Medienschau

UBS nur dank Steuergutschrift robust

04. Juli 2008 

Unternehmen

UBS erzielt im 2. Quartal ausgeglichenes bis leicht negatives Ergebnis

Die schweizerische Großbank erwartet für das gerade abgeschlossene zweite Quartal ein „ausgeglichenes bis leicht negatives Ergebnis“. Die positiven Ergebnisbeiträge von Global Wealth Management & Business Banking sowie von Global Asset Management würden durch einen weiteren Verlust der Investment Bank neutralisiert, teilte die UBS AG, Zürich, am Freitag mit. Das Ergebnis beinhalte auch eine Steuergutschrift von rund 3 Milliarden Franken als Folge der bis heute angefallenen Verluste. (Dow Jones Newswires)

Japanische Bank Mizuho plant Kapitalerhöhung wegen Kreditkrise

Die zweitgrößte japanische Bank Mizuho Financial plant wegen der Verluste im Zuge der amerikanische Hypothekenkrise eine Kapitalerhöhung von umgerechnet 1,8 Milliarden Euro. Dazu würden Vorzugsaktien an strategische Investoren im Inland ausgegeben, teilte das Institut am Freitag mit. Mizuho ist die am schwersten von der Krise betroffene Bank in Japan. Fehlspekulationen mit zweitklassigen Immobilienkrediten in den Vereinigten Staaten hatten das Geldhaus im vergangenen Geschäftsjahr bis März 2008 knapp vier Milliarden Euro gekostet. Im Schlussquartal rutschte die Bank erstmals seit 2003 wieder in die Verlustzone. (Reuters)

Zeitung - Japanische ANA plant Kauf von fünf Airbus A380

Die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) plant einem Zeitungsbericht zufolge den Kauf von fünf Airbus-Superjumbos vom Typ A380. Angesichts der steigenden Treibstoffpreise wolle ANA mit dem Großraumflugzeug, das mehr Passagiere bei weniger Flügen befördern kann, Kosten senken, berichtete die Wirtschaftszeitung „Nikkei“ am Freitag. Auch Verzögerungen bei der Lieferung des Dreamliner von Airbus-Konkurrent Boeing habe zu den Überlegungen geführt. Eine offizielle Entscheidung über den Kauf der A380-Maschinen solle um September herum getroffen werden. Der Preis für die fünf Maschinen liege bei 936 Millionen Dollar. (Reuters)

Daimler: „Kursniveau provoziert Übernahme“- Frankfurter Allgemeine Zeitung

Daimler sollten am Freitag im Auge behalten werden. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, provoziere das Kursniveau Übernahmeversuche. Vier oder fünf Milliarden Euro würden reichen, um bei Daimler der größte Aktionär zu werden. Es sei nur eine Frage der Zeit, wann ein Investor aktiv wird, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf Analysten. Arndt Ellinghorst, Analyst von Credit Suisse, rechnet in der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vor: „Man bekommt für gut 35 Milliarden Euro die wichtigste Premium-Marke der Welt sowie den größten Nutzfahrzeughersteller und dazu noch 10 Milliarden Euro liquide Mittel, die Daimler in der Kasse hat.“ Dies sei ein gutes Geschäft und werde von einigen Investoren auch so gesehen. Jetzt sei es nur noch eine Frage des Timings. Ein Börsianer sagte: „Übernahmespekulationen könnten eine kräftige Erholung anstoßen.“ Immerhin sei der Autotitel auf das Kursniveau von September 2006 durchgereicht worden. (siehe auch: Daimler: „Das Kursniveau provoziert Übernahmeversuche“)

Wirtschaft

Ölpreis erreicht neue Rekordhochs über 145 Dollar je Barrel

Der Ölpreis hat am Donnerstag an der New Yorker Rohstoffbörse Nymex seinen Aufwärtstrend ungebremst fortgesetzt und über 145 Dollar je Barrel neue Rekordhochs erreicht. Das Allzeithoch liegt nunmehr bei 145,85 Dollar. Geschlossen hat der führende August-Kontrakt auf ein Barrel der Sorte Light Sweet Crude auf dem neuen Rekordschluss von 145,29 Dollar, das liegt 1,72 Dollar oder 1,2 Prozent über dem Vortages-Settlement. Das Tagestief lag bei 143,22 Dollar. „Im Augenblick kümmert sich der Markt nur um eine Frage: Wie hoch kann es gehen?“, kommentierte Tim Evans, Analyst bei Citi Futures Perspective. Dies sei der aktuelle Fokus des Marktes und der werde auch nicht durch einen stärkeren Dollar verdrängt, fügte er hinzu. Am Nachmittag hatte der Ölpreis nur kurz mit Abschlägen auf die Dollarstärke im Zuge der Zinsaussagen der EZB reagiert. Gewöhnlich reagiert der Ölpreis invers auf die Dollarentwicklung. Fundamental stütze die große Nachfrage aus Asien und dem Nahen Osten - trotz der schwächeren weltweiten Konjunktur und der sinkenden Nachfrage aus den Vereinigten Staaten . (Dow Jones Newswires)

Japan: Absatz von Importfahrzeugen im Juni -15,1 Prozent zum Vorjahr

Der Verkauf von Importfahrzeugen ausländischer Hersteller in Japan hat im Juni um 15,1 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen. Es handelte sich um den zweiten Rückgang in Folge, wie die Japan Automobile Importers Association (JAIA) am Freitag mitteilte. Insgesamt wurden im Juni 24.406 Fahrzeuge ausländischer Hersteller abgesetzt. Den ausgeprägtesten Rückgang unter den großen Herstellern verzeichnete BMW mit einem Umsatzminus im Jahresabstand von 23,0 Prozent. Es folgen Mercedes-Benz (minus 7,8 Prozent) und Volkswagen (minus 11,7 Prozent). (Dow Jones Newswires)

Japan stockt Finanzhilfen im Kampf gegen Lebensmittelkrise auf

Drei Tage vor Beginn des G-8-Gipfels hat Gastgeber Japan seine finanziellen Hilfen im Kampf gegen die anhaltende Lebensmittelkrise aufgestockt. Da die Lage „ernst“ bleibe, werde Tokio den Entwicklungsländern in den kommenden drei Monaten weitere 50 Millionen Dollar (31,6 Millionen Euro) zur Verfügung stellen, teilte das Außenministerium am Freitag in einer Erklärung mit. Japan hatte seit Beginn der Krise bereits 200 Millionen Dollar an Soforthilfe zugesagt. Die gestiegenen Nahrungsmittelpreise sind nach Angaben des Ministeriums eines der Top-Themen beim G-8-Gipfel im japanischen Toyako. Sie haben sich laut Weltbank binnen drei Jahren verdoppelt. In einigen Ländern führte dies bereits zu gewaltsamen Unruhen. (AFP)

Bericht - Biosprit verteuerte Lebensmittel um 75 Prozent

Die Produktion von Biosprit hat einem vertraulichen Bericht der Weltbank zufolge die Lebensmittelpreise deutlich stärker in die Höhe getrieben als bisher angenommen. Die Herstellung von Treibstoff aus Pflanzen habe Nahrungsmittel weltweit um bis zu 75 Prozent verteuert, heißt es in dem am Freitag in der britischen Zeitung „Guardian“ veröffentlichten Dokument. Es basiere auf einer detaillierten Analyse des international anerkannten Volkswirts Don Mitchell und stehe im drastischen Widerspruch zu den Einschätzungen der Vereinigten Staaten , so das Blatt. Diese sähen die Lebensmittelteuerung durch Biosprit bei weniger als drei Prozent. Hochrangige Entwicklungspolitiker gehen dem „Guardian“ zufolge davon aus, dass die Weltbank-Analyse vom April aus Rücksicht auf amerikanische Präsident George W. Bush bislang nicht veröffentlicht worden sei. „Sie hätte die Weltbank in die politische Schusslinie des Weißen Hauses gebracht“, habe ein Entwicklungspolitiker gesagt. Bush hatte die jüngst rasant gestiegenen Lebensmittelpreise auf eine wachsende Nachfrage in Indien und China zurückführte. Dem Bericht zufolge hat aber vielmehr die Nachfrage nach Biosprit in den Vereinigten Staaten und Europa die größten Auswirkungen auf die Lebensmittelversorgung und -preise. Mit dem Wechsel von fossilen Brennstoffen zu Biosprit soll der Ausstoß klimaschädigender Gase verringert werden. Zudem wollen sich die Industrieländer unabhängiger von dem immer teurer werdenden Erdöl machen. Die Regierung in Tokio kündigte unterdessen im Vorfeld des G-8-Gipfels in Japan an, weitere 50 Millionen Dollar an Lebensmittelhilfen für Entwicklungsländer bereitzustellen. Japan hat nach Angaben des Außenministeriums als Nothilfen bereits Lebensmittel im Wert von 200 Millionen Dollar gespendet oder zugesichert. Die sieben führenden Industriestaaten und Russland (G-8) wollen bei ihrem Gipfel in der kommenden Woche vor allem über die steigenden Lebensmittel- und Treibstoffpreise beraten. (Reuters)

Umfrage - Hohe Kraftstoffpreise bedrohen Arbeitsplätze

Die hohen Kraftstoffpreise bedrohen in der deutschen Wirtschaft einer Umfrage zufolge bis zu 140.000 Arbeitsplätze. Vor allem Beschäftigte im Taxi- und Transportgewerbe müssten bangen, weil viele Firmen die hohen Benzinpreise nicht mehr bezahlen könnten und beim Personal einsparen müssten, hieß in einer Umfrage der „Bild“-Zeitung (Freitagausgabe) unter zahlreichen Branchenverbänden laut Vorabbericht. Nach Angaben des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbands seien im Taxigewerbe bis zu 50 000 der rund 200 000 Arbeitsplätze bedroht. In der Transportbranche könnten laut Bundesverband Güterkraftverkehr und Logistik (BGL) bereits nach der Sommerpause rund 30 000 der knapp 600 000 Arbeitsplätze wegfallen, hieß es in dem Bericht. Betroffen wären Lkw-Fahrer sowie Angestellte im kaufmännischen Bereich. Auch in Bus-Unternehmen, Fahrschulen, der Fischerei-Branche und in Kfz-Betrieben drohten Entlassungen wegen des hohen Kostendrucks. Darüber hinaus sei auch bei Kurier- und Postdiensten mit dem Abbau von Arbeitsplätzen zu rechnen. (Reuters)

Experten fordern bessere Ratings für strukturierte Produkte

Investmentbanken und Anleger waren nach Einschätzung der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) bei der Beurteilung von Bankprodukten überfordert, die zur aktuellen Finanzkrise geführt haben. Sie hätten sich bei ihren Anlageentscheidungen fast blindlings auf das Urteil von Ratingagenturen verlassen. Um eine Wiederholung des Subprime-Debakels zu vermeiden, das die amerikanische Investmentbank Bear Stearns die Existenz kostete und die Schweizer UBS zu Abschreibungen von rund 40 Milliarden Franken gezwungen hat, müssen die Agenturen nach Ansicht der BIZ ihre Bewertungsprozesse verbessern. Anleger sollten sich klar machen, dass Ratings nicht die eigenen Anlageentscheidungen ersetzen können, heißt es in dem am Donnerstag in Basel vorgelegten Bericht der Arbeitsgruppe des bei der BIZ angesiedelten „Committee on the Global Financial System“. Die Agenturen hätten den Abschwung am amerikanische Immobilienmarkt unterschätzt und zu wenig diejenigen Institutionen geprüft, die Hypotheken an nicht zahlungskräftige Hauskäufer vergaben. Eine von den BIZ-Experten erarbeitete zehn Punkte umfassende Liste von Verbesserungsvorschlägen richtet sich vor allem an die Ratingagenturen. Sie sollten weiterreichende Risikoszenarien in ihre Modelle einbauen und ihre Annahmen offenlegen. Auch sollten sie System-Risiken stärker beachten und deutlich machen, wenn ihre Urteile auf nur kurzen Zeitreihen beruhen, was bei neuen Finanzinstrumenten zwangsläufig der Fall ist. Die Vorschläge seien von der Finanzbranche weitgehend positiv aufgenommen worden, hieß es. Die Ratingfirmen hätten allerdings zu bedenken gegeben, dass ein separates System für strukturierte Produkte teuer sei und unter den Anlegern zu Verwirrung führen könnte. Die BIZ gilt als Bank der Notenbanken. Bei ihr sind aber auch einige internationale Gremien für die Bankenaufsicht und die Stabilität des Finanzsystems angesiedelt. (Reuters)

Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX.

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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing

 
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