehmens wolle Ping An Aktien im Wert von 75 Millionen Euro kaufen, berichtet die chinesische Zeitung Shanghai Securities News (Mittwoch) ohne Angabe von Quellen. Damit übernehme der chinesische Konzern fünf Prozent der angebotenen neuen Fortis-Aktien. Ping An hatte seinen Anteil an Fortis zuletzt auf 4,99 Prozent ausgebaut.
Fortis hatte in der vergangenen Woche die Ausgabe von 150 Millionen neuen Aktien im Gesamtwert von 1,5 Milliarden Euro angekündigt. (dpa-AFX)
Grenkeleasing steigert Neugeschäft im 1. Halbjahr um 13,2 Prozent
Die Grenkeleasing AG hat getrieben von einem starken Geschäft im zweiten Quartal das Volumen des Neugeschäfts deutlich gesteigert. Wie das Unternehmen mit Sitz in Baden-Baden am Mittwoch mitteilte, kletterte das Volumen des Neugeschäfts in den ersten sechs Monaten 2008 um 13,2 Prozent auf 284,1 Millionen Euro. Im zweiten Quartal habe der Zuwachs bei 19 Prozent gelegen nach lediglich 7,2 Prozent im Auftaktquartal.
Zudem bekräftigte das SDax-Unternehmen seine Prognose für 2008. Demnach rechnet Grenkeleasing weiterhin mit einem Neugeschäftswachstum von mehr als 10 Prozent. (Dow Jones)
Dresdner und Commerzbank planen weiter Gebot für Postbank
Die Allianz-Tochter Dresdner Bank und die Commerzbank wollen nach wie vor ein gemeinsames Gebot für die Postbank abgeben. Deshalb sähen sie sich bei der Prüfung ihres eigenen Zusammenschlusses unter Zeitdruck, berichtet die F.A.Z.
Die Dresdner Bank wird schneller verkauft sein als die Postbank, heißt es der Zeitung zufolge in der Commerzbank. Dresdner und Commerzbank wollen bei ihren eigenen Fusionsplänen mehreren Medienberichten zufolge bis Ende Juli eine Entscheidung treffen. Der Zusammenschluss der beiden Großbanken wird vor allem von der Commerzbank vorangetrieben, die darin einen ersten Schritt für eine spätere Fusion auf europäischer Ebene sehe. Für die Allianz sei die Fusion der Dresdner mit der Commerzbank hingegen nur eine Option unter mehreren. (F.A.Z.)
VW- und Daimler-Absatz in den Vereinigten Staaten steigen gegen den Trend
Volkswagen und Daimler haben sich im Juni gegen den Trend eines Absatzrückgangs auf dem amerikanischen Markt gestemmt. Während BMW, Porsche und die großen amerikanischen Firmen deutlich verloren, steigerte Volkswagen seine Verkaufszahlen um 0,3 Prozent auf 23.208 Fahrzeuge. Wie der Wolfsburger Autobauer am Dienstag mitteilte, waren das die höchsten Werte seit August 2006. Das Unternehmen machte dafür auch den Erfolg des Passat Kombi verantwortlich, von dem 26 Prozent mehr verkauft wurden.
Daimler verhalf der Erfolg des Kleinwagens Smart zu einem Absatzzuwachs. 2545 Smart wurden im vergangenen Monat in den Vereinigten Staaten verkauft. Die Verkaufszahlen der Marke Mercedes-Benz stagnierten im Juni bei 19.576 (Vorjahr: 19.589) Stück. Insgesamt verkaufte Daimler damit 22.121 Pkw, 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
BMW setzte hingegen mit 26.155 Wagen elf Prozent weniger ab als ein Jahr zuvor. Während der der Absatz der Marke BMW um 17 Prozent auf 20.944 Fahrzeuge schrumpfte, legte die Zahl der verkauften Minis um 24,8 Prozent auf 5211 Fahrzeuge zu. Porsche verzeichnete sogar einen Rückgang um 19 Prozent. Im Juni wurden in den Vereinigten Staaten und Kanada 2810 Sport- und Geländewagen verkauft worden. Das Unternehmen machte dafür den Modellwechsel beim 911-Spitzenmodell Carrera verantwortlich, der zu einem Absatzminus von 40 Prozent in der Baureihe geführt habe. Im September und Oktober sei hier mit besseren Zahlen zu rechnen.
General Motors als größter amerikanischer Autobauer musste einen Rückgang der Verkaufszahlen um 18,5 Prozent auf 265.937 Fahrzeuge hinnehmen. Bereinigt betrug der Rückgang 8,3 Prozent. Da Experten deutlich schwächere GM-Zahlen erwartet hatten, legte die GM-Aktie deutlich zu und zog die amerikanischen Börsen mit ins Plus.
Ford als die Nummer zwei der amerikanischen Branche verzeichnete einen Einbruch um 28 Prozent. Vor allem ein Absatzrückgang bei Transportern und Geländewagen sorgte nach Firmenangaben dafür, dass der Konzern im Juni auf seinem Heimatmarkt nur noch 174.091 Fahrzeuge verkaufte.
Noch schlimmer traf es Chrysler. Mit 117.457 Fahrzeugen verkaufte die einstige Daimler-Tochter 36 Prozent weniger Autos als vor Jahresfrist. Daimler hält noch 20 Prozent an dem drittgrößten amerikanischen Autobauer.
Der japanische Autohersteller Toyota setzte selbst auf bereinigter Basis mit rund 193.000 Autos 11,5 Prozent weniger ab als im Vorjahresmonat. Die Prozentzahl berücksichtigt, dass der Juni 2008 drei Verkaufstage weniger hatte als der Juni 2007.
Orderbuchumsatz auf Xetra sinkt im Juni deutlich
Die Deutsche Börse hat im Juni einen deutlichen Rückgang beim Orderbuchumsatz auf dem elektronischen Handelssystem Xetra verzeichnet. Im vergangenen Monat seien auf Xetra 164,8 Milliarden Euro umgesetzt worden - nach 234,4 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. An allen Wertpapierbörsen in Deutschland wurden im Juni laut Orderbuchstatistik insgesamt 189 Milliarden Euro umgesetzt - ein Rückgang von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (Juni 2007: 273,7 Milliarden Euro).
Auch an der weltgrößten Derivate-Börse, der Chicago Mercantile Exchange CME, sind im Juni vier Prozent weniger Kontrakte gehandelt worden als noch ein Jahr zuvor. Mit einem Minus von 17 Prozent habe vor allem das Geschäft mit Zinsderivaten gelitten, teilte der amerikanische Börsenbetreiber am Dienstag mit. Angesichts der weltweiten Kreditkrise scheuen Anleger riskanteren Anlagen. An der Aktienbörse wurde der Handelsplatzbetreiber selbst abgestraft: CME-Papiere gaben gut sieben Prozent nach. (dpa-AFX, Reuters)
Starbucks schließt noch mehr Filialen
Die weltgrößte Kaffeehauskette Starbucks setzt angesichts sinkender Gewinne noch stärker den Rotstift an. In den Vereinigten Staaten sollen rund 600 statt der bisher angekündigten 100 schlecht laufenden Filialen geschlossen werden. Die Zahl der auf dem Heimatmarkt für das nächste Geschäftsjahr geplanten Neueröffnungen werde nochmals auf weniger als 200 halbiert, teilte der amerikanische Konzern am Dienstag nach amerikanischen Börsenschluss mit.
Starbucks leidet unter der amerikanischen Konjunkturflaute und der zuletzt zu schnellen Expansion in den Vereinigten Staaten. Nun soll verstärktes Wachstum im Ausland für eine Trendwende sorgen. Weltweit betreibt der Konzern rund 16.000 Filialen, davon 11.000 in den Vereinigten Staaten. In Deutschland sind es rund 120 Standorte. (dpa-AFX)
Suez muss CAC-40 nach Fusion mit Gaz de France verlassen
Die Aktien von Suez werden zum 22. Juli den französischen Leitindex CAC-40 verlassen. Dies geschehe in Vorbereitung auf die Fusion mit Gaz de France, die auf der Hauptversammlung beider Unternehmen am 16. Juli beschlossen werden wird, teilte der Börsenbetreiber NYSE Euronext am Dienstag mit. Die Aktien des neuen Unternehmens GDF Suez werden dann die Aktien von Gaz de France ersetzen. Der CAC-40 wird dann zeitweise nur mit 39 Werten berechnet. (dpa-AFX)
Wirtschaft
Fed-Mitglied warnt vor möglichen Zweitrundeneffekten
Der Präsident der Federal Reserve Bank of Atlanta, Dennis Lockhart, hat angesichts des steigenden Preisdrucks in den Vereinigten Staaten vor möglichen Zweitrundeneffekten gewarnt. Die Geldpolitik muss entschieden reagieren bei den ersten Anzeichen, dass die Vergütungspraxis die Inflation als eine beständige Realität behandelt, sagte Lockhart am Dienstag bei einer Rede an der Georgetown University in Washington. Bislang zeichne sich dies aber nicht ab.
Lockhart sehe kaum Anzeichen dafür, dass sich die tatsächliche Inflation oder Inflationserwartungen in Löhnen und Gehältern niederschlagen. Dennoch erforderten die gegenwärtigen Umstände eine besondere Aufmerksamkeit und Wachsamkeit hinsichtlich der
Psychologie der Öffentlichkeit und der Unternehmen bei Preisen und Kosten, erklärte der Präsident der Atlanta-Fed.
Mit einer Jahresrate von 2,3 Prozent im Mai befinde sich der Kernverbraucherpreisindex deutlich über einem komfortablen Niveau. Der für die Kernteuerung angepeilte Zielbereich der amerikanischen Notenbank liegt zwischen 1 Prozent und 2 Prozent.
Eine wirtschaftliche Erholung begleitet von einer nachhaltig höheren Inflationsrate bedeute, die Schlacht sei zwar gewonnen, der Krieg aber verloren, betonte der Notenbanker, der im laufenden Jahr kein stimmberechtigtes Mitglied im Offenmarktausschuss (FOMC) der amerikanischen Notenbank ist. (Dow Jones)
Chinas Wirtschaft fürchtet 'harte Landung' nach Olympischen Spielen
Ausgerechnet im Jahr der Olympischen Spiele in Peking könnte sich entscheiden, ob Chinas Wirtschaftswunder von Dauer sein wird. Wolken brauen sich über der chinesischen Wirtschaft zusammen, sagt der Chefökonom der Standard Chartered Bank in Shanghai, Stephen Green. Die Inflation steigt, das rasante Wachstum droht in Überhitzung umzukippen.
Naturkatastrophen wie das Schneechaos im Januar, das verheerende Erdbeben im Mai und die sommerlichen Überschwemmungen in Südchina haben die Wirtschaft zusätzlich belastet.
2008 werde das schwerste Jahr für sein Land, prophezeite Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao. Daran dürften nach Ansicht der Ökonomen auch die Olympischen Spiele kaum etwas ändern. Die Wettkämpfe spielten keine entscheidende Rolle für die chinesische Wirtschaft, sagt Sun Fei. Einige Wirtschaftswissenschaftler befürchten sogar ein Abflauen der Ökonomie im Reich der Mitte nach den Spielen, so wie es schon bei Olympia-Vorgängern beobachtet wurde.
Die goldenen Jahre sind vorbei, zumindest für den Moment, sagt Green. Die Exporte in die Vereinigten Staaten, eigentlich wichtigster Abnehmer chinesischer Produkte, haben zuletzt kaum mehr zugelegt. Auch die Exporte nach Europa sehen schwach aus. Zwar dürfte der Binnenkonsum einiges auffangen, heißt es. Doch China leidet immer noch unter einer ungerechten Verteilung des Wohlstands. Von den rund 800 Millionen Menschen aus der Landbevölkerung bleiben viele von der schönen neuen Konsumwelt ausgeschlossen. (dpa-AFX)
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX.
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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing
| Tops & Flops | +/- | Prozent |
|---|---|---|
| VOLKSWAGEN AG STAMMA | +45,13 | +15,20 |
| K+S AKTIENGESELLSCHA | -0,15 | -0,39 |
| MAN AG STAMMAKTIEN O | -0,40 | -1,01 |
| DEUTSCHE BANK AG NAM | -5,99 | -16,08 |
| DEUTSCHE POSTBANK AG | -3,87 | -14,61 |
| INFINEON TECHNOLOGIE | -0,44 | -13,68 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 4.544,31 | -7,01 |
| TecDax | 516,75 | -4,81 |
| DowJones | 8.451,19 | -1,49 |
| Nasdaq | 1.649,51 | +0,27 |
| STOXX 50 | 2.421,87 | -7,86 |
| Nikkei 225 | 8.276,43 | -9,62 |
| S&P 500 Zert. | 8,83 | -10,45 |
| Euro/Dollar | 1,34 | +0,00 |
| Bund Future | 114,67 | -1,44 |
| Gold | 847,40 | +0,00 |
| Öl | 76,65 | -7,49 |