13. Mai 2008 Der deutsche Aktienmarkt ist am Dienstag mit Kursgewinnen in den Handel gestartet. Der Dax notiert 0,35 Prozent höher bei 7060 Punkten. Am Pfingstmontag hatte er mit einem Aufschlag von 0,5 Prozent geschlossen. Für den MDax der mittelgroßen Werte geht es um 0,6 Prozent auf 9660 Zähler nach oben. Der TecDax rückte um 0,7 Prozent auf 843 Punkte vor.
Die Investoren haben am Dienstag vor allem Quartalszahlen von deutschen Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe zu verarbeiten. Dazu zählt Carl Zeiss Meditech. Die im TecDax notierte Aktie des Medizintechnik-Unternehmens verbuchte daraufhin ein Plus von 8,4 Prozent. Versatel sacken dagegen nach Vorlage der Ergebnisse um 5,2 Prozent ab.
Unter Druck steht auch der MDax-Wert Celesio, der nach den Quartalszahlen fünf Prozent niedriger notiert. Dagegen steht die K+S-Aktie mit einem Plus von 3,5 Prozent auf 294,68 Euro an der Spitze des Nebenwerte-Index. Die Analysten der Citigroup haben den Titel bei ihrer Ersteinschätzung mit einem Kursziel von 350 Euro zum Kauf empfohlen. Die größten Gewinne im Dax verbucht die Aktie der Deutschen Börse, die sich um zwei Prozent verbessert.
Renten-Futures zum Handelsstart gut behauptet
Die Renten-Futures notieren am Dienstag gut behauptet. Der Juni-Kontrakt des Bund-Futures steigt um 2 Basispunkte auf 114,93 Prozent, der Bobl.-Future um drei Basispunkte auf 109,13 Prozent. Marktteilnehmer meinen, der Markt stecke weiterhin in der Korrektur. Dabei könnte der Bund-Future die Trendlinie bei 114,75 Prozent testen, so die technischen Analysten der LBBW. Bei 115,25 Prozent sehen sie einen Widerstand. Neue Impulse werden am Nachmittag von den amerikanischen Einzelhandelsumsätzen und den amerikanischen Importpreisen erwartet.
Euro zum Dollar wenig verändert
Am Devisenmarkt tendieren die Kurse am Dienstag während des Übergangs aus dem asiatisch in den europäisch geprägten Handel wenig verändert. Die Gemeinschaftswährung steht mit 1,5536 Dollar etwa auf dem Stand aus dem späten New Yorker Geschäft. Händler sprechen nun von einer Seitwärtsbewegung nach der Euro-Rally vom Montagnachmittag und Montagabend. Der Markt warte nun auf neue Impulse, die vor allem von den amerikanischen Einzelhandelsumsätzen am Nachmittag ausgehen könnten.
Am Montagabend war der Euro bis auf gut 1,5570 Dollar gestiegen, angetrieben von Aussagen des Präsidenten der amerikanischen Notenbank-Filiale in Chicago Charles Evans, nach denen die amerikanischen Geldpolitik akkomodierend bleibe, also die Konjunktur unterstütze. Damit blieben weitere Zinssenkungen in den Vereinigten Staaten möglich, heißt es am Markt.
Aus technischer Sicht könnte der Euro zunächst in einer Bandbreite zwischen 1,5330 Dollar und 1,5610 Dollar bis 1,5660 Dollar verharren, so die Analysten der LBBW bereits am Montag. Zum Yen heißt es, dieser könnte zunächst in einer Range zwischen 103,50 Dollar/Yen und 104 Dollar/Yen gehandelt werden.
Wieder etwas nach unten tendiert das Pfund Sterling. Am Montag war das Pfund kräftig gestiegen, nachdem ein starker Anstieg der Erzeugerpreise die Zinssenkungshoffnungen erheblich gedämpft hatte. Weiterhin fest tendiert der Zloty, nachdem er die Marke
von 3,40 Zloty zum Euro gebrochen hat. Am Morgen steigt er auf 3,3826 Zloty.
Asiatische Börsen folgen Wall Street ins Plus
Die asiatischen Börsen sind am Dienstag den amerikanischen Vorgaben gefolgt und haben überwiegend im Plus geschlossen. Zu den Gewinnern gehörten exportorientierte Unternehmen, die von einem stärkeren Dollar profitierten. Auch Finanztitel legten zu - unter den Investoren machte sich zunehmend die Hoffnung breit, dass die Talsohle der amerikanischen Hypothekenkrise durchschritten sei.
In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,5 Prozent höher bei 13.953 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1,3 Prozent auf 1360 Zähler. Auch die Indizes in Hongkong, Taiwan, Singapur und Seoul tendierten im Plus. Einzig der Aktienmarkt in Shanghai notierte nach dem schweren Erdbeben in China vom Vortag im Minus. Vor allem die Werte von Versicherern rutschten ab, China Life Insurance tendierte über fünf Prozent im Minus.
In Japan legten vor allem Exportwerte wie Canon zu, die Aktie des Kameraherstellers schloss knapp drei Prozent im Plus. Das Papier des Präzisionsgeräte-Herstellers Nikon beendete den Handel nach einer Gewinnsteigerung um fast ein Drittel mit einem Zuschlag von 12,5 Prozent. Zu den Gewinnern gehörte auch der IT-Konzern Fujitsu, dessen Aktie über 13 Prozent nach oben schnellte, nachdem das Unternehmen für dieses Jahr eine Verdopplung des Nettogewinns in Aussicht stellte und von einer japanischen Bank hochgestuft wurde.
Derzeit herrsche Einkaufsstimmung an der Tokioter Börse, sagte Noritsugu Hirakawa von Okasan Securities. Trotz anhaltender Sorgen wird immer mehr darauf vertraut, dass das Schlimmste der amerikanischen Finanzkrise vorüber ist. Asiatische Bankenwerte profitierten von einem anziehenden Geschäft des weltgrößten Anleihenversicherers sowie von stärker als erwartet ausgefallenen Zahlen von Europas größter Bank HSBC. Zu den Gewinnern des Tokioter Handelstages gehörte die Mizuho Financial Group, deren Aktie 2,8 Prozent zulegte.
Aktienkurse in Hongkong mittags freundlich
Freundlich tendiert die Börse in Hongkong am Dienstagmittag (Ortszeit). Der Hang Seng-Index legt um 0,7 Prozent zu auf 25.237, wobei ein Großteil des Indexplus dem Gewinn beim Schwergewicht HSBC zu verdanken ist, das 1,7 Prozent auf 135,10 Hongkong-Dollar gewinnt. HSBC seien aus Erleichterung darüber gesucht, dass die im Bereich Verbraucherkredite aktive amerikanische Tochter geringere Rückstellungen gebildet habe als befürchtet, heißt es. Das Erdbeben in China spiele unterdessen für den Markt in Hongkong keine Rolle und die Erhöhung der Reservequoten durch China sei ohnehin erwartet worden, berichten Börsianer.
Der Umsatz wird als dünn beschrieben im Vorfeld wichtiger amerikanischer Konjunkturdaten. Ein Teilnehmer bezeichnet das Geschäft als richtungslos und sieht den Hang Seng-Index in naher Zukunft um 25.000 Punkte pendeln. PCCW verlieren 2,8 Prozent auf 4,86 Hongkong-Dollar, Cheung Kong Infrastructure 0,2 Prozent auf 31,90 Hongkong-Dollar. Beide Werte werden mit Wirkung zum 10. Juni aus dem Hang Seng-Index gestrichen.
Nachbörsliche Meldungen und Kurse aus Amerika
Die Aktienkurse an den amerikanischen Börsen tendierten am Donnerstag nachbörslich unverändert. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator gewann 0,04 Punkte auf 1997,06 Punkte.
Hewlett Packard (HP) haben am Montag im nachbörslichen Handel 1,2 Prozent schwächer tendiert mit 46,25 Dollar, nachdem bekannt geworden war, dass sich das Unternehmen in Gesprächen über eine Übernahme mit Electronic Data Systems (EDS) befindet. Im regulären Handel hatten HP knapp 5 Prozent eingebüßt, nachdem rund eine Stunde vor Handelsende erste entsprechende Gerüchte laut geworden waren. EDS legten um 0,6 Prozent zu auf 24,28 Dollar, nachdem sie bereits im regulären Handel fast 30 Prozent gewonnen hatten. Die Verhandlungen seien weit fortgeschritten, sagten informierte Personen am Montagabend. Eine Ankündigung der Transaktion könne bereits am Dienstag erfolgen. Als Kaufpreis nannten die Personen 12 Milliarden bis 13 Milliarden Dollar.
Fluor gewannen 7,6 Prozent auf 179 Dollar, nachdem der Baukonzern über den Erwartungen ausgefallene Erstquartalszahlen vorgelegt hatte. Bally Technologies wurden um 4,4 Prozent auf 38,40 Dollar nach oben genommen. Das Unternehmen hatte eine Vervierfachung des Nettogewinns in seinem dritten Quartal berichtet und außerdem seine untere Grenze für die Gewinnprognose im laufenden Jahr erhöht.
Ölpreise und Konjunktur bringen amerikanischen Börsen Ungewissheit
Für die Börsenbarometer an der Wall Street rückt kommende Woche eine entscheidende Marke in greifbare Nähe, die auf einen Durchbruch der Märkte für ein nachhaltiges Plus hindeuten würde. Doch die explodierenden Ölpreise und die Ungewissheit über die Konjunkturentwicklung könnten den Anlegern noch einen Strich durch die Rechnung machen. So richtet sich der Blick der Investoren zum Ende der Bilanzsaison eben nicht nur auf die noch ausstehenden Zahlen großer Einzelhändler wie Wal-Mart und Macy's, sondern auch auf die Rohstoffpreise und einige zentrale Wirtschaftsdaten.
Obwohl die drei großen Börsenindizes die vergangene Woche im Minus beendeten, konnten sie doch immerhin ihre Kursgewinne vom April bewahren. Und so näherten sich der Dow-Jones- und der S&P-Index sowie die Technologiebörse Nasdaq der psychologisch
wichtigen Schwelle, bei der die Kursbarometer ihren eigenen Schwankungsbereich der vergangenen 200 Tage übertreffen - ein klares Signal für echte Erholung.
Das ist der Maßstab, mit dem die Leute den großen Trend bewerten, sagte Bill Strazzullo von Bell Curve Trading in Boston. Auf dem Aktienmarkt wird dem eine große Bedeutung zugemessen. Doch das Handelsvolumen während des jüngsten Aufschwungs
seit dem Tief im März sei nicht gerade das größte gewesen. Es gibt noch große Skepsis über diese Rally. Deshalb würden viele Anleger möglicherweise schon eher kleine Gewinne mitnehmen wollen, als die weitere Wirtschaftsentwicklung abzuwarten.
Der drastische Anstieg des Ölpreises in der vergangenen Woche auf über 126 Dollar je Barrel hat der Wall Street etwas den Schwung genommen. So schloss der Dow-Jones-Index der Standardwerte am Freitag auf Wochensicht 2,4 Prozent im Minus bei 12.745 Punkten, der breiter gefasste S&P 500 gab 1,8 Prozent auf 1388 Zähler nach, und die Nasdaq verlor 1,3 Prozent auf 2445 Stellen.
Öl ist eine große Sache, sagte Manny Weintraub von Integre Advisors in New York. Der hohe Ölpreis sei aber keine wirklich neue Nachricht. Er bedeutet nur noch mehr schlechte Nachrichten für den Durchschnittsverbraucher.
Wie sehr die saftigen Preise an den Zapfsäulen die Menschen zwischen New York und San Francisco zu Zurückhaltung in anderen Bereichen des Konsums veranlassen, dürfte am Dienstag aus den Zahlen des amerikanischen Handelsministeriums zum Einzelhandelsumsatz für April hervorgehen. Am selben Tag legt mit Wal-Mart zudem der weltgrößte Einzelhandelskonzern seine Quartalsergebnisse vor, gefolgt von den Kaufhausketten Macy's am Mittwoch sowie J.C. Penney und Nordstrom am Donnerstag.
Hinweise auf Inflationsrisiken und den Zustand der amerikanischen Konjunktur erhoffen sich die Börsianer dann vom Verbraucherpreis-Index CPI, der am Mittwoch veröffentlicht wird. Am Freitag richten die Anleger schließlich ihren Blick auf die Daten zum Verbrauchervertrauen im Mai und den Wohnbaubeginnen im April. Die Zahlen könnten auch für Rückschlüsse auf die künftige Geldpolitik der amerikanischen Notenbank geben.
Amerikanische Anleihen etwas leichter
Die amerikanischen Anleihen drehten am Montag im späten New Yorker Handelsverlauf ins Minus und notierten etwas leichter. Die zehnjährigen Anleihen mit einem Kupon von 3,875 Prozent fielen um 6/32 auf 100-20/32 und rentierten mit 3,80 Prozent. Der mit 4,375 Prozent verzinste Longbond verlor 7/32 auf 97-11/32. Seine Rendite stieg damit auf 4,54 Prozent.
Die zunehmenden Kursaufschläge an der Wall Street haben laut Händlern die amerikanischen Anleihen nach einem anfangs freundlichen Handelsverlauf ins Minus gedrückt. Der Verkaufsdruck kann obendrein auf die dünnen Umsätze zurückgeführt werden, fügte ein Händler hinzu. Anleger seien offenbar zurückhaltend im Vorfeld der im weiteren Wochenverlauf anstehenden Konjunkturdaten, heißt es weiter.
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX, F.A.Z.
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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing
| Tops & Flops | +/- | Prozent |
|---|---|---|
| MERCK KGAA INHABER - | +3,42 | +4,55 |
| DEUTSCHE BÖRSE AG NA | +1,64 | +2,15 |
| FRESENIUS MEDICAL CA | +0,60 | +1,73 |
| DAIMLER AG NAMENS - | -4,09 | -9,61 |
| THYSSENKRUPP AG INHA | -1,90 | -5,67 |
| MAN AG STAMMAKTIEN O | -3,81 | -5,54 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 6.440,70 | -1,46 |
| TecDax | 721,58 | -3,36 |
| DowJones | 11.349,28 | -2,43 |
| Nasdaq | 2.280,11 | -1,97 |
| STOXX 50 | 3.354,58 | -0,97 |
| Nikkei 225 | 13.603,31 | +2,18 |
| Euro/Dollar | 1,57 | +0,03 |
| Bund Future | 110,94 | +0,75 |
| Gold | 930,58 | +0,31 |
| Öl | 124,98 | -1,22 |
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