Medienschau

Hypo Real Estate schließt weitere Belastungen aus Finanzkrise nicht aus

27. März 2008 

Unternehmensmeldungen

Hypo Real Estate: Weitere Belastungen aus Finanzkrise nicht ausgeschlossen

Der Immobilienfinanzierer Hypo Real Easte (HRE) schließt nach den im Januar angekündigten Abschreibungen weitere Belastungen aus der Finanzkrise nicht aus. Die Marktsituation habe sich seit Jahreswechsel weiter verschlechtert, zusätzliche Abschreibungen könnten daher nicht ausgeschlossen werden, teilte die Bank am Donnerstag in München mit. Für 2007 hatte sie bereits 390 Millionen Euro auf amerikanischen Wertpapiere abgeschrieben. Das CDO-Portfolio der Bank habe nun einen Buchwert von knapp einer Milliarde Euro. (dpa-AFX)

Stada strebt nach Rekordjahr weiterhin nachhaltiges operatives Wachstum an

Der Generika-Hersteller Stada strebt nach dem zwölften Rekordjahr mit zweistelligen Wachstumsraten bei Umsatz und Ergebnis weiterhin operativ wie auf Erlösbasis Zuwächse an. Auch in Zukunft plane Stada den langjährigen Wachstumskurs durch geeignete Zukäufe zu beschleunigen und prüfe kontinuierlich geeignete Übernahmeobjekte, teilte Deutschlands drittgrößter Generika-Hersteller am Donnerstag mit. Zur Schaffung eines ausreichenden Finanzierungsrahmens für entsprechende Zukäufe seien auch geeignete Kapitalmaßnahmen vorstellbar, wenn solche Akquisitionen die Eigenkapitalquote zu stark belasten würden, bekräftigte Stada frühere Aussagen. (dpa-AFX)

Q-Cells erhöht Prognose

Der Solarzellen-Hersteller Q-Cells hat seine Prognose für 2008 und 2009 angehoben. Nach dem Abschluss eines neuen Silizum-Liefervertrags werde nun für dieses Jahr mit einem Umsatz von 1,3 Milliarden Euro und für das kommende mit zwei Milliarden Euro gerechnet, teilte die im TecDax <TDXP.ETR> notierte Gesellschaft am Donnerstag in Thalheim mit. Zuvor hatte die Erwartung bei 1,2 Milliarden und 1,7 Milliarden Euro gelegen.

Die kanadische Bécancour Silicon (BSI) wird Q-Cells in diesem Jahr 410 Tonnen Solarsilizium liefern und im kommenden 3.000 Tonnen. Das Silizium wird zu Solarzellen verarbeitet, die dann in Modulen verwendet werden. Wegen des Solarbooms ist der Rohstoff knapp geworden. (dpa-AFX)

Oracle enttäuscht mit neuen Software-Lizenzen

Der amerikanische Softwarekonzern Oracle hat im dritten Quartal zwar wie erwartet mehr verdient, den Markt aber beim Umsatz enttäuscht. Der Netto-Gewinn sei um 25 Prozent gestiegen auf 1,34 Milliarden Dollar, teilte der SAP-Konkurrent am Mittwoch nach amerikanischen Börsenschluss mit. Der Umsatz kletterte um 21 Prozent auf 5,37 Milliarden Dollar, während Analysten mit 5,42 Milliarden gerechnet hatten. Die Erlöse mit neuen Software-Lizenzen legten zwar um 16 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar zu, blieben damit aber am unteren Ende der Erwartungen. Oracle selbst hatte hier im Dezember noch eine Zielspanne von 15 bis 25 Prozent angegeben.

Analysten reagierten enttäuscht. Die Zahlen zeigten, dass auch Oracle nicht immun sei, wenn sich die amerikanische Wirtschaft abschwäche, sagte etwa Damon Ficklin von Polen Capital Management. Oracle-Aktien wurden entsprechend abgestraft und verloren nachbörslich neun Prozent auf 19,05 Dollar. Sie zogen auch die Titel der Rivalen nach unten: IBM-Papiere gaben nachbörslich 0,6 Prozent nach auf 116,26 Dollar. Die in den Vereinigten Staaten gelisteten Aktien von SAP büßten nachbörslich 3,5 Prozent ein auf 50,10 Dollar. (Reuters)

FGIC - Anpassung der Verlustrückstellung wegen IKB möglich

Der mit der Kreditkrise kämpfende amerikanische Anleiheversicherer FGIC muss wegen eines Rechtstreits mit der Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB unter Umständen seine Verlustrückstellungen anpassen. Zudem hätten die Verluste aus dem Hypothekengeschäft die gesetzlichen Grenzwerte überschritten, teilte der Bondversicherer am Mittwoch mit. „Das Management prüft derzeit, ob die Verlustrückstellungen im Zusammenhang mit diesem Engagement künftig angepasst werden müssen, um die Auswirkung dieser Entwicklung zu reflektieren“, hieß es in einer Stellungnahme des Unternehmens. Eine solche Anpassung könnte „gewichtig“ sein.

FGIC hatte im März eine Klage gegen die IKB auf 1,9 Milliarden Dollar Schadenersatz eingereicht. FGIC wirft der Bank vor, falsch und irreführend über eine ihrer außerbilanziellen Zweckgesellschaften informiert zu haben. FGIC hat dieses Vehikel auf Grund der Informationen gegen einen Verlust von mehreren Milliarden Dollar versichert.

FGIC habe außerdem per 31. Dezember sein Kapital beträchtlich reduziert, teilte der nicht börsennotierte Kreditversicherer weiter mit. Dadurch hätten die versicherten Hypothekenengagements die Risikogrenzen überschritten, die vom Bundesstaat New York per Versicherungsgesetz geregelt sind. Analyst Rob Haines sagte, dass FGIC derzeit gegen das Versicherungsgesetz verstoße. Sollte der Bondversicherer keine Abhilfe leisten, könnte der Staat New York die Kontrolle über das Unternehmen übernehmen. Haines schätze, dass FGIC rund zwei Milliarden Dollar einnehmen müsse, um das Unternehmen wieder zu stabilisieren.

Anleiheversicherer wie FGIC versichern üblicherweise grundsolide kommunale amerikanische Anleihen. Weil sie aber auch im kriselnden amerikanischen Hypothekenmarkt engagiert sind, stehen sie derzeit stark unter Druck. Ihnen drohen Bonitäts-Herabstufungen durch Ratingagenturen. FGIC hat das Top-Rating bereits verloren. (Reuters)

Tui-Hauptversammlung soll Frenzel Vertrauen entziehen

Die Aktionäre der Tui AG sollen dem Vorstandsvorsitzenden Michael Frenzel auf der anstehenden Hauptversammlung am 7. Mai das Vertrauen entziehen. Dies geht aus der am Donnerstag veröffentlichten Einladung zur Hauptversammlung des in Hannover ansässigen Reise- und Schifffahrtskonzern hervor. Daneben nennt die bisher veröffentlichte Kurzfassung der HV-Einladung keine außergewöhnlichen Anträge.

Der Dax-Konzern hatte erst in der vergangenen Woche nach langem Ringen der Aufspaltung des Konzerns zugestimmt. Michael Frenzel, der bis dahin die Zwei-Säulen-Strategie des Unternehmens stets verteidigt hatte, hatte einen Rücktritt damals ausgeschlossen.

Frenzel hatte vergangene Woche gesagt, er habe dem Aufsichtsrat selbst vor dem Hintergrund der Aktionärskritik noch nie seinen Rücktritt angeboten. Er sei auch noch nie an dem Zeitpunkt gewesen, nicht mehr fortfahren zu wollen. Eher das Gegenteil sei der Fall, und er sehe nun „auf die Zeiten, die vor ihm und den anderen Vorstandsmitgliedern liegen werden“. (Dow Jones)

Größte amerikanische Müllfirma verklagt SAP wegen defekter Software

Die größte Müllfirma in den Vereinigten Staaten hat den deutschen Softwarekonzern SAP auf mehr als 100 Millionen Dollar wegen defekter Software verklagt. Als Grund nannte Waste Management eine von SAP verkaufte Software, die eigentlich Einsparungen in der Verwaltung ermöglichen sollte, stattdessen aber „vollkommen versagte“. Das Unternehmen will daher vor Gericht die Software-Ausgaben von mehr als 100 Millionen Dollar plus Schadenersatz in unbestimmter Höhe von SAP erstreiten, wie eine Sprecherin von Waste Management am Mittwoch weiter mitteilte. Ein SAP-Sprecher in den Vereinigten Staaten lehnte eine Stellungnahme ab. (Reuters)

Freenet will Debitel übernehmen

Der Telekomanbieter Freenet will den größeren Wettbewerber Debitel übernehmen. Freenet befinde sich in Gesprächen mit dem Finanzinvestor Permira, dem Debitel gehört, teilte das Unternehmen am Mittwochabend nach Börsenschluss in Hamburg mit. Damit bestätigten sich Informationen aus Branchenkreisen vom späten Nachmittag. Freenet-Aktien bauten ihre Kursgewinne aus und stiegen im späten Handel auf dem Frankfurter Parkett um 4,02 Prozent auf 10,88 Euro (Xetra-Schluss: 10,46 Euro).

Sollten sich die Verhandlungspartner einigen, würde Freenet die Debitel-Gruppe einschließlich Verbindlichkeiten übernehmen und den Debitel-Aktionären hierfür eine Beteiligung von 24,9 Prozent an Freenet einräumen, hieß es in einer Pflichtmitteilung. Dazu komme ein Baranteil in nicht bezifferter Höhe, den Freenet ganz oder teilweise über ein Darlehen finanzieren will. Ein erfolgreicher Abschluss der Gespräche hängt Freenet zufolge noch von der Einigung über verschiedene Punkte ab. Auch müssten Gremien der beteiligten Unternehmen, das Bundeskartellamt und die finanzierenden Banken der Debitel-Gruppe einwilligen.

Bereits am Nachmittag war in Branchenkreisen über ein Interesse Freenets an Debitel gesprochen worden. Mit einer Akquisition könnte Freenet seine Mobilfunksparte stärken, verlautete aus den Kreisen, die damit einen Bericht des „manager magazins“ bestätigten. Von einer Bündelung der Geschäfte verspreche sich Freenet-Chef Eckhard Spoerr einer bessere Position bei den Verhandlungen mit den Netzbetreibern sowie Synergien, mit denen die Marge gesteigert werden soll, hieß es.

Die Margen sind durch den Verfall der Mobilfunktarife unter Druck geraten, was auch Freenet zu spüren bekam. Freenet (früher mobilcom) hatte schon vor einiger Zeit eine Übernahme von Debitel geprüft, das Vorhaben dann aber wegen des geforderten Preises verworfen. Das „manager magazin“ hatte berichtet, Permira sei sich mit Spoerr nun weitgehend einig. Freenet biete zwischen 1,4 und 1,5 Milliarden Euro. Permira hatte die Stuttgarter Debitel AG Mitte 2004 für 640 Millionen Euro von Swisscom übernommen. Dem Bericht zufolge will Spoerr den Kauf des Mobilfunkanbieters durch die Veräußerung des DSL-Geschäfts finanzieren. (dpa-AFX)

Swiss Life mit neuem Rekordgewinn und hoher Ausschüttung

Der Schweizer Lebensversicherer Swiss Life hat den Reingewinn im Jahr 2007 um 43,4 Prozent auf den Rekordwert von 1,37 Milliarden Franken gesteigert und damit mehr verdient als Analysten erwartet hatten. Die Ausschüttung will der größte Schweizer Lebensversicherer nach Angaben vom Donnerstag kräftig anheben: Die Aktionäre sollen in Form einer Nennwertrückzahlung 17 Franken je Aktie erhalten nach sieben Franken im Vorjahr. Swiss Life bekräftigte zudem seine Ertragsziele.

Die Bruttoprämien inklusive Policengebühren und erhaltener Einlagen wuchsen um 9,5 Prozent auf 24,17 Milliarden Franken (15,4 Milliarden Euro). Swiss Life übertraf mit dem Gewinn die eigene Indikation vom vergangenen Dezember von über 1,2 Milliarden Franken deutlich. Analysten hatten im Schnitt mit 1,22 Milliarden Franken Reingewinn gerechnet.

Swiss Life bekräftigte, von der amerikanischen Hypothekenkrise prakisch nicht betroffen zu sein. Die Anlagen in amerikanischen Hypotheken von geringer Qualität beliefen sich auf lediglich 83 Millionen Franken. Das Unternehmen schrieb Positionen, die von einer weiteren Verschärfung der aus den Marktturbulenzen entstandenen Liquiditätskrise betroffen sein könnten, vollständig ab, was den Jahresgewinn mit 72 Millionen Franken belastete. (Reuters)

ElringKlinger rechnet 2008 mit gebremstem Wachstum

Der Autozulieferer ElringKlinger rechnet für das laufende Jahr mit einem gebremsten Wachstum. Der Konzernumsatz werde um fünf bis sieben Prozent steigen, teilte das Unternehmen aus Dettingen/Erms am Donnerstag mit. 2007 hatte der württembergische Spezialist für Zylinderkopfdichtungen noch um 15 Prozent auf 607,8 Millionen Euro zugelegt. Darüber hinaus wolle das Unternehmen auch durch Zukäufe wachsen, wenn sich die Gelegenheit biete, hieß es. Die angekündigte Übernahme der schweizerischen Sevex stehe kurz vor dem Abschluss. Der Gewinn soll, von Sondereffekten abgesehen, stärker zulegen als der Umsatz. 2007 hatte ElringKlinger den Nettogewinn um 30 Prozent auf 80,3 Millionen Euro ausgeweitet. Ohne Sondereffekte wäre er um 26 Prozent auf 71,5 Millionen Euro gestiegen. (Reuters)

Pfeiffer Vacuum steigert Jahresüberschuss 2007 um 25,2 Prozent

Die Pfeiffer Vacuum Technology AG hat 2007 den Jahresüberschuss um 25,2 Prozent auf 37,3 Millionen Euro erhöht. Das Ergebnis je Aktie bezifferte das TecDax-Unternehmen am Donnerstagmorgen auf 4,19 (3,39) Euro. Für 2007 will der Hersteller von Vakuumpumpensystemen eine Dividende von 3,15 Euro vorschlagen nach 2,50 Euro im Vorjahr.

Im laufenden Geschäftsjahr strebt Pfeiffer Vacuum weiteres Wachstum an. Wegen der „unklaren Konjukturaussichten und des andauernden Dollarverfalls“ wolle das Management „aber zum derzeitigen Zeitpunkt von einer konkreten Umsatzprognose absehen“. „Wir
halten weiterhin eine Betriebsergebnismarge zwischen 25 Prozent und 27 Prozent für realistisch.“ Im vergangenen Jahr war die Betriebsergebnismarge auf 27,5 Prozent (25,1 Prozent) geklettert. Pfeiffer Vacuum Technology hat seinen Unternehmenssitz im hessischen Asslar. (Dow Jones)

Raiffeisen International steigert Gewinn stärker als erwartet

Die österreichische Genossenschaftsbank International Raiffeisen hat ihren Gewinn im vierten Quartal um 38 Prozent auf 215,6 Millionen Euro gesteigert. Insbesondere das Geschäft mit Privatkunden habe kräftig zugelegt, teilte das Kreditinstitut am Donnerstag in Wien mit. Mit ihren Zahlen übertraf die Bank die Erwartungen der Analysten. Neun von der dpa-AFX-Partneragentur Thomson Financial befragte Experten hatten mit einem Gewinnwachstum von 35 Prozent auf knapp 200 Millionen Euro gerechnet. Im Gesamtjahr stieg der Überschuss um 42 Prozent auf 841,3 Millionen Euro. Die Dividende soll von 71 Cent auf 93 Cent angehoben werden. Für 2008 strebt Raiffeisen International einen Überschuss von rund einer Milliarde Euro an. (dpa-AFX)

Flughafen Wien steigert Umsatz und Ebitda 2007 um rund 12 Prozent

Die Flughafen Wien AG hat im Gesamtjahr 2007 Umsatz und Ebitda um rund 12 Prozent erhöht. Beim Umsatz sei trotz Tarifsenkungen 521,4 (Vorjahr: 463,9) Millionen Euro erreicht worden, teilte der Flughafen Wien am Donnerstag mit. Das Ebitda kletterte auf 191 Millionen Euro nach 169,6 Millionen Euro im Vorjahr.

Das Finanzergebnis ermäßigte sich allerdings auf minus 6,4 Millionen Euro nach minus 1,8 Millionen Euro 2006. Zurückzuführen sei diese Entwicklung auf die teilweise Fremdfinanzierung der Investitionen in Sachanlagen und Beteiligungen. Das Ergebnis vor Ertragsteuern verbesserte sich dagegen um 11,9 Prozent auf 114,0 Millionen Euro. (Dow Jones)

Deutsche Wohnen zahlt keine Dividende

Die Wohnimmobilienfirma Deutsche Wohnen will für das vergangene Jahr keine Dividende zahlen. Künftig werde sich die Ausschüttung aber nach der Ertragslage richten, versprach das Frankfurter Unternehmen am Donnerstag.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Deutsche Wohnen nach der Übernahme der Gehag-Gruppe zum 1. August einen Nettogewinn von 29,8 Millionen Euro. Hätte die Gehag bereits das ganze Jahr zum Konzern gehört, hätte sich ein Gewinn von 231,4 Millionen
Euro ergeben.

Den Nettogewinn für das Rumpfgeschäftsjahr 2006 (Juli bis Dezember) muss Deutsche Wohnen auf Druck der Bilanzpolizei um 8,8 Millionen auf 20,6 Millionen Euro nach unten korrigieren, weil eine Zweckgesellschaft zu spät in die Bilanz einbezogen worden war. (Reuters)

Wiener Städtische profitiert 2007 von Osteuropa

Die Wiener Städtische Versicherung AG Vienna Insurance Group (VIG) hat 2007 von der anhaltend guten Marktentwicklung in Zentral- und Osteuropa profitiert und ihre Ergebnisse gegenüber dem Vorjahr erhöht. Der Vorsteuergewinn kletterte nach Angaben des Unternehmens vom Donnerstag um 36,2 Prozent auf über 437 Millionen Euro. Analysten hatten mit rund 429 Millionen Euro gerechnet.

Aufgrund der Gewinnsteigerung will die VIG für das abgelaufene Jahr eine höhere Dividende von 1,10 (0,82) Euro zahlen. Die verrechnten Prämien legten 2007 um mehr als 1 Milliarden Euro zu und beliefen sich auf rund 6,9 Milliarden Euro. Der Anteil der Osteuropatöchter
an den Konzernprämien lag bei rund 43 Prozent. (Dow Jones)

Funkwerk verfehlt Umsatzprognose

Der Thüringer Telekommunikationstechnik-Anbieter Funkwerk hat seine Umsatzprognose im vergangenen Geschäftsjahr verfehlt, allerdings das vierte Quartal mit einem kräftigen Plus abgeschlossen. Die Einnahmen seien im Vergleich zum dritten Quartal um 45 Prozent auf 97 Millionen Euro angewachsen, teilte das börsennotierte Unternehmen am Donnerstag am Konzernsitz in Kölleda mit. Der Vorstand hat seine Prognose mit einem Jahresumsatz von 300 Millionen Euro knapp verfehlt. Insgesamt habe das Unternehmen 290,6 Millionen Euro eingenommen. Das sind ein Fünftel mehr als im Vorjahr.(dpa-AFX)

GPC Biotech - Restliches Geld soll drei Jahre reichen

Nach einem Verlust von 69,2 Millionen Euro 2007 hat das Biotechnologie-Unternehmen GPC Biotech nach eigener Einschätzung noch für drei Jahre ausreichend Geld. Ende des vergangenen Jahres seien noch 65,2 Millionen Euro an liquiden Mitteln übrig gewesen, erklärte das Unternehmen aus Martinsried bei München am Donnerstag. Nach dem Fehlschlag seines größten Hoffnungsträgers, des Krebsmittels Satraplatin, will GPC zunächst auf Sparflamme weiterarbeiten. Zugleich hofft das Unternehmen auf Fusionen oder Übernahmen, die ihm eine neue Perspektive geben könnten.

Satraplatin hatte das Überleben von Prostatakrebs-Patienten einer Studie zufolge nicht verlängern können. GPC hatte darauf seinen Zulassungsantrag für das Mittel in den Vereinigten Staaten zurückgezogen. 2008 erwartet GPC daher geringere Entwicklungskostenerstattungen des Partners Celgene (früher Pharmion), der das Mittel unter anderem in Europa vermarkten sollte. Erwarteten Umsätzen von fünf bis sieben Millionen Euro stünden Kosten von weniger als 35 Millionen Euro gegenüber. 2007 hatte GPC bei einem Umsatz von 18,3 Millionen Euro noch 91 Millionen Euro ausgegeben. Nach dem Forschungsrückschlag hat das Unternehmen die Belegschaft stark reduziert, der Nettoverlust im vierten Quartal wurde auf zwölf Millionen Euro gedrosselt. (Reuters)

Baosteel 2007 von höheren Rohstoffkosten belastet

Belastet von höheren Rohstoffkosten hat Chinas führender Stahlkonzern Baosteel im vergangenen Jahr einen Gewinnrückgang verzeichnet. Der Überschuss sei um 3 Prozent auf 12,7 Milliarden Yuan (1,14 Milliarden Euro) gesunken, teilte die Gesellschaft am Donnerstag in Hongkong mit. Die Gesellschaft gehört zu den größten Stahlkochern weltweit.

Der Umsatz wuchs um 18 Prozent auf 192 Milliarden Yuan. Allerdings kletterten die Kosten um ein Fünftel, was den Gewinnrückgang verursachte. Aufgrund der weltweit hohen Nachfrage nach Erz und anderen Rohstoffen haben die Bergbaukonzerne die Preise in den vergangenen Jahren massiv angezogen - dies belastete die Bilanzen der meisten Stahlkonzerne. (dpa-AFX)

H&M überrascht mit deutlichem Gewinn- und Umsatzanstieg

Der schwedische Modekonzern Hennes & Mauritz (H&M) hat seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal unerwartet deutlich gesteigert. Das Vorsteuerergebnis kletterte auf umgerechnet 431 Millionen Euro (4,06 Milliarden Kronen) von 362 Millionen Euro, wie das gemessen am Umsatz weltweit drittgrößte Bekleidungsunternehmen am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 414 Millionen Euro gerechnet. Auch der Umsatzanstieg fiel im Februar mit 24 Prozent stärker aus als vom Markt erwartet. Die Experten waren von 17 Prozent ausgegangen. Auf Basis der Filialen, die bereits seit einem Jahr oder länger geöffnet sind, stieg der Umsatz um zehn Prozent. Die Prognose der Analysten lag hier bei knapp vier Prozent. (Reuters)

Demonstranten dringen in Foyer von Bear Stearns in New York ein

Rund 60 Demonstranten haben am Mittwoch gegen die Hilfe der amerikanischen Notenbank Fed für Bear Stearns im Foyer der Bank in New York protestiert. Sie forderten Unterstützung für Immobilienbesitzer, deren Häuser wegen der Hypothekenkrise von einer Zwangsversteigerung bedroht sind. Nach einer halben Stunde wurde die Menschenmenge von der Polizei nach draußen eskortiert. „Bei dieser Abmachung gibt es keine Vorkehrungen für Hausbesitzer. Da draußen sind Leute, die um ihre Häuser kämpfen und Hilfe benötigen“, sagte Detria Austin, die den Protest organisiert hatte. (Reuters)

Erste Bank verkauft Versicherungsgeschäft an Wiener Städtische

Die Erste Bank der österreichischen Sparkassen AG hat ihre Versicherungsaktivitäten an die Wiener Städtische Versicherung AG Vienna Insurance Group, beide Wien, verkauft. Wie die Erste Bank am späten Mittwochabend mitteilte, haben beide Gesellschaften zudem ein Vertriebsabkommen über 15 Jahre abgeschlossen. Der Gesamtwert der Transaktion wird auf 1,45 Milliarden Euro beziffert. Der Abschluss wird für das dritte Quartal erwartet. (Dow Jones)

Wirtschaftsmeldungen

GfK senkt angesichts hoher Inflation aber Konsumprognose

Die besseren Arbeitsplatzaussichten und die teils steigenden Tariflöhne haben die Kauflaune der Deutschen im März angehoben. Die Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung der Verbraucher hätten im März deutlich zugenommen, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Donnerstag in Nürnberg mit. Nach einem Rückgang im Februar legte auch die Konjunkturerwartung wieder zu, allerdings nur minimal. Das von der GfK insgesamt prognostizierte Konsumklima verbesserte sich daher nur leicht. Der Index stieg von 4,5 Punkten im März auf 4,6 Punkte für den Monat April.

Problematisch ist laut GfK die anhaltend hohe Inflation. Sollte die Preissteigerungsrate im gesamten Jahr 2008 weiter deutlich über zwei Prozent liegen, sei nur noch mit einem realen Wachstum des Konsums um einen Prozent zu rechnen. Bislang war die Nürnberger Gesellschaft von 1,5 Prozent ausgegangen. (AFP)

Amerikanische Notenbankmitglieder warnen vor Inflationsgefahren

Die amerikanische Notenbank Fed muss nach Einschätzung von zwei Mitgliedern trotz des derzeitigen Konjunkturabschwungs den Preisauftrieb sehr genau beobachten. Die Zentralbank sollte sich im Moment eher darauf konzentrieren, die Finanzmärkte weiter mit Liquidität zu versorgen anstatt unerbittlich die Zinsen zu senken, sagte der Präsident der Federal Reserve von Dallas, Richard Fisher, am Mittwoch. Angesichts der zeitlichen Verzögerung zwischen den geldpolitischen Maßnahmen und ihrer Auswirkungen auf die Konjunktur laufe die Fed sonst Gefahr, bei einem späteren Aufschwung eine höhere und länger anhaltende Inflation zu spüren. Fisher hatte in diesem Jahr bereits zwei Mal gegen die aggressiven Zinssenkungen der Fed gestimmt.

Auch der Präsident der Fed von Chicago, Charles Evans, warnte vor einem Inflationsdruck. In der zweiten Jahreshälfte 2008 könnte das Wachstum wieder zunehmen, sagte Evans. Dann müsse man auf den Preisauftrieb achten. „Wir hören etliche Berichte von Firmen, die ihre Kostenerhöhungen an ihre Kunden weitergeben. Einige dieser Indikatoren einer Inflationserwartung sind gestiegen“, fügte er hinzu. (Reuters)

Paulson fordert staatliche Aufsicht für Investmentbanken

Nach den jüngsten Finanz-Turbulenzen hat amerikanischen Finanzminister Henry Paulson eine stärkere Aufsicht der Zentralbank über Investmentbanken gefordert. Die Regierung werde in Kürze entsprechende Vorschläge vorlegen, um eine Wiederholung der jüngsten Unsicherheiten zu verhindern. „Die vergangenen Ereignisse haben gezeigt, dass sich die Welt verändert hat“, sagte Paulson am Mittwoch in Washington. „Dieser Wandel verlangt von uns allen, über den Rahmen der Maßnahmen zur Regulierung und Aufsicht umfassend nachzudenken“, fügte er hinzu.

Die amerikanische Zentralbank hatte kürzlich durch weitgehende Maßnahmen einen Zusammenbruch der fünftgrößten amerikanischen Investmentbank Bear Stearns verhindert. Unter anderem gab sie im Zuge der Übernahme von Bear Stearns durch J.P. Morgan Zusagen von bis zu 30 Milliarden Dollar zur Sicherung der Liquidität. Zudem öffneten die Währungshüter ihr „Diskont-Fenster“ erstmals auch den Investmenthäusern und senkte gleichzeitig den zugehörigen Zinssatz. (dpa)

Glos übt heftige Kritik an Banken

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat das Geschäftsgebaren der Kreditbranche scharf kritisiert. „Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass Banken Unternehmen nur unter strengen Auflagen Kredite gewähren, gleichzeitig aber mit leichter Hand risikoreiche Papiere ankaufen, deren Werthaltigkeit offensichtlich nicht sorgfältig genug geprüft ist und deren Umfang oft in keiner Weise in Relation zur Größe des Bankinstituts steht“, sagte Glos dem „Handelsblatt“ (Donnerstagsausgabe).

Glos hoffe, dass die Banker aus den Fehlern lernten, die die Finanzmarktkrise zutage gefördert habe. Gleichzeitig müsse man den Bürgern deutlich machen, dass ihr gespartes Geld sicher sei. „Niemand muss sich in Deutschland Sorgen machen, dass seine Spareinlagen durch die Finanzkrise gefährdet werden“, sagte er.

Der Minister forderte ein professionelleres Arbeiten der Kontrollorgane der Banken. Aufsichtsräte seien verpflichtet, die Entscheidungen des Vorstands sorgfältig zu hinterfragen. „Wenn Aufsichtsräte ihre Kontrollfunktion nicht sorgfältig ausüben, tragen sie Mitverantwortung für folgenschwere Fehlentscheidungen“, sagte Glos. (Dow Jones)

Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX.

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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing

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