24. Juli 2008
Unternehmen
Deutsche Post steigert Umsatz und operative Gewinn leicht
Die Deutsche Post hat im zweiten Quartal in allen Sparten operativ mindestens so viel Gewinn wie im Vorjahr erwirtschaftet. Alle Unternehmensbereiche haben die Ergebnisse des Vorjahreszeitraums vor Einmaleffekten erreicht oder übertroffen, teilte die Post am Mittwochabend überraschend mit. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Sondereffekten (Ebit) sei konzernweit um 18 Prozent gestiegen, obwohl sich das Wachstum in der Luftfracht und im Expressmarkt verlangsamt habe. Mit der Steigerung käme die Post auf ein bereinigtes Ebit von rund 858 Millionen Euro. Genaue Zahlen will Vorstandschef Frank Appel am 31. Juli vorlegen. Im ersten Quartal war das bereinigte Ebit um sechs Prozent gestiegen, einschließlich aller Sondereffekte war das operative Ergebnis allerdings ebenso zurückgegangen wie der Nettogewinn. Der Umsatzanstieg wurde zwischen April und Juni vom starken Euro gebremst. Die Post bezifferte das reale Umsatzplus auf vier Prozent, woraus sich ein Umsatz von gut 16 Milliarden Euro ergibt. Ohne Wechselkurseffekte wären die Erlöse um neun Prozent höher ausgefallen als ein Jahr zuvor, weil es gelungen sei, die Preise angesichts gestiegener Treibstoffkosten zu erhöhen. Die Halbjahreszahlen bestätigten die Erwartungen für das Gesamtjahr: Vorausgesetzt, dass sich die weltwirtschaftliche Lage nicht signifikant verschlechtert, hält der Konzern an seinem Ausblick für das Ebit vor Einmaleffekten von 4,1 Milliarden Euro für das Gesamtjahr 2008 fest, teilte die Post mit. Nach sechs Monaten 2008 liegt das bereinigte Ebit bei gut 1,8 Milliarden Euro. 2007 war die Deutsche Post insgesamt auf ein bereinigtes Ebit von 3,8 Milliarden Euro gekommen, einschließlich der Sondereffekte waren es 3,2 Milliarden. Die Sanierung des amerikanischen Geschäfts der Expresstochter DHL laufe nach Plan, erklärte die Post. Allerdings trübe sich der Markt für Luftexpress-Sendungen dort weiter ein. Die Post hatte sich Ende Mai angesichts anhaltender Verluste von ihren ehrgeizigen Expansionsplänen in den Vereinigten Staaten verabschiedet. Künftig soll der Rivale UPS den Lufttransport für DHL Express übernehmen. Die Verhandlungen mit UPS verliefen zufriedenstellend, seien aber noch nicht abgeschlossen. (Unternehmen)
Credit Suisse im zweiten Quartal zurück in Gewinnzone
Die Schweizer Großbank Credit Suisse (CS) ist im zweiten Quartal überraschend deutlich in die Gewinnzone zurückgekehrt. Der zweitgrößte Schweizer Finanzkonzern wies am Donnerstag einen Nettogewinn von 1,215 Milliarden Franken (750 Millionen Euro) aus, verglichen mit einem Verlust von 2,1 Milliarden Franken im ersten Quartal 2008 und einem Gewinn von 3,2 Milliarden Franken im Vorjahresquartal. Damit wurden die Erwartungen der Finanzanalysten deutlich übertroffen. Konzernchef Brady Dougan sprach von einem erfreulichen Quartalsergebnis. Die Risikopositionen seien weiter reduziert worden. Im Privatkundengeschäft erhielt der Finanzkonzern im Berichtsquartal Netto-Neugelder in der Höhe von 17,4 Milliarden Franken. Auch in diesem Bereich wurde deutlich, dass die Credit Suisse die Finanzkrise viel besser bewältigt hat als der Schweizer Konkurrent UBS. (AP)
Syngenta wächst deutlich und profitabel - erhöht Wachstumsprognose
Syngenta in den ersten sechs Monaten des Jahres 2008 den Umsatz um 28 Prozent auf 7.295 Millionen Dollar gesteigert. Der Reingewinn vor Restrukturierungen und Wertberichtigungen belief sich nach einem Zuwachs von 25 Prozent nach IFRS auf 1.519 Millionen Dollar. Die Zahlen für den Gewinn pro Aktie lagen nach einem Plus von 36 Prozent bei 15,93 Dollar. In der Sparte Saatgut verbuchte Syngenta ein Umsatzplus von 15 Prozent auf 1.739 Millionen Dollar, die Sparte Crop Protection konnte den Umsatz um 21 Prozent auf 5.550 Millionen Dollar steigern. Syngenta hebt aufgrund der starken Performance im ersten Halbjahr und wegen der positiven Aussichten für die Anbausaison auf der Südhalbkugel das Wachstumsziel 2008 beim Gewinn pro Aktie auf über 35 Prozent, nach einer bisherigen Prognose von plus 20 Prozent an. Syngenta geht davon aus, dass die Notwendigkeit, die landwirtschaftliche Produktivität weiter zu steigern, die Nachfrage nach den Produkten auch in Zukunft stützen werde. Der Konzern will die Produktionskapazitäten zur Bewältigung der längerfristig steigenden Nachfrage weiter ausbauen. (Unternehmensangaben)
ABB macht einen Gewinnsprung im zweiten Quartal
Der schwedisch-schweizerische Technologiekonzern ABB profitiert nach wie vor von der steigenden Nachfrage auf den Märkten für Energieeffizienz und Stromversorgung. Im zweiten Quartal dieses Jahres steigerte ABB den Konzerngewinn gegenüber dem Vorjahresquartal um 34 Prozent auf den Rekordwert von 975 Millionen Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Damit wurden die Voraussagen der Finanzanalysten knapp erfüllt. Beim Umsatz übertraf ABB mit einer Zunahme um 27 Prozent auf 9,025 Milliarden Dollar die Markterwartungen. In Lokalwährungen nahmen die Verkäufe um 15 Prozent zu. Der Auftragseingang stieg um 31 Prozent, beziehungsweise um 19 Prozent in Lokalwährungen. Interims-Konzernchef Michel Demare zeigte sich erfreut über die Rekordergebnisse. Die führenden ABB-Technologien auf dem Gebiet der Energieinfrastruktur, der Energieeffizienz und der industriellen Produktivität seien weltweit stark gefragt. Im Ausblick bestätigte ABB die Erwartung eines Wachstums von 15 bis 20 Prozent bei der Energietechnik sowie von deutlich mehr als zehn Prozent für das Automationsgeschäft. (AP)
Canon: Gewinnrückgang um 13 Prozent
Der Gewinn des japanischen Büromaschinenherstellers Canon ist im zweiten Qaurtal des Geschäftsjahres im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 13 Prozent auf 107,8 Milliarden Yen gefallen. Der Umsatz ging um 1,1 Prozent auf 1,1 Billionen Yen zurück. Gründe: Starker Yen - schwacher Absatz von Druckern und Kopierern. (Bloomberg)
Autokonzern Hyundai mit überraschendem Gewinnrückgang
Der südkoreanische Autohersteller Hyundai hat im zweiten Quartal überraschend einen kräftigen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Zur Begründung verwies das Unternehmen auf eine Abschwächung der südkoreanischen Währung, durch die der Wert der Auslandsschulden des Konzerns gestiegen sei. Unter dem Strich verdiente Hyundai laut Mitteilung vom Donnerstag 546,9 Milliarden Won (343 Millionen Euro) und damit 10,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 632,2 Milliarden Won gerechnet. Auch der Betriebsgewinn blieb mit 663 Milliarden Won nach 623 Milliarden vor Jahresfrist hinter den Erwartungen zurück. Der Umsatz lag dagegen mit 9,11 Billionen Won (5,72 Milliarden Euro) über den Prognosen. Für das Gesamtjahr erhofft sich der einschließlich seiner Tochter Kia weltweit fünftgrößte Autohersteller steigende Gewinne dank einer hohen Nachfrage nach kleineren Modellen. Diese sollen die steigenden Rohstoffkosten und andere Belastungen wettmachen. (Reuters)
Geldautomatenhersteller Wincor Nixdorf steigert Nettogewinn
Trotz des schwachen Dollar und der Bankenkrise hat der Geldautomatenhersteller Wincor Nixdorf im dritten Quartal mehr verdient. Wie der Paderborner Konzern am Donnerstag mitteilte, stieg der Nettogewinn zwischen April und Juni um 19 Prozent auf 32 Millionen Euro. Damit traf der Konzern die Erwartungen der Analysten. Im operativen Geschäft (Ebita) verdiente Wincor mit 51 Millionen Euro neun Prozent mehr als vor Jahresfrist. Der Umsatz legte um sieben Prozent auf 555 Millionen Euro zu, blieb damit aber sechs Millionen Euro unter den Analystenschätzungen. Für das Gesamtjahr bekräftigte der Vorstand seine Ziele: Der Umsatz solle um acht Prozent steigen, das Ebita um zehn Prozent. 2006/07 hatte Wincor 2,15 Milliarden Euro umgesetzt und operativ 186 Millionen Euro verdient. (Reuters)
TeliaSonera steigert Gewinn dank Geschäft in Russland und Türkei
TeliaSonera hat dank gestiegener Umsätze in Russland und der Türkei ihren Gewinn im abgelaufenen zweiten Quartal gesteigert. Der Nettogewinn stieg um 7,8 Prozent auf 4,13 Milliarden schwedische Kronen (437 Millionen Euro), wie der schwedische Telekommunikationskonzern am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten mit 4,44 Milliarden schwedische Kronen mehr erwartet. Der Umsatz legte um 5,7 Prozent auf 25,27 Milliarden schwedische Kronen zu und lag damit leicht unter den Erwartungen von 25,59 Milliarden schwedische Kronen. Das Unternehmen bestätigte den Ausblick für 2008, für das es ein stabiles Umsatzwachstum und ein Ebitda auf dem Niveau des Vorjahres erwartet. Der Nettogewinn nach Sondereinflüssen soll im Jahresverlauf etwas höher liegen. 15 Milliarden schwedische Kronen sollen in diesem Jahr für Investitionen in die Netzwerkkapazität aufgewendet werden. ((Dow Jones Newswires)
Amazon verdoppelt Nettogewinn im zweiten Quartal
Der Internethändler Amazon.com Inc hat im zweiten Quartal seinen Gewinn mehr als verdoppelt, da er Bereiche veräußert hat und von der anhaltenden Popularität seiner Versandflatrate profitierte. Das Unternehmen gab am Mittwoch allerdings einen verhaltenen Ausblick für das zweite Halbjahr. Amazon erzielte von April bis Juni einen Nettogewinn von 158 Millionen Dollar oder 0,37 Dollar je Aktie. Analysten hatten durchschnittlich 0,26 Dollar je Anteilsschein erwartet. Im Vorjahr hatte Amazon 78 Millionen Dollar oder 0,19 Dollar je Aktie verdient. Zugute kam dem Unternehmen in diesem Jahr dabei ein Vorsteuerertrag von 53 Millionen Dollar aus dem Verkauf des europäischen DVD-Verleihgeschäfts. Auch beim Umsatz wurden die Analystenerwartungen übertroffen. Amazon erzielte mit 4,06 Milliarden Dollar ein Plus von 41 Prozent. Die Vorabschätzungen hatten sich auf 3,96 Milliarden Dollar belaufen. (Dow Jones Newswires)
Itelligence: Profitables Wachstum
Die Itelligence AG erzielte das beste Halbjahresergebnis in der Unternehmensgeschichte und konnte damit die gute Geschäftsentwicklung des ersten Quartals zum Ende des Halbjahres noch einmal deutlich verbessern. Innerhalb der ersten sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres stieg der Umsatz um 14,9 Prozent auf 101,8 Millionen Euro nach 88,6 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2007. Gegenüber dem Vorjahresquartal erzielte Itelligence ein Umsatzplus von 21,7 Prozent und erreichte 53,9 Millionen Euro (2. Quartal 2007: 44,3 Millionen Euro). Der Auftragsbestand erhöhte sich gleichzeitig um 30,1 Prozent auf 160,4 Millionen Euro (Vorjahresquartalsende: 123,3 Millionen Euro). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verdoppelte sich im zweiten Quartal nahezu auf 4,3 Millionen Euro (Vorjahresquartal: 2,2 Millionen Euro). Daraus ergibt sich eine Ebit-Marge von 8,1 Prozent, die deutlich über dem Wert von 4,9 Prozent im Vorjahreszeitraum liegt. Entsprechend stieg auch das Ebit des ersten Halbjahres um insgesamt 22,9 Prozent auf 5,9 Millionen Euro (1. Halbjahr 2007: 4,8 Millionen Euro). Die Ebit-Marge für die ersten sechs Monate beläuft sich damit auf 5,8 Prozent (Vorjahr: 5,4 Prozent). Nach diesem guten zweiten Quartal bestätigt der Vorstand der Itelligence AG die Umsatz- und Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2008 und geht weiterhin davon aus, dass Itelligence im Gesamtjahr einen Umsatz zwischen 210 und 214 Millionen Euro (Umsatz 2007: 190,9 Millionen Euro) erreicht. Die Ebit-Marge des laufenden Geschäftsjahres soll bei 6,2 bis 6,4 Prozent liegen (Ebit-Marge 2007: 6,0 Prozent). (Ad-hoc)
AT&S: Stagnierender Umsatz, fallender Gewinn, kein Ausblick
Der Umsatz der AT&S erreichte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2008/09 115,2 Millionen und lag somit 0,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Bruttogewinn fiel auf 15,9 Millionen Euro (minus 15 Prozent). Dies führt zu einer Bruttomarge von 13,8 Prozent, 2,6 Prozentpunkte niedriger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das Ebit erreichte 5,6 Millionen Euro und liegt damit um 28 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Ebit Marge betrug 4,9 Prozent, 1,9 Prozentpunkte niedriger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. AT&S erzielte im abgelaufenen Quartal ein Ergebnis vor Steuern von 5,3 Millionen Euro (minus 42 Prozent). Der Periodenüberschuss (net income) betrug 5,0 Millionen Euro (minus 45 Prozent). Die Steuerquote lag im ersten Quartal bei 4,6 Prozent. Somit liegt das Ergebnis pro Aktie im ersten Quartal bei Euro 0,22 (minus 45 Prozent). Das Unternehmen nimmt von einer exakten Guidance Abstand. (Ad-hoc)
Air Products und Praxair steigern Gewinne
Die Linde-Konkurrenten Air Products und Praxair aus den Vereinigten Staaten haben im abgelaufenen Quartal von kräftigen Preisanhebungen bei Industriegasen profitiert und ihren Gewinn gesteigert. Air Products teilte am Mittwoch mit, im operativen Geschäft seien mit 288 Millionen Dollar 16 Prozent mehr als vor Jahresfrist verdient worden. Mit 1,31 Dollar pro Aktie lag der Gewinn um einen Cent über den Erwartungen der Analysten. Der Nettogewinn sei indes durch Sonderposten belastet um rund 75 Prozent auf 70,1 Millionen Dollar geschrumpft. Der Umsatz stieg um 16 Prozent auf 2,81 Milliarden Dollar. Dazu trugen auch ein insgesamt höherer Absatz und der schwache Dollar bei. Für das laufende Quartal sagte Air Products einen Gewinn pro Aktie im operativen Geschäft zwischen 1,37 und 1,42 Dollar voraus. Analysten hatten bislang im Schnitt mit 1,35 Dollar gerechnet. Praxair steigerte seinen Nettogewinn um 20 Prozent auf 349 Millionen Dollar oder 1,08 Dollar pro Aktie. Damit lag der Konzern zwei Cent über den Erwartungen. Der Umsatz stieg um 23 Prozent auf 2,88 Milliarden Dollar. Besonders starke Zuwächse gab es in Asien und Südamerika, aber auch die Geschäfte in Europa und Nordamerika entwickelten sich gut. Neben höheren Preisen profitierte Praxair nach eigenen Angaben auch von Schritten zur Kostensenkung. Für das laufende Quartal sagte das Unternehmen einen Gewinn pro Aktie zwischen 1,06 und 1,10 Dollar und für das Gesamtjahr von 4,20 bis 4,30 Dollar voraus. Analysten erwarteten bislang für das dritte Quartal im Schnitt 1,08 Dollar und für das Gesamtjahr 4,24 Dollar. Linde selbst will am 1. August seine Zahlen vorlegen. (Reuters)
Microsoft koppelt Online-Dienste in neue Sparte aus
Der Windows-Hersteller Microsoft verstärkt den Fokus auf seine Online-Dienste und koppelt sie in eine eigenständige Sparte aus. Bisher waren die Internet-Aktivitäten in einem Bereich mit dem Windows-Geschäft untergebracht. Der einflussreiche Chef der bisherigen Sparte, Kevin Johnson, verlässt das Unternehmen, wie Microsoft am Mittwoch mitteilte. Nach Informationen des Wall Street Journal (Donnerstag) wird er die Führung beim Netzwerk-Ausrüster Juniper Networks übernehmen. Johnson gilt als einer der Architekten des gescheiterten Übernahmeangriffs auf den Internet-Konzerns Yahoo!. Microsoft hatte in den vergangenen Jahren Milliarden in sein Online-Geschäft investiert, aber nur mit mäßigem Erfolg. Google dominiert nach wie vor das Geschäft mit Internet-Werbung, zudem steigt auch die Konkurrenz beispielsweise für die Office-Bürosoftware durch Programme aus dem Netz. (dpa)
Chrysler streicht 1.000 Stellen in Verwaltung
Der drittgrößte amerikanische Autokonzern Chrysler wird wegen Absatzschwierigkeiten bis Ende September 1000 Stellen in der Verwaltung streichen. Damit reagiere das Unternehmen, das vom Finanzinvestor Cerberus kontrolliert wird, auf die schwierige Lage auf dem amerikanische Markt, sagte eine Firmensprecherin am Mittwoch in Detroit. Chrysler kämpft wie auch seine Rivalen General Motors, Ford und Toyota mit der sinkenden Nachfrage nach schweren Pick-Ups und Geländewagen in den Vereinigten Staaten . Sie ist als Reaktion auf steigende Benzinpreise und die Hypothekenkrise eingebrochen. Chrysler hat in diesem Jahr einen Rückgang seines Umsatzes um 19 Prozent hinnehmen müssen und bereits die Schließung eines Werkes in St. Louis angekündigt. Der Deutsche Autobauer Daimler hatte vor einem Jahr rund 80 Prozent der Anteile an der verlustreichen Tochter Chrysler an den Finanzinvestor Cerberus verkauft. (Reuters)
Experte erwartet nach Porsche-Übernahme Einschnitte bei VW
Die Zustimmung der EU-Kommission zur Übernahme von Volkswagen durch Porsche wird nach Ansicht eines Experten schon bald zu Einschnitten für die VW-Mitarbeiter führen. Es wird zu längeren Arbeitszeiten und Anpassungen der Löhne und Gehälter bei Volkswagen kommen, sagte Ferdinand Dudenhöffer vom Center of Automotive Research (CAR) der Fachhochschule Gelsenkirchen dem Hamburger Abendblatt (Donnerstagsausgabe). Der nun wachsende Einfluss des Porsche-Vorstandschefs Wendelin Wiedeking werde zu mehr Leistungsorientierung führen. Im Gegenzug wird sich Dudenhöffer zufolge die Macht des VW-Betriebsrates in der bisherigen Form nicht aufrechterhalten lassen. Betriebsratschef Bernd Osterloh hat keine andere Wahl, als im Machtkampf mit Porsche einzulenken. Er laufe sonst Gefahr, als alleiniger Kämpfer immer neue Kriegserklärungen zu verbreiten, während ihm seine Truppe wegläuft, sagte der Auto-Experte. Der Porsche-Konzern hatte am Mittwoch von der EU-Kommission grünes Licht für die Übernahme des Wolfsburger Autobauers Volkswagen bekommen. (AFP)
Wirtschaft
Beige Book: Preisdruck & schwache Konjunktur
Die amerikanische Notenbank hat erneut vor den wirtschaftlichen Folgen des hohen Preisdrucks gewarnt. Wie die Federal Reserve (Fed) am Mittwoch in ihrem Bericht zur Lage der Konjunktur mitteilte, bekommen die amerikanische Verbraucher und Unternehmen weiter deutlich die Kostensteigerungen bei Energie und Lebensmitteln zu spüren. Zudem habe sich das Tempo der Wirtschaftsaktivität in den Vereinigten Staaten bis Mitte Juli etwas verlangsamt. Der Preisdruck sei landesweit hoch. Damit gibt es zunehmend Hinweise auf Inflationsgefahren. Auch auf dem Markt für Wohnimmobilien gibt es der Fed zufolge keine Besserung. Zum Teil habe sich die Situation sogar verschlechtert. Der Bericht dient zur Vorbereitung der nächsten Zinsentscheidung am 5. August. Experten erwarten bei der kommenden Sitzung keine Änderung der Geldpolitik. Die Fed hat nach Ausbruch der Finanzkrise den Leitzins schrittweise von 5,25 auf 2,0 Prozent gesenkt. Zugleich ist die Inflationsrate durch die rasant anziehenden Energiepreise im Juni mit 5,0 Prozent auf den höchsten Stand seit 1991 gestiegen. Fed-Chef Ben Bernanke bezeichnete es vor diesem Hintergrund jüngst als Top-Priorität der Notenbank, die Inflation auf ein annehmbares Niveau zurückzuführen. Der Fed-Gouverneur von Philadelphia, Charles Plosser sagte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass die Zentralbank die Zinsen anheben müsse, um die Inflation zu begrenzen. Dabei sollte sie jedoch die schwache Konjunktur im Blick behalten. Plosser gilt als Verfechter einer straffen Zinspolitik. Er hat bereits in mehreren Sitzungen des Offenmarktausschusses dafür plädiert, die Zinsen nicht zu stark zu senken. (Reuters)
Neuseelands Notenbank senkt Leitzins um 25 Basispunkte
Die neuseeländische Zentralbank hat am Donnertag überraschend ihre Geldpolitik gelockert und weitere Leitzinssenkungen in den kommenden Monaten in Aussicht gestellt. Mit der ersten Senkung seit fünf Jahren wird der geldpolitische Schlüsselsatz um 25 Basispunkte auf 8,00 Prozent zurückgefahren, wie die Notenbank mitteilte. Vorausgesetzt, dass sich der Inflationsausblick weiter verbessert und keine exzessive Wechselkursabwertung eintritt, gehen wir davon aus, dass der Leitzins weiter zurückgeht, erklärte Gouverneur Alan Bollard. Ökonomen zeigten sich von den Äußerungen überrascht und sagten, nun könne von einer langen Serie von Zinslockerungen ausgegangen werden. Zwar gehe es das Risiko, dass die neuseeländische Zentralbank nach einigen absichernden Senkungen eine Zinspause einlegt, sagte Goldman-Sachs-Volkswirt Shamubeel Eaqub. Wahrscheinlicher aber seien einige Zinssenkungen um 50 Basispunkte, um schnell ein neutrales Niveau zu erreichen. Ein neutrales Zinsniveau übt weder stimulierend noch restriktiv auf das Wirtschaftswachstum. (Dow Jones Newswires)
Brasiliens Notenbank erhöht Leitzins um 75 Basispunkte
Die brasilianische Zentralbank hat am Mittwoch (Ortszeit) ihre Geldpolitik etwas stärker als erwartet gestrafft. Angesichts einer starken Binnennachfrage und eines hohen Inflationsdrucks sei einmütig beschlossen worden, den Leitzins um 75 Basispunkte auf 13,00 Prozent zu erhöhen, erklärte der Geldpolitische Ausschuss im Anschluss an seine Sitzung. Damit wurden die Zinsen in Brasilien in drei aufeinander folgenden Monaten erhöht. Ökonomen hatten nur eine Erhöhung um 50 Basispunkte erwartet. (Dow Jones Newswires)
Japans Handelsbilanzüberschuss im Juni stark gefallen
Der Überschuss in der japanischen Handelsbilanz ist im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat stark gefallen, wobei die Exporte zum ersten Mal seit über viereinhalb Jahren zurückgingen. Der Aktivsaldo sank um 88,9 Prozent auf 138,6 Milliarden Yen, wie das Finanzministerium in Tokio am Donnerstag mitteilte. Damit wurde den vierten Monat in Folge ein Rückgang verzeichnet. Volkswirte hatten im Durchschnitt nur einen Rückgang um 63,9 Prozent erwartet. Der Wert der Exporte ging auf Jahressicht um 1,7 Prozent zurück, verursacht von einer geringeren Nachfrage vor allem in den Vereinigten Staaten und Europa, aber auch in Asien. Im Handel mit den Vereinigten Staaten reduzierte sich Japans Handelsbilanzüberschuss um 40,2 Prozent, gegenüber Europa wurde ein Minus von 28,8 Prozent verzeichnet. Der Überschuss im Handel mit asiatischen Ländern sank um 6,3 Prozent. (Dow Jones Newswires)
Repräsentantenhaus verabschiedet Hilfspaket gegen Immobilienkrise
Angesichts der anhaltenden Immobilienkrise in den Vereinigten Staaten hat das Repräsentantenhaus ein milliardenschweres Hilfspaket für betroffene Hausbesitzer und Banken verabschiedet. Der entsprechende Gesetzestext wurde am Mittwoch mit 272 gegen 152 Stimmen angenommen. Er sieht unter anderem Umschuldungs-Hilfen des Staates für in Schwierigkeiten geratene Hausbesitzer vor. Auch trudelnden amerikanische Finanzinstituten soll mit dem Notpaket unter die Arme gegriffen werden, vor allem den krisengeschüttelten Hypothekenfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac. Sie verwalten rund 40 Prozent der privaten Immobilienkredite in den Vereinigten Staaten und stecken in heftigen Schwierigkeiten. Dem Gesetzespaket muss nun noch der Senat zustimmen. Danach bekommt es Präsident George W. Bush zur Unterzeichnung vorgelegt. (AFP)
Zeitung - Japanische Konzerne planen Autos aus Kohlefasern
Die japanischen Automobilkonzerne Nissan Motor, Honda Motor und Toray Industries wollen einem Zeitungsbericht zufolge gemeinsam Pkw-Karosserien aus neuartigen Kohlenstofffasern entwickeln. Zusammen mit den Textilherstellern Mitsubishi Rayon und Toyobo planten die drei Konzerne eine Massenproduktion dieses Materials in einigen Jahren, berichtet die Zeitung Nikkei am Donnerstag in ihrer Donnerstagausgabe. Damit sollen Fahrzeuge 40 Prozent leichter als herkömmliche Autos aus Stahl werden. Die japanische Regierung unterstütze das Projekt in der Hoffnung, den globalen Wettlauf zur Entwicklung von umweltfreundlichen Pkws zu gewinnen, berichtet das Wirtschaftsblatt weiter. Das Handelsministerium wolle umgerechnet rund 12 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren beisteuern. Die neuen Autos sollen weniger Kraftstoff verbrauchen. Zudem sei eine Senkung des Kohlendioxid-Ausstoßes um 30 Prozent geplant. (Reuters)
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX.
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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing
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