28. März 2008 Nach gemischten Vorgaben aus Vereinigten Staaten und Japan ist der deutsche Aktienmarkt am Freitag uneinheitlich in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Der Leitindex Dax fällt in den ersten Handelsminuten um 0,22 Prozent auf 6.564 Punkte und kann damit nicht an die Kursgewinne vom Vortag anknüpfen. Der MDax mittelgroßer Werte gewinnt hingegen 0,1 Prozent auf 8.785 Zähler. Der TecDax seht mit 0,1 Prozent im Plus bei 772 Punkten.
Die Vorgaben waren uneinheitlich: In den Vereinigten Staaten hatte der Dow Jones (DJIA) am Vorabend nach negativ aufgenommenen Konjunkturdaten, schwachen Oracle-Zahlen und erneuten Gerüchten über Probleme bei Lehman Brothers 0,97 Prozent verloren - der Future auf den amerikanischen Leitindex stand am Morgen 60 Punkte unter dem Xetra-Schluss vom Vortag. In Japan schloss der Nikkei-225-Index am Morgen dagegen fest. Am deutschen Markt dürfte es bis zum Nachmittag eher ruhig bleiben, dann könnte das von der Uni Michigan ermittelte Verbrauchervertrauen im März für neue Impulse sorgen.
Rentenmarkt tendiert leichter
Die Renten-Futures tendieren am Freitag leichter. Der deutsche Rentenmarkt hat am Freitag mit Kursverlusten eröffnet. Der richtungweisende Bund-Future verliert 21 Basispunkte auf 115,57 Prozent, der Bobl-Future 15 Basispunkte auf 110,10 Prozent.
Nach Einschätzung der WestLB wird am Berichtstag die Euro-Dollar-Entwicklung im Blick stehen. Für die Marktstrategen wird zum Wochenausklang entscheidend, ob die am Vortag kursierenden Gerüchte in Bezug auf den Bankensektor den Markt weiter belasten werden. Da sich die Geldmärkte weiter auf Messers Schneide bewegten, könnten die Anleihe-Märkte
erneut von ihrer Safe-Haven-Funktion profitieren. Eine Unterstützung werde bei 115,33 gesehen, Widerstände bei 116,06 Prozent und 116,33 Prozent.
Kurs des Euro im frühen Handel kaum verändert
Der Kurs des Euro hat sich am Freitag kaum verändert. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete im frühen Handel 1,5786 amerikanischen Dollar. Der Dollar war 0,6334 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,5786 (Mittwoch: 1,5710) Dollar festgesetzt. Ohne neue Nachrichten aus dem Bankensektor richte sich das Hauptinteresse auf die deutsche und die amerikanischen Inflationszahl, heißt es bei der HSH Nordbank.
Asiatische Börsen vor Geschäftsjahrsschluss mit Gewinnen
Die Aktienmärkte in Fernost haben am Freitag nach einem verhaltenen Handelsauftakt doch noch Gewinne verbucht. Vor allem die japanischen Börsen schlossen klar im Plus. Viele Investoren schraubten am vorletzten Handelstag des laufenden Geschäftsjahres Händlern zufolge den Wert ihrer Portfolios in die Höhe. Gefragt waren dementsprechend Titel quer durch alle Branchen.
In Tokio beendete der Nikkei-Index der 225 führenden Werte den Handel 1,71 Prozent höher bei 12.820 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index legte 1,42 Prozent auf 1243 Zähler zu. Auch die Börsen in Taiwan, Südkorea, Singapur, Hongkong und Shanghai tendierten fester.
Der Markt sei nicht eingebrochen, als er am Morgen auf die Probe gestellt wurde, sagte Masayoshi Okamoto von Jujiya Securities. Daraufhin hätten sich einige Investoren daran gemacht, ihr Portfolio aufzupeppen, da am Montag der letzte Handelstag des Geschäftsjahres sei. Als das erst einmal anfing, haben alle anderen mitgemacht.
Zu den Gewinnern zählten unter anderem Finanztitel. Aktien der Mizuho Financial Group verteuerten sich um knapp 1,6 Prozent, die der Mitsubishi UFJ Financial Group um 1,03 Prozent. Von den hohen Ölpreisen profitierte der Öl- und Gasfeldentwickler Inpex, dessen Papiere 3,54 Prozent zulegten. Anteilscheine von Mixi, dem Betreiber eines Kontakt-Netzwerkes im Internet, legten nach einer Hochstufung durch Goldman Sachs mehr als zehn Prozent zu.
Aktien Hongkong am Mittag fest
Mit festen Notierungen zeigen sich die Aktienkurse am Freitagmittag (Ortszeit) in Hongkong. Die Aktien festlandchinesischer Unternehmen (A-Aktien) führen den Markt nach oben, wie Händler sagen. Zum Ende der ersten Sitzungshälfte steigt der Hang-Seng-Index (Hang Seng-Index) um 1,3 Prozent oder 289 Punkte auf 22.953. Die Umsätze seien mit einem Volumen von 48,84 Milliarden Hongkong-Dollar nicht besonders hoch, heißt es. Unter den A-Aktien legen Shenhua um 6,5 Prozent auf 32,10 Hongkong-Dollar zu. Sinopec gewinnen 4,3 Prozent auf 20,43 Hongkong-Dollar und Ping An 4,5 Prozent auf 55 Hongkong-Dollar. Dagegen fallen Li & Fung um 6,9 Prozent auf 29,65 Hongkong-Dollar, nachdem die Geschäftszahlen des Unternehmens die Erwartungen verfehlt hatten.
Neuigkeiten und Firmenmeldungen nach Börsenschluss in New York
Die Aktienkurse an den amerikanischen Börsen tendierten am Donnerstag nachbörslich etwas fester. Der NASDAQ-100 After Hours Indicator gewann 0,15 Prozent auf 1780,52 Zähler.
Das Beratungsunternehmen Accenture erzielte im zweiten Geschäftsquartal einen Nettogewinnzuwachs von 37 Prozent auf 0,64 Dollar je Aktie. Analysten hatten lediglich mit 0,56 Dollar je Aktie gerechnet. Der Titel kletterte um 3,4 Prozent auf 37,00 Dollar.
Apollo Group fielen um 19,3 Prozent auf 45,45 Dollar, nachdem das Unternehmen im zweiten Quartal in die Verlustzone gerutscht war. Infolge von Belastungen durch Prozesskosten verbuchte das Unternehmen ein Minus von 0,19 Dollar je Aktie; Vor Sonderposten hätte Apollo einen Gewinn von 0,41 Dollar je Aktie verbucht. Analysten hatten einen Gewinn von 0,52 Dollar je Aktie erwartet.
Wall Street schließt schwächer
Schwächer haben die amerikanischen Indizes am Donnerstag einen wechselhaften Handelstag beendet. Vor allem Technologiewerte wurden gegeben, nachdem der Softwaregigant Oracle mit Quartalszahlen enttäuscht hatte. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) fiel um 1 Prozent oder 120 auf 12.302 Punkte. Der S&P-500-Index verlor 1,2 Prozent oder 15 auf 1.326 Punkte. Der Nasdaq Composite reduzierte sich um 1,9 Prozent oder 44 auf 2.281 Punkte.
Zu Handelsbeginn sorgten positiv aufgenommene Konjunkturdaten für Aufschläge. Die dritte Veröffentlichung des BIP im vierten Quartal blieb unverändert bei plus 0,6 Prozent, was die Sorgen um die Entwicklung der Konjunktur abdämpfte. Zudem fiel die Zahl der wöchentlichen Anträge auf Arbeitslosenhilfe um 9.000. Im Tagesverlauf rückten aber immer wieder die schlechten Nachrichten aus dem Software- und Bankensektor in den Fokus. Nur zwischenzeitliche Erleichterung brachte im späten Handel die Meldung, dass beim Refinanzierungsgeschäft der amerikanischen Notenbank über 75 Milliarden Dollar die Nachfrage mit 86,1 Milliarden Dollar geringer ausfiel als erwartet.
Die am Vorabend nach Börsenschluss veröffentlichten Zahlen von Oracle zum dritten Quartal verhagelten die Stimmung im Technolgiesektor. Teilnehmer sorgten sich, dass die Zahlen ein Omen für die demnächst anstehenden Vorabmitteilungen der Erstquartalssaison sein könnten. Mit einem Umsatzplus von 21 Prozent auf 5,35 Milliarden Dollar hatte Oracle die Erwartung von 5,42 Milliarden Dollar unterboten. Aktien von Hard- und Software-Herstellern gerieten unter Druck.
Intel verloren vor diesem Hintergrund 3,5 Prozent auf 21,09 Dollar, Microsoft verbilligten sich um 1,8 Prozent auf 28,05 Dollar. Oracle selbst kamen weitaus kräftiger unter die Räder und gehörten mit einem Abschlag von 7,2 Prozent auf 19,43 Dollar zu den größten Verlierern im technologielastigen Nasdaq-100. Google verbilligten sich um 3 Prozent auf 444,08 Dollar, nachdem das Resaerchunternehmen comScore Nutzerdaten für Februar veröffentlicht hat. Demzufolge ist die Zahl der bezahlten Seitenaufrufe lediglich um 3 Prozent zum Vorjahresmonat gestiegen.
Bankenwerte tendierten mit am Markt kursierenden Gerüchten über neuerliche Schieflagen von Kreditinstituten uneinheitlich. Analystin Meredith Whitney von Oppenheimer hat die Schätzungen für Merrill Lynch und UBS heruntergenommen, nachdem sie dies am Vortag bereits für die Citigroup gemacht hatte. Citigroup verloren nach einem Auf und Ab schließlich 1,2 Prozent auf 21,79 Dollar. Bank of America gaben um 3 Prozent auf 38,64 Dollar nach. Merrill Lynch fielen um 5,7 Prozent auf 41,90 Dollar.
Gegen den Trend legten Clear Channel Communications um 10 Prozent auf 29,60 Dollar zu. Getragen wurden die Papiere von einem Urteil eines texanischen Gerichts, dem zufolge Investmentbanken den Buyout des Unternehmens durch zwei Private-Equity-Gesellschaften
finanzieren müssen.
Amerikanische Anleihen leichter
Leichter haben die amerikanischen Anleihen im späten New Yorker Geschäft tendiert. Zehnjährige Titel mit einem Kupon von 3,500 Prozent verloren 16/32 auf 99-25/32 und rentierten mit 3,52 Prozent. Der mit 4,375 Prozent verzinste Longbond fiel um 1-08/32 auf 99-28/32. Seine Rendite stieg auf 4,38 Prozent. Teilnehmer begründeten die Schwäche mit den Konjunkturdaten des Tages, die die Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung vermindert hatten.
Die dritte Veröffentlichung des BIP im vierten Quartal blieb unverändert bei plus 0,6 Prozent, was die Sorgen um die Entwicklung der Konjunktur abdämpfte. Zudem fiel die Zahl der wöchentlichen Anträge auf Arbeitslosenhilfe um 9.000. Belastet hatte auch die Meldung, dass beim Refinanzierungsgeschäft der amerikanischen Notenbank über 75 Milliarden Dollar die Nachfrage mit 86,1 Milliarden Dollar geringer ausfiel als erwartet. Bei dieser speziellen Auktion konnten Investoren erstmals potenziell schlechte Assets wie Hypothekenschuldverschreibungen in Treasurys eintauschen.
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX, F.A.Z.
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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing
| Tops & Flops | +/- | Prozent |
|---|---|---|
| DEUTSCHE POSTBANK AG | +1,75 | +3,03 |
| DEUTSCHE POST AG NAM | +0,56 | +2,69 |
| HENKEL AG & CO. KGAA | +0,69 | +2,39 |
| BAYER AG INHABER - A | -0,97 | -1,73 |
| MAN AG STAMMAKTIEN O | -1,67 | -1,69 |
| MUENCHENER RUECKVERS | -1,83 | -1,49 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 7.081,05 | -0,03 |
| TecDax | 861,39 | -0,41 |
| DowJones | 12.992,66 | +0,73 |
| Nasdaq | 2.533,73 | +1,48 |
| STOXX 50 | 3.854,86 | -0,07 |
| Nikkei 225 | 14.251,74 | +0,94 |
| S&P 500 Zert. | 14,07 | -0,50 |
| Euro/Dollar | 1,54 | -0,14 |
| Bund Future | 113,56 | -0,10 |
| Gold | 884,00 | +2,14 |
| Öl | 122,91 | +0,72 |
