Medienschau

Commerzbank stellt Jahresziel in Frage

07. Mai 2008 

Unternehmen

Gewinneinbruch bei der Commerzbank

Die Commerzbank hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs einen Gewinneinbruch verzeichnet. Daraufhin hat der Vorstand die Jahresziele in Frage gestell.t Das operative Ergebnis stürzte von 908 Millionen Euro im Vorjahr auf 435 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie fiel von 0,93 Euro auf 0,43 Euro. Damit übertraf die Bank sogar noch leicht die Markterwartungen. Die Konsensschätzung der Analysten lag bei 0,41 Euro je Aktie.

Der Blick galt allerdings in erster Linie dem Ausblick für das Gesamtjahr. Der scheidende Vorstandsvorsitzende Klaus-Peter Müller gab hierfür jedoch keine Prognose ab. Die Bank sei „gut durch die Finanzkrise gekommen“, wird er in einer Mitteilung der Bank zitiert. „Angesichts der außergewöhnlichen Finanzmarktsituation wäre es zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht sinnvoll, einen engen Korridor für die Ertragsziele 2008 anzugeben“, sagte Müller weiter.

Allerdings räumte der Bankchef ein, dass im Gesamtjahr der Gewinn sinken wird. „Es dürfte aus heutiger Sicht sehr schwer werden, das gute Ergebnis des Vorjahres wieder zu erreichen“, sagte er weiter, bestätigte aber das mittelfristige Ziel einer Eigenkapitalrendite von 15 Prozent nach Steuern. Im ersten Quartal sank sie von 19,7 Prozent auf nur noch 8,4 Prozent. (hlr.)

Henkel macht der Dollar zu schaffen

Dem Konsumgüterkonzern Henkel machen steigenden Rohstoffpreise und der schwache Dollar zu schaffen. Der Umsatz sank „vor allem als Folge ungünstiger Wechselkurseffekte“ im ersten Quartal 2008 um 2,3 Prozent auf 3,162 Milliarden Euro, teilte Henkel am Mittwoch in Düsseldorf mit. Der operative Ertrag (Ebit) stagnierte bei 320 (Vorjahr: 323) Millionen Euro. Der Gewinn legte indes unter anderem wegen niedrigerer Steuern auf 219 (205) Millionen Euro zu. Analysten hatten mit einem Ebit von 325 Millionen Euro und einem Umsatz von 3,134 Milliarden Euro gerechnet.

Für 2008 änderte Henkel die Umsatz- und Ergebnisprognose. Unter Einbeziehung der im April erworbenen Geschäfte des Konkurrenten National Starch soll der Umsatz weiter um 3 bis 4 Prozent wachsen. Das um Einmaleffekte bereinigte Ebit solle im „mittleren Zehnprozentbereich“ zulegen, das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie solle im „mittleren einstelligen Prozentbereich“ wachsen. (Reuters)

Rekordgewinn für die Deutsche Börse

Die Deutsche Börse hat dank starker Handelsumsätze an den Finanzmärkten und der Übernahme der amerikanischen Optionsbörse ISE erneut ein Rekordergebnis vorgelegt. In den ersten drei Monaten steigerte der Frankfurter Börsenbetreiber nach Angaben vom Dienstagabend den operativen Gewinn (Ebita) um 42 Prozent auf 425,8 Millionen Euro und lag damit klar über den Analystenschätzungen.

„Die rege Handelstätigkeit an den Kassa- und Terminmärkten der Deutschen Börse sowie die gute Geschäftsentwicklung bei Clearstream haben uns diesen neuen Quartalsrekord ermöglicht“, sagte Finanzvorstand Thomas Eichelmann.

Den Umsatz steigerte die Deutsche Börse um 19 Prozent auf 644,5 Millionen Euro. Dazu trug die erstmals voll bilanzierte amerikanische Optionsbörse ISE 59,6 Millionen Euro bei. Organisch lag das Wachstum bei 8 Prozent. Der Nettogewinn kletterte auf 304,2 (Vorjahr: 192,3) Millionen Euro.

Die Börse sieht sich auch für das Gesamtjahr weiter auf Rekordkurs. Den größten Umsatzbeitrag brachte dem Konzern in den ersten drei Monaten des Jahres die Terminbörse Eurex: Dank des anhaltenden Booms an den weltweiten Derivatemärkten und der ISE wuchsen ihre Erlöse um 52 Prozent auf 271,5 Millionen Euro. (Reuters)

Verkauf französischer Airbus-Werke gescheitert

Der Verkauf zweier französischer Airbus-Werke an den Zulieferer Latécoère ist gescheitert. Dies bestätigte der Airbus-Mutterkonzern EADS am Mittwochmorgen offiziell. Die Verhandlungen mit dem Zulieferer Latécoère über die Veräußerung der Werke in Méaulte und Saint-Nazaire Ville seien beendet worden. Wie OHB in Deutschland habe Latécoère wegen der Dollarschwäche und Problemen bei der Kreditfinanzierung von den Übernahmeplänen Abstand genommen, heißt es.

Nach der Beendigung der Verkaufsgespräche mit der OHB-Tochter MT Aerospace hatte EADS entschieden, die Werke Nordenham, Varel und Augsburg in ein Tochterunternehmen auszugliedern, das vorerst zu 100 Prozent im Besitz von EADS bleibt. Die französischen Gewerkschaften forderten daraufhin, die Werke Méaulte und Saint-Nazaire Ville ebenfalls im Konzern zu belassen. Konzernkennern zufolge wird es jetzt für Frankreich eine ähnliche Zwischenlösung der Ausgliederung geben wie für Deutschland. (dpa-AFX)

Deutsche-Bank-Chef sieht Licht am Ende des Tunnels

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank Josef Ackermann sieht in der Finanzkrise Licht am Ende des Tunnels. „Wir sind mittlerweile eher am Beginn des Endes als am Ende des Anfangs der Krise“, sagte der Schweizer am Dienstag bei einer Veranstaltung der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland. Die Märkte seien aber trotz erster Hoffnungsschimmer weiter fragil. Schockmeldungen wie ein Zusammenbruch eines großen Hedge-Fonds oder ein überraschend starker Einbruch der Realwirtschaft könnten die Krise wieder mit voller Kraft aufleben lassen. „Wir brauchen jetzt eine Phase der Ruhe und Stabilität“, sagte Ackermann.

Der Deutsche-Bank-Chef räumte ein, dass sich Hoffnungen auf eine Stabilisierung der Lage mit Vorlage der Bankbilanzen zum ersten Quartal nicht erfüllt hätten. Er sei aber zuversichtlich, dass der amerikanischen Immobilienmarkt, von dem die Krise ausgegangen war, im Laufe dieses Jahres wieder in ruhigeres Fahrwasser komme. (Reuters)

Samsung Electronics nicht an Infineon interessiert

Die Samsung Electronics Co ist nicht an einem Kauf der deutschen Infineon Technologies interessiert, deren Aktie im Dax notiert ist. „Wir sagen mit Nachdruck, dass wir nicht an Infineon interessiert sind. Das Gerücht entbehrt jeder Grundlage“, sagte Samsung-Sprecher James Chung.

Er reagierte damit auf Marktgerüchte, wonach der südkoreanische Konzern oder die amerikanische Intel Corp einen Kauf von Infineon im Auge haben. (Dow Jones)

United Internet will Übernahme von Debitel durch Freenet verhindern

Der Großaktionär von Freenet, United Internet, will die Übernahme des Mobilfunkanbieters Debitel durch den Konkurrenten Freenet blockieren. „Wir haben einen Antrag auf einstweilige Verfügung gestellt, die die Ausgabe neuer Aktien zur Finanzierung des Debitel-Kaufs unterbinden soll“, sagte der Vorstandsvorsitzende von United Internet, Ralph Dommermuth, dem „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe).

„Wir wollen im Interesse aller Freenet-Aktionäre den Debitel-Deal verhindern“, sagte Dommermuth. Letztlich nütze die Übernahme von Debitel nur dem bisherigen Eigentümer Permira. „Sie laden ihre lahme Ente bei den Freenet-Aktionären ab.“ Als Freenet-Aktionär habe er aber ein Interesse daran, dass sich die Freenet-Aktie gut entwickle und nicht weiter an Wert verliere. (dpa-AFX)

Tui-Chef: Hapag-Lloyd-Verkauf läuft
Tui-Vorstandsvorsitzender Michael Frenzel hat den Aktionären zur Hauptversammlung eindringlich versichert, dass er den geplanten Verkauf der Reederei-Tochter Hapag-Lloyd zügig voranbringen werde. In dem heftigen Machtkampf um die Abspaltung der Sparte und die Verwendung des Erlöses unterstrich er: „Wir werden unsere Aktionäre angemessen am Erlös beteiligen.“ Die Vorbereitung für die Trennung der Schifffahrtssparte vom Konzern laufe planmäßig, sagte er in seiner Rede nach dem vorab veröffentlichten Text am Mittwoch in Hannover.

Zugleich legte das Unternehmen vorab die Eckdaten der Quartalsentwicklung vor. Der Touristik- und Schifffahrtskonzern hat demnach sein Ergebnis im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr verbessert und seinen Umsatz um 24 Prozent auf rund 5,1 Milliarden Euro gesteigert. Das bereinigte Ergebnis (Ebita) liege jahreszeitlich bedingt bei minus 196 Millionen Euro, nach minus 248 Millionen Euro im Vorjahr. Das Ergebnis im Reiseveranstaltergeschäft liegt zu Jahresbeginn wegen der Vorleistungen für die wichtige Sommersaison gewöhnlich im Minus. (dpa)

Cisco macht 5 Prozent weniger Gewinn

Der weltgrößte Netzwerkausrüster Cisco leidet weniger unter der amerikanischen Konjunkturkrise als befürchtet. Der Überschuss des Konzerns fiel im dritten Geschäftsquartal zwar auch wegen Kosten für einen Zukauf um 5,4 Prozent auf 1,77 Milliarden Dollar. Ohne solche Sondereffekte stieg der Gewinn aber sogar stärker als von Analysten erwartet. Der Umsatz wuchs um gut 10 Prozent auf 9,8 Milliarden Dollar, gab Cisco am Dienstag nach amerikanischem Börsenschluss in San Jose bekannt.

Positiv werten Experten auch, dass Konzernchef John Chambers am grundsätzlichen Ziel eines Umsatzwachstums zwischen 12 und 17 Prozent festhält. Die Aktie verbuchte nachbörslich Kursgewinne. Cisco gilt als wichtiger Gradmesser für die gesamte Technologie-Branche. (dpa)

Walt Disney übertrifft die Erwartungen

Der amerikanische Unterhaltungskonzern Walt Disney hat mit seiner Gewinnsteigerung im zweiten Quartal die Markterwartungen übertroffen. Das Unternehmen profitierte von einem prozentual zweistelligen Wachstum im Filmbereich, im Geschäft mit Vergnügungsparks und in der Mediensparte.

Der Netto-Gewinn im Quartal bis Ende März legte um 22 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar zu. Dies entsprach einem Gewinn je Aktie von 58 Cent und lag über den Markterwartungen von 50 Cent je Aktie. Der Umsatz stieg auf 8,71 Milliarden Dollar von 8,07 Milliarden Dollar. Die Disney-Aktie legte im nachbörslichen amerikanischen Handel fast 3 Prozent auf 34,69 Dollar zu. (Reuters)

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Finanzchef von Gasprom Germania

Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Finanzchef des Energieunternehmens Gasprom Germania, Felix Strehober. Er stehe im Verdacht, eine falsche Versicherung an Eides statt abgegeben zu haben, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft und bestätigte einen Bericht der Zeitung „Die Welt“ (Mittwoch). Der Manager der Deutschland-Tochtergesellschaft des weltgrößten Erdgas-Konzerns habe im vergangenen Jahr eidesstattlich versichert, „niemals Angestellter oder sonst wie hauptamtlicher Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) gewesen“ zu sein. Diese Darstellung entspreche aber nach einer in der Birthler-Behörde gefundenen Akte nicht der Wahrheit, schreibt die Zeitung. (dpa-AFX)

„FTD“: Allianz prüft Kauf des Eon-Netzes
Der Allianz-Konzern prüft nach einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ den Kauf der Hochspannungsnetze des Versorgers Eon. Das neue Infrastrukturteam des Versicherers bereite sich intensiv auf den bevorstehenden Verkaufsprozess vor, schreibt das Blatt in seiner Mittwochausgabe unter Berufung auf Finanzkreise. Angesichts großer Vorbehalte in der Politik gegenüber möglichen Käufern aus dem Ausland würden einem Gebot der Allianz gute Chancen eingeräumt. Der Konzern lehnte auf Anfrage der Zeitung einen Kommentar ab. (dpa-AFX)

Wirtschaft

Ölpreis bleibt bei 120 Dollar

Der Ölpreis ist am Mittwoch beim Handel in Asien bei rund 120 Dollar verharrt. Der Preis je Barrel (159 Liter) für die Lieferung im Juni fiel bis zum Mittag um 7 Cents auf 121,77 Dollar im elektronischen Handel an der New Yorker Rohstoffbörse. Am Dienstag war vorübergehend ein Höchststand von 122,73 Dollar erreicht worden. Als Gründe für den Preisanstieg wurden der schwache Dollar und mögliche Probleme in Förderländern genannt. (AP)

Amerikanischer Ölverbrauch sinkt wegen hoher Benzinpreise

Angesichts hoher Benzinpreise und der schwächelnden Wirtschaft wird der Erdölbedarf der Vereinigten Staaten in diesem Sommer nach Regierungsangaben stärker zurückgehen als erwartet. Die Nachfrage nach Benzin, Diesel und Kerosin werde im Vergleich zum Vorjahreszeitraum im laufenden Quartal um voraussichtlich 170.000 Barrel pro Tag sinken, teilte die amerikanischen Behörde für Energieinformation (EIA) am Dienstag mit.

Im vergangenen Monat hatte die EIA einen Verbrauch prognostiziert, der 90.000 Barrel pro Tag höher lag. Für das gesamte Jahr rechnet die Behörde mit einem Rückgang von 190.000 Barrel pro Tag. Autofahrer in den Vereinigten Staaten müssten sich diesen Sommer auf einen durchschnittlichen Benzinpreis von 3,66 Dollar je Gallone (eine Gallone entspricht etwa 3,78 Litern) einstellen. (Reuters)

Slowakei kommt auf den Euro-Prüfstand

Die EU-Kommission und die Europäische Zentralbank werden heute (Mittwoch) den Euro-Kandidaten Slowakei beurteilen. Da Bratislava die Maastrichter Beitrittskriterien erfüllen wird, dürften beide Institutionen grünes Licht geben. Die Slowakei will den Euro zum kommenden Jahreswechsel einführen. Die Kommission will auch vorschlagen, das noch laufenden Defizit- Strafverfahren gegen Bratislava umgehend einzustellen. Anlässlich des zehnjährigen Euro-Jubiläums will EU-Währungskommissar Joaquín Almunia zudem Vorschläge machen, die politische Führung des Eurogebiets zu verbessern. (dpa)

Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX.

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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing

 
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