Medienschau

Allianz prüft Fusion von Dresdner mit Postbank/Commerzbank

28. März 2008 

Unternehmensmeldungen

Ersol weist 2007 Rückgang beim Nachsteuerergebnis aus

Die Ersol Solar Energy AG hat 2007 mit 8,7 Millionen Euro ein geringeres Nachsteuerergebnis ausgewiesen als im Vorjahr. Ein Jahr zuvor berichtete das Erfurter Photovoltaikunternehmen ein Ergebnis nach Steuern von 12,3 Millionen Euro. Als Grund für den Rückgang führte das Unternehmen am Freitagmorgen bei der Vorlage der endgültigen Ergebnisse 2007 den Anstieg des negativen Finanzergebnisses auf 8,9 Millionen Euro an.

Das Ergebnis je Aktie wird auf 0,85 (1,25) Euro beziffert. Das Ergebnis sei durch die Kapitalerhöhung im Sommer 2007 verwässert sowie durch erhöhte Ausgaben für Zins- und Währungssicherungsgeschäfte belastet worden, hieß es von Ersol. Für das laufende Jahr rechnet das TecDax-Unternehmen wieder mit einem „deutlichen Anstieg“. (Dow Jones)

Aareal Bank erreicht Renditeziel ein Jahr später als geplant

Die Aareal Bank AG wird ihr Eigenkapitalrenditeziel ein Jahr später erreichen als ursprünglich geplant. „Unter der Voraussetzung, dass sich die Marktlage spätestens bis 2009 wieder normalisiert hat, gehen wir davon aus, dass wir die anvisierte Eigenkapitalrendite nach Steuern von 13 Prozent aufgrund der im laufenden Jahr anhaltend schwierigen Marktbedingungen erst 2010 erreichen werden“, teilte der Wiesbadener Immobilienfinanzierer am Freitag mit. Ursprünglich hatte der MDax-Konzern dieses Renditeziel schon für das Jahr 2009 angestrebt.

Für 2008 zeigte sich der Vorstand vorsichtig optimistisch. „Wenn wir in diesem Jahr keine weiteren schwerwiegenden Verwerfungen an den Finanzmärkten erleben, werden wir das gute operative Ergebnis des Vorjahres auch 2008 wieder erreichen oder bei entsprechendem Marktumfeld sogar verbessern können“, wird der Vorstandsvorsitzende des MDax-Unternehmens, Wolf Schumacher, in der Mitteilung zitiert. (Dow Jones)

IKB-Aktionäre stimmen Kapitalerhöhung zu

Die Aktionäre der IKB haben der zum Überleben der Bank notwendigen Kapitalerhöhung zugestimmt. 99 Prozent des bei der Hauptversammlung anwesenden Kapitals hätten sich für die Anhebung des Kapitals um 1,5 Milliarden Euro ausgesprochen, sagte ein Sprecher der IKB-Großaktionärin KfW. Nach den Worten von IKB-Chef Günther Bräunig ist die Kapitalerhöhung notwendig, um die Substanz der Bank so weit zu stärken, damit sie die Kapitalmarktfähigkeit wieder erreiche. (Reuters)

Singulus wagt keinen Ausblick für 2008

Der Spezialmaschinenbauer Singulus hat einen deutlich geringeren Gewinn verbucht. Der Überschuss lag 2007 bei drei Millionen Euro nach 11,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen aus dem nordbayerischen Kahl am Main am Freitag mitteilte. Zu schaffen machte der Firma der Streit um das DVD-Nachfolgeformat, der neue Aufträge für Speichermedien-Produktionsmaschinen von Singulus gebremst hatte. Der Auftragseingang sank auf 203,8 Millionen von 319 Millionen Euro.

Seit dem Ende des Streits zu Jahresbeginn habe sich die Lage entspannt, das Unternehmen habe erste Aufträge für die Anlagen verbucht. Einen konkreten Ausblick für 2008 wagte Singulus jedoch zunächst nicht. (Reuters)

Fuchs-Petrolub-Geschäft verläuft bis Februar positiv

Das Geschäft der Fuchs Petrolub AG hat sich im Januar und Februar positiv entwickelt. Umsatz und Ergebnis seien gesteigert worden, teilte das im Schmierstoffgeschäft tätige Mannheimer Unternehmen am Freitag bei Vorlage der Bilanz 2007 mit.

Fuchs Petrolub gehe 2008 zwar nun von einem nachlassenden Wachstum der Weltwirtschaft aus, jedoch sollten die Turbulenzen an den Finanzmärkten nur begrenzte Auswirkungen auf die Realwirtschaft haben. Ziel sei es, auch im Jahr 2008 den Marktanteil im Bereich der höherwertigen Schmierstoffe auszubauen.

Der Konzern bekräftigte, Umsatz und Ergebnis 2008 steigern zu wollen. Beim Ebit würden sich allerdings die hohen prozentualen Wachstumsraten der Vorjahre nicht fortsetzen lassen, wiederholte Fuchs im Februar gemachte Aussagen.

Im vergangenen Jahr hatte Fuchs Petrolub ihr Ebit um 21 Prozent auf 195,2 Millionen Euro gesteigert. Der Konzernumsatz war um 3,2 Prozent auf 1,365 Milliarden Euro geklettert. Nach Steuern verdiente das im SDax gelistete Unternehmen 120,3 (97,2) Millionen Euro. Mit diesen Zahlen bestätigte Fuchs Petrolub am Freitag die bereits im Februar vorgelegten vorläufigen Zahlen. (Dow Jones)

Allianz prüft Fusion von Dresdner mit Postbank/Commerzbank

Auf der Suche nach einer Lösung für ihre wenig erfolgreiche Tochter Dresdner Bank AG denkt die Muttergesellschaft Allianz AG offenbar auch an einen „großen Wurf“: Die Fusion der Bankentochter nicht nur mit der Deutschen Postbank AG sondern zusätzlich auch mit der Commerzbank AG. Dies berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung - Freitagausgabe) unter Berufung in der „Bankbranche“ geführte Gespräche.

Es handele sich bei der Idee einer Dreier-Fusion aber lediglich um Planspiele. Verhandlungen habe es noch nicht gegeben. Das Szenario würde die Bankenlandschaft in Deutschland grundlegend verändern.

Das Modell sehe vor, dass der Münchener Versicherungskonzern die Dresdner Bank als Sacheinlage in die Commerzbank AG, Frankfurt, einbringen würde. Das so neu formierte Institut würde mit der Allianz als Großaktionär anschließend eine Mehrheit an der demnächst zum Verkauf stehenden Postbank erwerben.

Der Allianz sei schon seit einem Jahr klar, dass das Bankgeschäft entweder gestärkt oder abgegeben werde, zitiert die Zeitung aus Konzernkreisen. Bei dem Versicherungskonzern war am frühen Freitagmorgen niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. (Dow Jones)

Eon vor Übernahme von Endesa-Assets für 13,5 Milliarden Euro

Die Eon AG steht kurz vor der Übernahme der milliardenschweren Assets, die der Konzern noch aus dem Übernahmekampf um den spanischen Stromversorger Endesa erhält. Rund ein Jahr nach der Grundsatzeinigung mit den neuen Endesa-Eignern Enel und Acciona verständigten sich die Unternehmen nun auf den Wert der Beteiligungen, wie sie am Donnerstagabend mitteilten. Nach Angaben von Endesa wurden die Assets mit 13,53 Milliarden Euro bewertet.

Am Freitag berät nun der E.ON-Aufsichtsrat über den Deal. E.ON selbst nannte bislang keinen Wert der Assets, sondern bestätigte nur, dass es eine Einigung über einen fairen Marktwert gegeben habe. Der Aufsichtsrat werde am Vormittag entscheiden, ob Eon die Erzeugungskapazitäten zu diesem Preis übernehmen werde. (Dow Jones)

Samsung senkt wegen weltwirtschaftlicher Lage Umsatzprognose

Die Samsung Electronics Co hat ihre Umsatzprognose für dieses Jahr gesenkt. Zur Begründung führte der südkoreanische Elektronikkonzern am Freitag die weltweite wirtschaftliche Lage an. Gleichzeitig bekräftigte das in Seoul ansässige Unternehmen jedoch das Ziel, den Gewinn gegenüber dem Vorjahr steigern zu wollen. Zum Ergebniswachstum sollen unter anderem die Bereiche Chips, Flachbildschirme und Mobiltelefone beitragen.

Samsung wolle den Umsatz 2008 um 10 Prozent steigern, sagte der Vorstandschef Jong-Yong Yun auf der Hauptversammlung. Im Januar hatte das Unternehmen ein Wachstumsziel von 15 Prozent ausgegeben. Die weltweite wirtschaftliche Unsicherheit werde in diesem Jahr anhalten und damit die Bedingungen für das Management bestimmen, sagte Yun. Er erwarte, dass der Wettbewerb weltweit zunehme und durch hohe Ölpreise und die Dollarschwäche weiter angefacht werde.

Samsung gilt als weltweit größter Speicherchiphersteller nach Umsatz. 2007 hatte der Konzern einen konsolidierten Nettogewinn von 7,43 Bill KRW erwirtschaftet, eine Steigerung von 12 Prozent. Der Umsatz stieg um 7 Prozent auf 63,18 Bill Won. Einige Analysten erwarten, dass Samsung bei Mitteilung der Zahlen für das erste Quartal im kommenden Monat erstmals seit 2001 für die Chipsparte einen Verlust ausweisen wird, ausgelöst durch den starken Verfall der Chippreise (Dow Jones)

Lehman Brothers weist Marktgerüchte um Liquiditätsprobleme zurück

Die amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers hat Marktgerüchte über die Firma zurückgewiesen. Es gebe viele Gerüchte am Markt, die alle völlig unbegründet seien, sagte eine Konzernsprecherin am Donnerstag. Das Institut vermute, dass die Gerüchte von Händlern gestreut würden, die auf sinkende Kurse setzten, um dann günstig wieder einzusteigen. (Reuters)

Thyssen prüft Verkauf von Transrapid-Technik nach China

Nach dem Scheitern des Transrapid-Projekts in München droht einem Medienbericht zufolge nun ein Ausverkauf der mit Steuergeldern subventionierten Technologie ins Ausland. Der Düsseldorfer Industriekonzern Thyssen-Krupp wolle in den nächsten Wochen Verhandlungen mit der chinesischen Regierung über den Transfer der Magnet-Technologie beginnen, berichtet „Welt Online“ am Donnerstagabend unter Berufung auf Unternehmenskreise. Möglich seien sowohl eine Lizenzvergabe als auch der vollständige Verkauf. Letzteres würde den Abbau von 220 Arbeitsplätzen in Kassel bedeuten.

Der vollständige Verkauf der Transrapid-Technologie wäre „Welt Online“ zufolge ein herber Rückschlag für den Forschungsstandort Deutschland. Denn Bund und die Wirtschaft haben in den vorigen Jahrzehnten rund 2,4 Milliarden Euro in die Forschung und Entwicklung der Magnetbahn-Technologie gesteckt. Schon seit längerem ist die chinesische Regierung daran interessiert, die vollständige Transrapid-Technologie zu erhalten. Bisher haben die Asiaten über eine Lizenz lediglich Zugriff auf die Fahrwagen. Dafür haben die Chinesen dem Bericht zufolge 80 Millionen Euro an ThyssenKrupp gezahlt. Das Herzstück hingegen, das Antriebs- und Steuerungssystem, liegt weiterhin in deutscher Hand und wurde auch beim Bau der Shanghaier Transrapid-Bahn vom Konsortium von ThyssenKrupp und Siemens nicht aus den Händen gegeben. (Reuters)

Deutsche Börse peilt mit Holdingstruktur Schuldenaufnahme an

Die Deutsche Börse gibt sich eine neue Holdingstruktur, die eine Schuldenaufnahme erleichtern könnte. Der Aufsichtsrat habe die Schaffung einer Holdingstruktur zwischen der Deutsche Börse AG und der Abwicklungstochter Clearstream beschlossen, teilte die Börse am Donnerstagabend nach einer Sitzung des Gremiums mit. „Damit ist die Basis geschaffen für eine eventuelle Erhöhung der Schuldenkapazität“, hieß es. Über die Realisierung und Verwendung würden der Vorstand und der Aufsichtsrat bei Bedarf entscheiden. Derzeit hat das Unternehmen den Angaben zufolge Verbindlichkeiten von rund 1,5 Milliarden Euro, die zur Übernahme der amerikanischen Derivatebörse ISE im vergangenen Jahr verwendet wurden.

Mitte Februar hatte das Unternehmen mitgeteilt, verschiedene Optionen für die Aufnahme von Fremdmitteln prüfen zu wollen. Diese seien dem Aufsichtsrat nun vorgestellt worden, hieß es in der Mitteilung. Weitere Details nannte der Börsenbetreiber nicht. Im Februar hatte es geheißen, die Schulden könnten um mehrere hundert Millionen Euro erhöht werden. Dabei soll die Bonitätsbewertung von Clearstream nicht gefährdet werden. Ob das aufgenommene Geld in die Gruppe investiert oder an die Aktionäre ausgeschüttet werden könnte, ist noch nicht bekannt.

Einer mit der Situation vertrauten Person zufolge wurde in der Aufsichtsratssitzung besprochen, dass das Geld für Investitionen oder auch Zukäufe verwendet werden könnte. Einen Beschluss darüber habe es aber nicht gegeben. Zudem solle der Hauptversammlung vorgeschlagen werden, das Unternehmen für weitere Aktienrückkäufe zu ermächtigen. Die Hauptversammlung soll am 21. Mai in Frankfurt stattfinden. Die Deutsche Börse hatte angekündigt, ihre Aktienrückkäufe baldmöglichst danach fortsetzen zu wollen. 2007 hatte sie eigene Titel im Wert von insgesamt 395 Millionen Euro gekauft. (Reuters)

Wirtschaftsmeldungen

Rentenerhöhung wird wesentlich teurer

Die außerplanmäßigen Rentenerhöhungen in diesem und im nächsten Jahr werden nach einem Bericht des „Handelsblatts“ (Freitag) deutlich teurer als von der Bundesregierung bislang eingestanden. Für die Rentenkassen summierten sich die Belastungen bis 2011 auf 9,1 Milliarden Euro, für den Bund auf weitere 2,9 Milliarden Zuschüsse im gleichen Zeitraum, schrieb die Zeitung unter Berufung auf eine ihr vorliegende Formulierungshilfe des Arbeitsministeriums für das neue Rentenwertgesetz. (dpa-AFX)

Japans Jahreskernteuerung im Februar höher als erwartet

Die Lebenshaltungskosten für die japanischen Verbraucher sind im Februar etwas stärker als erwartet gestiegen. Die Verbraucherpreise erhöhten sich in der Kernberechnung um 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie das Statistikbüro der Regierung am Freitag berichtete. Volkswirte hatten nur ein Plus von 0,9 Prozent erwartet.

Damit wurde der stärkste Anstieg seit März 1998 (plus 1,8 Prozent) verzeichnet. Der unerwartet deutliche Preisanstieg ging dem Statistikbüro zufolge vor allem auf höhere Kosten für Energie und Rohstoffe zurück. Im Januar 2008 und im Dezember 2007 hatte die Kernteuerung bei jeweils 0,8 Prozent gelegen. Die Bank of Japan (BoJ) achtet für die Bestimmung ihrer Geldpolitik besonders auf die Kernrate.

Die Arbeitslosenquote in Japan ist im Februar saisonbereinigt auf 3,9 Prozent gestiegen, nachdem sie im Vormonat bei 3,8 Prozent gelegen hatte. Ökonomen hatten mit einer gegenüber Januar unveränderten Quote gerechnet. Wie die Statistikbehörde der Regierung am Freitag weiter mitteilte, fiel die Gesamtzahl der arbeitslosen Personen in Japan jedoch auf Jahressicht um 40.000 auf 2,66 Millionen. Dies war der 27. Rückgang in Folge. (Dow Jones)

Bankexperte: Scharfe Kontrolle der Banken könnte Finanzkrise mildern

Zur Lösung der andauernden Finanzmarktkrise müssen die Banken nach Expertensicht schneller Risiken offenlegen und sich stärkerer Kontrolle unterwerfen. Die vielgeforderte „Transparenz“ müsse den Banken zwangsweise auferlegt und von unabhängigen Stellen scharf kontrolliert werden. Das fordert der Bankenprofessor Martin Faust von der Frankfurt School of Finance & Management. „Eine Selbstverpflichtung ist nicht sinnvoll, das ist ein netter Versuch, aber man muss zwangsweise die staatlichen Vorschriften verschärfen“, sagte Faust in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Nur dann werde das Vertrauen der Banken untereinander wiederkehren. Der Internationale Bankenverband IIF hatte als Lehre aus der Finanzmarktkrise einen freiwilligen Kodex für mehr Transparenz und bessere Geschäftsführung angekündigt. (dpa)

Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX.

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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing

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NamePunkteProzent
Dax 7.081,05 -0,03
TecDax 861,39 -0,41
DowJones 12.969,05 +0,55
Nasdaq 2.531,42 +1,39
STOXX 50 3.854,86 -0,07
Nikkei 225 14.251,74 +0,94
S&P 500 Zert. 14,07 -0,50
Euro/Dollar 1,55 -0,04
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