26. Juni 2008 Unternehmen
Oracle übertrifft Erwartungen - Gewinnmitnahmen
Der amerikanische Softwarekonzern Oracle hat die Erwartungen übertroffen und insbesondere bei neuen Software-Lizenzen deutlich zugelegt. Allerdings blieb der SAP-Konkurrent am Mittwoch beim Ausblick zurückhaltend. Nachbörslich fiel der Aktienkurs um drei Prozent. Analysten machten dafür auch Gewinnmitnahmen verantwortlich, nachdem die Titel nahe einem Sieben-Jahres-Hoch gehandelt worden waren. Oracle gab einen Nettogewinn von 2,04 Milliarden Dollar nach 1,6 Milliarden im Vorjahreszeitraum bekannt. Der Gewinn je Aktie betrug dabei ohne Sonderposten 47 Cent, während von Reuters befragte Analysten 44 Cent erwartet hatten. Der Umsatz von neuen Software-Lizenzen - ein wichtiger Indikator für das zukünftige Geschäft - stieg auf 3,14 Milliarden Dollar von 2,48 Milliarden. Für das erste Geschäftsquartal geht der Konzern nun von einem Gewinn je Aktie ohne Sonderposten von 26 bis 27 Cent aus. Analysten erwarten 27 Cent. Oracle konnte insbesondere sein Wachstum in den Vereinigten Staaten beschleunigen, wo neue Softwareverkäufe um 22 Prozent nach 15 Prozent im Vorquartal zulegten. Angesichts der schwächelnden amerikanischen Wirtschaft sei dies eine beachtliche Leistung, sagten Analysten. Oracles aggressive Verkaufsstrategie und die vielfältige Produktpalette zahlten sich aus, sagte Andy Meidler von der Firma Edward Jones. David Garrity von Dinosaur Research sagte unter Anspielung auf das Hobby des segelbegeisterten CEOs Larry Ellison: Larry wird sich einfach ein größeres Boot kaufen müssen. (Reuters)
Nike profitiert im 4. Quartal vom Auslandsgeschäft
Der Sportschuhe- und Sportbekleidungshersteller Nike hat vor allem dank anhaltenden Wachstums im Ausland im vierten Quartal 2007/08 einen Anstieg des Nettogewinns um 12 Prozent verzeichnet. Für die drei Monate per Ende Mai meldete die Nike am Mittwoch nach Börsenschluss einen Nettogewinn von 490,5 (437,9) Millionen Dollar oder 0,98 (0,86) Dollar je Aktie. Der Umsatz nahm um 16 Prozent auf 5,09 Milliarden Dollar zugenommen. Sieben Prozentpunkte entfielen den Angaben zufolge auf positive
Auswirkungen des schwachen Dollar. Die Bruttomarge stellte sich auf 45,8 Prozent (43,8 Prozent). Analysten hatten im Mittel mit einem Ergebnis von 0,96 Dollar bei einem Umsatz von 4,95 Milliarden Dollar gerechnet. (Dow Jones Newswires)
Blackberry-Anbieter RIM mit Gewinnsprung - Aktie fällt
Der BlackBerry-Hersteller Research in Motion (RIM) hat wie erwartet den Gewinn gesteigert, mit seinem Ausblick jedoch enttäuscht. Für das erste Quartal gab der Konzern am Mittwoch nach amerikanische Börsenschluss einen Gewinn von 482,5 Millionen amerikanische Dollar nach 223,2 Millionen im Vorjahreszeitraum bekannt. Der Umsatz stieg um 107 Prozent auf 2,24 Milliarden Dollar; zudem gewann das Unternahmen 2,3 Millionen Kunden und damit mehr als erwartet. Allerdings geht RIM für das kommende Quartal von einem Gewinn je Aktie aus, der einen Cent unter den Analysten-Erwartungen liegt. RIM-Aktien fielen im nachbörslichen Handel um acht Prozent. (Reuters)
Hornbach wächst in Deutschland gegen den Branchentrend
Die Hornbach-Gruppe ist erfolgreich ins Geschäftsjahr 2008/2009 gestartet. Der Nettoumsatz der Hornbach Holding AG stieg im ersten Quartal (1. März bis 31. Mai 2008) um 6,1 Prozent auf 777,7 Millionen Euro (Vorjahr 732,7 Millionen Euro). Im größten operativen Teilkonzern Hornbach-Baumarkt-AG erhöhten sich die Umsätze um 6,2 Prozent auf 739,2 (696,0) Millionen Euro. Die flächenbereinigten Umsätze (ohne Neueröffnungen) verbesserten sich konzernweit um 1,5 Prozent. In Deutschland stiegen sie gegen den Branchentrend um 0,6 Prozent, im übrigen Europa sogar um 2,9 Prozent. Das Betriebsergebnis (Ebit) wuchs um 72,3 Prozent auf 66,9 Millionen Euro (Vorjahr 38,8 Millionen Euro). Das Konzernergebnis vor Steuern machte einen Sprung von 91,0 Prozent auf 58,5 Millionen Euro (Vorjahr 30,6 Millionen Euro). Das (unverwässerte) Ergebnis je Vorzugsaktie wird mit 4,87 Euro (Vorjahr 2,18 Euro) ausgewiesen. Albrecht Hornbach bekräftigte den positiven Ausblick für das laufende Geschäftsjahr. (Ad-hoc)
UniCredit - Planen Abbau von 9000 Stellen - Bekräftigen Prognose
Die italienische Großbank UniCredit plant den Abbau von 9000 Stellen, knapp fünf Prozent ihrer Belegschaft. Der Schritt sei im Rahmen des strategischen Plans für 2008 bis 2010 vorgesehen, teilte das viertgrößte Geldhaus Europas am Donnerstag mit. Zudem bekräftigte die Bank ihre Prognose für einen Gewinn in Höhe von 0,52 bis 0,56 Euro je Aktie im Jahr 2008. (Reuters)
Lanxess kauft eines der größten chinesischen Eisenoxid-Pigmentwerke
Der Spezialchemie-Konzern Lanxess hat eines der größten chinesischen Eisenoxid-Pigmentwerke gekauft. In Jinshan bei Shanghai würden zwei Produktionsanlagen vom bisherigen Kooperationspartner Jinzhuo Chemicals übernommen, teilte Lanxess am Donnerstag mit. Eine dieser Anlagen wurde von den Leverkusenern bereits seit 2007 geleast. Mit dem Kauf erhöhe sich die weltweite Produktionskapazität des Konzerns für anorganische Pigmente um fünf Prozent. Das neue Werk sichere auch eine unabhängige Rohstoffversorgung für die Pigment-Mischanlage in Shanghai. Aufgrund des anhaltenden Baubooms in China steige die Nachfrage nach anorganischen Pigmenten stark an. Über den Kaufpreis sei Stillschwiegen vereinbart worden. (dpa-AFX)
Ratingagentur Fitch setzt Rating von GM und Chrysler herab
Die Ratingagentur Fitch hat die amerikanische Autobauer General Motors und Chrysler weiter herabgestuft. Gründe seien ein schwächerer Absatz, höhere Spritpreise und die schwächelnde Wirtschaft, teilte Fitch am Mittwoch mit. Die Agentur kündigte zudem an, in dem kommenden sechs Wochen auch Ford Motor und Ford Motor Credit einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. Auch in diesen Fällen sei eine Herabstufung möglich. GM und Chrysler wurden auf B-Minus herabgesetzt. Die GM-Aktie notierte an der Wall Street am Nachmittag 1,4 Prozent im Minus. Ford lag dagegen 0,8 Prozent im Plus. (Reuters)
Blatt - Anheuser-Busch wird InBev-Übernahmeangebot ablehnen
Der amerikanische Brauereikonzern Anheuser-Busch wird einer Zeitung zufolge das Übernahmeangebot des belgischen Konkurrenten InBev ablehnen. Das Wall Street Journal berichtete am Mittwoch, die Amerikaner würden die Summe von etwa 46 Milliarden Dollar als zu niedrig bezeichnen. Zudem werde Anheuser einen eigenen Umstrukturierungsplan vorlegen. Ein Sprecher des amerikanische Konzerns war zunächst nicht zu erreichen. InBev hatte seine Übernahmeofferte von 65 Dollar je Aktie am 11. Juni vorgelegt. Anheuser hat angekündigt, auf die Offerte zu gegebener Zeit zu antworten. (Reuters)
Klagen gegen Baufinanzierer Countrywide wegen Hypotheken
Der größte amerikanische Baufinanzierer Countrywide Financial muss sich wegen angeblicher betrügerischer Hypothekengewährung vor Gericht verantworten. Behördenvertreter der amerikanische Bundesstaaten Kalifornien und Illinois reichten am Mittwoch entsprechende Zivilklagen ein. Demnach soll Countrywide Hausbesitzer dabei unterstützt haben, riskante Hypotheken in Anspruch zu nehmen, obwohl unklar war, ob sie diese zurückzahlen könnten. Countrywide hat den Amerikanischen Traum eines eigenen Hauses ausgenützt und die Hypotheken dann mit riesigen Gewinnen weiterverkauft, teilte der kalifornische Generalstaatsanwalt Jerry Brown mit. Mit der Klage solle nun den Kaliforniern Erleichterung verschafft werden, die durch Countrywides betrügerisches System ausgebeutet worden seien. Angeklagt sind unter anderem Countrywide-CEO Angelo Mozilo und Präsident David Sambol. Der amerikanische Baufinanzierer wird eng mit dem amerikanische Häuserboom assoziiert, als Niedrigzins-Hypotheken scheinbar wahllos verteilt wurden. Ebenso eng ist der Name Countrywide jedoch mit dem darauffolgenden Kollaps des Marktes verbunden: Viele weniger betuchte Hypothekennehmer verloren ihre Häuser, weil sie gestiegene Zinssätze nicht mehr bezahlen konnten. Die Bank of America ist derzeit dabei, Countrywide zu übernehmen. (Reuters)
Yahoo wehrt sich weiter gegen Allianz mit Microsoft
Yahoo wehrt sich weiter gegen eine Verbindung mit dem Softwarekonzern Microsoft. In einem Schreiben an die Aktionäre vom 25. Juni verteidigen Chairman Roy Bostock und CEO Jerry Yang einmal mehr ihre ablehnende Haltung. Microsoft habe nach dem Scheitern einer vollständigen Übernahme von Yahoo vorgeschlagen, nur das Suchmaschinengeschäft von Yahoo zu erwerben. Das Softwareunternehmen habe dafür 1 Milliarden Dollar sowie eine Beteiligung an künftigen Werbeeinnahmen bei Suchabfragen geboten, heißt es in dem Brief an die Aktionäre. Zudem hätte Microsoft Investitionen von 8 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Im Gegenzug hätte Yahoo einen Exklusivvertrag mit einer Laufzeit von 10 Jahren mit der Gesellschaft aus Redmond unterzeichnen müssen. Damit hätte sich Yahoo im Werbegeschäft von Microsoft abhängig gemacht, stellen die beiden Manager fest. Außerdem hätte Microsoft ein Vetorecht bei bestimmten Aktionen von Yahoo bekommen, auch bei einem möglichen Verkauf des Unternehmens. Bostock und Yang verteidigten unterdessen die mit der Google Inc getroffene Vereinbarung. Sie biete den Aktionären einen größeren Mehrwert als eine Transaktion mit Microsoft. Da es sich nicht um eine Exklusivvereinbarung handele, lasse sie Yahoo Spielraum bei künftigen Entscheidungen. Das Abkommen schließe zudem mögliche künftige Transaktionen mit Microsoft oder anderen potenziellen Erwerbern nicht aus. Nach der offiziellen Mitteilung über das Scheitern der Gespräche mit dem Softwarekonzern Microsoft über eine Allianz im Bereich Internetwerbung in Suchmaschinen hatte Yahoo am 12. Juni Pläne über eine Kooperation in dem Geschäftsfeld mit Google angekündigt. (Dow Jones Newswires)
Wirtschaft
Deutsche Einfuhrpreise steigen so stark wie seit 2000 nicht mehr
Die nach Deutschland gelieferten Waren haben sich im Mai so stark verteuert wie seit fast acht Jahren nicht mehr. Die Einfuhrpreise stiegen um 7,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Das ist der höchste Wert seit November 2000 (10,6 Prozent). Im März und April hatte die Teuerungsrate 5,7 Prozent betragen, im Jahresschnitt 2007 sogar nur um 1,2 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat kletterten die Preise mit 2,4 Prozent so stark wie seit September 1990 nicht mehr. Größter Preistreiber war Energie, die sich binnen Jahresfrist um 46,5 Prozent verteuerte. Rohöl kostete 56,8 Prozent und Mineralölerzeugnisse 48,0 Prozent mehr. Ohne diese beide Bereichen wären die Importpreise lediglich um zwei Prozent gestiegen. Auch viele Nahrungsmittel verteuerten sich. Für Getreide musste 37,2 Prozent, für Zitrusfrüchte 34,2 Prozent, für Rohkakao 16,6 Prozent und für Milch, Milchprodukte und Rohkaffee sogar 11,2 Prozent mehr bezahlt werden. Rindfleisch verteuerte sich um 25,4 Prozent, Schweinefleisch um 14,1 Prozent und Geflügelfleisch um 7,4 Prozent. Die Teuerung fiel deutlich stärker als erwartet aus. Analysten hatten zum Vormonat mit einem Anstieg von 1,4 Prozent gerechnet und zum Vorjahr ein Plus von 6,8 Prozent erwartet. (Reuters)
Amerikanische Notenbank belässt Leitzins bei zwei Prozent
Die amerikanische Notenbank hält den Leitzins für die Vereinigten Staaten konstant bei zwei Prozent. Das teilte die Federal Reserve am Mittwochabend nach einer Sitzung des Offenmarktausschusses in Washington mit. Zur Begründung dieses an den Finanzmärkten weithin erwarteten Schritts hieß es, die Inflationsrisiken hätten zuletzt wegen der massiven Preissteigerungen bei Energie und Nahrungsmitteln zugenommen. Ein Mitglied des Offenmarktausschusses habe vor diesem Hintergrund sogar für eine Zinserhöhung gestimmt, die anderen Notenbanker des Gremiums dagegen für unveränderte Zinsen. Die Zentralbank der weltgrößten Volkswirtschaft beendete damit ihre im vergangenen Jahr wegen der Finanzkrise und einer drohenden Rezession begonnene Serie von Zinssenkungen. Sie hatte den Leitzins seit September in großen Schritten von 5,25 auf zwei Prozent gesenkt. (Reuters)
Hongkong bestätigt Leitzins von 3,50 Prozent
Die geldpolitische Behörde Hongkongs hat das Niveau ihrer Leitzinsen am Donnerstag im Gefolge der entsprechenden Zinsentscheidung der amerikanische Notenbank bestätigt. Wie die Hong Kong Monetary Authority (HKMA) am Morgen mitteilte, beträgt der geldpolitische Schlüsselsatz weiterhin 3,50 Prozent. Der Hongkong-Dollar ist an den amerikanische Dollar gebunden, weshalb die HKMA in der Regel den Zinsentscheidungen der Federal Reserve folgt. Die Fed hatte ihren Tagesgeldzielsatz am Mittwoch mit 2,00 Prozent bestätigt. (Dow Jones Newswires)
Leichte Entspannung am Ölmarkt setzt sich fort
Die leichte Entspannung am Ölmarkt hat sich am Donnerstag fortgesetzt. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) Leichtöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur August- Auslieferung 134,35 amerikanische Dollar und damit 15 Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Der Rekordwert von gut 140 Dollar ist damit wieder etwas in die Ferne gerückt. Grund für die bereits am Mittwochnachmittag einsetzende Entspannung waren positive Lagerbestandsdaten aus den Vereinigten Staaten . So wurden die amerikanische Rohölbestände nach fünf aufeinanderfolgenden Rückgängen in der vergangenen Woche überraschend deutlich aufgestockt. Angesichts der niedrigen Auslastung der amerikanische Ölraffinerien und der schwachen Ölnachfrage ist es aus Sicht der DekaBank gut möglich, dass nunmehr ein leichter Aufwärtstrend bei den Öllagerbeständen einsetzt. (dpa-AFX)
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX.
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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing
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| VOLKSWAGEN AG STAMMA | -5,52 | -1,61 |
| BAYER AG INHABER - A | +0,64 | +1,55 |
| DEUTSCHE POST AG NAM | +0,26 | +2,26 |
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| TecDax | 572,00 | +10,69 |
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