Frühaufsteher

Kurse treten auf der Stelle

21. April 2008 Nach der Rally in der vergangenen Woche sind die deutschen Aktien wenig verändert in die Montagsitzung gegangen. Der Dax gibt bis 9.16 Uhr um 0,2 Prozent oder 11 Punkte auf 6.832 leicht nach. Bei den Einzeltiteln halten sich die Kursausschläge in engen Grenzen. Der schwache Dollar und der hohe Ölpreis wirkten weiterhin als Bremsen, sagen Händler. Zudem gelte es die Quartalsausweise der Unternehmen abzuwarten. Die Zahlenwelle kommt im Verlauf dieser Woche auch in Europa insRollen.

Technisch ist der Dax nach der Erholung der Vorwoche nun bei 6.700 Punkten unterstützt. Auf Widerstand trifft der Index bei 7.060 bis 7.080 Zählern. An Wall Street legen mit der Bank of America, Eli Lilly, Merck & Co sowie Texas Instruments weitere Schwergewichte im Tagesverlauf Geschäftszahlen vor, die für Impulse sorgen könnten.

Deutsche Post verlieren 0,4 Prozent auf 20,37 Euro. Hier stehen die Zeichen auf Warnstreiks, nachdem man sich in den Tarifverhandlungen mit ver.di bislang nicht einigen konnte. MAN geben leicht nach. Laut „Euro am Sonntag“ könnte sich der Börsengang des Druckmaschinen-Geschäfts MAN Roland verschieben. Die drei größten Verlierer im Dax sind BMW, Allianz und Münchener Rück. Gewinner sind Linde, die sehr volatile Hypo Real Estate und Merck. Letztere profitieren möglicherweise von einem positiven Kommentar der Credit Suisse.

Fresenius handeln nach dem Kauf der indischen Dabur Pharma für 139 Millionen Euro unverändert. Analystin Leslie Iltgen vom Bankhaus Lampe nennt den Zukauf einen kleineren, aber strategisch sinnvollen und bestätigt die Empfehlung „Kaufen“ für Fresenius. Im TecDax steigen QSC um 4,6 Prozent auf 2,50 Euro. Das Unternehmen sei stark in das laufende Jahr gestartet, sagte Finanzvorstand Markus Metyas in der „FASZ“. Nach ersten Indikationen von Tele Atlas für das erste Quartal verliert die Aktie 4 Prozent auf 25,32 Euro.

Rentenmarkt dürfte eher defensiv tendieren

Am deutschen Rentenmarkt rechneten Experten am Montag zwar zunächst mit leichten Kursgewinnen. Zum Wochenstart sollten die Aktienmärkte bestimmender Faktor für das Geschehen auf den Rentenmärkten sein, hieß es im Morgenkommentar der HSH Nordbank. Die HSH Nordbank erwarteten den Bundfuture in einer Handelsspanne zwischen 113,55 und 114,24 Punkten. Im frühen Handel liegt der Kontrakt jedoch mit einem Minus von 17 Stellen bei 114,24 Prozent.

Devisen: Euro steigt wieder Richtung Rekordhoch - deutlich über 1,58 Dollar

Der Kurs des Euro ist am Montag mit der Aussicht auf schwache Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten wieder gestiegen. Im frühen Handel stand die Gemeinschaftswährung bei 1,5830 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag noch auf 1,5780 (Donnerstag: 1,5872) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 0,6337 (0,6300) Euro. Am Donnerstag hatte der Euro noch zeitweise einen Rekordstand von 1,5982 Dollar erreicht. Im Verlauf der Woche würden die Anleger mit schwachen Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten rechnen, begründeten Experten die Kursgewinne beim Euro. „Mit Blick auf die zur Veröffentlichung anstehenden Konjunkturdaten und Unternehmensbilanzen herrscht an den Devisenmärkten eine große Vorsicht vor“, sagte der Devisenexperte Thomas Lam von der United Overseas Bank. Besonders skeptisch seien die Anleger mit Blick auf die neusten Daten vom amerikanische Immobilienmarkt und bei den zu erwartenden Bilanzen der Bank of America und der Credit Suisse Group.

Aktienbörsen in Tokio fester - amerikanische Vorgaben beflügeln

Die Aktienbörsen in Tokio haben zum Wochenauftakt freundlich tendiert. Die Kurszuwächse der amerikanische Börsen vom Freitag hätten dem Markt Auftrieb gegeben, sagte Händler. Zudem helfe der schwächere Yen den Aktien von exportorientierten Firmen. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index beendete den Vormittagshandel mit einem Plus von 1,64 Prozent auf 13.597 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index kletterte um 1,8 Prozent auf 1327 Stellen. Die Hoffnung auf ein absehbares Abflauen der Kreditkrise hatte den New Yorker Börsen am Freitag einen kräftigen Schub verliehen. Die Anleger ließen sich auch von einem neuen Milliardenverlust bei der Citigroup nicht schrecken. Vielmehr hinterließ das Quartalsergebnis der größten amerikanische Bank bei Investoren den Eindruck, die Institute hätten konkrete Schritte eingeleitet, um die Finanzkrise hinter sich zu lassen. Überraschend gute Zahlen des Suchmaschinenbetreibers Google beflügelten Technologiewerte. Der Dow-Jones-Index schloss um 1,8 Prozent fester bei 12.849 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte 1,81 Prozent zu, der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 2,61 Prozent. In Tokio stiegen am Montag Papiere von Honda um 6,7 Prozent, Toyota kletterten um 4,1 Prozent. Unter den Finanzwerten legten die Papiere der größten japanischen Bank UFJ Financial 2,8 Prozent zu.

Aktien Hongkong am Mittag sehr fest - A-Aktien stützen

Sehr fest haben die Aktien an der Börse Hongkong am Montag die erste Handelshälfte beendet. Der HSI gewinnt infolge guter amerikanische Vorgaben vom Freitag und Kurszuwächsen bei den an den Bösen in Schanghai und Schenzen gehandelten chinesischen A-Aktien 2,5 Prozent auf 24.800 Punkte. Marktbeobachter gehen allerdings davon aus, dass die Aufwärtstendenz in der zweiten Handelshälfte nicht weiter ausgebaut werden kann, da das Momentum als nicht sehr stark eingeschätzt wird. Die Versicherer China Life und Ping An legen um 4,2 Prozent oder 5,3 Prozent auf 29,95 Hongkong-Dollar oder 63,10 Hongkong-Dollar zu. China Overseas gewinnen 5,2 Prozent auf 15,42 Hongkong-Dollar.

Börse Shanghai nach neuen Handelsbeschränkungen vorübergehend deutlich fester

Die Aktienbörse in Shanghai hat am Montag deutlich zugelegt. Der Leitindex SSEC stieg zu Handelsbeginn um 6,8 Prozent, gab einen Großteil des Zuwachses im Verlauf aber wieder ab. Grund für den Sprung war nach Angaben von Händlern die neuen Beschränkungen, die die Wertpapieraufsicht (CSRC) am Sonntag öffentlich gemacht hatten. Darin ist vorgesehen, dass Aktien, die zunächst an Haltefristen gebunden sind, nach Ablauf dieser Fristen zunächst nicht in den regulären Markt zurückfließen dürfen. Vielmehr werde für diese Papiere ab sofort ein Handelssystem eingeführt, das separat zu den normalen Börsen von Shanghai und Shenzhen laufe. Damit solle ein exzessiver Rückfluss von neuen Papieren verhindert werden, der einen dauerhaften Druck auf die Aktienkurse ausüben und die Preisfeststellung verzerren könne, erklärte die CSRC. (Reuters)

Nachbörsliche Meldungen und Kurse aus Amerika

Die Aktienkurse in den Vereinigten Staaten tendierten am Freitag nachbörslich wenig verändert. Der Index Nasdaq 100 After Hours Indicator fiel um 0,29 Punkte auf 1.899,99 Zähler.

Im nachbörslichen Handel an der Börse New York haben sich am Freitag kaum Kursveränderungen ergeben. Zu den am meisten gehandelten Aktien gehörten Microsoft, die um 0,7 Prozent auf 30,22 Dollar zulegten.

Wall Street schließt sehr fest - Google und Citigroup im Fokus

Beflügelt durch die Geschäftszahlen von Google und Citigroup hat die Wall Street am Freitag sehr fest geschlossen. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) legte um 1,8 Prozent oder 229 Punkte auf 12.849 zu. Der marktbreitere S&P-500 stieg ebenfalls um 1,8 Prozent oder 25 Zähler auf 1.390, während es für den technologielastigen Nasdaq Composite um 2,6 Prozent oder 61 Punkte auf 2.403 nach oben ging. Gehandelt wurden 1,48 (Donnerstag: 1,23) Milliarden Aktien. 2.449 Kursgewinnern standen 692 Kursverlierer gegenüber; 86 Titel schlossen unverändert.

„Es gibt realistische Gründe für die Annahme, dass keine Gefahr für ein Kollabieren des amerikanische Finanzsystems besteht“, sagte Analyst Howard Simons von Bianco Research. Es gebe Probleme, aber dies sei nicht das Ende der Welt. „Die Wall Street sucht nach dem Licht am Ende des Tunnels und hofft, dass das Thema Abschreibungen vorüber ist“, sagte ein Händler. Die amerikanische Notenbank Fed habe mit ihrer Zinspolitik ein günstiges Klima für Banken geschaffen. Zu den größten Gewinnern unter den Standardwerten aus dem DJIA gehörten mit einem Plus von 4,5 Prozent auf 25,11 Dollar die Aktien der Citigroup.

Hier preisten die Anleger das Ausbleiben weiterer Hiobsbotschaften über Abschreibungen aus der Kreditkrise ein. Die größte Bank der Vereinigten Staaten hatte zwar in den ersten drei Monaten einen Verlust von 1,02 Dollar je Aktie verbucht und damit die Konsensprognose eines Fehlbetrags von 0,95 Dollar je Anteilschein verfehlt. Allerdings fielen die direkt aus dem Subprime-Debakel resultierenden Abschreibungen mit 6 Milliarden Dollar weniger hoch als zuletzt befürchtet aus. „Die Zahlen der Citigroup waren nicht berauschend, aber es hätte schlimmer kommen können“, so Paul Nolte, Director of Investments bei Hinsdale Associates.

Daneben verteuerten sich die Papiere des Baumaschinenherstellers Caterpillar kräftig und stiegen um 8,5 Prozent auf 85,28 Dollar. Hier wurden die guten Zahlen für das Auftaktvierteljahr sowie der bestätigte Ausblick auf das Gesamtjahr honoriert. Der Gewinn je Aktie lag mit 1,45 Dollar deutlich über der Konsensprognose von 1,34 Dollar je Anteilschein. Demgegenüber verbilligen sich die Papiere des Softdrink-Herstellers Coca Cola um 0,9 Prozent auf 60,11 Dollar und Procter & Gamble gaben um 0,6 Prozent auf 67,17 Dollar nach. Beide Unternehmen gelten als eher defensive Investments. Börsianer werteten dies als nachlassende Risikoaversion.

Die mit Abstand deutlichsten Kursgewinne am amerikanische Aktienmarkt verbuchten die Papiere des Internet-Suchmaschinenbetreibers Google. Das neben Intel als tonangebend für den gesamten Technologiesektor geltende Unternehmen enttäuschte Anleger am Vortag mit seinen Zahlen zum ersten Quartal nicht: Mit einem Gewinn ex Aktienoptionen von 4,84 Dollar je Anteilschein verdiente Google wesentlich mehr, als von Analysten erwartet worden war, die im Mittel ihrer Prognosen lediglich mit 4,52 Dollar gerechnet hatten.

Damit wurden nach Ansicht der Anleger vor den Daten veröffentlichte Presseberichte widerlegt, nach denen die Akzeptanz der Werbeanzeigen auf der Homepage des Suchmaschinenbetreibers im Schwinden begriffen ist. Die sich nun anschließende Erleichterungs-Rally katapultierte die Aktien um 20 Prozent auf 539,42 Dollar nach oben. Nach Vorlage von Geschäftszahlen kletterten Honeywell um 6,3 Prozent auf 60,99 Dollar, AMD verbilligten sich dagegen um 1,3 Prozent auf 6,11 Dollar.

Amerikanische Anleihen im späten Verlauf gut behauptet

Die Notierungen der amerikanische Anleihen haben am Freitagabend im späten New Yorker Geschäft am langen Ende des Marktes ins Plus gedreht und zeigen sich mit gut behaupteter Tendenz. Zehnjährige Titel mit einem Kupon von 3,50 Prozent fügen 2/32 auf 98-6/32 hinzu und rentieren mit 3,72 Prozent. Der mit 4,375 Prozent verzinste 30-jährige Staatsanleihe gewinnt 9/32 auf 97-27/32, seine Rendite fällt damit auf 4,51 Prozent. Die Notierungen am kurzen Ende des Marktes tendieren dagegen mit knapp behaupteter Tendenz. Die verbesserte Stimmung am Aktienmarkt deute zwar auf eine nachlassende Risikoaversion unter Anlegern hin, aber es blieben Zweifel über den Zustand der amerikanische Konjunktur, erläutern Händler. Schließlich stehe die Berichtssaison erst am Anfang und böse Überraschungen seien keineswegs ausgeschlossen. Für etwas Entlastung sorgte auch der Umstand, dass die amerikanische Börsen in der zweiten Sitzungshälfte ihre Höchststände nicht halten konnten.

Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX, F.A.Z.

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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing

 
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NamePunkteProzent
Dax 6.272,21 -1,28
TecDax 734,26 -0,60
DowJones 11.288,54 +0,65
Nasdaq 2.245,38 -0,27
STOXX 50 3.275,20 -1,67
Nikkei 225 13.237,89 -0,21
S&P 500 Zert. 12,61 +0,08
Euro/Dollar 1,57 -0,07
Bund Future 111,54 +0,36
Gold 932,30 +0,03
Öl 145,16 +0,10
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