Medienschau

Preise im Großhandel steigen so stark wie seit 1982 nicht mehr

10. Juni 2008 

Unternehmen

Texas Instruments schränkt Prognosen ein

Der amerikanischen Technologiekonzern Texas Instruments (TI) sieht unerwartet schwache Geschäfte in einigen Bereichen und hat seine Gewinnprognose für das laufende Quartal eingeschränkt. Einige Sparten entwickelten sich schlechter als gedacht, sagte der ranghohe TI-Manager Ron Slaymaker in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Dazu zählten unter anderem Prozessoren. Im Bereich analoge Chips gebe es hingegen Zuwächse.

Für das zweite Quartal geht der Halbleiterhersteller nun von einem Gewinn pro Aktie zwischen 43 und 47 Cents aus - bislang waren 42 bis 48 Cent vorhergesagt. Der Umsatz soll zwischen 3,33 und 3,46 Milliarden Dollar liegen, hieß es nach Börsenschluss in den Vereinigten Staaten. In der bisherigen Prognose von Mitte April war eine Spanne von 3,24 bis 3,5 Milliarden genannt worden. Bereits mit der damaligen Vorhersage hatte TI die Finanzmärkte enttäuscht.

Texas Instruments stellt neben Handy-Chips unter anderem Taschenrechner und Chips für Fernsehgeräte her. Größter Kunde ist der finnische Handy-Hersteller Nokia. 35 Prozent seines Umsatzes erwirtschaftet TI mit Telefon-Chips, etwa 40 Prozent mit analogen Chips. (Reuters)

Tesco steigert Umsatz im ersten Quartal

Großbritanniens größter Einzelhändler Tesco hat im ersten Quartal seinen Umsatz zweistellig gesteigert und dabei vor allem von seinem Auslandsgeschäft profitiert. In den 13 Wochen bis zum 24. Mai legte der Konzernumsatz um 13,7 Prozent zu, wie Tesco am Dienstag mitteilte. Im internationalen Geschäft wuchsen die Erlöse um 26,6 Prozent, wobei sich der starke Eurokurs positiv auswirkte. Währungsbereinigt lag das Plus im Ausland bei 13,9 Prozent. Auf dem britischen Markt setzte Tesco 9,4 Prozent mehr um. Bereinigt um Währungseffekte und Benzin lag das Plus bei 3,5 Prozent. (dpa-AFX)

Foster's begibt Gewinnwarnung

Der weltweit zweitgrößte Weinhändler, Foster's aus Australien, hat eine Gewinnwarnung ausgegeben und schließt den Verkauf seiner amerikanischen Sparte nicht mehr aus. Zudem trete Firmenchef Trevor O'Hoy zurück, teilte der Konzern Dienstag mit. Ein Grund für die schwache Entwicklung seien enttäuschende Geschäfte der Wein-Sparte in den Vereinigten Staaten, Nun werde - bei konstanten Wechselkursen - für 2008 mit einem Gewinn-Zuwachs pro Aktie zwischen fünf und sieben Prozent gerechnet, nach bislang erwarteten zehn Prozent, erklärte der größte Spirituosenhersteller Australiens.

Der amerikanischen Weinsparte, die Foster's 2005 für rund 3,5 Milliarden Dollar von Southcorp gekauft hatte, gehe es schlecht, hieß es. Gründe dafür seien die amerikanischen Wirtschaftsflaute, der starke australische Dollar und eine Abkehr der amerikanischen Verbraucher vom australischen Wein. Foster's gestehe ein, dass man zu viel Geld für die amerikanischen Weinsparte bezahlt habe. Nun werde geprüft, welche strategischen Möglichkeiten es für den Bereich gebe. Dabei werde keine Möglichkeit ausgeschlossen. (Reuters)

Kerosinkosten zwingen Austrian Airlines zu Gewinnwarnung

Die von der Lufthansa umworbene Austrian Airlines hat angesichts hoher Kerosinkosten eine Gewinnwarnung ausgegeben. Ein positives Ergebnis sei 2008 nicht mehr erreichbar, teilte österreichische Fluggesellschaft am Montagabend in einer Pflichtveröffentlichung mit. Vielmehr müsse nun von einem Verlust zwischen 70 und 90 Millionen Euro ausgegangen werden. Auch die Prognosen für das kommende Jahr seien überholt. Belastbare Ergebnisaussagen für 2009 und die Folgejahre seien derzeit nicht möglich.

Austrian Airlines (AUA) habe erneut Hochrechnungen auf Basis des in den letzten Wochen dramatisch gestiegenen Kerosinpreises gemacht, hieß es. Auf Basis des aktuellen Kerosinpreis- und Dollar-Niveaus werde dabei mit Mehrkosten von 130 Millionen Euro für Kerosin gerechnet. Zwar seien Gegenmaßnahmen eingeleitet worden. Diese könnten die Mehrkosten aber nicht komplett auffangen. AUA glaube nicht, dass der Ölpreis von 130 Dollar und mehr pro Fass mittelfristig auf diesem Niveau bleiben werde. Es sei aber nur schwer abzuschätzen, wann die Preise wieder fielen.

Zudem erklärte die AUA, dem Aufsichtsrat sei am 9. Juni ein Projekt vorgestellt worden, das „weitere Ergebnispotenziale aus der Eigenoptimierung und zusätzliche Potenziale aus einer strategischen Partnerschaft“ ermitteln solle. Ende Juli solle es erste Zwischenergebnisse und Ende September eine detaillierte Handlungsempfehlung geben.

Die staatliche Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG) ÖIAG hält knapp 43 Prozent an der AUA. Bisher hat sich die österreichische Bundesregierung gegen eine Privatisierung der AUA ausgesprochen. AUA-Chef Alfred Ötsch hat indes einen Mehrheitsverkauf nicht mehr ausgeschlossen, sollte die Sanierung nicht nachhaltig gelingen. Ötsch galt zuvor als Verfechter eines Alleingangs. Seinen Kurswechsel begründete er mit den stark gestiegenen Treibstoffkosten. Als wahrscheinlichster strategischer Käufer gilt die Lufthansa, die auch Interesse signalisiert hat. Zuletzt hat sich die russische Aeroflot offen für Gespräche über einen Einstieg gezeigt. Als weiterer möglicher Partner gilt Air France-KLM. (Reuters)

Heidelberger Druck - Messe Drupa stützt verhaltenen Optimismus

Der weltgrößte Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck bleibt am Ende der wichtigsten Branchenmesse Drupa weiterhin vorsichtig. Die Messe stütze den verhaltenen Optimismus der Branche, teilte Heidelberger Druck am Dienstag mit. Die eigenen Erwartungen seien erfüllt worden. Inwieweit das gezeigte Kaufinteresse im Ergebnis insgesamt auch zu echten Aufträgen und damit zu Umsatz führt, könne das Unternehmen erst Anfang August mitteilen, sagte Vorstandschef Bernhard Schreier. Heidelberger Druck hat derzeit vor allem mit der Abkühlung der amerikanischen Konjunktur und dem starken Wechselkurs des Euro zu kämpfen, was vor allem japanischen Konkurrenten in die Hände spielt. (Reuters)

Air France-KLM - Akte Alitalia ist geschlossen

Air France-KLM hat den Hoffungen der italienischen Regierung auf neue Übernahmeverhandlungen mit der angeschlagenen Fluggesellschaft Alitalia einen Dämpfer verpasst. Die Akte Alitalia sei geschlossen, sagte Air France-KLM-Chef Jean-Cyril Spinetta am Montag.

Air France-KLM hatte ein Gebot für Alitalia Ende April zurückgezogen, nachdem die Gespräche mit den Gewerkschaften der Fluggesellschaft gescheitert waren. Vergangene Woche sprach sich Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi überraschend für eine Partnerschaft Alitalias mit Air France-KLM aus. Europas größte Fluggesellschaft könnte eine gute Lösung sein, sagte Berlusconi nach einem Gespräch mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. Berlusconi hatte die Air France-KLM-Offerte zuvor stets als inakzeptabel bezeichnet und eine „nationale Lösung“ bevorzugt. Im vergangenen Monat startete die neue konservative Regierung den dritten Versuch innerhalb von 18 Monaten, einen Käufer für Alitalia zu finden. (Reuters)


Wirtschaft

Preise im Großhandel steigen so stark wie seit 1982 nicht mehr

Der Großhandel hat seine Preise im Mai so stark angehoben wie seit über 26 Jahren nicht mehr. Sie stiegen um durchschnittlich 8,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Das ist die höchste Teuerungsrate seit Februar 1982 (8,5 Prozent). Von Reuters befragte Analysten hatten nur mit einem Plus von 7,3 Prozent gerechnet. Erneut verteuerten sich viele Nahrungsmittel besonders stark. Getreide, Saaten und Futtermittel kosteten 33,3 Prozent mehr. Milch, Milchprodukte, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette waren 16,4 Prozent teurer. Für feste Brennstoffe und Mineralölprodukte wurde gut ein Fünftel mehr verlangt.

Die kräftigen Preiserhöhungen im Großhandel dürften auch die Verbraucher zu spüren bekommen. Sie schlagen in der Regel mit Verzögerung auf den Einzelhandel durch. Der Großhandelsverband BGA und der Einzelhandelsverband HDE rechnen wegen des
starken Konkurrenzdrucks aber nicht damit, dass die höheren Preise eins zu eins auf die Endverbraucher abgewälzt werden. Im Vergleich zum Vormonat April stiegen die Großhandelspreise um 1,4 Prozent. Analysten hatten ein Plus von 0,7 Prozent erwartet. (Reuters)

Bernanke: Risiko eines „substanziellen Abschwungs“ hat abgenommen

Das Risiko einer Rezession in den Vereinigten Staaten ist nach Einschätzung des amerikanischen Notenbankchefs Ben Bernanke jüngst gesunken. Die Wahrscheinlichkeit eines „substanziellen Abschwungs“ habe trotz zuletzt ungünstiger Arbeitsmarktdaten abgenommen, sagte Bernanke am späten Montagabend in Chatham, Massachusetts.

Obgleich der Anstieg der Arbeitslosenquote im Mai von 5,0 Prozent auf 5,5 Prozent eine „unwillkommene“ Entwicklung sei, sollten andere Faktoren einen Ausgleich zum Gegenwind darstellen, dem sich die amerikanische Konjunktur derzeit ausgesetzt sehe. Bernanke nannte unter anderem die kräftigen Zinssenkungen der Notenbank Federal Reserve seit Sommer 2007 und das Konjunkturpaket der amerikanischen Regierung.

„Die Inflation ist weiterhin hoch“, sagte Bernanke. Vor allem die kräftig gestiegenen Rohstoffpreise seien hierfür verantwortlich. Die Inflationsrisiken und die -erwartungen seien aufwärtsgerichtet. Die amerikanische Notenbank werde ausufernden Inflationserwartungen entgegenwirken. Eine Destabilisierung der Inflationserwartungen stelle eine Gefahr sowohl für das Wachstum als auch die Inflation dar. (dpa)

Maschinenbauaufträge in Japan steigen im April um 5,5 Prozent gegenüber Vormonat

Die Auftragseingänge der japanischen Maschinenbauunternehmen sind im April in der Kernberechnung (ohne Berücksichtigung von Kraftwerksanlagen und Schiffbau) deutlicher gestiegen als erwartet. Wie die Regierung am Dienstag mitteilte, wurde gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt ein Plus von 5,5 Prozent verzeichnet. Analysten hatten im Mittel mit einem Zuwachs von 2,6 Prozent gerechnet. Im März waren die Orders um 8,3 Prozent und im Februar um 12,3 Prozent gefallen.

Der Ordereingang im Maschinenbau wird von Volkswirten als vorlaufender Indikator für die Entwicklung der Ausgaben der Unternehmen für langfristige Sachanlagen gewertet. (Dow Jones)

Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX.

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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing

 
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