Medienschau

ACEA: Pkw-Absatz im Mai in Europa deutlich unter Vorjahr

13. Juni 2008 

Unternehmen

Amerikanische Air Force räumt im Tanker-Streit mit EADS Rechenfehler ein

Im Streit über die Vergabe eines 35 Milliarden Dollar schweren Tankflugzeug-Auftrags an EADS und Northrop Grumman hat die amerikanische Luftwaffe Fehlberechnungen eingeräumt. Die Air Force habe eingestanden, das Boeing-Konkurrenzflugzeug KC-767 sei langfristig billiger als der Airbus-Flieger, heißt es in einem Schreiben Boeings von Ende April an die Rechenschaftsbehörde (GAO), das Reuters am Donnerstag vorlag. Die GAO will bis zum 19. Juni über den Boeing-Protest entscheiden. Die Fehlberechnungen stellten die Gründlichkeit und Glaubwürdigkeit der gesamten Auftragsvergabe in Frage, heißt es in dem Schreiben weiter. Northrop räumte ein, dass die Kostenberechnung fehlerhaft sei. Allerdings sagten Vertreter der Firma, Kosten seien bei der Vergabe lediglich ein Faktor von vielen gewesen. Die Entscheidung gehe vor allem auf die Fähigkeiten des Northrop-EADS-Konkurrenzfliegers KC-30 zurück. Die Air Force lehnte eine Stellungnahme ab. Die amerikanische Luftwaffe hatte den Zuschlag für den Bau von 179 Tankflugzeugen Ende Februar überraschend nicht Boeing erteilt, sondern EADS und ihrem amerikanische Subunternehmer Northrop. Die Entscheidung schlug in den Vereinigten Staaten bis in die Politik hinein hohe Wellen. Boeing beschwerte sich bei der amerikanische Rechenschaftsbehörde. Der amerikanische Konzern schaltete zudem ganzseitige Zeitungsanzeigen in denen er die Entscheidung der Luftwaffe als „fehlerhaft aufgrund zahlloser Unregelmäßigkeiten“ bezeichnete. (Reuters)

UBS schließt Kapitalerhöhung erfolgreich ab

Die schweizerische UBS AG hat die von den Aktionären auf der ordentlichen Generalversammlung vom 23. April 2008 genehmigte Bezugsrechtskapitalerhöhung im Umfang von 15,97 Milliarden Franken abgeschlossen. Wie das Züricher Finanzinstitut am Freitag mitteilte, hat die UBS 760.295.181 neue Aktien mit einem Nennwert von 0,10 Franken je Aktie ausgegeben. Der Bezugspreis der neuen Aktien war bei 21,00 Franken festgelegt worden. Gültig ausgeübt wurden Bezugsrechte zur Zeichnung von 755.466.901 neuen Aktien, was einem Anteil von 99,4 Prozent aller zur Zeichnung angebotenen neuen Aktien entspricht. Die übrigen 4.828.280 neuen Aktien werden am 13. Juni 2008 durch die UBS über den Markt verkauft. Die UBS war im Zuge der amerikanische Subprimekrise in schweres Fahrwasser geraten und musste große Abschreibungen vornehmen. Die jetzt abgeschlossene Kapitalerhöhung war daraufhin nötig geworden. (Dow Jones Newswires)

Zeitung - Anheuser-Busch will Übernahme vereiteln

Die amerikanische Brauerei Anheuser-Busch will einem Zeitungsbericht zufolge durch einen Zusammenschluss mit einer mexikanischen Brauerei eine Übernahme durch den belgischen Beck's-Brauer InBev vereiteln. Der Budweiser-Brauer befinde sich hierzu in vorläufigen Gesprächen mit der mexikanischen Grupo Modelo, berichtete das „Wall Street Journal“ am Donnerstag. Anheuser habe sich an Modelo gewandt, als bekannt wurde, dass InBev ein Übernahmeangebot plane, hieß es unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Modelo lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab, bei Anheuser war zunächst niemand zu erreichen. InBev will den amerikanische Rivalen für gut 46 Milliarden Dollar schlucken und damit zur größten Brauerei der Welt aufsteigen. Anheuser hat zwar angekündigt, das Barangebot sorgfältig zu prüfen. Analysten rechnen jedoch damit, dass die tonangebende Familie einen Verkauf ablehnt. (Reuters)

Zeitung - Pfizer erwägt Gegengebot für indische Ranbaxy

Der amerikanische Pharmariese Pfizer könnte einem Zeitungsbericht zufolge ein Gegengebot für Indiens führenden Arzneimittelkonzern Ranbaxy vorlegen, den die japanische Daiichi Sankyo übernehmen will. Pfizer habe die 65 Prozent des Ranbaxy-Kapitals im Blick, das von institutionellen Anlegern und Aktionären gehalten werde, berichtete die Zeitung „Business Standard“ am Freitag unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Kreise. Daiichi Sankyo hatte am Mittwoch angekündigt, für bis zu 4,6 Milliarden Dollar die Mehrheit an dem indischen Hersteller von Nachahmermedikamenten erwerben zu wollen. Die Branche dieser sogenannten Generika wächst weltweit rasant. Ein Ranbaxy-Sprecher wies den Bericht als Spekulation zurück und betonte, dass der Vertrag mit Daiichi bindend sei. Bei Pfizer war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Der amerikanische Konzern ist der Weltmarktführer in der Pharmabranche. Ranbaxy-Aktien stiegen in Folge des Zeitungsberichts an der Börse von Bombay um bis zu 3,6 Prozent. (Reuters)

Zusammenarbeit zwischen Microsoft und Yahoo gescheitert

Nach fünfmonatigem Fusionspoker ist die Übernahme des Internet-Portals Yahoo durch Microsoft gescheitert. Yahoo erklärte die Übernahmegespräche mit dem Softwareriesen am Donnerstag für beendet und kündigte an, unabhängig seine eigene Firmenstrategie fortzusetzen. Bei „Gesprächen in den vergangenen Tagen“ habe Microsoft sein Angebot zurückgezogen, Yahoo oder Teile von Yahoo zu erwerben, teilte Yahoo in einer Erklärung mit. Kurz darauf kündigten Yahoo und Google eine Partnerschaft an. Nach Angaben von Yahoo hatten die Microsoft-Unterhändler bei einem Treffen am Sonntag klar gemacht, dass sie nicht länger am Kauf des Gesamtunternehmens interessiert seien. Microsofts Wunsch, die Yahoo-Suchmaschine separat zu kaufen, sei abgelehnt worden. Microsoft hatte im Februar rund 45 Milliarden Dollar (30 Milliarden Euro) für Yahoo geboten. Yahoo lehnte das als zu niedrig ab. Daraufhin zog Microsoft sein Angebot zurück, strebte dann aber zunächst eine „andere Form der Zusammenarbeit“ an. Dies ist nun gescheitert. Kurz nach Bekanntwerden der Nachricht über das Scheitern der Übernahmegespräche stürzte die Yahoo-Aktie um mehr als zwölf Prozent auf etwa 22 Dollar ab. Microsoft hatte zunächst 33 Dollar pro Aktie geboten. Zwei Stunden später gaben die beiden führenden Online-Suchmaschinen Yahoo und Google bekannt, eine vier- bis zehnjährige Partnerschaft eingehen zu wollen. Yahoo erhofft sich Mehreinnahmen in Höhe von jährlich 800 Millionen Dollar durch Übernahme von Google-Werbebanner. Die Partnerschaft soll zunächst auf vier Jahre angelegt werden und sieht eine Verlängerungsoption auf bis zu zehn Jahre vor, sie ist auf die Vereinigten Staaten und Kanada begrenzt. Yahoo darf parallel ähnliche Partnerschaften mit anderen Anbietern eingehen. Sollte Yahoo in den kommenden zwei Jahren verkauft werden, erhält Google 250 Millionen Dollar. Zunächst muss die Partnerschaft jedoch kartellrechtlich geprüft werden, daher wollen Yahoo und Google dreieinhalb Monate mit dem offiziellen Start ihrer Zusammenarbeit warten. (AFP)

Wirtschaft

CFTC geht gegen Öl-Future-Spekulationen in Europa vor

Die Vereinigten Staaten wollen weitere Maßnahmen gegen die Spekulation an den Ölmärkten ergreifen. Wie die amerikanische Aufsichtsbehörde für die Rohstoffterminmärkte am Donnerstag bestätigte, hat sie ihr britisches Pendant aufgefordert, Obergrenzen für Spekulationen auf den führenden Kontrakt für Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zu setzen. Eine entsprechende Forderung hinsichtlich des Handels an ICE Europe habe die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) an die britische Financial Services Authority (FSA) gerichtet, sagte CFTC-Sprecher. Die CFTC steht unter dem Druck des amerikanische Kongresses, Maßnahmen gegen spekulationsbedingte Ölpreissteigerungen zu ergreifen. Vor zwei Wochen hatten CFTC und FSA vereinbart, dass die Briten die amerikanische Behörde unterrichten, wenn die Ölpreisspekulation der ICE ähnliche Ausmaße erreicht wie an der New York Mercantile Exchange (Nymex). Die ICE Europe unterliegt nicht den gleichen strengen amerikanische Regularien und Berichtspflichten wie die Nymex, über ihre Monitore kann aber von New York aus in Europa gehandelt werden. Die FSA bestätigte, dass es Gespräche mit der CFTC gebe, wollte aber nicht bestätigen, dass es dabei um die Einführung von Limits auf WTI-Futures geht. Die ICE Europe teilte mit, dass sie seit der Vereinbarung mit der CFTC laufend prüfe, ob die Positionen einzelnen Marktteilnehmer im Verhältnis zum Gesamtmarkt zu groß seien. (Dow Jones Newswires)

Deutsche Inflationsrate bei drei Prozent

Die hohen Energiekosten haben die Inflationsrate in Deutschland im Mai auf 3 Prozent getrieben. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte, stieg damit der Verbraucherpreisindex im Vergleich zum April um 0,6 Punkte. Allerdings ist die Rate kein Höchststand in diesem Jahr. Im März lag sie sogar bei 3,1 Prozent. Obwohl Energie in Privathaushalten weniger als 10 Prozent der Kosten ausmacht, sorgt vor allem der steigende Rohölpreis für die hohe Inflationsrate. Kraftstoffe verteuerten sich etwa um 12,3 Prozent und besonders Diesel um 26,4 Prozent. Damit bestätigten die Statistiker den Trend an Tankstellen: Preisunterschiede zwischen Benzin und Diesel gibt es praktisch nicht mehr. Leichtes Heizöl wurde im Jahresvergleich sogar um 57,4 Prozent teurer. Das war der zweithöchste Zuwachs in der Geschichte. Nur im Oktober 2000 war die Teuerung mit 63,1 Prozent noch höher. Auch die Preise für Strom (plus 7,4 Prozent) und Gas (plus 4,7 Prozent) zogen im Mai deutlich an. Ohne Energie hätte die Inflationsrate nur bei 1,9 Prozent gelegen. Damit wäre nach Definition der Europäischen Zentralbank der Wert des Euros stabil. Mehr Geld mussten Verbraucher im Jahresvergleich auch für Nahrungsmittel bezahlen und dabei besonders für Molkereiprodukte und Eier. Allerdings blieben im Vergleich zum April die Preise stabil. Milchprodukte und Eier verbilligten sich sogar um 3,9 Prozent. H-Milch kostete 9,9 Prozent weniger, Speisequark und frische Vollmilch um 9,5 Prozent. Die Preise für Brot und Getreideerzeugnisse bewegten sich kaum. Dagegen verteuerten sich saisonbedingt einige Gemüsesorten. Die Preise für Salat zogen im Durchschnitt um 41 Prozent an, für Paprika um 26,1 und für Kartoffeln um 4 Prozent. (AP)

ACEA: Pkw-Absatz im Mai in Europa deutlich unter Vorjahr

Der Pkw-Absatz in Europa (EU 27 + EFTA) hat im Mai deutlich unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahresmonats gelegen. Die Zahl der Neuzulassungen sei im Ver gleich zum Mai 2007 um 7,8 Prozent auf 1,33 Millionen Einheiten zurückgegangen, teilte der europäische Automobilverband (ACEA) am Freitag mit. Der Verband begründete dies mit gestiegenen Kraftstoffpreise sowie einem fehlenden Arbeitstag. Das Minus im Mai führte auch zu einem Absatzrückgang in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres. Von Januar bis Mai sank die Zahl der Neuzulassungen in Europa um 0,7 Prozent auf 6,92 Millionen Pkw. Vom Mai-Rückgang waren sowohl Westeuropa als auch die neuen EU-Mitgliedsländer betroffen. In Westeuropa gingen die Neuzulassungen um 8 Prozent auf 1,24 Millionen Einheiten zurück. Unter der großen Märkten konnte nur Frankreich zulegen: Hier stieg der Mai-Absatz um 7 Prozent auf 184.463 Einheiten. Die anderen großen Märkte verbuchten zum Teil starke Rückgänge: In Spanien sank der Absatz um 24,3 Prozent auf 116.108 Einheiten, in Italien um 17,6 auf 204.607 Automobile und in Deutschland um 6,2 Prozent auf 275.259 Stück. In den neuen EU-Mitgliedsländern gingen die Neuzulassungen um 4,2 Prozent auf 98.767 Automobile zurück. Zum Minus hat Rumänien beigetragen, wo der Absatz um 12,2 Prozent auf 24.647 Einheiten sank. Die europäischen Rückgänge im Mai bekamen auch die deutschen Automobilhersteller zu spüren. Mit einem Rückgang von 13,2 Prozent auf 66.800 Automobile musste Daimler das größte Minus hinnehmen. Die Volkswagen-Gruppe verbuchte ein Minus von 8,1 Prozent auf 269.476 Einheiten, wozu alle Konzernmarken beigetragen haben. Unter den deutschen Hersteller Schnitt BMW mit einem Rückgang von 4,4 Prozent auf 76.798 Automobile ab. (Dow Jones Newswires)

Bank of Japan lässt Leitzinsen wie erwartet unverändert

Die Bank of Japan (BoJ) hat ihre Leitzinsen am Freitag wie erwartet unverändert gelassen. Wie die BoJ am Morgen mitteilte, bleibt der geldpolitische Schlüsselsatz bei 0,50 Prozent. Die Entscheidung im geldpolitisches Rat fiel zum achten Mal in Folge einstimmig. An den Finanzmärkten war diese Entscheidung weithin erwartet worden. BoJ-Gouverneur Masaaki Shirakawa wird die Zinsentscheidung gegen 8.30 Uhr MESZ erläutert. Bereits um 8.00 Uhr veröffentlich die BoJ ihren aktuellen Monatsbericht. Beobachter erwarten eine unveränderte Beurteilung der wirtschaftlichen Gesamtsituation durch die Notenbank. (Dow Jones Newswires)

Japan: Industrieproduktion sinkt im April moderater als zunächst gemeldet

In Japan ist die Industrieproduktion im April etwas moderater gesunken als zunächst ermittelt. Der Ausstoß der Industrie sei saisonbereinigt um 0,2 Prozent geschrumpft, teilte die japanische Regierung am Freitag in Tokio mit. Ursprünglich wurde ein Minus von 0,3 Prozent bekannt gegeben. (dpa-AFX)

Japan-Verbrauchervertrauen schwach wie seit Ende 2001 nicht mehr

Das japanische Verbrauchervertrauen ist im Mai auf den tiefsten Stand seit Ende 2001 gefallen. Der entsprechende Index lag unbereinigt bei 33,9 Punkten nach 35,2 Punkten im April, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Erhebung der Regierung hervorging. Ein Wert von weniger als 50 Punkten deutet auf eine pessimistische Verbraucherstimmung hin. (Reuters)

Finnische Inflation bei 4,2 Prozent

Die Konsumentenpreise sind im Mai um 4,2 Prozent gestiegen. Das ist der stärkste Zuwachs seit April des Jahres 2001. Die Gründe. Hohe Energie- und Lebensmittelpreise. (Bloomberg)

Tausende südkoreanische Lkw-Fahrer streiken wegen hoher Spritkosten

Mehr als 5.000 Lkw-Fahrer sind am Freitag in einen Streik getreten, um gegen gestiegene Spritkosten zu protestieren. Sie fordern von der Regierung Zuschüsse, Unterstützung bei der Erhöhung von Transportgebühren und die Einführung eines Mindestlohns, wie eine Gewerkschaftssprecherin in Seoul mitteilte. Bereits ein kurzer Streik verursacht der südkoreanischen Exportwirtschaft Millionenverluste. Die Frachtarbeitergewerkschaft erwartet eine große Streikbeteiligung, nachdem nach gescheiterten Verhandlungen Anfang der Woche 90 Prozent der 13.000 Mitglieder für den Ausstand stimmten, sagte Sprecherin Chung Hee Seon. Auch nicht der Gewerkschaft angehörende Fahrer hätten sich dem Streik angeschlossen. Die Regierung hat angekündigt, 100 Militärlastwagen einzusetzen und Transporte auf die Schiene zu verlegen. (AP)

China und Taiwan unterzeichnen bahnbrechendes Flugabkommen

Erstmals seit fast 60 Jahren erlauben China und Taiwan wieder direkte Flugverbindungen. Vertreter beider Seiten unterzeichneten am Freitag ein Abkommen, nach dem es künftig an den Wochenenden Charter-Flüge ohne Umwege zwischen Taiwan und China geben soll. Medien in Taiwan berichteten, am 4. Juli solle die erste Maschine nach China starten. Zwei Wochen später werde die erste Touristengruppe aus China in Taiwan eintreffen. Das Abkommen gilt als bahnbrechend. Abgesehen von gelegentlichen Sonderflügen an Feiertagen gab es seit 1949 keine Direktverbindungen. China betrachtet Taiwan seit damals als abtrünnig. Das Abkommen ist die Folge der ersten offiziellen Gespräche seit fast einem Jahrzehnt, die China und Taiwan am Donnerstag aufnahmen. (Reuters)

EU - SMS müssen billiger werden

Die EU hat den Mobilfunkfirmen eine letzte Warnung erteilt, endlich die Gebühren für SMS-Nachrichten ins Ausland zu senken. EU-Telekommunikationskommissarin Viviane Reding sagte am Donnerstag in Luxemburg, die Firmen hätten nur noch etwa zwei Wochen, um die Preise für SMS und das Herunterladen von Daten zu senken. Anfang Juli wird die EU-Kommission die aktuellen Gebühren veröffentlichen. „Auf Basis dieser Preise werde ich dann entscheiden, ob neue Vorschriften nötig sind oder nicht“, sagte Reding. In den vergangenen Monaten ist der Preis für eine SMS ins Ausland der Branche zufolge im Schnitt lediglich von 29 auf 28 Cent gefallen. Die EU hat die Mobilfunkfirmen bereits dazu gezwungen, die Gebühren für internationale Gespräche zu senken. (Reuters)

Oxfam sieht G-8-Staaten in „Glaubwürdigkeitskrise

Die Hilfsorganisation Oxfam sieht die G-8 angesichts nicht gehaltener Versprechen bei der weltweiten Armutsbekämpfung in einer „Glaubwürdigkeitskrise“. Vor dem Treffen der Finanzminister der sieben führenden Industrienationen und Russlands am Freitag im japanischen Osaka forderte Oxfam die G-8-Staaten auf, den armen Ländern zu helfen, statt sich im Zuge der Finanzmarktkrise um „ihre unvorsichtigen Banken“ zu sorgen. Die Armen dürften nicht den Preis für die weltweite Konjunkturflaute zahlen. Oxfam warf den Industrienationen vor, die Millenniumsziele der Vereinten Nationen zu verfehlen. Beim G-8-Gipfel im britischen Gleneagles im Jahr 2005 hatten die G-8 beschlossen, ihre jährlich Entwicklungshilfe um 50 Milliarden Dollar (32 Milliarden Euro) auf 130 Milliarden Dollar bis 2010 zu erhöhen. Dieses Ziel werde voraussichtlich um 30 Milliarden Dollar verfehlt, erklärte Oxfam. Mit diesen 30 Milliarden Dollar könnten fünf Millionen Menschenleben gerettet werden, wenn das Geld in die medizinische Versorgung in Entwicklungsländer flösse. Dagegen hätten die reichen Länder eine Billion Dollar für ihre angeschlagenen Banken übrig, um deren Misere zu lindern. Die G-8-Finanzminister beraten in Osaka unter anderem über den weltweiten Anstieg der Energie- und Lebensmittelpreise. Angesichts des hohen Ölpreises dürften sie bei ihrem zweitägigen Treffen das Ölkartell OPEC erneut dazu auffordern, die Produktion zu steigern. Der Ölpreis war Ende vergangener Woche auf fast 140 Dollar pro Fass (159 Liter) geklettert. Der massive Anstieg der Energie- und Lebensmittelpreise hatte in jüngster Zeit in verschiedenen Ländern Proteste bis hin zu schweren sozialen Unruhen ausgelöst. Zur Gruppe der G-8 gehören neben Deutschland und Russland auch Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, die Vereinigten Staaten und das Gastgeberland Japan. (AFP)

Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX.

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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing

 
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