19. Juni 2008
Unternehmen
Händler von Morgan Stanley macht 120 Millionen Dollar schweren Fehler
Ein Finanzmarkt-Händler der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley hat einen 120 Millionen Dollar schweren Fehler begangen. Der in London arbeitende Angestellte habe Positionen überbewertet, sagte der Finanzvorstand von Morgan Stanley, Colm Kelleher, am Mittwoch. Der Händler sei mittlerweile suspendiert und die Behörden seien informiert worden. Den Namen des Mitarbeiters nannte Kelleher nicht.
Ein Sprecher der Bank sagte, die Überbewertung sei bei internen Kontrollen in der zweiten Maihälfte aufgefallen. Es handle sich jedoch um einen Einzelfall. Wie viele andere Banken hatte Morgan Stanley die internen Kontrollen nach einem milliardenschweren Handelsskandal bei der französischen Bank Societe Generale verschärft. (Reuters)
EADS-Auftrag für Tankflugzeuge in Gefahr
Der milliardenschwere Tankflugzeug- Auftrag der amerikanischen Luftwaffe für den europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS steht überraschend auf der Kippe. Der bei der Vergabe unterlegene amerikanische Wettbewerber Boeing siegte am Mittwoch mit seinem Protest vor dem amerikanischen Rechnungshof. Die Kontrollbehörde unterstützt den Einspruch von Boeing und empfiehlt der Luftwaffe, das Verfahren für den Auftrag im Wert von fast 40 Milliarden Dollar erneut zu starten.
Ende Februar hatte die amerikanische Luftwaffe den Zuschlag für die Lieferung von 179 neuen Tankflugzeugen überraschend nicht dem bisherigen Lieferanten Boeing erteilt. Der Gesamtwert des Pentagon-Auftrages summiert sich auch durch Serviceleistungen über die volle Betriebsdauer auf über 100 Milliarden Dollar (65 Milliarden Euro). (dpa-AFX)
Lufthansa-Personal streikt in Hamburg
Wegen eines Warnstreiks der Lufthansa-Beschäftigten müssen Fluggäste in Hamburg-Fuhlsbüttel an diesem Donnerstag mit Verzögerungen beim Check-in rechnen. 2000 Mitarbeiter des Boden- und Kabinenpersonals seien von 9 Uhr an zu einem Warnstreik aufgerufen, teilte die Gewerkschaft Verdi mit. Um 12.30 Uhr sei eine Kundgebung auf dem Flughafen mit Verdi-Chef Frank Bsirske geplant. Der Flugverkehr selbst sei von den Protestaktionen aber nicht betroffen. Am Mittwoch scheiterte die zweite Tarifrunde zwischen den Verhandlungspartnern. Verdi fordert ein Lohnplus von 9,8 Prozent. (dpa-AFX)
Airbus-Sparprogramm läuft nach Plan
Das Airbus-Sparprogramm läuft EADS-Chef Louis Gallois zufolge nach Plan. Neue Maßnahmen zusätzlich zu den vorgesehenen Einsparungen in Höhe von 2,1 Milliarden Euro würden angekündigt, sobald sie ausformuliert seien, sagte Gallois am Mittwoch weiter. Airbus hatte im Februar 2007 ein massives Sparprogramm angekündigt, der unter anderem die Kürzung von 10.000 Stellen und den Verkauf von Werken in Deutschland, Frankreich und Großbritannien vorsieht. (Reuters)
United Airlines will bis zu 1600 Stellen abbauen
Die Muttergesellschaft von United Airlines, UAL, will wegen der stark gestiegenen Kerosinkosten bis zu 1600 Stellen abbauen und 100 Flugzeuge stilllegen. Insgesamt sollen die Kosten im laufenden Jahr um 400 Millionen Dollar sinken. Zudem kündigte das Unternehmen bei einer Investorenkonferenz in New York steigende Ticketpreise an, um den Umsatz zu erhöhen. Die solle den Umsatz auf das Jahr hochgerechnet um 250 bis 300 Millionen Dollar erhöhen. (dpa-AFX)
Amerikanische Fluglinien reduzieren Inlandsflüge
Wegen des anhaltend hohen Ölpreises wollen die amerikanischen Fluglinien Delta und American Airlines ihre Inlandsflüge einschränken. Delta kündigte am Mittwoch an, die Kapazitäten auf Flügen innerhalb der Vereinigten Staaten im zweiten Halbjahr 2008 um 13 Prozent zu reduzieren. Der Mutterkonzern AMR der weltgrößte Fluglinie American Airlines gab eine Verringerung auf den Hauptstrecken um 11 bis 12 Prozent vom vierten Quartal an bekannt. Das Unternehmen wolle in den kommenden zwei Jahren aber weiterhin 70 sparsamere Boeing 737-800 Modelle in Betrieb nehmen, hieß es.
Auch europäische Airlines wappnen sich gegen den hohen Ölpreis: Air Berlin gab am Mittwoch bekannt, das Streckennetz auszudünnen. Zum Winterfahrplan sollen die Kapazitäten im Langstreckenverkehr um 30 Prozent gekappt werden. (dpa-AFX)
GK Software erreicht beim Börsengang nur das Minimalziel
Das Softwareunternehmen GK Software hat bei seinem Börsengang nur das Minimalziel erreicht. Der Platzierungspreis liege mit 21 Euro am unteren Ende der bereits einmal gesenkten Preisspanne, teilte das Unternehmen am Mittwochabend in Schöneck mit. Es konnten alle 475.000 angebotenen Aktien aus einer Kapitalerhöhung inklusive einer Mehrzuteilungsoption von 60.000 Stück an den Mann gebracht werden. Der Bruttoemissionserlös lag damit bei knapp 10 Millionen Euro. GK Software hatte vergangene Woche den Börsengang verschoben und die Preisspanne von 29 bis 35 Euro auf 21 bis 23 Euro gesenkt. (dpa-AFX)
Versatel kauft sich den direkten Kundenzugang
Der Telekomanbieter Versatel hat den Kabelnetz-Betreiber AKF Telekabel TV und Datennetze GmbH übernommen. Damit erhält das Unternehmen den direkten Zugang zu 76.000 Haushalten und ist nicht mehr auf die Anschlüsse der Deutschen Telekom angewiesen. Der Kaufpreis betrage 30 Millionen Euro inklusive Schulden, teilte Versatel am Mittwoch in Düsseldorf mit. Die Höhe der Verbindlichkeiten liege bei knapp 10 Millionen Euro, sagte eine Sprecherin. Verkäufer ist die Deutsche Wohnen AG, die ihr Kabelgeschäft vollständig aufgibt. (dpa-AFX)
Vossloh steht kurz vor dem Verkauf des Gleisbaus
Der Verkehrstechnikkonzern Vossloh steht kurz vor dem Verkauf seines Gleisbaus an den französischen Baukonzern Vinci. Wir haben ein fertig verhandeltes Vertragsangebot vorliegen, sagte ein Vossloh-Sprecher am Mittwoch. Der Kaufpreis liege bei 150 Millionen Euro. Vor dem letztlichen Abschluss müssten aber noch die Arbeitnehmervertreter der zu verkaufenden Tochter sowie die Kartellbehörden gehört werden, ergänzte der Sprecher. Wir hoffen, dass das Geschäft in ein paar Wochen perfekt ist, sagte der Sprecher weiter. (dpa-AFX)
Wirtschaft
Britischer Notenbankgouverneur tritt angeblich zurück
Der für die finanzielle Stabilität zuständige Gouverneur der Bank von England, Sir John Gieve, tritt nach einem Bericht des Senders BBC zurück. Gieves Rücktritt werde am Donnerstag offiziell bekanntgegeben, meldete die BBC. Ein Grund für diesen Schritt wurde nicht genannt. Die Bank von England äußerte sich zunächst nicht zu dem BBC-Bericht. (AP)
Fünfte Metall-Runde zu Altersteilzeit ergebnislos vertagt
Die fünfte Verhandlungsrunde über eine neue Altersteilzeit in der Metallindustrie ist am frühen Donnerstagmorgen ergebnislos vertagt worden. Die IG Metall und der Arbeitgeberverband Südwestmetall werden im Pilottarifbezirk Baden-Württemberg am kommenden Montag wieder zusammenkommen. Die Gewerkschaft zeigte sich zuversichtlich, bald eine Lösung zu finden. (dpa)
Tarifrunde für 250.000 Beschäftigte der Banken
In Berlin beginnen am Donnerstag die Tarifverhandlungen für die gut 250.000 Beschäftigten der privaten und öffentlichen Banken in Deutschland. Die Gewerkschaft Verdi fordert 8 Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 260 Euro. Die Arbeitgeber hatten dies bereits als überzogen abgelehnt. Der Tarifvertrag läuft am 30. Juni aus. Vor zwei Jahren hatten sich Gewerkschaft und Arbeitgeber auf 4,5 Prozent mehr Geld geeinigt. (dpa-AFX)
Amerikanische Politiker machen Front gegen Anheuser-Übernahme
In den Vereinigten Staaten machen sich Parlamentarier gegen die Übernahme des Brauereikonzerns Anheuser-Busch Cos durch den belgischen Konkurrenten Inbev stark. Dieser bietet 46,3 Milliarden Dollar für Anheuser und bemüht sich um eine freundliche Übernahme.
Nach einem Treffen mit Inbev-Chef Carlos Brito erklärte der republikanische Senator Christopher Bond am Mittwoch: Mein Wahlkreis Missouri sagte: ,Bud ist nicht für Sie da'. Missouris demokratische Senatorin Claire McCaskill forderte das Anheuser-Direktorium in einem Brief auf, die Übernahme abzulehnen. Sie sollten daran denken, was der Konzern für Missouri und die Vereinigten Staaten bedeute. (Reuters)
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX.
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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing
| Tops & Flops | +/- | Prozent |
|---|---|---|
| DEUTSCHE BANK AG NAM | +4,66 | +8,22 |
| HYPO REAL ESTATE HOL | +1,15 | +7,19 |
| ALLIANZ SE VINK.NAME | +6,60 | +6,15 |
| CONTINENTAL AG INHAB | +0,10 | +0,14 |
| RWE AG STAMMAKTIEN O | +1,02 | +1,50 |
| BASF SE INHABER - AK | +0,64 | +1,68 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 6.337,82 | +3,43 |
| TecDax | 790,22 | +3,81 |
| DowJones | 11.220,96 | +0,29 |
| Nasdaq | 2.255,88 | -0,14 |
| STOXX 50 | 3.319,39 | +4,19 |
| Nikkei 225 | 12.624,46 | +3,38 |
| S&P 500 Zert. | 12,28 | -3,08 |
| Euro/Dollar | 1,43 | -0,61 |
| Bund Future | 114,56 | -0,62 |
| Gold | 810,30 | +0,93 |
| Öl | 104,17 | -3,09 |