25. Juli 2008
Unternehmen
Kreise - British Energy einigt sich mit EDF auf Übernahme
Der Atomkraftwerkbetreiber British Energy hat Kreisen zufolge einer Übernahme durch den französischen Versorger Electricite de France (EDF) zugestimmt. EDF biete rund 775 Pence je Aktie, verlautete am Freitag aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen. Damit belaufe sich die Offerte auf 12,4 Milliarden Pfund. Mit dem britischen Konkurrenten Centrica führe EDF nun Gespräche über einen Minderheitsanteil. Die Konditionen würden noch verhandelt. EDF hoffe, eine Vereinbarung mit British Energy und Centrica bis kommenden Mittwoch zu erzielen. Bei den drei Konzernen war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Der spanische Stromkonzern Iberdrola hatte vor kurzem seine Übernahmepläne für British Energy wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen begraben. Damit wurde auch ein Angebot der deutschen RWE für den Kraftwerksbetreiber immer unwahrscheinlicher. In Branchenkreisen hatte es zuletzt geheißen, dass der Essener Energiekonzern gemeinsam mit Iberdrola eine Offerte vorbereite. (Reuters)
Danone steigern den Halbjahresgewinn um 16 Prozent
Das französische Nahrungsmittelunternehmen Danone hat den Gewinn in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres um 16 Prozent auf 701 Millionen Euro oder auf 1,47 Euro je Aktie gesteigert. Der Umsatz legte um 9,6 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro zu. Das Unternehmen geht für das Gesamtjahr von einem Umsatzwachstum zwischen acht und zehn Prozent und einer leicht verbesserten Ertragsmarge aus. (Bloomberg)
Infineon - rote Zahlen - Stellenabbau
Der Halbleiterkonzern Infineon ist im vergangenen Quartal vor allem wegen erneuter Abschreibungen auf die Speicherchiptochter Qimonda in den roten Zahlen geblieben. Unter dem Strich sei ein Fehlbetrag von 592 Millionen Euro geblieben, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Im Kerngeschäft erreichte das Unternehmen operativ hingegen eine Ergebniszuwachs. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen ohne Qimonda habe sich verglichen mit dem Vorquartal auf 71 Millionen Euro nahezu verdoppelt. Der Umsatz sei um zwei Prozent auf 1,03 Milliarden Euro geschrumpft. Im Zuge seines Sparprogramms kündigte der seit Juni amtierende Vorstandschef Peter Bauer den Abbau von 3000 Stellen an. Zwischen dem dritten Geschäftsquartal 2007/08 und dem Schlussquartal 2008/09 will Infineon jährliche Einsparungen von mehr als 200 Millionen Euro erreichen. Die Risiken der aktuellen Marktbedingungen, die nachteilige Wechselkursentwicklung und die Anforderungen der Reorganisation an das Unternehmen machen einen Personalabbau unvermeidlich, hieß es. (Reuters)
Samsung Electronics enttäuscht mit Gewinnanstieg im 2. Quartal
Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung Electronics hat trotz eines Gewinnanstiegs im zweiten Quartal die Markterwartungen enttäuscht. Im Zeitraum von April bis Juni sei der Nettogewinn auf 2,14 Billionen Won (1,35 Milliarden Euro) von 1,42 Billionen Won im selben Vorjahreszeitraum gestiegen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Analysten hatten mit 2,3 Billionen Won gerechnet. Der Umsatz erhöhte sich auf 18,14 Billionen Won von 14,63 Billionen Won. Der schwächelnde Markt für Speicherchips sowie sinkende Gewinnmargen bei Flachbildschirmen und Handys hätten ein stärkeres Ergebniswachstum verhindert, teilte Samsung mit. (Reuters)
Größte spanische Sparkasse La Caixa steigert Gewinn im Halbjahr
Die größte Sparkasse Spaniens, La Caixa, hat im ersten Halbjahr 2008 ihren Gewinn gesteigert. Mit 1,06 Milliarden Euro sei netto 8,4 Prozent mehr als vor Jahresfrist verdient worden, teilte das Institut am Donnerstagabend im Madrid mit. Die größten heimischen Rivalen der La Caixa sind die Bank Santander und die BBVA. Allgemein wird bei spanischen Banken ein schwächeres Halbjahr erwartet, da sich die Wirtschaft des Landes abschwächt und nach dem Ende des jahrelangen Baubooms immer weniger Hypothekenkredite aufgenommen werden. (Reuters)
Flextronics profitiert von starkem Umsatzwachstum
Der Elektronikkonzern Flextronics hat im ersten Quartal 2008/09 - angetrieben durch starke Umsätze - sein Nettoergebnis um 22 Prozent auf 130,3 Millionen Dollar gesteigert. Die Erlöse kletterten in den drei Monaten zum 27. Juni noch schneller um 62 Prozent auf 8,35 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen mit Sitz in Singapur am Donnerstag mitteilte. Das Ergebnis je Aktie erreichte 0,16 Dollar und vor Sonderposten 0,27 (0,22) Dollar. Bei Vorlage der Viertquartalszahlen hatte die Flextronics International Ltd für die drei Monate von April bis Juni einen Gewinn je Aktie von 0,27 Dollar bis 0,29 Dollar bei Umsätzen von 8 Milliarden bis 8,5 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Analysten hatten im Mittel mit einem Ergebnis von 0,28 Dollar je Aktie und Erlösen von 8,3 Milliarden Dollar gerechnet. Das Unternehmen profitierte von seiner Größe und der Diversifikation seiner Produktpalette. Flextronics produziert neben PC-Komponenten und Elektronikprodukten auch medizinische Instrumente oder Komponenten wie für den Netzausrüster Cisco Systems. Neben der Produktpalette habe der Konzern auch von seiner breiten geographischen Ausrichtung profitiert, sagte CEO Mike McNamara. Für das zweite Quartal rechnet Flextronics mit einem Ergebnis von 0,28 Dollar bis 0,31 Dollar je Aktie. Den Umsatz sieht das Unternehmen bei 8,5 Milliarden bis 9 Milliarden Dollar. Dow Jones Newswires)
Juniper Networks steigert den Gewinn um 40 Prozent
Das Netzwerkunternehmen Juniper Networks konnte den Gewinn im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres im Vergleich mit dem Vorjahr um 40 Prozent auf 120,4 Millionen Dollar oder 22 Cents je Aktie steigern. Der Umsatz legte um 32 Prozent auf 879 Millionen Dollar zu. Das Unternehmen profitiert von Investitionen der Telefongesellschaften, die ihre Netze ausrüsten. (Bloomberg)
Kia Motors verfehlt hohe Erwartungen
Der südkoreanische Automobilhersteller Kia Motors hat trotz einer Verdreifachung seines Gewinns im zweiten Quartal die Markterwartungen verfehlt. Der Betriebsgewinn sei im Zeitraum von April bis Juni auf 117 Milliarden Won (74 Millionen Euro) von 37 Milliarden Won im selben Vorjahreszeitraum gestiegen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Analysten hatten mit 133 Milliarden Won gerechnet. Kia erklärte, dass höhere Marketingkosten im Ausland das Ergebnis beeinflusst hätten. (Reuters)
National Australia Bank macht Rückstellungen für 90 Prozent seiner CDOs
Die National Australia Bank gab Rückstellungen in Höhe von 839 Millionen australischen Dollar für Collateralized Debt Obligations (CDO) im Nominalwert von 1,2 Milliarden australischen Dollar mit Bezug zum amerikanischen Häusermarkt bekannt. Die Problemkredite in Australien selbst haben im vergangenen Geschäftsjahr um 86 Prozent zugenommen, da die australische Wirtschaft sich abschwächt und die Zinsen steigen. (Bloomberg)
Qimonda: Mehr Verlust als Umsatz
Die Infineon-Speicherchiptochter Qimonda hat ihren Verlust eingedämmt. Allerdings schrieb das Unternehmen weiterhin mehr Verlust als Umsatz. Der Fehlbetrag habe im dritten Geschäftsquartal des laufenden Geschäftsjahres 401 Millionen Euro betragen, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend mit. Im Vorquartal hatte die schwankungsanfällige Qimonda noch einen Verlust von 482 Millionen Euro verbucht. Allerdings schrumpfte auch der Umsatz weiter um sieben Prozent auf 384 Millionen Euro. Für das restliche Geschäftsjahr 2007/08, das Ende September endet, und die weitere Zukunft zeigte sich der schwer gebeutelte Speicherchiphersteller nun wieder etwas optimistischer. Wir konnten unseren Verlust im dritten Quartal reduzieren sowie beträchtliche Fortschritte bei der Umsetzung unseres Produktivitätssteigerungs- und Kostensenkungsprogramm machen und erwarten, dass sich die Wirkung im laufenden und in den nächsten Quartalen bemerkbar macht, erklärte Vorstandschef Kin Wah Loh. Das Unternehmen sei auf gutem Weg, die angepeilten Einsparungen von 180 Millionen Euro bis zum Ende des Geschäftsjahres zu erreichen. Die Kasse des Unternehmens schrumpft indessen weiter zusammen. Ende Juni verzeichnete Qimonda erstmals seit seiner Ausgliederung aus der Mutter im Mai 2006 Nettoschulden von einer Million Euro. Innerhalb eines Quartals verbrannte das Unternehmen damit 217 Millionen Euro seiner Barschaft. Dennoch verbreitete Loh verhaltenen Optimismus. Der Ausstoß - gemessen in Bit - werde im laufenden Schlussquartal um ein Fünftel ansteigen, im kommenden Geschäftsjahr um 30 bis 40 Prozent. Zudem nehme der Preisdruck auf dem Markt für DRAM-Speicher auch angesichts steigender Nachfrage von Computern und Unterhaltungselektronik ab. Allgemein erwartet Qimonda ein verlangsamtes Wachstum des Angebots im Markt, wie auch von unabhängigen Branchenanalysten prognostiziert, das schließlich zu einem ausgeglicheneren Verhältnis von Angebot und Nachfrage führen wird, hieß es. Vorstand Thomas Seifert kündigte aber an, sein Haus werde künftig im DRAM-Marktanteile verlieren. Seinen Sparkurs verschärft das Unternehmen nochmals und streicht die Investitionen weiter auf 370 bis 420 Millionen Euro zusammen. Im kommenden Geschäftsjahr werde Qimonda 360 Millionen Euro bis 390 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung ausgeben, für Vertrieb und Verwaltung 160 bis 180 Millionen Euro. Zudem stehe eine Einigung mit der Taiwaner Nanya über die Zukunft der gemeinsamen Fertigungstochter Inotera kurz bevor. Die beiden Partner wollen ihre Kooperation lösen. Allerdings sei der Weg noch offen. Bislang ist ungeklärt, ob Qimonda oder Nanya jeweils die Anteile des Partners kaufen oder sich anderweitig trennen. Die Qimonda-Aktie war am Donnerstag an der New Yorker Börse gut 12 Prozent gefallen und ging mit 1,87 Dollar aus dem Handel. Aufgrund des weiter anhaltenden Kursverfalls der Tochter wird erwartet, dass Infineon seinen Anteil an Qimonda bei der Vorlage der Zahlen am Freitag weiter abwertet. Der Halbleiterkonzern versucht seit Monaten händeringend, die Mehrheit an Qimonda loszuwerden. (Reuters)
Hochtief-Tochter Leighton plant Kapitalerhöhung - Presse
Die australische Tochtergesellschaft des deutschen Baukonzerns Hochtief AG, die Leighton Holdings Ltd, plant einem Zeitungsbericht zufolge eine Kapitalerhöhung in Höhe von 500 Millionen australische Dollar. Als durchführendes Finanzinstitut sei die australische Macquarie Group ausgewählt worden, berichtet The Australian Financial Review am Freitag. Ohne Angabe von Quellen schreibt die Zeitung, die deutsche Muttergesellschaft werde sich mit rund 100 Millionen australische Dollar daran beteiligen. Hochtief hält derzeit 54,1 Prozent an Leighton. (Dow Jones Newswires)
Wirtschaft
Deutsche Importpreise: plus 8,9 Prozent im Juni
Die nach Deutschland gelieferten Waren haben sich im Juni so stark verteuert wie seit fast acht Jahren nicht mehr. Die Importpreise stiegen um 8,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Das ist der höchste Wert seit November 2000 (10,6 Prozent). Im Mai hatte die Teuerungsrate noch 7,9 Prozent betragen, im Jahresschnitt 2007 nur 1,2 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat kletterten die Preise um 1,5 Prozent. Analysten hatten hier mit einem Anstieg von 1,0 Prozent gerechnet und zum Vorjahr ein Plus von 8,4 Prozent erwartet. Größter Preistreiber war erneut Energie. Sie verteuerte sich binnen Jahresfrist um 49,7 Prozent. Rohöl kostete 58,4 Prozent und Mineralölerzeugnisse 51,7 Prozent mehr. Ohne diese beide Bereichen hätte die Jahresteuerungsrate nur 2,5 Prozent betragen. Die Importpreise gelten ebenso wie die Erzeuger- und Großhandelspreise als Indikator für die künftige Inflationsentwicklung. Preiserhöhungen schlagen in der Regel mit zeitlicher Verzögerung auch auf die Verbraucherpreise durch. (Reuters)
Südkoreas Wirtschaft wächst im zweiten Quartal schwächer
Die südkoreanische Wirtschaft ist im zweiten Quartal langsamer gewachsen, was vor allem auf einen schwächeren Konsum und geringere Investitionen zurückging. Wie die Bank of Korea (BoK) am Freitag auf vorläufiger Basis mitteilte, wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen April und Juni um 0,8 Prozent zum Vorquartal und um 4,8 Prozent auf Jahressicht. Im ersten Jahresviertel hatte die Wirtschaftsleitung mit einer Jahresrate von 5,8 Prozent zugelegt. Volkswirte hatten Zuwachsraten von 0,8 Prozent und 4,7 Prozent erwartet. Beobachter sagten, obwohl die Konsumnachfrage im zweiten Quartal zum ersten Mal seit vier Jahren schrumpfte und sich in der zweiten Jahreshälfte weiter abschwächen dürfte, sei damit zu rechnen, dass die Notenbank im August die Zinsen erhöhen wird, um die Inflation einzudämmen. (Dow Jones Newswires)
Japans Verbraucherpreise steigen im Juni wie erwartet
Die Lebenshaltungskosten für die japanischen Verbraucher haben sich im Juni im erwarteten Ausmaß erhöht. Die Verbraucherpreise stiegen in der Kernberechnung um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie das Statistikbüro der Regierung am Freitag berichtete. Damit wurde die höchste Rate seit Januar 1998 verzeichnet. Die Prognose von Volkswirten wurde somit exakt bestätigt. Im Mai hatte die Kernteuerung bei 1,5 Prozent gelegen. Die Bank of Japan (BoJ) achtet für die Bestimmung ihrer Geldpolitik besonders auf die Kernrate. Der Gesamtindex der Verbraucherpreise in Japan stieg im Juni auf Jahressicht um 2,0 Prozent. Beobachter sagten, der starke Inflationsdruck, der vor allem auf die Verteuerung von Rohstoffen, Energie und Lebensmitteln zurückging, dürfte zusammen mit dem schleppenden Lohnwachstum den privaten Konsum in Japan belasten. Auf Basis vorläufiger Berechnungen wurde zudem mitgeteilt, dass die Verbraucherpreise im Großraum Tokio im Juli in der Kernrate um 1,6 Prozent höher lagen als im Vorjahresmonat. Auch damit wurde die Prognose von Volkswirten bestätigt. Im Juni war der Index in der Kernrate im Großraum Tokio um 1,3 Prozent gestiegen. (Dow Jones Newswires)
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX.
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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing
| Tops & Flops | +/- | Prozent |
|---|---|---|
| VOLKSWAGEN AG STAMMA | +45,13 | +15,20 |
| K+S AKTIENGESELLSCHA | -0,15 | -0,39 |
| MAN AG STAMMAKTIEN O | -0,40 | -1,01 |
| DEUTSCHE BANK AG NAM | -5,99 | -16,08 |
| DEUTSCHE POSTBANK AG | -3,87 | -14,61 |
| INFINEON TECHNOLOGIE | -0,44 | -13,68 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 4.544,31 | -7,01 |
| TecDax | 516,75 | -4,81 |
| DowJones | 8.451,19 | -1,49 |
| Nasdaq | 1.649,51 | +0,27 |
| STOXX 50 | 2.421,87 | -7,86 |
| Nikkei 225 | 8.276,43 | -9,62 |
| S&P 500 Zert. | 8,83 | -10,45 |
| Euro/Dollar | 1,34 | +0,00 |
| Bund Future | 114,67 | -1,44 |
| Gold | 847,40 | +0,00 |
| Öl | 76,65 | -7,49 |