Medienschau

Postbank-Verkauf wird sich hinziehen - Bankenvertreter

27. Juni 2008 Unternehmen

Postbank-Verkauf wird sich hinziehen - Bankenvertreter

Der Verkauf der Deutschen Postbank wird sich hochrangigen Bankenkreisen zufolge noch hinziehen. „Der Preis ist zu hoch“, sagte eine informierte Person zu Dow Jones Newswires am Donnerstag. Aktuell wird das Bonner Institut von Analysten mit bis zu 11 Milliarden Euro taxiert. Bei einem Verkauf der Postbank ist seiner Einschätzung nach die Banco Santander der Favorit. „Die Postbank wird voraussichtlich an einen ausländischen Bieter gehen - und da ist Santander der Favorit“, sagte der Bankenvertreter. Dagegen werde die Postbank aller Wahrscheinlichkeit nach nicht an die Deutsche Bank gehen. „Das passt strategisch nicht“, sagte er. (Dow Jones Newswires)

Micron Technology weitet Verlust aus

Der amerikanische Chiphersteller Micron Technology hat seinen Verlust im dritten Geschäftsquartal wegen des anhaltenden Preisdrucks ausgeweitet. Unter dem Strich belaufe sich das Minus auf 236 Millionen Dollar oder 30 Cent je Aktie nach 225 Millionen oder 29 Cent je Anteilsschein vor Jahresfrist, teilte das Unternehmen am Donnerstag nach amerikanische Börsenschluss mit. Der Umsatz legte dagegen zu auf 1,5 Milliarden Dollar von 1,29 Milliarden. Analysten hatten einen Verlust von 29 Cent je Aktie bei einem Umsatz von 1,46 Milliarden Dollar gerechnet. (Reuters)

SKW Stahl - Verdacht auf kartellrechtswidriges Verhalten

Die Papiere von SKW Stahl stehen am Freitag im Blick. Der zu Wochenbeginn in den SDax aufgestiegene Zulieferer für die Stahlindustrie hatte am Donnerstag nach Börsenschluss mitgeteilt, die EU-Kommission ermittle wegen des Verdachts kartellrechtswidriger Verhaltensweisen gegen verschiedene Unternehmen im Calciumkarbidsektor und habe SKW „so genannte Beschwerdepunkte“ mitgeteilt. Nach eigenen Angaben prüft das Unternehmen die Vorwürfe und hat diesen Sachverhalt seit dem Jahresabschluss 2006 im Geschäftsbericht detailliert dokumentiert. „Diese Nachrichten dürften der Aktie heute nicht helfen, auch wenn die Vorwürfe nicht neu sind“, kommentierte ein Händler. (dpa-AFX)

SMA Solar platziert ihre 7,7 Millionen Aktien zu je 47 Euro

Die Aktien der SMA Solar Technology AG werden im Rahmen des Börsengangs zum Stückpreis von 47 Euro platziert. An diesem Freitag ist die Erstnotiz des Photovoltaik-Zulieferers aus Niestetal bei Kassel im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse geplant. Wie SMA Solar erklärte, war die Emission der einschließlich Greenshoe anbotenen 7,7 Millionen Aktien mehrfach überzeichnet. 2,7 Millionen Titel stammten aus einer Kapitalerhöhung, 5 Millionen verkauften die Altaktionäre. Angeboten waren die Aktien in einer Preisspanne von 40 bis 52 Euro. SMA Solar hatte das Volumen des Börsengangs zu Wochenbeginn um 3,8 Millionen Aktien verringert. 21,9 Prozent des Grundkapitals befinden sich damit im Streubesitz. Einschließlich Mehrzuteilungsoption hat die Emission ein Volumen von 361,9 Millionen Euro, wie das Unternehmen erklärte. Der Gesellschaft werden davon brutto rund 126,9 Millionen Euro zufließen. SMA Solar vorrangig Photovoltaik-Wechselrichter her. Im vergangenen Jahr setzte das Unternehmen 327,3 Millionen Euro um und kam auf einen Überschuss von 36,8 Millionen Euro. (Dow Jones Newswires)

Palm rutscht in die roten Zahlen

Der Taschencomputer-Hersteller Palm ist im vierten Geschäftsquartal in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich belief sich das Minus auf 43,4 Millionen Dollar oder 40 Cent je Aktie, wie das Unternehmen am Donnerstag nach amerikanische Börsenschluss mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte Palm noch einen Gewinn von 15,4 Millionen Dollar erwirtschaftet. Ohne Sonderposten lag der Verlust dieses Mal bei 22 Cent je Aktie. Der Umsatz ging auf 296 Millionen Dollar zurück von 401 Millionen vor Jahresfrist. Die durchschnittlichen Analystenerwartungen hatten bei 301 Millionen Dollar gelegen. Palm-Finanzchef Andy Brown begründete die Zahlen mit schleppenden Geschäften bei den älteren Modellen wie etwa dem Taschencomputer Treo. Das neuere Centro-Phone verkaufe sich dagegen zwar gut, könne den Trend insgesamt aber nicht umkehren. Der kanadische Rivale Research in Motion (RIM) hatte in dieser Woche einen deutlichen Anstieg bei Gewinn und Umsatz für das abgelaufene Quartal ausgewiesen. Das Unternehmen verwies auf eine wachsende Beliebtheit seiner BlackBerry-Taschencomputer. (Reuters)

Diamond: Thielert-Übernahme denkbar

Der größte Kunde des insolventen Flugzeugmotorenbauers Thielert kann sich einen Einstieg bei seinem Lieferanten vorstellen. „Man könnte etwa mit Cessna und Piper ein Konsortium bilden und Thielert übernehmen“, sagte der Chef des österreichischen Flugzeugbauers Diamond Aircraft, Christian Dries, in einem am Freitag veröffentlichten Reuters-Interview. „Dabei könnte man auch einen Finanzinvestor einbinden.“ Denkbar sei etwa eine Konstruktion, bei der der Finanzinvestor die insolvente Firma kauft und an das Betreiberkonsortium vermietet. „So ließen sich auch die Mitarbeiter halten - sie sind schließlich das Wertvollste, was die Firma hat.“ Erste, bislang erfolglose Gespräche mit Finanzinvestoren hätten bereits stattgefunden, sagte Dries. Die Cessna-Mutter Textron und der Konkurrent Piper (beide Vereinigten Staaten ) lehnten eine Stellungnahme ab. (Reuters)

Toyota erwägt Preiserhöhungen wegen teurer Rohstoffe

Der japanische Autohersteller Toyota schließt Preiserhöhungen wegen der drastisch gestiegenen Rohstoffpreise nicht aus. „Unser Grundprinzip ist es, zunächst weiterhin an Kostensenkungen innerhalb des Unternehmens zu arbeiten“, sagte Toyota-Sprecher Paul Nolasco am Freitag. „Aber angesichts eines sprunghaften Anstiegs der Kosten für Rohmaterialien in jüngster Zeit werden wir künftig nicht daran vorbeikommen, über Preiserhöhungen nachzudenken.“ Angesichts des harten internationalen Wettbewerbs werde ein solcher Schritt den Autobauern jedoch nicht leicht fallen. Eine Entscheidung sei bei Toyota noch nicht gefallen. Die Wirtschaftszeitung „Nikkei“ hatte zuvor berichtet, Toyota werde möglicherweise sogar die Preise für alle seine Fahrzeuge auf dem japanischen Markt gleichzeitig anheben. Eine endgültige Entscheidung über die Pläne könne bereits im kommenden Monat fallen. Dies werde nach der Auswertung der Zahlen für das Quartal von April bis Juni geschehen, zitierte das Blatt einen hochrangigen Unternehmensvertreter. (Reuters)

Freenet-Großaktionäre wollen Vorstand stürzen

Die Freenet-Großaktionäre Drillischund United Internet (UI) wollen auf der Hauptversammlung von Freenet im August den Vorstand und Aufsichtsrat stürzen und so einen Neuanfang herbeiführen. Entsprechende Anträge zur Tagesordnung habe MSP - die gemeinsame Holding von Drillisch und United Internet, die die Freenet-Anteile hält - bereits an das Unternehmen geschickt. Eine Sprecherin von Freenet bestätigte, dass die Tagesordnung für den 8. August entsprechend erweitert werde. Auch eine von MSP geforderte Sonderprüfung des Kaufs von Debitel werde behandelt. Bis Donnerstagabend hatte Freenet die Anträge allerdings noch nicht veröffentlicht. (Reuters, Dow Jones Newswires)

Vereinigte Staaten: Neuausschreibung von Tankflugzeug-Auftrag noch offen

Der amerikanische Verteidigungsminister Robert Gates hat nach eigenen Worten noch nicht entschieden, ob der Milliarden-Auftrag der amerikanischen Luftwaffe zum Bau von Tankflugzeugen neu ausgeschrieben wird. Er nehme den kritischen Bericht des Rechnungshofes im Kongress (GAO) aber sehr ernst, erklärte Gates am Donnerstag weiter. „Sie haben ganz klar einige Bereiche aufgezeigt, wo wir fehlerhaft waren.“ Momentan würden verschiedene Optionen geprüft. Der Rechnungshof hatte vergangene Woche schwere Fehler im Vergabeverfahren gerügt und empfohlen, die Ausschreibung zumindest teilweise zu wiederholen. Den Zuschlag für den Auftrag hatten im Februar der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS und dessen amerikanische Partner Northrop Grumman erhalten. Dabei geht es um den Bau von 179 Tankflugzeugen. Das Geschäft hat ein Volumen von 35 Milliarden Dollar. Allgemein war erwartet worden, dass der amerikanische Flugzeugbauer Boeing den Auftrag erhalten würde. Boeing reichte nach der Entscheidung für seinen europäischen Erzrivalen Beschwerde beim amerikanische Rechnungshof ein. (Reuters)


Wirtschaft

Ölpreis bleibt knapp unter Rekordmarke

Der amerikanische Ölpreis hat sich am Freitag knapp unter seinem Vortagesrekord eingependelt. Im frühen Handel kostete ein Barrel amerikanische Leichtöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur August-Auslieferung 139,52 amerikanische Dollar und damit 12 Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Am Donnerstag war der Ölpreis mit über 140 Dollar auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Innerhalb nur eines Jahres hat sich der Ölpreis damit nahezu verdoppelt. Händler führten als Grund für den jüngsten Preisschub Aussagen von OPEC-Präsident Chakib Khelil an. Er prognostizierte in einem Fernsehinterview, dass der Ölpreis im Sommer auf 150 bis 170 amerikanische Dollar je Barrel steigen könnte. Der Preis dürfte aber zum Jahresende wieder sinken, sagte der Präsident der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC). (dpa-AFX)

Indische Inflation auf 13-Jahreshoch: 11,42 Prozent

Die Inflationsrate in Indien lag in der Woche bis zum 14. Juni gemessen an den Großhandelspreisen bei 11,42 Prozent auf Jahresbasis. Hohe Energie- und Rohstoffpreise schlagen durch. (Bloomberg)

Japans Kernverbraucherpreise mit stärkstem Anstieg seit 1998

ie japanischen Kernverbraucherpreise sind im Mai stärker als erwartet gestiegen. Der Verbraucherpreisindex ohne die Preise von frischen Nahrungsmitteln überstieg das Niveau des Vorjahresmonats um 1,5 Prozent, wie die Statistikbehörde des Landes am Freitag mitteilte. Es war der stärkste jährliche Anstieg seit dem im März 1998 verzeichneten Plus von 1,8 Prozent. Volkswirte hatten eine Jahreskernteuerung von 1,4 Prozent prognostiziert. Die Verbraucherpreise unter Ausklammerung der Preise frischer Nahrungsmittel erhöhten sich im Jahresabstand um 0,9 Prozent und stiegen damit zum achten Mal in Folge. Im Großraum Tokio kletterten die Kernverbraucherpreise (ex Nahrung und Energie) im Juni mit einer Jahresrate von 1,3 Prozent, nachdem sie im Mai um 0,9 Prozent zugelegt hatten. Volkswirte hatten eine Teuerung von nur 1,1 Prozent prognostiziert. Japans Wirtschaftsministerin Hiroko Ota nannte die Inflationsentwicklung „unerwünscht“. Der starke Anstieg der Verbraucherpreise schmälere die Unternehmensgewinne und beeinträchtige das Verbrauchervertrauen, sagte sie. (Dow Jones Newswires)

Japans Einzelhandelsumsätze zum zehnten Mal in Folge gestiegen

Die japanischen Einzelhandelsumsätze sind im Mai zum zehnten Mal in Folge auf Jahressicht gestiegen. Wie das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) am Freitag mitteilte, erhöhten sie sich um 0,2 Prozent. Im April hatte sich der Zuwachs auf 0,1 Prozent belaufen. Die Umsätze in Supermärkten und Kaufhäusern verringerten sich um 2,1 Prozent. Das Wirtschaftsministerium stufte seine Einschätzung der Entwicklung des Einzelhandels erstmals seit Januar 2007 zurück. Wie es mit der Datenveröffentlichung mitteilte, sieht es nunmehr eine Seitwärtsbewegung bei den Einzelhandelsumsätzen. (Dow Jones Newswires)

Japans Industrieproduktion im Mai etwas stärker als erwartet

Die japanische Industrieproduktion hat im Mai nach vorläufigen Angaben etwas deutlicher als erwartet zulegen können. Wie das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) am Freitag berichtete, stieg die Produktion saisonbereinigt und gegenüber dem Vormonat um 2,9 Prozent und legte damit zum ersten Mal in drei Monaten zu. Ökonomen hatten mit einer monatlichen Wachstumsrate von 2,5 Prozent gerechnet. Im April und März war der Output um 0,2 Prozent oder. 3,4 Prozent zurückgegangen. Das Wirtschaftsministerium schätzt die Industrieproduktion als unverändert mit einer Tendenz zur Abschwächung ein. Wirtschaftsministerium Hiroko Ota sagte, sie rechne allerdings nicht mit einem anhaltenden Rückgang der industriellen Erzeugung. Für Juni prognostiziert das METI auf Basis von Unternehmensumfragen einen Output-Rückgang von 0,9 Prozent und für Juli ein Plus von 2,2 Prozent. (Dow Jones Newswires)

Japans Kfz-Produktion im Mai plus 6,8 Prozent - deutliches Exportwachstum

Die Kfz-Produktion in Japan hat im Mai um 6,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen und ist damit zum zehnten Mal in Folge gestiegen. Wie der Herstellerverband (JAMA) am Freitag mitteilte, wurden im Berichtsmonat 924.897 Fahrzeuge produziert. Im Mai 2007 waren es 866.196 gewesen. Die Inlandsnachfrage sank um 4,8 Prozent auf 360.524 Stück. Die japanischen Kfz-Exporte sind im Mai gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9,5 Prozent gestiegen. Dies teilte der japanische Verband der Automobilhersteller am Freitag mit. (Dow Jones Newswires)

Neuseelands BIP sinkt im ersten Quartal erstmals seit zwei Jahren

Neuseelands Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im ersten Quartal 2008 erstmals seit zwei Jahren gesunken. Wie die Statistikbehörde des Landes am Freitag mitteilte, ging das BIP gegenüber dem Vorquartal saisonbereinigt um 0,3 Prozent zurück. Volkswirte hatten einen Kontraktion in dieser Größenordnung erwartet. Im vierten Quartal 2007 war das BIP um 0,8 Prozent gestiegen. Auf Jahressicht betrug das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal 1,9 Prozent, verglichen mit 3,7 Prozent im vierten Quartal. Volkswirte hatten für das erste Jahresviertel eine Jahreswachstumsrate von 2,1 Prozent prognostiziert. (Dow Jones Newswires)

Amerikanischer Senat bewilligt 162 Milliarden Dollar für Kriege

Der amerikanische Senat hat für die Fortführung der Kriege im Irak und in Afghanistan 162 Milliarden Dollar (103 Milliarden Euro) bewilligt. Damit sollen die Einsätze finanziert werden, bis der nächste amerikanische Präsident Anfang nächsten Jahres sein Amt antritt. Die Bewilligung war nicht mit einem Rückzugsplan für die Truppen im Irak verknüpft, deshalb wurde erwartet, dass Präsident George W. Bush kein Veto einlegen würde. Das Repräsentantenhaus stimmte bereits vergangene Woche zu. Seit dem Einmarsch im Irak bewilligte der Kongress damit insgesamt Ausgaben von 650 Milliarden Dollar. Weitere 200 Milliarden Dollar wurden für den Militäreinsatz in Afghanistan ausgegeben, wie Parlamentsmitarbeiter erklärten. Die Entscheidung wurde am Donnerstag mit 92 zu sechs Stimmen angenommen. Die Demokraten hatten darauf bestanden, die Mittel für beide Einsätze zusammen zu bewilligen - damit blieb es ihnen im Wahlkampfjahr erspart, Geld nur für den unpopulären Krieg im Irak zu bewilligen. (AP)

Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX.

Den Frühaufsteher können Sie auch als kostenlosen Newsletter bestellen



Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing

 
NamePunkteProzent
Dax 5.326,63 -1,12
TecDax 573,04 -5,15
DowJones 9.447,11 -5,11
Nasdaq 1.754,88 -5,80
STOXX 50 2.878,82 +0,22
Nikkei 225 10.155,90 -3,03
S&P 500 Zert. 10,50 -1,78
Euro/Dollar 1,36 +0,14
Bund Future 117,28 +0,26
Gold 884,70 -0,43
Öl 85,76 -1,06
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche

F.A.Z. Electronic Media GmbH 2001 - 2008

Quellen: IS.eFinance Solutions using Deutsche Börse AG, Morningstar und weitere. IS.eFinance Solutions implemented and powered by Interactive Data Managed Solutions AG, ©  1999-2007. Alle Börsendaten werden mit 15 Minuten Verzögerung dargestellt.