Medienschau

Allianz bestätigt Ziel für Dresdner Bank nicht

09. Mai 2008 

Unternehmen

Weltgrößter Versicherer AIG mit Rekordverlust

Der weltgrößte Versicherungskonzern American International Group (AIG) hat durch die Finanzkrise zum Jahresauftakt einen weiteren Rekordverlust erlitten. Nach erneuten Abschreibungen und Investmentverlusten von zusammen über 15 Milliarden Dollar bei Kreditpapieren stand im ersten Quartal unter dem Strich ein unerwartet großes Minus von 7,81 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstag in New York bekanntgab. Für den Konzern ist dies der höchste Quartalsverlust seiner fast 90-jährigen Geschichte. AIG will sich nun eine dringend benötigte Finanzspritze von 12,5 Milliarden Dollar verschaffen.

Das Ergebnis vor Sonderposten je Aktie (EPS) stürzte von plus 1,68 amerikanischen Dollar auf minus 1,41 Dollar ab. Analysten hatten lediglich mit einem Verlust von 0,76 Dollar gerechnet. Die Nettoprämie veränderte sich nicht. Hier erzielte der Konzern nach 12,1 Milliarden Dollar im Vorjahr 12,08 Milliarden Dollar.

Die Höhe der enormen Einbußen sei überraschend gewesen, gestand Konzern-Chef Martin Sullivan ein. Trotz der Milliardenlasten soll die Quartalsdividende um 10 Prozent auf 0,22 Dollar steigen. Der Versicherungskonzern war bereits im Schlussquartal 2007 tief in die roten Zahlen gestürzt. Im ersten Quartal 2007 hatte AIG noch 4,13 Milliarden Dollar Gewinn erzielt.

„Die Ergebnisse spiegeln nicht die eigentlich Stärke und das Potenzial von AIG wider“, betonte Sullivan mit Blick auf das operative Geschäft des Konzerns. Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel um mehr als fünf Prozent, nachdem sie bereits im Tagesverlauf um zwei Prozent nachgegeben hatte. Seit Jahresbeginn hat AIG mehr als 20 Prozent des Börsenwerts eingebüßt. (dpa-AFX)

Allianz bestätigt Ziel für Dresdner Bank nicht

Der Finanzkonzern Allianz hat nach den Belastungen durch die Finanzkrise im ersten Quartal sein Gewinnziel für die Dresdner Bank ausdrücklich nicht bekräftigt. Das bisherige Renditeziel von durchschnittlich mindestens 15 Prozent auf das Risikokapital bis 2009 könne nicht bestätigt werden, teilte der Konzern am Freitag in München mit. Im ersten Quartal verbuchte die Dresdner Bank einen Verlust von 453 Millionen Euro nach einem Gewinn von 677 Millionen Euro im Vorjahr. Auf Konzernebene hält die Allianz allerdings an ihrer Zielvorgabe fest, das operative Ergebnis bis 2009 im Schnitt um jeweils 10 Prozent zu steigern. (dpa-AFX)

Linde startet operativ mit Zuwächsen ins Jahr

Der Industriegasespezialist Linde ist mit Zuwächsen bei operativem Gewinn und Umsatz in das Jahr gestartet. Allerdings lag das Ergebnis unter den Schätzungen der Analysten. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (Ebitda) und vor Sondereinflüssen sei im ersten Quartal um 5,8 Prozent auf 602 Millionen Euro gestiegen, teilte Linde am Freitag in München mit. Analysten hatten im Schnitt mit 621 Millionen Euro gerechnet.

Linde setzte im ersten Jahresviertel 2,92 Milliarden Euro um, ein Plus von zwei Prozent. Der Überschuss ging jedoch um 62 Prozent auf 172 Millionen Euro zurück. Im Vorjahresquartal war der Gewinn wegen Verkäufen im Zusammenhang mit der Übernahme des britischen Gasekonzerns BOC deutlich höher ausgefallen als üblich. Für das Gesamtjahr 2008 bekräftigte der Vorstand, den Umsatz steigern zu wollen. Der operative Gewinn soll noch kräftiger als der Umsatz zulegen. (Reuters)

Finanzkrise verhagelt AMB Generali den Quartalsgewinn

Die Krise an den weltweiten Kapitalmärkten hat auch dem Versicherungskonzern AMB Generali zugesetzt. Der Gewinn brach im ersten Quartal um 36 Prozent auf 65 Millionen Euro ein, wie der nach eigenen Angaben zweitgrößte deutsche Erstversicherer am Freitag mitteilte. Grund dafür seien Bewertungsabschläge bei Wertpapieren in Folge der Finanzkrise gewesen.

Der Vorstand bekräftigte trotz des Gewinnrückgangs die Ergebnisprognosen für dieses Jahr von mindestens 450 Millionen Euro. „Dies gilt jedoch unter der Prämisse, dass sich die Aktienkurse im Jahresverlauf wieder erholen und keine weiteren außergewöhnlichen Schadenbelastungen auftreten“, schränkte er ein. Im ersten Quartal hatte der Sturm „Emma“ für die Tochter des italienischen Versicherungsriesen Generali einen Schaden von 20 Millionen Euro verursacht. (Reuters)

Freenet mit Gewinneinbruch im Auftaktquartal

Die Telekommunikationsfirma Freenet hat vor der Übernahme ihres Rivalen Debitel einen Gewinneinbruch verzeichnet. Der Betriebsgewinn halbierte sich im ersten Quartal auf 26 (Vorjahreszeitraum: 51) Millionen Euro, wie das norddeutsche Unternehmen am Freitag mitteilte. Damit erfüllte Freenet allerdings die Erwartungen von Analysten. Von Reuters befragte Branchenexperten hatten im Schnitt für das erste Quartal mit einem Betriebsgewinn von 27 Millionen und einem Vorsteuergewinn von 26 Millionen Euro gerechnet.

Die Gesamtzahl der Kunden verringerte sich im Auftaktquartal auf 11,36 Millionen von 12,68 Millionen vor Jahresfrist. Dazu erklärte der Vorstand, die andauernden Spekulationen über eine Zerschlagung des Unternehmens hätten die Kundengewinnung erschwert.

Conergy verbucht deutlich höheren Verlust

Die Conergy AG hat zum Start ins Jahr einen höheren Umsatz, aber wie erwartet auch deutlich ausgeweitete Verluste verbucht. Wie das Hamburger TecDax-Unternehmen am Freitag mitteilte, stieg der Umsatz im ersten Quartal um 53 Prozent auf 203 Millionen Euro. Der Nachsteuerverlust weitete sich in den drei Monaten jedoch auf 43 Millionen von zuvor 15 Millionen Euro aus.

Ergebnisbelastend wirkten sich nach Angaben des Unternehmens Verzögerungen im Projektgeschäft, Sonderkosten für die Neuausrichtung sowie weitere Anlaufkosten für die neue Produktionsstätte in Frankfurt/Oder aus. Auf operativer Ebene erhöhte sich der
Ebitda-Verlust auf 21 (Vorjahr: 18) Millionen Euro. Im Nettoergebnis machten sich zudem die wesentlich höheren Finanzierungskosten bemerkbar. (Dow Jones)

Großaktionär Aksenenko vor Rückzug bei Escada?

Der russische Großaktionär von Escada Rustam Aksenenko will sich einem Bericht des „Focus“ zufolge wohl aus dem Modekonzern zurückziehen. Aksenenko spreche mit den Tchibo-Eigentümern, den Brüdern Herz, und mit der Schweizer Großbank UBS, die für den indischen Stahlunternehmer Lakshmi Mittal die Fühler nach Escada ausstrecke, berichtete das Magazin am Freitag vorab ohne Angabe von Quellen.

Reuters hatte in dieser Woche aus Finanzkreisen erfahren, dass Aksenenko seit längerem einen Partner für Escada suche und der Hamburger Kaufmann Michael Herz einen Einstieg bei dem Unternehmen aus Aschheim bei München prüfe.

Die Beteiligungsgesellschaft Apax hatte im Frühjahr Abstand von einer Übernahme von Escada genommen. Sie wollte den früheren Hugo-Boss-Vorstandschef Bruno Sälzer als Escada-Chef verpflichten. Das stieß jedoch bei Aksenenko auf Widerstand, der sich
hinter den von ihm eingesetzten Escada-Chef Jean-Marc Loubier stellte. (Reuters)

Lebensmittelhändler Ahold enttäuscht mit Gewinnrückgang

Der niederländische Lebensmittelhändler Ahold hat wegen der Dollarschwäche und des Umbaus seiner amerikanischen Aktivitäten zu Jahresbeginn überraschend einen Geschäftsrückgang verbucht. Der Umsatz fiel im ersten Quartal um 1,3 Prozent auf 7,54 Milliarden Euro. Analysten hatten dagegen mit einem leichten Anstieg auf durchschnittlich 7,8 Milliarden Euro gerechnet. Wie der Einzelhändler am Freitag mitteilte, stieg der Umsatz ohne Währungseffekte um 6,8 Prozent. Zugleich warnte die Supermarktkette davor, dass die andauernde Neustrukturierung des amerikanischen Geschäfts weiterhin die Gewinnmargen und den Umsatz belasten dürfte.

Ahold war in Folge eines Bilanzskandals in seinem amerikanischen Geschäft 2003 nur knapp der Pleite entgangen. Seitdem baut das Unternehmen seine Aktivitäten in den Vereinigten Staaten um. Ahold ist der größte Supermarktbetreiber in den Niederlanden, erwirtschaftet
allerdings etwas mehr als die Hälfte seines Umsatzes in den Vereinigten Staaten. (Reuters)

Schwächerer Won stärkt Mobiltelefon-Geschäft von LG Electronics

Der weltweit viertgrößte Mobiltelefonhersteller LG Electronics erwartet eine Stärkung seiner Geschäfte durch den schwächeren Won. Vor allem das Geschäft mit Mobiltelefonen werde vom Kursverfall der südkoreanischen Währung profitieren, sagte Konzernchef Nam Yong am Freitag. Für die TV-Sparte gelte dies in geringerem Maße, weil ein Großteil der Geräte in China hergestellt werde. Der Won hat in diesem Jahr zum Dollar bereits fast elf Prozent an Wert verloren. Dadurch können südkoreanische Hersteller ihre Waren im Ausland günstiger anbieten.(Reuters)

Neuer Microsoft-Anlauf bei Yahoo! immer unwahrscheinlicher

Nach dem geplatzten Kauf des Internet-Konzerns Yahoo! macht Microsoft auch seine ursprüngliche Vorbereitungen für eine feindliche Übernahme laut amerikanischen Medien wieder rückgängig. Die von Microsoft als mögliche Interessensvertreter im Yahoo!-Verwaltungsrat vorgesehenen Personen seien schriftlich informiert worden, dass die Aufgabe nun hinfällig sei, berichtete das „Wall Street Journal“ am Donnerstagabend in seiner Online-Ausgabe. Dies sei ein weiteres Anzeichen, dass der Softwareanbieter seine Entscheidung vorerst nicht ändern werde. (dpa-AFX)

Mylan im ersten Quartal mit mehr Gewinn und weniger Umsatz als erwartet

Der amerikanischen Pharmakonzern Mylan hat im ersten Geschäftsquartal etwas mehr verdient aber weniger umgesetzt als von Experten erwartet. Der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS) sei von 0,47 amerikanischen Dollar im entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 0,09 Dollar gefallen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Pittsburgh mit. Analysten hatten allerdings nur mit 0,08 Dollar gerechnet. Insgesamt fiel der Gewinn von 106 auf 28 Millionen Dollar. Unbereinigt ergab sich ein Minus von 1,46 Dollar (Vorjahr 0,31) beziehungsweise 444 Millionen Dollar (71). Der Umsatz sprang von 483,7 Millionen auf 1,06 Milliarden Dollar. Hier hatten Experten allerdings 1,13 Milliarden Dollar erwartet. Im nachbörslichen Handel veränderte sich der Kurs der Mylan-Aktien nicht. (dpa-AFX)

Fredriksen scheitert mit Abwahl von Tui-Aufsichtsratschef Krumnow

Der norwegische Reeder und TUI-Großaktionär John Fredriksen ist mit seinem Antrag zur Abwahl von Aufsichtsratschef Jürgen Krumnow gescheitert. Bei der Hauptversammlung in Hannover am Mittwoch stimmten 42,75 Prozent des anwesenden Kapitals für die Ablösung von Krumnow. Nötig waren mehr als 50 Prozent. Zuvor war auch ein Antrag gescheitert, dem TUI-Vorstandsvorsitzenden Michael Frenzel das Vertrauen zu entziehen. (dpa-AFX)

AT&S will Frankfurter Börse verlassen

Die AT&S Austria Technologie & Systemtechnik (AT&S) will sich von der Frankfurter Wertpapierbörse verabschieden. Im Zusammenhang mit dem Antrag auf „Delisting“ werde die Zulassung der Aktien der Gesellschaft an der Wiener Börse angestrebt, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Dabei sei angestrebt, im Marktsegment „Prime Market“ zu notieren. Der Aufsichtsrat müsse den Plänen des Vorstandes noch zustimmen. Der Antrag zur Zulassung an der Wiener Börse soll am 14. Mai gestellt werden. (dpa-AFX)


Wirtschaft

Ölpreis erneut auf Rekordstand

Der Ölpreis hat am Freitag im asiatischen Handel erneut einen Rekordstand erreicht. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg in der Spitze bis auf 124,70 Dollar. Das sind 95 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Damit hat der Ölpreis seit Beginn der Woche jeden Tag neue Rekorde erreicht. Der Ölpreis stieg seit Wochenbeginn um mehr als acht Dollar.

„Der Ölmarkt ist sehr euphorisch und nimmt jetzt die Marke von 125 Dollar ins Visier“, sagte ein Händler in Singapur. Aussagen der Organisation erdölexportierender Länder, nach denen es keine Engpässe beim Rohöl gebe, hätten den Höhenflug nicht bremsen können. Es gebe „keine Ölknappheit“ auf den internationalen Märkten, betonte OPEC- Generalsekretär Abdalla Salem el Badri am Donnerstagabend. Die großen Schwankungen beim Ölpreis würden vor allem durch die Entwicklung auf den Finanzmärkten, die zunehmende Spekulation und die beträchtliche Abwertung des Dollar hervorgerufen. (dpa)

Japans Frühindikatorindex im März auf 20,0 gesunken

Der japanische Frühindikatorindex ist im März auf 20,0 (Vormonat: 54,5) gesunken, berichtet das Kabinettsbüro der Regierung am Freitag. Die Erwartungen von Ökonomen wurden damit erfüllt. Werte über 50,0 weisen auf eine Expansion, Stände darunter auf eine Kontraktion der Wirtschaft in den nächsten Monaten. Der Index der gleichlaufenden Indikatoren wurde mit 33,3 (Vormonat: 70,0) ausgewiesen, was ebenfalls den Prognosen entsprach.

Beobachter sagten, die Daten weisen auf eine Abschwächung der Wirtschaft, zumindest auf kurze Sicht. Da die Industrieproduktion und die Auslieferungen an Dynamik verlören, dürfte der Frühindikator für einige Zeit unter dem kritischen Wert von 50 verharren, was die Regierung dazu veranlassen könnte, ihre Einschätzung der Wirtschaftslage zu senken. (Dow Jones)

Kaufkraft der Arbeitnehmer seit 2003 um 3,7 Prozent gesunken

Die Kaufkraft der Arbeitnehmer in Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Das geht nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung (Freitagsausgabe) aus Berechnungen von Allianz und Dresdner Bank hervor. Demnach büßten Arbeitnehmer in den letzten fünf Jahren 3,7 Prozent an Kaufkraft ein. Zwischen 1991 und 2007 seien es insgesamt sogar 6,1 Prozent gewesen. Nach Berechnungen der Volkswirte seien die Netto-Gehälter in diesem Zeitraum zwar um 28,5 Prozent gestiegen, allerdings seien die Verbraucherpreise zeitgleich sogar um 36,8 Prozent geklettert.

Zumindest in diesem Jahr solle es erstmals seit 2004 wieder ein Kaufkraft-Plus geben. Laut Allianz und Dresdner Bank sei mit einem Anstieg der Nettolöhne um durchschnittlich drei Prozent zu rechnen. Nach Abzug der Inflation von 2,4 Prozent bleibt unterm Strich ein Kaufkraftanstieg von 0,6 Prozentpunkten. (AFP)

Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX.

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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing

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STOXX 50 3.814,85 +0,06
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