07. Mai 2008 Die deutschen Aktienindizes sind am Mittwoch mit Gewinnen in den Handel gestartet. Positive Vorgaben von den amerikanischen Börsen und eine Reihe positiv aufgenommener Geschäftsberichte geben laut Börsianern Auftrieb. Der Leitindex Dax stieg in den ersten Handelsminuten um 0,5 Prozent auf 7053 Punkte. Der M-Dax legte um 0,3 Prozent auf 9525 Zähler zu und der Tec-Dax gewann 0,9 Prozent auf 841 Punkte.
Favorit unter den Standardwerten war in den ersten Handelsminuten die Aktie des Konsumgüterherstellers Henkel, deren Kurs 3,6 Prozent im Plus lag bei 29,16 Euro. Das Unternehmen steckte im ersten Quartal die Belastung durch den schwachen Dollar nach Meinung der Anleger relativ gut weg.
Auch die Titel der Deutschen Börse waren gesucht und legten 2,9 Prozent auf 103,33 Euro zu. Nach einem Rekordgewinn in den ersten drei Monaten des Jahres sieht sich der Betreiber der Frankfurter Börse weiter auf Rekordkurs.
Die Aktie der Deutschen Post wurde ex Dividende mit einem Abschlag von 3,7 Prozent gehandelt. Der Kurs lag bei 20,16 Euro. Die Post schüttet 0,09 Euro je Aktie an ihre Aktionäre aus.
Zu den positiven Impulsgebern zählten laut Händlern neben den Kursgewinnen an den amerikanischen Börsen und den erfreulichen Bilanzen auch Aussagen von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Er sieht trotz anhaltender Unsicherheit Anzeichen für ein Ende der Finanzmarktturbulenzen. Was wir jetzt brauchen ist eine Phase der Stabilisierung, der Ruhe. Dann bin ich überzeugt, dass wir eher am Beginn des Endes sind, sagte Ackermann.
Die Wall Street hatte mit Kursgewinnen geschlossen, zudem stand der Future auf den Dow Jones am Morgen 89 Punkte höher als zum Xetra-Schluss am Vorabend. In Japan gab der Nikkei-225-Index nach zwei Feiertagen seine Anfangsgewinne wieder ab und drehte ins Minus.
Im Fokus stehen klar die Zahlen, sagte ein Börsianer. Die Commerzbank meldete am frühen Morgen einen Gewinneinbruch im ersten Quartal und stellte die Ziele für das Gesamtjahr in Frage. Die Aktie wurde im frühen Geschäft dennoch höher gehandelt.
Tui hält seine Hauptversammlung ab, auf der ein Machkampf zwischen dem Vorstand und Großaktionären, die den Verkauf der Containerschifffahrt durchsetzen wollen, bevorsteht. Die Aktien von Rheinmetall werden ex Dividende gehandelt werden.
Kursverluste an den europäischen Rentenmärkten
Die europäischen Staatsanleihen haben im frühen Geschäft deutlich nachgegeben. Der Bund-Future büßte 51 Basispunkte auf 113,47 Zähler ein. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 4,192 Prozent. Händler verwiesen auf Äußerungen des Präsidenten der Notenbank von Kansas City, Tom Hoenig, die Spekulationen auf eine Zinserhöhung schürten und damit die Renten drückten. Hoenig hatte die Inflation als seine Hauptsorge bezeichnet hatte. Die amerikanischen Notenbank (Fed) müsse darauf vorbereitet sein, in angemessener Zeit die Zinsen anzuheben, denn wenn die Preissteigerungen zu hoch werden, wird die Wirtschaft dramatisch leiden.
Die Fed hat seit Sommer vergangenen Jahres die Zinsen zur Stützung der Wirtschaft um 3,25 Prozentpunkte auf aktuell 2,0 Prozent gesenkt.
Der Euro fiel nach den Äußerungen Hoenigs bis auf 1,5467 Dollar von 1,5530 Dollar im späten amerikanischen Geschäft. Im Verlauf werden die Auftragseingänge für die deutsche Industrie (12.00 Uhr MESZ) veröffentlicht. Von Reuters befragte Volkswirte sagen für März im Durchschnitt ein Plus von 0,3 Prozent voraus nach einem Rückgang von 0,5 Prozent im Februar. Aus den Vereinigten Staaten folgen die Statistiken zur Produktivität (14.30 Uhr), den Lohnstückkosten (14.30 Uhr) und den sogenannten schwebenden Hausverkäufen (16.00 Uhr).
Euro fällt unter 1,55 Dollar
Der Euro hat sich am Mittwoch zum Dollar nachgegeben. Händler sprachen von einem leichten Aufwärtstrieb für die amerikanische Währung durch die Gewinne an den Börsen in den Vereinigten Staaten und Japan. In Tokio wurde nach zwei Feiertagen zum ersten Mal seit Freitag wieder gehandelt.
Ein Euro wurde am Vormittag mit 1,5467 Dollar bewertet nach 1,5528 Dollar im späten New Yorker Handel.
Aktien Tokio schließen gut behauptet
Der Aktienmarkt in Tokio hat sich am Mittwoch nach zwei Feiertagen gut behauptet. Der Nikkei-225-Index legte 0,38 Prozent auf 14.102,48 Zähler zu. Der marktbreitere Topix gewann 1,15 Prozent auf 1.329,28 Punkte. Die Schwäche des Yen und die starke Entwicklung in den Vereinigten Staaten in den vergangenen Tagen - während die Börse in Tokio geschlossen war - habe die Stimmung der Börsianer verbessert, hieß es am Markt.
Händler verwiesen auf Gewinnmitnahmen, die mit Beginn der Nachmittagssitzung eingesetzt hätten. Das ist nicht die Art von Markt, in dem Anleger die ,Decke' testen wollen. Sie können nicht weiter kaufen, solange sich die fundamentalen Daten nicht ändern, beschrieb ein Händler die Stimmung am Markt.
Unter den Einzelwerten kamen Banken und Automobiltitel von ihren Gewinnen zurück, Technologietitel präsentierten sich uneinheitlich. Am Montag und Dienstag war wegen des Tages des Kindes nicht gehandelt worden.
Cisco und Walt Disney nachbörslich gesucht
Bei hohen Umsätzen erhöhte sich der Kurs der Cisco-Aktien im nachbörslichen Handel um 1,1 Prozent auf 26,33 Dollar. Der Spezialist für Computernetzwerke hatte bekannt gegeben, dass im dritten Quartal seines Geschäftsjahrs der Nettogewinn zwar um 5 Prozent fiel, aber damit dennoch die Konsensschätzung der Analysten übertroffen. Nach 1,87 Milliarden Dollar fiel er auf 1,77 Milliarden Dollar.
Die Aktie von Walt Disney stieg nach Bekanntgabe der Quartalszahlen im nachbörslichen Handel auf bis zu 35,10 Dollar und schloss 2,8 Prozent höher bei 34,69 Dollar, nachdem die Aktie den offiziellen Börsenhandel 1,3 Prozent im Plus bei 33,73 Dollar beendet hatte. Der Unterhaltungskonzern hatte den Gewinn nach Steuern im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres um 22 Prozent gesteigert.
Die Aktie von Synchronoss Technologies verteuerte sich sogar um 43,5 Prozent auf 22,90 Dollar. Das Unternehmen hatte zuvor ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 25 Millionen Dollar angekündigt und einen Gewinn von 0,16 Dollar je Aktie im ersten Quartal bekannt gegeben, was den Markterwartungen entsprach. Das Synchronoss ist ein Anbieter von Unternehmenssoftware. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator erhöhte sich um 0,1 Prozent auf 1992 Punkte.
Amerikanische Börsen stecken Rekord-Ölpreis gut weg
Trotz eines neuen Ölpreisrekords und überwiegend schwacher Unternehmenszahlen haben die amerikanischen Börsen am Dienstag Gewinne verbucht. Besonders Technologieaktien stiegen im Schnitt deutlich. Schnäppchenjäger nutzten laut Händlern die niedrigen Kurse in einigen Branchen zum Einstieg.
Der Dow-Jones-Index stieg um 0,40 Prozent auf 13 020,83 Punkte. Der S&P-500-Index legte um 0,77 Prozent auf 1418,26 Punkte. Der Nasdaq-Index gewann 0,78 Prozent auf 2483,31 Punkte. Nach der geplatzten Übernahme des Internet-Konzerns Yahoo durch Microsoft kamen Spekulationen über einen vielleicht doch möglichen Kauf auf. Yahoo-Chef Jerry Yang hatte sich für Verhandlungen offen gezeigt. Auch eine Kooperation mit dem Suchmaschinen-Riesen Google ist weiter im Gespräch. Titel von Yahoo gewannen 5,5 Prozent auf 25,72 amerikanische Dollar und glichen einen Gutteil ihrer schweren Vortagesverluste wieder aus, Microsoft legte um 2,1 Prozent auf 29,70 Dollar zu.
Die weltgrößte Börsenbetreiber Nyse Euronext profitierte von guten Quartalszahlen und legte um 7,2 Prozent auf 72,95 Dollar zu. Der größte amerikanische Hypothekenaufkäufer Fannie Mae erlitt im ersten Quartal erneut einen Milliardenverlust und muss sich nun eine Kapitalspritze verschaffen. Die Aktien der staatlich kontrollierten Gesellschaft gewannen dennoch um 8,9 Prozent auf 30,81 Dollar.
Aktien der amerikanischen Fluggesellschaften litten laut Börsianern unter den hohen Ölpreisen. Mit am stärksten erwischte es United Airlines (minus 5,7 Prozent) sowie die vor ihrer Fusion zum weltgrößten Anbieter stehenden Gesellschaften Delta (minus 3,0 Prozent) und Northwest (minus 5,4 Prozent). Im Plus lagen dagegen Aktien der Ölkonzerne Exxon (plus 0,6 Prozent) und Chevron (plus 1,3 Prozent).
Im Tagesverlauf kletterte der Ölpreis auf den neuen Höchststand von 122,73 Dollar je Barrel (159 Liter). Zum Abend hin gab der Preis wieder leicht nach. Experten von Goldman Sachs halten inzwischen auch einen Anstieg auf 200 Dollar für gut möglich.
Amerikanische Rentenmärkte unter Druck
Leichter haben die amerikanischen Anleihen am Dienstag im späten New Yorker Handel tendieret, nachdem sie frühe Aufschläge wieder abgegeben haben. Zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 3,500 Prozent verloren 12/32 auf 96-26/32 und rentierten mit 3,89 Prozent. Der mit 4,375 Prozent verzinste dreißigjährige Longbond reduzierte sich um 31/32 auf 95-22/32. Seine Rendite stieg damit auf 4,64 Prozent.
Mit den steigenden Aktienmärkten zeigten sich die Anleihen zunehmend unter Druck. Zudem brachten die bevorstehenden Auktionen neuer Titel Druck in den Markt. Am Mittwoch werden zehnjährige Treasuries im Umfang von 15 Milliarden Dollar verkauft, am Donnerstag folgen dreißigjährige Titel im Volumen von 6 Milliarden Dollar.
Am Morgen hatten die Notierungen noch zugelegt, da die Quartalszahlen von UBS und Fannie Mae die Sorge wegen der Kreditkrise wiederbelebt hatten. Die Flucht in die Qualität habe nur kurze Beine gehabt, sagte ein Händler. Dies werde so bleiben, wenn nicht weitere große Risiken ins Rampenlicht rücken.
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX, F.A.Z.
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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing
| Tops & Flops | +/- | Prozent |
|---|---|---|
| CONTINENTAL AG INHAB | +2,99 | +3,78 |
| HENKEL AG & CO. KGAA | +1,10 | +3,72 |
| METRO AG STAMMAKTIEN | +1,49 | +2,98 |
| DEUTSCHE TELEKOM AG | -0,68 | -5,73 |
| COMMERZBANK AG INHAB | -0,76 | -3,26 |
| MERCK KGAA INHABER - | -0,13 | -0,15 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 7.156,55 | +1,07 |
| TecDax | 866,04 | +0,54 |
| DowJones | 12.986,80 | -0,05 |
| Nasdaq | 2.528,85 | -0,19 |
| STOXX 50 | 3.862,91 | +0,21 |
| Nikkei 225 | 14.219,48 | -0,23 |
| S&P 500 Zert. | 14,25 | +1,28 |
| Euro/Dollar | 1,56 | +0,00 |
| Bund Future | 113,46 | -0,09 |
| Gold | 902,30 | +0,27 |
| Öl | 124,13 | +0,99 |
