23. April 2008
Unternehmen
RWE: Gewinnwarnung wegen schlechtem Preis für American Water
Der Versorger RWE senkt wegen des Börsengangs von American Water seine Gewinnprognose für dieses Jahr. Die Platzierung der Aktien werde das Ergebnis in der Größenordnung von bis zu rund 0,6 Milliarden Euro belasten, teilte RWE am Mittwoch in Essen mit. Die bisherige Prognose für das Nettoergebnis, die eine Steigerung um mehr als 10 Prozent vorsah, kann vor diesem Hintergrund nicht aufrechterhalten werden, erklärte das Management. Der Konzern rechne nun mit einem Nettoergebnis leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Das Betriebsergebnis und das für die Bemessung der Dividende wichtige nachhaltige Nettoergebnis blieben davon unberührt. Kritiker argumentieren, RWE sei von Goldmans Sachs und Merrill Lynch miserabel beraten worden. (Reuters)
Operativer Quartalsgewinn von Merck legt stärker als erwartet zu
Ein gutes Geschäft mit Flüssigkristallen sowie eine hohe Nachfrage nach den Medikamenten Erbitux und Rebif hat dem Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck im ersten Quartal einen kräftigen operativen Gewinnanstieg beschert. Der operative Gewinn habe sich auf 359,6 Millionen Euro von 240,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum erhöht, teilte das Darmstädter Unternehmen am Mittwoch mit. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 293 Millionen Euro gerechnet. In der Sparte Flüssigkristalle erzielte Merck eine Umsatzrendite von 51,1 (Vorjahreszeitraum: 54,8) Prozent. Die Gesamterlöse lagen im ersten Quartal bei 1,9 Milliarden Euro, ein Plus von 8,3 Prozent binnen Jahresfrist. Für das Gesamtjahr rechnet Merck unverändert mit einem Anstieg der Gesamterlöse um fünf bis neun Prozent. Zugleich strebt der Konzern eine operative Umsatzrendite vor Abschreibungen und Integrationskosten von 23 bis 27 (2007: 24,8) Prozent an. (Reuters)
Gewinn von Infineon geht auch ohne Qimonda zurück
Der Halbleiterkonzern Infineon hat im zweiten Quartal auch ohne die Verluste seiner Tochter Qimonda und die Milliardenabschreibung auf deren Unternehmenswert einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Der Überschuss aus dem fortgeführtem Geschäft sei von Januar bis März verglichen mit dem Vorquartal ohne Qimonda auf 19 Millionen von 45 Millionen Euro geschrumpft, teilte Infineon am Mittwoch mit. Der entsprechende Umsatz habe im Quartalsvergleich um vier Prozent auf 1,05 Milliarden Euro abgenommen. Einschließlich der Verluste der Speicherchiptochter und der Abschreibung von einer Milliarde Euro auf die Beteiligung an ihr sei in den Monaten Januar bis März ein Nettoverlust von rund 1,4 Milliarden Euro angefallen. Im Weihnachtsquartal hatte der Fehlbetrag noch 396 Millionen Euro betragen. (Reuters)
SGL Carbon startet mit Gewinnsprung in das Jahr
Der Wiesbadener Grafit-Spezialist SGL ist dank der anhaltend hohen Nachfrage aus der Aluminium- und Stahlbranche und Kosteneinsparungen mit einem Gewinnsprung in das Jahr gestartet. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei im ersten Quartal binnen Jahresfrist um 21,1 Prozent auf 69,4 Millionen Euro geklettert, teilte das SGL-Management am Mittwoch in Wiesbaden mit. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Betriebsgewinn von 68 Millionen Euro gerechnet. Der Überschuss stieg im Auftaktquartal sogar um 35,7 Prozent auf 44,1 Millionen Euro. SGL setzte in den ersten drei Monaten 343,2 Millionen Euro um, das sind 9,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für das zweite Jahresviertel stellte die SGL-Führung ein noch stärkeres Umsatzwachstum in Aussicht als im ersten Quartal. Konzernchef Robert Koehler bekräftigte zudem die Ziele für das Gesamtjahr, die ein Umsatzwachstum von zehn bis 15 Prozent und einen Anstieg des Betriebsgewinns von 15 bis 20 Prozent vorsehen. Der Überschuss soll 2008 noch stärker zulegen als der Betriebsgewinn. (Reuters)
Yahoos Umsatz wächst nur einstellig
Yahoo hat im abgelaufenen Quartal mehr verdient als erwartet. Allerdings fiel das Ergebnis nicht so überzeugend aus, als dass Microsoft sich zu einer höheren Übernahmeofferte hinreißen lassen dürfte. Der Kurs der Yahoo-Aktie gab nachbörslich etwa ein Prozent nach. Der amerikanische Internetkonzern wies am Dienstagabend nach amerikanische Börsenschluss einen Nettogewinn von 542,2 Millionen Dollar für das erste Vierteljahr aus, nach 142,4 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Yahoo profitierte dabei besonders von seiner Beteiligung am chinesischen Internet-Unternehmen Alibaba.com. Der Bruttoumsatz stieg um neun Prozent auf 1,82 Milliarden Dollar. Abzüglich der Zahlungen an Werbe-Partner legte er um 14 Prozent auf 1,35 Milliarden Dollar zu. Vor Sonderposten verdiente der Konzern 150 Millionen Dollar oder elf Cent pro Aktie. Analysten hatten auf dieser Basis durchschnittlich mit einen Gewinn von neun Cent je Anteilschein gerechnet. An seiner Umsatzprognose für das laufende Jahr hielt Yahoo fest. Das Unternehmen rechnet weiter mit Erlösen von 7,2 bis acht Milliarden Dollar. An der Höhe von Microsofts 43 Milliarden Dollar schwerer Übernahmeofferte wird sich nach Ansicht von Analysten damit wohl nichts ändern. Personen, die in Microsofts Einschätzung der Yahoo-Zahlen eingeweiht waren, bestätigten dies. Der Software-Riese sehe in der Tatsache, dass Yahoo nicht an seiner im Januar ausgegebenen Umsatzprognose gerüttelt habe, ein Indiz dafür, dass sich der Wert der Firma nicht verändert habe, sagten sie. Yahoos Finanzchef Blake Jorgensen bekräftigte hingegen in einem Gespräch mit Reuters, er halte das Microsoft-Gebot für zu niedrig. Zugleich erfuhr Reuters von mit der Angelegenheit vertrauten Personen, dass Yahoo weiterhin separate Gespräche mit News Corp und Time Warner führe. Ermutigt von den starken Geschäftszahlen, die Google vergangene Woche vorlegte, hatten einige Investoren gehofft, dass Yahoo ein ähnlich beeindruckender Überraschungshit gelingen könnte - und so Microsoft zu einer verbesserten Offerte bewegen würde. (Reuters)
Umsatz- und Gewinnwarnung bei IDS Scheer
Das Software- und Beratungshaus IDS Scheer hat seine Gewinnziele für 2008 zurückgeschraubt. Die Rendite gemessen am Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) werde 2008 nur acht bis neun Prozent erreichen, teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit. Bislang hatte IDS zehn Prozent in Aussicht gestellt. Im ersten Quartal lag die Marge sogar nur bei 4,4 Prozent, vor einem Jahr standen noch 10,8 Prozent zu Buche. Aufgrund der vorläufigen Quartalszahlen ist der Vorstand zu der Erkenntnis gelangt, die Jahresprognose anzupassen und ein umfassendes Maßnahmenpaket einzuleiten, erklärte das Management. Im ersten Quartal war der Konzernumsatz auf 94,3 (Vorjahr: 96) Millionen Euro gesunken. Bereinigt um Währungskurseffekte habe der Umsatz das Vorjahresniveau erreicht. Der Vorstand gehe nun davon aus, 2008 einen Konzernumsatz von mindestens 400 Millionen Euro bei konstanten Wechselkursen zu erreichen. 2007 hatte IDS 393,5 Millionen Euro Umsatz eingefahren und bislang für das laufende Jahr ein Plus von sechs Prozent avisiert, also rund 417 Millionen (Reuters)
Praktiker verfehlt im Quartal Markterwartungen - Prognose bleibt
Die Baumarktkette Praktiker hat im ersten Quartal einen höheren Verlust geschrieben als von Analysten erwartet. Der Quartalsfehlbetrag erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 29,8 Prozent auf 23,5 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Betriebsverlust (Ebita) stieg um 4,3 Prozent auf 20,8 Millionen Euro. Der Umsatz schrumpfte um 1,4 Prozent auf 865,1 Millionen Euro. Der Konzern aus dem saarländischen Kirkel bestätigte allerdings seine Umsatz- und Ergebnisprognose für das laufende Jahr. Analysten hatten im Durchschnitt für das erste Quartal einen Umsatz von 903 Millionen, einen Ebita-Verlust von 20 Millionen und einen Nettoverlust von ebenfalls 20 Millionen Euro erwartet. (Reuters)
Direktbank DAB trotzt Finanzkrise mit Rekordergebnis
Die Direktbank DAB hat trotz der Börsenflaute im ersten Quartal 2008 ein Rekordergebnis eingefahren. Der Vorsteuergewinn kletterte um sieben Prozent auf 13,5 Millionen Euro. Dabei profitierte die Tochter der Münchner Großbank HVB unter anderem von Kostensenkungen. Trotz des schwierigen Marktumfelds und der Zurückhaltung der Kunden seit Ende Januar haben wir knapp 25 Prozent des Jahresziels von 55 Millionen Euro erreicht, zeigte sich DAB-Vorstandsmitglied Alexander von Uslar am Mittwoch zufrieden. Die Finanzkrise hinterließ dennoch klare Spuren: So führte die DAB für ihre 1,1 Millionen Kunden im ersten Quartal nur noch 2,38 Millionen Wertpapiertransaktionen aus, nachdem es vor Jahresfrist noch gut 3,2 Millionen waren. Der Provisionsüberschuss brach um ein Viertel auf 29 Millionen Euro ein, das verwaltete Kundenvermögen sank um fünf Prozent auf 29,5 Milliarden Euro. (Reuters)
IKB reduziert Konzern-Verlustprognose auf 200 Millionen Euro
Die angeschlagene Mittelstandsbank IKB erwartet für das Geschäftsjahr 2007/08 im IKB-Konzern einen deutlich niedrigeren operativen Verlust als bislang. Der Vorstand gehe jetzt nach IFRS-Regeln von einem Verlust in Höhe von 200 Millionen Euro nach bisher 800 Millionen Euro aus, teilte die Bank am Dienstagabend mit. Diese Verringerung habe sich im Rahmen der noch laufenden Arbeiten zur Erstellung des Konzernjahresabschlusses per 31. März 2008 ergeben. Die Abweichung zur bisherigen Prognose erkläre sich zum einen aus um 250 Millionen Euro erhöhten positiven Bewertungseffekten der Passiva in Höhe von jetzt 1,5 Milliarden Euro nach passiven latenten Steuern. Zum anderen sei ein positiver Bewertungseffekt der Besserungsabreden von 350 Millionen Euro in der bisherigen Prognose nicht enthalten gewesen. Die Besserungsabreden sind ein Element der Kapitalverstärkung durch die KfW, die im Februar und März 2008 in Höhe von insgesamt 1,050 Milliarden Euro gewährt wurde. Die IKB kündigte an, ihre testierten Sechs-Monatszahlen 2007/08 am 29. April 2008 vorzulegen. Die IKB musste nach Fehlspekulationen am amerikanische Hypothekenmarkt mit Milliardenhilfen des Staates und der Kreditwirtschaft vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Insgesamt gab es drei Rettungsaktionen im Gesamtumfang von rund 8,5 Milliarden Euro. (Reuters)
Richemont steigert Jahresumsatz um zehn Prozent
Der Luxusgüterkonzern Richemont hat den Jahresumsatz 2007/08 (bis Ende März) um zehn Prozent auf 5,301 Milliarden Euro gesteigert. Mit 15 Prozent auf 1,378 Milliarden Euro sei die Luxus-Uhrensparte mit Marken wie Piaget oder IWC am stärksten gewachsen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Geographisch habe die Region Asien-Pazifik mit einem Plus von 21 Prozent auf 1,296 Milliarden Euro die höchsten Zuwachsraten verbucht. Die Gewinnzahlen werden am 22. Mai vorgestellt. (Reuters)
Italiens Regierung bewilligt Notfallkredit für marode Alitalia
Die italienische Regierung hat einen 300 Millionen Euro schweren Überbrückungskredit für die angeschlagene Fluggesellschaft Alitalia bewilligt. Der scheidende Ministerpräsident Romano Prodi sagte am Dienstagabend, die Summe sei auf Vorschlag seines gewählten Nachfolgers Silvio Berlusconi festgelegt worden. Nach dem Scheitern einer Übernahme durch Air France-KLM benötige dieser Zeit, um nach Alternativen Ausschau zu halten. Das Darlehen muss bis zum Jahresende zurückgezahlt werden. Der italienische Staat versucht seit längerem, sich von seinem Anteil von 49,9 Prozent an Alitalia zu trennen. Die fünftgrößte europäische Fluggesellschaft mit ihren 20.000 Beschäftigten gilt weithin als Sanierungsfall, der ohne einen drastischen Abbau von Arbeitsstellen nicht zu retten ist. Derzeit fliegt sie täglich einen Verlust von rund einer Million Euro ein. Air France-KLM hatte am Montag ein Übernahmeangebot für Alitalia formell zurückgezogen. Die italienische Fluggesellschaft stand damit unter massivem Druck, ihre Finanzierung zu sichern. (Reuters)
EADS drängt Industrie zur Kostensenkung und Gang in Dollarraum
EADS-Chef Louis Gallois drängt seine Zulieferer angesichts des starken Euro, ihre Kosten zu senken und Produktion in die Dollarzone zu verlagern. Wenn wir die Luftfahrtindustrie in Europa sichern wollen, müssen wir den größten Teil auslagern, sagte Gallois am Dienstagabend in Berlin. Die Maßnahmen des Airbus-Sanierungsprogramms Power8 seien schwierig und unpopulär. Aber die Entscheidung, sich unter anderem von Airbus-Werken und einem EADS-Werk zu trennen, sei notwendig, um Handlungsspielraum zu gewinnen, sagte er. Ein Euro von 1,45 Dollar zwinge dazu, das Geschäftsmodell von Airbus zu überdenken, bekräftigte er. Aber das ist nicht genug, forderte er die Industrie zur Mithilfe auf. EADS leidet derzeit stark unter dem hohen Euro, der am Dienstag ein Rekordhoch von 1,60 Dollar erreichte. Die Airbus-Flugzeuge werden - wie in der Luftfahrtbranche üblich - in Dollar abgerechnet. Die Kosten für die Produktion der Flugzeuge fallen aber in Euro an. Je höher also der Euro, desto geringer die Gewinnmargen. Wegen des schwachen Dollars und der hohen Metallpreise hatte Airbus am Nachmittag bekannt gegeben, die Preise für seine Flugzeuge zu erhöhen. Die kleineren Maschinen mit einem Mittelgang sollen im Schnitt um zwei Millionen Dollar, die Großraumflugzeuge, zu denen auch der A380 gehört, im Schnitt um vier Millionen Dollar teurer werden. Um im Wettbewerb bestehen zu können, gewähren Airbus und der amerikanische Konkurrent Boeing bei großen Orders Preisnachlässe. Auf wieviel Gewinn sie dabei verzichten, legen aber beide nicht offen. Um mit Boeing mithalten zu können, müssten die Preise dem Wettbewerb angepasst werden, rechtfertigte Gallois die Praxis. (Reuters)
Wirtschaft
Frankreichs Privatkonsum bricht im März überraschend ein
Der private Verbrauch in Frankreich ist im März gegenüber dem Vormonat überraschend gesunken. Der Konsum ging gemessen an den Käufen industrieller Güter auf Monatssicht saison- und kalenderbereinigt um 1,7 Prozent zurück, wie die Statistikbehörde Insee am Mittwoch mitteilte. Volkswirte hatten im Mittel eine Stagnation erwartet, nachdem der Konsum im Februar um revidiert 1,3 Prozent (vorläufig: plus 1,2 Prozent) zugelegt hatte. Auf Jahressicht erhöhte sich der Verbrauch im März lediglich um 1,2 Prozent, während Ökonomen ein Plus von 3,0 Prozent prognostiziert hatten.
Bei den langlebigen Wirtschaftsgütern ergab sich im Monatsvergleich ein minus von 1,1 Prozent (Vormonat: plus 3,3 Prozent), wobei vor allem auch die Kfz-Verkäufe um 1,5 Prozent (Vormonat: plus 7,6 Prozent) sanken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Verkäufe bei den langlebigen Gütern um 8,0 Prozent, der Kfz-Absatz zog um 8,7 Prozent an. Deutlich schwächer war der Verkauf auch bei Textilien und Lederwaren, die im Monatsvergleich um 7,9 Prozent (Vormonat: plus 1,4 Prozent) einbrachen und auf Jahressicht um 6,9 Prozent fielen. (Dow Jones Newswires)
Japans Handelsbilanzüberschuss im März geringer als erwartet
Der Überschuss in der japanischen Handelsbilanz ist im März gegenüber dem Vorjahresmonat stärker als erwartet um 30,2 Prozent auf 1,119 Billionen Yen gesunken. Volkswirte hatten nur mit einem Rückgang des Aktivsaldos um 15,3 Prozent auf 1,358 Billionen Yen gerechnet. Wie das Finanzministerium in Tokio am Mittwoch mitteilte, kletterten die Exporte um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, die Importe wuchsen um 11,1 Prozent. Für das am 31. März beendete Fiskaljahr beläuft sich der Außenhandelsüberschuss auf 10,225 Billionen Yen, ein Anstieg um 13,4 Prozent gegenüber dem vorigen Fiskaljahr. Die Exporte kletterten im Fiskaljahr um 9,9 Prozent auf 85,118 Billionen Yen, womit ein Rekordhoch verzeichnet wurde. (Dow Jones Newswires)
Umfrage: Viele Bundesbürger haben Angst um ihr Geld
Viele Bundesbürger haben Angst vor der Inflation. Wie eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage für das Magazin Stern ergab, sorgen sich 71 Prozent, dass ihr Geld künftig nicht mehr ausreicht. 29 Prozent teilen diese Sorge nicht - auch wenn die Inflationsrate in Deutschland im vergangenen Monat auf 3,1 Prozent stieg. Am größten ist nach der Umfrage die Inflationsangst bei den Beziehern kleiner Einkommen, die im Verhältnis mehr Geld für Nahrungsmittel ausgeben. 84 Prozent der Bürger, die weniger als 1.000 Euro netto im Monat verdienen, fürchten, dass ihr Geld bald zum Leben nicht mehr reicht. Bei den Gehaltsempfängern, die mehr als 3.000 Euro verdienen, ängstigen sich nur 49 Prozent. An der Forsa-Umfrage beteiligten sich 1.000 Personen. (AP)
Syngenta: Es gibt Möglichkeiten zur Produktivitätsausweitung in der Landwirtschaft
Der Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta sieht in der Diskussion um explodierende Nahrungsmittelpreise noch eine Vielzahl von Möglichkeiten, um die Produktivität in der Landwirtschaft auszuweiten. Dafür müsse Europa aber die Chancen der Gentechnologie nutzen, sagte der Vorstandsvorsitzende Michael Mack der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Anstelle von Panik vor Versorgungsengpässen sei eine gewisse Gelassenheit gerechtfertigt, dafür müssten aber die Felder besser bewirtschaftet werde, sagte Mack. Neben Dünger könnten dies bessere Saaten und ein verstärkter Pflanzenschutz bewirken, also die Geschäftsbereiche, die der Syngenta-Konzern hauptsächlich bearbeitet. Das Unternehmen erzielte im ersten Quartal mit neuen Produkten ein Umsatzplus von 24 Prozent. Verbesserungen müsste nach Meinung Macks auch in den Maschinenparks, der Bewässerung und in der Behandlung der einzelnen Getreide- und Reissorten geben. Eine bessere Infrastruktur sei vielerorts nötig, damit verderbliche Ware schneller transportiert werden könne. Um in Zukunft das Bevölkerungswachstum zu bewältigen, den Futtermittelbedarf für Schlachttiere abzudecken und die Nachfrage nach Biokraftstoffen zu befriedigen, sei der Einsatz von Gentechnologie nötig. Die Europäer sind mit ihrer Kaufkraft zu reich, um die Engpässe jetzt schon wirklich zu erkennen. Aber vor allem in der Futtermittelversorgung der Viehzüchter werden die Probleme bald auf sie zukommen, warnt Mack. Tatsächlich bauen nach Branchenangaben rund um den Globus bereits zwölf Millionen Landwirte auf mehr als 114 Millionen Hektar gentechnisch veränderte Pflanzen an. Auf dem alten Kontinent sind es nur 100.000 Hektar. (dpa-AFX)
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX.
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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing
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