17. Juni 2008
Unternehmen
Amerikanische Bank verklagt Deutsche Bank
Eine große amerikanische Regionalbank hat die Deutsche Bank wegen Verlusten mit komplexen Schuldverschreibungen (CDOs) verklagt, die in der Finanzmarktkrise stark an Wert verloren haben. Die M&T Bank Corp bezifferte ihr Minus in ihrer Beschwerde beim Obersten Gericht des Bundesstaates New York auf 82 Millionen Dollar (53 Millionen Euro). Die Deutsche Bank und die den Handel abwickelnde HBK Investments LP hätten die sogenannten Gemstone-Wertpapiere auf betrügerische Weise als sicher, unbedenklich und nahezu risikofrei beschrieben, hieß es in der Klage. Die Deutsche Bank war zunächst nicht für eine Reaktion erreichbar. (Reuters)
Airbus rechnet mit rasantem Wachstum in Deutschland
Der Flugzeugbauer Airbus rechnet in den nächsten 20 Jahren mit einem rasanten Marktwachstum in Deutschland. Die Fluggesellschaften in Deutschland würden in diesem Zeitraum über 900 neue Flugzeuge benötigen, teilte die Tochtergesellschaft der EADS am Montagabend in Frankfurt mit. Der Flugzeugbauer will mindestens die Hälfte dieser Flugzeugbestellungen erhalten. Weltweit erwartet Airbus in den nächsten 20 Jahren einen Zuwachs auf 24.262 Passagier- und Frachtflugzeuge. Dies entspräche nach aktuellem Listenpreis einem Auftragswert von rund 109 Milliarden Dollar. Deutschland bleibe ein Schlüsselmarkt für Airbus, sagte der für Marktprognosen zuständige Airbus-Vizepräsident Laurent Rouaud. (Reuters)
Adobe Systems steigert Gewinn stärker als erwartet
Der Softwarehersteller Adobe Systems hat im zweiten Quartal getrieben von einer hohen Nachfrage nach Grafik- und Internetsoftware Umsatz und Gewinn stärker gesteigert als erwartet. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn sei um 22 Prozent auf 272,7 Millionen Dollar gestiegen, teilte das Unternehmen am Montag in San Jose mit. Je Aktie seien dies 50 Cent nach 37 Cent vor einem Jahr. Der Umsatz legte um 19 Prozent auf 886,9 Millionen Dollar zu. Bei beiden Werten hatten Experten mit einem geringeren Anstieg gerechnet. Adobe Systems ist der Hersteller des Programms Acrobat, mit dem so genannten Portable-Document-Format-Dateien (PDF) erstellt werden können. (dpa-AFX)
China fusioniert staatliche Flugzeughersteller
Die chinesische Regierung will ihre beiden staatlichen Flugzeughersteller fusionieren. Wie die Medien des Landes am Dienstag berichteten, sollen auf diese Weise die Kapazitäten für den Bau großer Flugzeuge gebündelt werden. Die Fusion von AVIC I und AVIC II sei genehmigt worden; das neue Unternehmen werde vom nächsten Monat an als China Aviation Industry Corp firmieren, meldete die Agentur Xinhua unter Berufung auf Branchenkreise. China hatte im Mai ein Unternehmen zur Entwicklung großer Zivilflugzeuge gegründet, an dem AVIC I und AVIC II beteiligt sind. Ziel ist es, die Abhängigkeit des Landes von den Marktführern Boeing und Airbus zu verringern. (Reuters)
Pepsi Co bekräftigt trotz Produktionsstopps die Prognose
Der Getränke- und Nahrungsmittelkonzern Pepsi Co hat seine Gewinnprognose trotz des Produktionsstopps in seinem Werk in Cedar Rapids infolge der Flut im Mittleren Westen bestätigt. Wie das Unternehmen am Montagabend in Purchase mitteilte, wird der Finanzvorstand Richard Goodman die Einschätzung, im laufenden Jahr mindestens 3,72 Dollar je Aktie zu verdienen, bekräftigten. Wann die seit 11. Juni stillgelegte Produktion der Sparte Quaker in Cedar Rapids wieder aufgenommen werden kann, sei noch unklar. (dpa-AFX)
Buch.de will 2010 erstmals Dividende zahlen
Die Douglas-Beteiligung Buch.de will 2010 erstmals eine Dividende an ihre Anteilseigner zahlen. Um dieses Ziel zu erreichen, werde der zum Ende des Geschäftsjahres 2008 noch bestehende Bilanzverlust mit der Kapitalrücklage verrechnet, teilte das Unternehmen am Montag in Münster mit. Auf der Basis eines im Jahr 2009 erwirtschafteten Jahresüberschusses können die Aktionäre des Online-Buch- und Medienhändlers dann erstmalig auf der Hauptversammlung im Jahr 2010 über eine eventuelle Dividendenzahlung entscheiden, hieß es weiter. (dpa-AFX)
France Telecom gibt sich mehr Zeit für Telia Sonera
Der französische Telekomkonzern France Telecom gibt sich selbst mehr Zeit als ursprünglich veranschlagt für den Kauf des schwedisch-finnischen Wettbewerbers Telia Sonera. Die Zwei-Wochen-Periode, in der France Telecom die Skandinavier von ihrer Offerte überzeugen und gegebenenfalls ein bindendes Angebot vorlegen will, sei nur als grober Zeitrahmen und nicht als Ultimatum zu verstehen gewesen, sagte ein France-Telecom-Sprecher am Montag der Nachrichtenagentur AFP. (dpa-AFX)
Anheuser-Busch nimmt keine Stellung zu Modelo-Geschäft
Der amerikanische Brauereikonzern Anheuser-Busch hat am Montag eine Stellungnahme zu Berichten über eine angeblich geplante Transaktion mit dem mexikanischen Unternehmen Grupo Modelo abgelehnt. Es ist die Politik von Anheuser-Busch Spekulationen oder Gerüchten weder zu bestätigen noch zu dementieren oder zu kommentieren, schrieb Anheuser-Chef August Busch IV dem Chef des Konkurrenten Inbev, Carlos Brito.
Inbev hat ein Angebot zur Übernahme von Anheuser-Busch im Wert von 46,3 Milliarden Dollar unterbreitet. Brito hatte Anheuser zuvor gewarnt, ein Geschäft mit Modelo könne den Wert Übernahmenangebots beeinträchtigen. Das Wall Street Journal hatte vergangene Woche unter Berufung auf Kreise berichtet, Anheuser-Busch wolle mit einem Zusammenschluss mit Modelo eine Übernahme durch Inbev vereiteln. (Reuters)
GDF will sich diese Woche mit EdF über SPE einigen
Die Verhandlungen zwischen den französischen Konzernen Gaz de France (GDF) und Electricite de France (EdF) über einen Verkauf des 25,5-Prozent-Anteils am belgischen Versorger SPE stehen kurz vor dem Abschluss. Die Gespräche würden noch in dieser Woche beendet, sagte ein GDF-Sprecher der Nachrichtenagentur Agence France Presse (AFP) am Montag. (dpa-AFX)
TNK-BP: Russen wollen sich eventuell in BP-Aktien auszahlen lassen
Der Streit um das russisch-britische Gemeinschaftsunternehmen TNK-BP könnte doch noch außergerichtlich beigelegt werden. Wie der führende russische Anteilseigner, der Milliardär Mikhail Fridman, am Montag andeutete, könnten er und seine beiden Partner sich vorstellen, ihren Anteil an dem Ölunternehmen an BP abzutreten und dafür Aktien des britischen Konzerns zu erhalten. Nach Berechnungen der russischen Zeitung Kommersant würden die Oligarchen dann mit rund 7,6 Prozent an BP beteiligt werden. (dpa-AFX)
Gespräche zur Rettung von Thielert
Die Bemühungen um eine Rettung des insolventen Flugzeugmotorenbauers Thielert gehen weiter. In der kommenden Woche sei ein Gespräch beim Insolvenzverwalter anberaumt, an dem auch Lichtensteins Bürgermeister Wolfgang Sedner und Vertreter des Wirtschaftsministeriums teilnähmen, teilte der CDU-Landtagsabgeordnete Gunter Bolick am Montag mit. Ziel sei es, eine Zerschlagung des Unternehmens zu verhindern. (dpa-AFX)
Wirtschaft
Amerikanische Unternehmen schließen Wirtschaftsverträge mit China
Am Vorabend von Handels- und Investitionsgesprächen zwischen den Vereinigten Staaten und China haben Unternehmen beider Länder am Montag 35 Verträge unterzeichnet. Die Vereinbarungen haben ein Volumen von mehr als 8,3 Milliarden Dollar, wie das chinesische Handelsministerium mitteilte.
So unterzeichnete der Autobauer General Motors (GM) ein Rahmenabkommen über den Export von Fahrzeugen, Ersatzteilen und Ausrüstungen im Wert von rund einer Milliarde Dollar. GM werde bis 2010 zudem jährlich eine Milliarde Dollar in China investieren. Zu den anderen Unternehmen, die Verträge mit China schlossen, zählen Ford, Chrysler, IBM, Motorola, Qualcomm, Oracle, Sun Microsystems, Texas Instruments, Cisco Communications, Hewlett-Packard. (Reuters)
EU-Chefberater Gretschmann erwartet 2,0 Prozent Wachstum
Der Chefberater der 27 EU-Staaten für Wirtschaftsfragen, Klaus Gretschmann, erwartet in Deutschland weiterhin ein gutes Wirtschaftswachstum. Ich war und bin optimistisch, dass Deutschland im Jahr 2008 besser dastehen wird, als viele derzeit erwarten, sagte Gretschmann der Tageszeitung Die Welt. Die Bundesregierung geht für dieses Jahr von einem Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 1,7 Prozent aus. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hatte am Montag wegen des unerwartet starken ersten Quartals die Prognose für das laufende Jahr von 2,0 auf 2,3 Prozent angehoben.
Die deutschen Unternehmen hätten in den vergangenen Jahren an ihrer Produktivität und Effizienz gearbeitet, sagte der Generaldirektor für Binnenmarkt, Wettbewerbsfähigkeit, Verkehr und Energie beim Rat der Europäischen Union weiter. Sie sind widerstandfähiger auf den Weltmärkten geworden. Sie haben sich stärker reformiert als die Unternehmen in anderen europäischen Staaten. Ich kann mir vorstellen, dass Deutschland, wo immerhin rund 21 Prozent der EU-Wertschöpfung stattfindet, wieder zur Lokomotive für Europa wird. (AP)
Amerikanischer Notenbanker bezeichnet Inflationserwartungen als stabil
In den Vereinigten Staaten sind nach Einschätzung eines hochrangigen Notenbankers die Inflationserwartungen stabil. Der Preisauftrieb sei in diesem Jahr zwar inakzeptabel hoch, habe jedoch noch keine Auswirkungen auf die Lohnforderungen, sagte der Präsident der Federal Reserve von Richmond, Jeffrey Lacker, am Montag vor Geschäftsleuten. Die Inflationserwartungen sind höher, als ich es mir wünschen würde, aber sie sind stabil, sagte Lacker. Er deutete an, dass die amerikanischen Notenbank Fed ihre Leitzinsen derzeit nicht verändern müsse. Die Fed entscheidet am 25. Juni das nächste Mal über die Leitzinsen. (Reuters)
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX.
Den Frühaufsteher können Sie auch als kostenlosen Newsletter bestellen
Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing
| Tops & Flops | +/- | Prozent |
|---|---|---|
| INFINEON TECHNOLOGIE | +0,21 | +5,71 |
| K+S AKTIENGESELLSCHA | +1,53 | +4,01 |
| DEUTSCHE BÖRSE AG NA | +2,15 | +3,49 |
| COMMERZBANK AG INHAB | -1,69 | -14,20 |
| DEUTSCHE BANK AG NAM | -4,28 | -8,94 |
| DEUTSCHE POSTBANK AG | -2,36 | -7,65 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 5.326,63 | -1,12 |
| TecDax | 573,04 | -5,15 |
| DowJones | 9.447,11 | -5,11 |
| Nasdaq | 1.754,88 | -5,80 |
| STOXX 50 | 2.878,82 | +0,22 |
| Nikkei 225 | 10.155,90 | -3,03 |
| S&P 500 Zert. | 10,50 | -1,78 |
| Euro/Dollar | 1,36 | +0,12 |
| Bund Future | 117,28 | +0,26 |
| Gold | 880,02 | -0,96 |
| Öl | 85,76 | -1,06 |