03. Juli 2008
Unternehmen
Singulus übertrifft Auftragserwartungen für Blu-ray
Der Hersteller von CD- und DVD-Produktionsanlagen Singulus hat bereits im ersten Halbjahr die eigene Jahresprognose für den Auftragseingang für Blu-ray-Maschinen übertroffen und erwartet in der zweiten Jahreshälfte weitere Order. In den ersten sechs Monaten seien Bestellungen für 31 Blu-ray-Maschinen eingegangen, teilte Singulus am Donnerstag in Kahl am Main mit. Das im TecDax notierte Unternehmen strebt für die Blu-ray Maschinen ein Marktanteil von über 65 Prozent an.
Singulus verbreitete zudem eine Studie der Media Control GfK, wonach die Nachfrage nach Videospielen und Filmen des Next-Generation Formats Blu-ray wächst. Weiterhin sage die Studie voraus, dass die Verkäufe der Blu-ray Disc Titel in 2008 sich mehr als vervierfachen werden, auf einen weltweiten Umsatz von 1,5 Milliarden Dollar, um im kommenden Jahr um 184 Prozent auf 4,1 Milliarden und 2010 um weitere 94 Prozent auf 8 Milliarden Dollar anzuwachsen. (dpa-AFX)
Grafikkarten-Hersteller Nvidia rechnet mit Umsatzrückgang
Der amerikanischen Grafikkartenhersteller Nvidia hat wegen einer geringeren Nachfrage eine Umsatzwarnung ausgegeben und damit seine Aktien auf Talfahrt geschickt. Auch die Umsatzrendite werde hinter den Markterwartungen zurückbleiben, teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit. Gründe für die geringeren Erlöse seien auch der Preiskampf in der Chipbranche und Verzögerungen bei der Entwicklung eines neuen Produktes. Die Nvidia-Aktien brachen als Reaktion auf die Ankündigung nachbörslich um 25 Prozent ein.
Die Umsatzwarnung kommt kurz vor Beginn der neuen Berichtssaison. Bislang haben große Technologiekonzerne nicht davon gesprochen, dass die Quartalsergebnisse wegen des Wirtschaftsabschwungs in den Vereinigten Staaten hinter den Erwartungen bleiben könnten.
Branchenexperte Hans Mosesmann von Raymond James & Associates sieht daher auch keinen Grund zur Beunruhigung: Die Probleme bei Nvidia lägen hauptsächlich bei dem Konzern selbst. (Reuters)
Software AG sieht sich im Plan für 2008
Die Software AG sieht sich im Plan, ihre Erlös- und Gewinnziele für 2008 zu erreichen. Trotz aller dunkler Wolken am großen Konjunkturhimmel werden wir unsere Prognosen halten, sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Streibich der F.A.Z.
Mittelfristig soll die Gewinnmarge von 22 Prozent auf mindestens 25 Prozent erhöht werden. Damit wird aber noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sein, sagte der Manager des Darmstädter MDax-Konzerns. Deutschlands zweitgrößtes Softwarehaus wolle 2010 die
Umsatzmarke von 1 Milliarden Euro erreichen.
Weiter sagte er, die Software AG sehe sich nicht als Kandidat einer Übernahme durch große Konzerne. Wir haben eine stabile Aktionärsstruktur, sagte Streibich weiter. Etwa 60 Prozent der Anteile liegen im Streubesitz, jeweils 5 Prozent halten die Deka und die DWS
Invest, die restlichen fast 30 Prozent sind in Händen der Software AG-Stiftung. Diese war 1992 vom Firmengründer Peter Schnell ins Leben gerufen und auf die Finanzierung gemeinnütziger Vorhaben in Forschung, Bildung und Sozialem verpflichtet worden. (Dow Jones)
IKB-Konzernverlust fällt 2007/08 geringer aus als erwartet
Die IKB Deutsche Industriebank AG hat im Geschäftsjahr 2007/08 (per Ende März) einen geringeren Verlust ausgewiesen als ursprünglich erwartet. Wie die Düsseldorfer Mittelstandskreditbank am Donnerstag mitteilte, liegt der Jahresverlust des IKB-Konzerns nach vorläufigen Berechnungen bei 24 Millionen Euro. Hintergrund dieser positiven Differenz zu der ausgegebenen Prognose von minus 0,2 Milliarden Euro seien deutlich geringere latente Steuern als ursprünglich erwartet.
In der AG fällt der Jahresfehlbetrag des durch Spekulationen mit zweitklassigen Kreditderivaten in Schieflage geratenen Düsseldorfer Konzerns dagegen deutlich höher aus. Nach HGB ergibt sich den Angaben zufolge in der AG ein Minus von 1,761 Milliarden Euro.
Der noch laufende Bieterprozess für die Bank befindet sich nach deren Angaben in der entscheidenden Phase. Mit Blick auf das nun laufende Geschäftsjahr sieht sich das Institut noch erheblichen Folgewirkungen der Krise ausgesetzt. (Dow Jones)
AMR schreibt im zweiten Quartal über eine Milliarde Dollar ab
AMR, die Muttergesellschaft von American Airlines, wird im zweiten Quartal 1,1 Milliarden bis 1,2 Milliarden Dollar auf den Wert ihrer Flugzeugflotte abschreiben. Die Wertminderungen stehen im Zusammenhang mit den angekündigten Kapazitätskürzungen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.
Zudem rechnet AMR mit einer Belastung von 70 Millionen Dollar, die teilweise schon im dritten Quartal anfallen könnte. Als Grund nannte AMR das Ausscheiden von Angestellten, was nach der Reduzierung der Flüge im Herbst erwartet wird.
Etwas früher am Mittwoch hatte die weltgrößte Fluggesellschaft nach Passagieraufkommen bestätigt, ihre 900 meist jüngeren Flugbegleiter vor einer Beurlaubung ab Ende August gewarnt zu haben. Weitere mögliche Stellenstreichungen wurden nicht bekannt gegeben.
Ende Mai hatten American Airlines und ihr regionaler Ableger American Eagle Pläne veröffentlicht, die Kapazität im vierten Quartal um 12 Prozent im Vorjahresvergleich zu reduzieren. Damit solle den Herausforderungen durch den hohen Ölpreis und die schwache Konjunktur begegnet werden, hieß es damals. Außerdem wurden Stellenstreichungen in vergleichbarem Maß von den Unternehmen erwartet. (Dow Jones)
Freddie-Mac-Finanzvorstand: Immobilienkrise erst zur Hälfte überstanden
Die Krise des amerikanischen Immobilien- und Hypothekenmarktes wird die Finanzmärkte nach Einschätzung des amerikanischen Hypothekenfinanzierer Freddie Mac noch eine Weile beschäftigen. Für Entwarnung ist es noch zu früh, sagte Finanzvorstand Anthony Piszel der Börsen-Zeitung (Donnerstagausgabe). Die Krise sei erst zur Hälfte überstanden, so dass noch mit einigen Problemen zu rechnen sei.
Positiv stufte Piszel ein, dass sich der Preisverfall am Häusermarkt verlangsamt habe. Interessant werde nun sein, wie sich die anstehende Sommer-Verkaufssaison gestalte. Keine Verbesserung sei bislang bei den Ausfallraten festzustellen. Möglicherweise werde ein Ende der Krise im Verlauf der kommenden sechs Monate absehbar werden. Piszel betonte, dass Freddie Mac kein Engagement im Subprime-Bereich habe.
Langfristig seien die Aussichten des Häusermarktes in den Vereinigten Staaten aber positiv, sagte Piszel weiter. So hätten sich die Zielsetzungen der Regierung verändert. Im Vordergrund stehe nun nicht mehr, jedem sein eigenes Heim zu verschaffen. Vielmehr werde verstärkt darauf geachtet, dass die Eigentümer sich ihr Heim auch leisten und es somit behalten könnten. (dpa-AFX)
Deutsche Bank kauft Fortis Teile des Firmenkundengeschäfts von ABN Amro ab
Die Deutsche Bank kauft dem belgisch-niederländischen Finanzkonzern Fortis Teile des Firmenkundengeschäfts von ABN Amro ab. Der Kaufpreis liege bei 709 Millionen Euro in bar und damit 300 Millionen Euro unter dem Nettovermögenswert, wie die beteiligten Unternehmen am Mittwochabend nach Börsenschluss mitteilten. Die Übernahme umfasse Abteilungen mit Dienstleistungen für große Firmenkunden sowie 13 Filialen, die mittelständische Unternehmen betreuen. Die Aktien der Deutschen Bank reagierten nachbörslich kaum.
Hintergrund des Verkaufs der niederländischen Geschäftsfelder sind Zusagen, die Fortis im Oktober der Europäischen Kommission im Zuge der Teilübernahme von ABN Amro gegeben hatte. Damit begegnet das Institut Befürchtungen der Behörde über eine zu starke Konzentration auf dem niederländischen Bankensektor. (dpa-AFX)
Finanzinvestoren stehen vor Übernahme von Xella
Die Finanzinvestoren PAI Partners und Goldman Sachs sind laut einem Pressebericht im Bieterprozess um die Haniel-Baustofftochter Xella auf der Zielgeraden. Der Vertrag könnte noch in dieser Woche unterzeichnet werden, will die Financial Times Deutschland (FTD, Donnerstag) aus Verhandlungskreisen erfahren haben. Das schon revidierte Ziel, einen Kaufpreis von mindestens 2 Milliarden Euro, wird Haniel-Chef Eckhard Cordes nach FTD-Informationen allerdings nicht erreichen. Im Gespräch war zuletzt ein Preis von etwa 1,9 Milliarden Euro. Um wenigstens auf diese Zahl zu kommen, werde Haniel voraussichtlich einen kleinen Teil des Preises stunden.
Die französische PAI Partners und die amerikanischen Bank Goldman Sachs haben in der letzten Runde ein Konsortium aus dem amerikanischen Investor One Equity Partners und dem russischen Bauzulieferer- und Immobilienkonzern LSR ausgestochen. Auch der irische Bauzulieferer CRH war interessiert, hatte aber zu wenig geboten. PAI sieht sich als Spezialist für die Bauindustrie; den Franzosen gehört in Deutschland der Dachziegelhersteller Monier, der bis vor kurzem unter Lafarge Roofing firmierte. Xella hat 2007 mit Marken wie Ytong oder Hebel und 7400 Mitarbeitern 1,3 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet. Der Vorsteuergewinn stieg, bereinigt um Sondereffekte, um 24 Prozent auf 155 Millionen Euro.
Einen Haniel-Sprecher zitiert die FTD mit den Worten: Wir sind in der finalen Phase der Prüfung. Die Entscheidung wird in den nächsten Wochen fallen. (dpa-AFX)
Keine neuen Yahoo-Verhandlungen von Microsoft
Der amerikanischen Softwareriese Microsoft hat unternehmensnahen Kreisen zufolge keine neuen Verhandlungen über das Internet-Unternehmen Yahoo geführt. Erste Gespräche mit großen Medienkonzernen würden jedoch fortgesetzt, hieß es in den Kreisen am Mittwoch. Zu diesen Firmen gehörten Time Warner und News Corp.
Das Wall Street Journal hatte berichtet, Microsoft nehme einen neuen Anlauf zur Übernahme des Suchmaschinen-Geschäfts von Yahoo. Auf der Suche nach Verbündeten habe Microsoft in den vergangenen Tagen mit Time Warner und News Corp gesprochen. (Reuters)
Großaktionär Fredriksen baut Tui-Anteil weiter aus
Der norwegische Tui-Großaktionär John Fredriksen hat seinen Anteil an dem Reisekonzern weiter ausgebaut. Wie Tui am Mittwochabend in einer Pflichtmitteilung für die Börse meldete, überschritt Fredriksen die 15-Prozent-Marke und hält nun einen Stimmrechtsanteil von 15,01 Prozent. Zwischen der Unternehmensleitung und dem Großreeder Fredriksen tobt ein erbitterter Streit. Zuletzt war er auf der Hauptversammlung im Mai mit einem Antrag auf Abwahl von Aufsichtsratschef Jürgen Krumnow gescheitert. Allerdings stimmten damals fast 43 Prozent dafür. Der Streit dreht sich um die weitere Strategie bei Tui. (AP)
Rating-Agentur S&P senkt Noten für Hypo Real Estate
Die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) hat der Immobilienbank Hypo Real Estate ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Sie senkte am Mittwoch wegen Problemen in vielen Geschäftsbereichen und vorerst schwacher Perspektiven wichtige Bonitätsnoten des Münchner Konzerns. Damit dürfte sich für die Hypo Real Estate die Refinanzierung künftig verteuern. Unterdessen gab der Immobilienfinanzierer bekannt, trotz der Finanzkrise im abgelaufenen zweiten Quartal erneut einen Gewinn gemacht zu haben.
S&P teilte mit, gleich sieben Ratings der Gruppe um jeweils eine Stufe gesenkt zu haben. Der Ausblick dieser Noten sei nun stabil. Der Schritt spiegele die Erwartung wider, dass der Konzern weiter mit Abschreibungen zu kämpfen habe und in wichtigen Geschäftsbereichen das Umfeld schwierig bleibe. Das werde sich negativ auf die Kapitaldecke und die Rentabilität auswirken, hieß es. Eine wieder verbesserte Kapitalausstattung nach der gut fünf Milliarden Euro teuren Übernahme des Staats- und Infrastrukturfinanzierers Depfa sei im geplanten Zeitfenster nicht wahrscheinlich. Die einflussreiche Rating-Agentur bewertet die Bonität der Hypo Real Estate jetzt mit A-. Das steht für eine Kreditwürdigkeit, die noch gut ist.
Die Hypo Real Estate teilte unterdessen mit, trotz der Entscheidung mit einem stabilen Geschäft zu rechnen. Wesentliche Beeinträchtigungen seien nicht zu erwarten, sagte Finanzchef Markus Fell. Im gerade abgelaufenen zweiten Quartal sei trotz der Finanzkrise erneut einen Gewinn erzielt worden. (Reuters)
Wirtschaft
Peking will Devisenzuflüsse stärker kontrollieren
China will den hohen Mittelzufluss ins Land besser überwachen. Wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten, gemeinsamen Mitteilung des Handelsministeriums, der Zollbehörde und der Währungsbehörde hervorgeht, plant Peking die Einführung eines neuen Systems zur Kontrolle des Devisenverkehrs aus Exportgeschäften.
Demnach müssen Exporteure ihre im Außenhandel erzielten Erträge zur Prüfung auf ein Sonderkonto legen, bevor sie den Umtausch der Devisen in die Landeswährung beantragen können. Das neue System tritt den Angaben zufolge am 14. Juli in Kraft.
Wegen des hohen Preisdrucks im Lande versuche Peking nun offenbar gegen spekulative Kapitalzuflüsse vorzugehen, um die Liquidität im Finanzsystem stärker einzudämmen, sagten Beobachter. Im Mai hatten die Verbraucherpreise in China um 7,7 Prozent höher als im Vorjahresmonat gelegen, nachdem im April mit einer Jahresteuerung von 8,5 Prozent die zweithöchste Rate in diesem Jahr verzeichnet worden war.
Anfang Mai hatte die Forschungsabteilung der chinesischen Wirtschaftsplanungsbehörde empfohlen, den Zufluss von Kapitalströmen genau zu beobachten, weil spekulative Mittel als ausländische Direktinvestitionen getarnt ins Land flössen. Der Zustrom spekulativen Kapitals erhöhe die Liquidität im Lande und könne somit zu einem steigenden Preisdruck führen, hatte die Forschungsabteilung gewarnt. (Dow Jones)
DIHK nennt EZB-Leitzinserhöhung angemessen
Der deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hält wegen des zunehmenden Preisdrucks eine geldpolitische Straffung im Euroraum für gerechtfertigt. Der sich anzeichnende Beschluss der Europäischen Zentralbank (EZB), den Leitzins zu erhöhen, sei folgerichtig und angemessen, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben der Frankfurter Rundschau (FR - Donnerstagsausgabe).
Die Inflation habe mittlerweile ein Niveau erreicht, bei dem es gilt, die Erwartungen der Unternehmen und der Arbeitnehmer an die Preisentwicklung zu stabilisieren oder sogar zu dämpfen. Er warnte vor kräftigen Lohnerhöhungen, die höhere Güterpreise nach sich ziehen würden. Das muss die EZB streng im Blick haben, sagte Wansleben.
Für die an diesem Donnerstag anstehende EZB-Ratssitzung in Frankfurt ist das Erwartungsbild nach den zahlreichen und deutlichen Signalen vieler EZB-Ratsmitglieder sehr einheitlich: 50 Befragte erwarten die auf 4,25 Prozent in Aussicht gestellte Zinserhöhung, nur ein Experte glaubt, dass die EZB doch noch auf die geldpolitische Straffung verzichtet. (Dow Jones)
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX.
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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing
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| MAN AG STAMMAKTIEN O | -0,40 | -1,01 |
| DEUTSCHE BANK AG NAM | -5,99 | -16,08 |
| DEUTSCHE POSTBANK AG | -3,87 | -14,61 |
| INFINEON TECHNOLOGIE | -0,44 | -13,68 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 4.544,31 | -7,01 |
| TecDax | 516,75 | -4,81 |
| DowJones | 8.451,19 | -1,49 |
| Nasdaq | 1.649,51 | +0,27 |
| STOXX 50 | 2.421,87 | -7,86 |
| Nikkei 225 | 8.276,43 | -9,62 |
| S&P 500 Zert. | 8,83 | -10,45 |
| Euro/Dollar | 1,34 | +0,00 |
| Bund Future | 114,67 | -1,44 |
| Gold | 847,40 | +0,00 |
| Öl | 76,65 | -7,49 |
@Andreas Frick - Fair Value und die Folgen
16:31Vertrauenskriese ist noch sehr euphemistisch ausgedrückt
16:13