20. März 2008
Unternehmensmeldungen
Credit Suisse rechnet mit Verlust im 1. Quartal - 2007 nach unten korrigiert
ZÜRICH - Die Schweizer Großbank Credit Suisse
rechnet im laufenden Quartal wegen der Finanzkrise mit einem Verlust. Aufgrund der schwierigen Marktlage im März gehe die Credit Suisse derzeit nicht davon aus, das Quartal mit einem Gewinn abzuschließen, teilte die Bank am Donnerstag in Zürich mit. Bis Ende Februar habe man aber unter Berücksichtigung aller Abschreibungen Wertminderungen profitabel gearbeitet. Die Wertberichtigungen seien dabei in Franken gerechnet etwas geringer als bisher angenommen ausgefallen. Zugleich wurde das Ergebnis des Vorjahres wie zuvor angekündigt nach unten korrigiert.(dpa-AFX)
Goldminenübernahme in Australien - Lihir will Equigold kaufen
Sydney - In Australien bahnt sich eine Elefantenhochzeit in der Goldminenbranche an. Lihir Gold Ltd will den Konkurrenten Equigold NL für 1,1 Milliarden australische Dollar (645 Millionen Euro) übernehmen, kündigte das Unternehmen am Donnerstag an. Dadurch würde einer der zehn größten Konzerne der Welt in dieser Branche entstehen. Das Management von Equigold begrüßte das Angebot, doch müssen dem Geschäft noch die Aktionäre und die Aufsichtsbehörden zustimmen. (dpa)
Gewinn und Umsatz beim Adidas-Konkurrenten Nike steigen
Los Angeles - Der weltgrößte Sportartikelhersteller Nike hat seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal um nahezu ein Drittel gesteigert. Ein starker Absatz bei Schuhen und Kleidung habe das Nettoergebnis im dritten Geschäftsquartal um 32 Prozent auf 463,8 Millionen Dollar hochgetrieben, teilte der Adidas-Konkurrent am Mittwoch nach amerikanischen Börsenschluss mit. Der Umsatz kletterte um 16 Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar. Nike hatte im Vorfeld der Olympischen Spiele in Peking bereits zuletzt über erhöhte Nachfrage nach seinen Schuhen in Schwellenländern berichtet. (Reuters)
Der amerikanische Fonds Brandes hält über 3 Prozent an Deutscher Telekom
Der amerikanische Fonds Brandes Investment Partners LP hält 3,04 Prozent an der Deutschen Telekom AG. Das teilte der Telekomkonzern mit.
S&P setzt Tui-Langfristrating BB- auf Watch Negative
Standard & Poor's Ratings Services hat das Langfristrating der Tui AG (BB-) auf die Beobachtungsliste mit negativen Implikationen gesetzt. Die Ratingagentur begründete die Maßnahme mit der Ankündigung des deutschen Konzerns, die Trennung der Container-Schifffahrtssparte Hapag-Lloyd vorbereiten zu wollen.
TAG Tegernsee: Konzernergebnis 07 vorl. 31,1 (Vj: 6,4) Millionen Euro
Die TAG Tegernsee Immobilien- und Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Hamburg, hat nach vorläufigen Angaben im vergangenen Jahr ein Konzernergebnis vor Steuern von 31,1 Millionen Euro erzielt. Im Jahr 2006 verdiente das Unternehmen 6,4 Millionen Euro. Der Umsatz sei im vergangenen Jahr auf 146,1 (107,3) Millionen Euro gestiegen, teilte das Unternehmen mit.
Siemens-Chef: Keine weiteren hohen Belastungen bei Kraftwerken und Bahn
HAMBURG - Siemens erwartet keine weiteren hohen Belastungen aus den Auftragsbeständen in der Kraftwerkssparte sowie aus den Schwierigkeiten mit einem problembehafteten Straßenbahn-Modell. Siemens-Chef Peter Löscher will zwar keine Garantien abgeben, aber im Energiebereich wurden 80 Prozent der Großprojekte mit den größten Risiken durchleuchtet. Der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Frankfurter Allgemeine Zeitung/Donnerstagausgabe) sagte er: Wir sind noch nicht durch. Doch der größte Teil ist erfasst. (dpa-AFX)
'Handelsblatt': RWE schiebt Biblis-Abschaltung mit Revision hinaus
DÜSSELDORF/BIBLIS - Der Energiekonzern RWE schiebt nach einem Bericht des Handelsblatts (Donnerstag) die Abschaltung des Atomkraftwerks Biblis A durch eine ungewöhnlich lange Revisionszeit hinaus. RWE hoffe weiter, bei einem Regierungswechsel nach der Bundestagswahl 2009 den umstrittenen Reaktor länger am Netz lassen zu dürfen als bislang zulässig, schreibt das Blatt unter Berufung auf Konzernkreise.
'SZ': Siemens gliedert Sparte mit 2.100 Mitarbeitern aus
MÜNCHEN - Der Siemens-Konzern bereitet nach Informationen der Süddeutschen Zeitung die Ausgliederung und den Verkauf seiner Geschäftseinheit Electronics Assembly Systems vor. Die Sparte mit weltweit 2.100 Mitarbeitern, in der Bestückungsautomaten für Elektronikkomponenten und Leiterplatten hergestellt werden, solle Ende September von Siemens abgespalten werden und als eigenständige Einheit am Markt auftreten, berichtet das Blatt (Donnerstag). In einem zweiten Schritt solle das Geschäft entweder an einen Interessenten verkauft oder mit einem Partner zusammengelegt werden.
'FTD': Postbank findet neuen Kapitalmarktchef
HAMBURG - Die Post-Tochter Postbank hat einem Pressebericht zufolge nach monatelanger Suche einen Nachfolger für Kapitalmarktvorstand Loukas Rizos gefunden. Horst Küpker, Vorstand der Postbank-Tochter BHW, soll nach Informationen der Financial Times Deutschland (Donnerstagausgabe) den Posten übernehmen. Dem Vernehmen nach sei lange auch mit externen Kandidaten gesprochen worden. Die Diskussion über einen möglichen Verkauf oder eine Fusion der Postbank habe jedoch die Suche nach Aspiranten außerhalb des Hauses erschwert. Die Postbank habe die Informationen nicht kommentieren wollen.
'HB'/Erneuter Rückschlag für IKB: Weitere Abschreibungen nötig
DÜSSELDORF - Die Mittelstandsbank IKB hat einem Pressebericht zufolge erneut einen herben Rückschlag erlitten. Der IKB-Vorstand habe am Mittwoch kurzfristig die Auktion risikoreicher strukturierter Wertpapiere abgebrochen, berichtete das Handelsblatt (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf Finanzkreise. Die Gebote für den Großteil des drei Milliarden Euro schweren Pakets seien zu niedrig gewesen, habe es geheißen. Das Unternehmen wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.
Pressespiegel Unternehmen
DEUTSCHE BANK und BEAR STEARNS - Die Deutsche Bank hat nach Aussagen aus Finanzkreisen beim Notverkauf der durch die Hypothekenkrise angeschlagenen Investmentbank Bear Stearns als einziges europäisches Großinstitut mitgeboten. (Handelsblatt S. 29)
ATOS ORIGIN - Der französische IT-Dienstleister Atos Origin setzt sich ehrgeizige Ziele für den deutschen Markt. Deutschlandchef Peter ´t Jong will ab 2009 zweistellige Zuwachsraten erreichen. Der Umsatzschub solle in erster Linie aus eigener Kraft geschafft werden, aber auch Zukäufe seien denkbar. (Handelsblatt S. 24)
ALLIANZ - Mitarbeiter in Asien streiken seit zwei Monaten gegen ein neues Vergütungssystem bei der Allianz. Seit Sonntag sitzen vier Südkoreaner in München und warten auf einen Termin bei Deutschlands größtem Versicherungskonzern. (Süddeutsche Zeitung S. 20)
TALANX - Herbert Haas, der Vorstandsvorsitzende des Versicherungskonzerns Talanx, sieht die Zusammenarbeit mit Banken als den Vertriebsweg der Zukunft für Policen. Doch die Kreditinstitute haben das aus seiner Sicht noch nicht gemerkt. Für die Postbank wünscht er sich einen ausländischen Eigentümer. (Welt S. 16)
Wirtschaftsmeldungen
Glos sieht keine Gefahr für Aufschwung durch Finanzkrise
Berlin - Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sieht den Aufschwung in Deutschland durch die internationale Finanzkrise nicht bedroht. Da unsere Wirtschaft durch gemeinsame Anstrengungen von Unternehmen, Beschäftigten und Politik in den letzten Jahren gesundet ist, sehe ich nicht die Gefahr eines Abschwungs, sagte Glos der Bild-Zeitung (Donnerstagausgabe). Allerdings hätten sich durch die Krise und den Anstieg der Rohölpreise die Risiken spürbar erhöht, sagte Glos. Diese dürften die konjunkturelle Dynamik in Deutschland dämpfen.
Die Bundesregierung müsse nun Kurs halten, mahnte Glos. Das heißt: Keine neuen Belastungen für die Wirtschaft und die Steuer- und Abgabenzahler. Stattdessen müsse es das Ziel sein, die Steuern so bald wie möglich weiter zu senken. Über mögliche Auswirkungen der Finanzkrise für den Bundeshaushalt sowie Wachstums- und Beschäftigungseinbußen könne man derzeit nur mutmaßen, fügte Glos hinzu. Einen Eingriff des Staates in der Finanzkrise, wie ihn Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ins Gespräch gebracht hatte, lehnte Glos ab. Für die Folgen unverantwortlicher Spekulationen müssen in erster Linie die Finanzmarktakteure gerade stehen, nicht die Steuerzahler, sagte Glos. Es kann nicht sein, dass die Banken in guten Zeiten ordentliche Gewinne einstreichen und bei Missmanagement die Verluste sozialisieren wollen. So funktioniert Marktwirtschaft nicht, sagte Glos. Ackermann relativierte inzwischen seine Äußerungen, wonach die Selbstheilungskräfte des Marktes allein nicht mehr ausreichten, um die Finanzmarktkrise einzudämmen. Ich habe nicht die geringsten Zweifel an der Stabilität des amerikanischen und des internationalen Bankensystems, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Ackermann äußerte Bedauern darüber, dass aufgrund seiner Bemerkungen eine Systemdiskussion zur Rolle des Staates geführt werde. Es geht nicht um den Ruf nach dem Staat und die Rettung von Investoren, fügte er hinzu. Mit seinen Äußerungen habe er sich auf die Stabilisierung des amerikanischen Immobilienmarktes bezogen. (Reuters)
Pressespiegel Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen
FINANZKRISE/DEUTSCHE BANK - Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hält das Finanzsystem auch in der aktuellen Krise für stabil. Ich habe nicht die geringsten Zweifel an der Stabilität des amerikanischen und des internationalen Bankensystems, sagte er. Seiner Meinung nach werde es relativ lange dauern, bis der amerikanischen Häusermarkt zu einem neuen Gleichgewicht finde. In diesen schwierigen Zeiten sei dort eine konzertierte Aktion von Regierungen, Notenbanken und Marktteilnehmern notwendig. (Frankfurter Allgemeine Zeitung S. 15)
FINANZKRISE - Nach der drastischen Rettungsaktion bei Bear Stearns geben die privaten Banken in Deutschland Entwarnung. Gänzlich ausschließen kann niemand etwas, sagte Manfred Weber, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands BdB. Ich kann so einen Fall wie Bear Stearns hierzulande aber nicht ansatzweise erkennen. Die Situation der Banken in den Vereinigten Staaten unterscheide sich grundlegend von der in Europa. (Handelsblatt S. 33)
KONJUNKTUR - Entgegen der Prognose einiger Wirtschaftsforschungsinstitute rechnet der Vorsitzende des Sachverständigenrats, Bert Rürup, nicht mit gravierenden Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die deutsche Konjunktur. Ich sehe bisher keinen Grund, warum die Wachstumsprognose der Bundesregierung von 1,7 Prozent in diesem Jahr nicht eintreten sollte, sagte Rürup. (Handelsblatt S. 4)
KREDITE - Den Unternehmen im Euroraum droht eine drastische Verschlechterung ihrer Finanzierungskonditionen. Darauf deutet der seit Sommer 2007 anhaltende Einbruch bei Kreditlinien hin, die Bankkonsortien großen Firmen gewähren. (Handelsblatt S. 1)
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX.
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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing
| Tops & Flops | +/- | Prozent |
|---|---|---|
| ADIDAS AG INHABER - | +0,48 | +1,09 |
| E.ON AG INHABER - AK | +1,21 | +0,96 |
| FRESENIUS MEDICAL CA | +0,24 | +0,70 |
| BAYERISCHE MOTOREN W | -1,60 | -4,24 |
| LINDE AG INHABER - A | -3,96 | -4,12 |
| DEUTSCHE BÖRSE AG NA | -4,14 | -4,05 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 7.003,17 | -0,97 |
| TecDax | 835,29 | -1,32 |
| DowJones | 12.745,88 | -0,94 |
| Nasdaq | 2.445,52 | -0,23 |
| STOXX 50 | 3.801,59 | -1,41 |
| Nikkei 225 | 13.655,34 | -2,06 |
| S&P 500 Zert. | 13,80 | -1,08 |
| Euro/Dollar | 1,55 | +0,49 |
| Bund Future | 115,07 | +0,37 |
| Gold | 885,05 | +0,15 |
| Öl | 122,46 | +1,63 |
