Medienschau

JP Morgan rettet den Konkurrenten Bear Stearns mit Hilfe der Notenbank

17. März 2008 

Unternehmensmeldungen

JPMorgan rettet Bear Stearns

New York/Washington - Die amerikanischen Notenbank Federal Reserve hat ihren Diskontsatz überraschend um 25 Basispunkte auf 3,25 Prozent gesenkt. Zugleich kündigte sie am Sonntag ein Sonderkreditprogramm an, um großen Finanzfirmen zusätzliches Geld zur Verfügung zu stellen. Praktisch zeitgleich gab JPMorgan Chase die Übernahme der in schweren Liquiditätsproblemen steckenden fünftgrößten amerikanischen Investmentbank Bear Stearns bekannt. Mit 236 Millionen Dollar liegt der Preis des Geschäfts weit unter dem Börsenwert von Bear Stearns zum Ende der vergangenen Woche. Die Fed unterstützt das Geschäft mit einer Sonderfinanzierung. JPMorgan Chase teilte mit, sie werde für die Übernahme von Bear Stearns rund zwei Dollar je Aktie in eigenen Anteilsscheinen zahlen. Am Freitag hatten die Papiere der zuletzt mit massiven Liquiditätsproblemen kämpfenden amerikanischen Investmentbank den Handel noch bei einem Kurs von 30,85 Dollar beendet. Die Gesamtkosten des Geschäfts bezifferte JPMorgan auf sechs Milliarden Dollar. Nach der vollständigen Eingliederung von Bear Stearns in das eigene Geschäft werde es allerdings einen Gewinnzuwachs von einer Milliarde Dollar bringen. Die Übernahme solle innerhalb von rund 90 Tagen abgeschlossen werden. Bear Stearns sagte die für Montag angekündigte Veröffentlichung ihrer Quartalszahlen ab. Die Fed habe sich bereiterklärt, zur Finanzierung von Bear-Stearns-Vermögenswerten mit Liquiditätsproblemen bis zu 30 Milliarden Dollar zur Verfügung zu stellen, teilte JPMorgan weiter mit. JPMorgan werde für sämtliche finanziellen Verpflichtungen von Bear Stearns garantieren. (Reuters)

Linde peilt für 2008 erneut Umsatz- und Ergebniszuwachs an

MÜNCHEN - Der Technologiekonzern Linde peilt für das laufende Geschäftsjahr erneut einen Umsatz- und Ergebniszuwachs an. „Für das laufende Geschäftsjahr 2008 rechnen wir auf Konzernebene erneut mit einer Steigerung des Umsatzes und einer überproportionalen Ergebnisverbesserung“, sagte Konzernchef Wolfgang Reitzle am Montag laut Pressemitteilung in München. Die mittelfristigen Ziele bestätigte das im Dax notierte Unternehmen. Bis 2010 peilt das Dax-Unternehmen ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EbitDA) von mehr als drei Milliarden Euro an. Bei der Eigenkapitalrendite (ROCE) will Linde einen Wert von mindestens 13 Prozent erreichen. (dpa-AFX)

Siemens gibt Gewinnwarnung nach Prüfung von Großprojekten ab

Die Siemens AG hat in Folge einer Neubewertung von Großprojekten ihre Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr 2007/08 korrigiert. Im laufenden zweiten Quartal sei aus der Überprüfung eine Belastung von rund 900 Millionen Euro zu erwarten, teilte der Dax-Konzern in der Nacht zum Montag mit. Siemens geht davon aus, dass dieses „der größte Teil der zusätzlichen Belastungen“ in 2007/08 ist. Wie hoch die Ergebniskorrektur konkret ausfällt, wollte ein Siemens-Sprecher auf Nachfrage nicht kommentieren. (vwd)

Gespräche mit Interessenten der Postbank im Gange - Frankfurter Allgemeine Zeitung

Ein Verkauf der Deutschen Postbank AG rückt offenbar näher. Der Postbank-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Klein dringt laut einem Pressebericht auf eine rasche Entscheidung. „Wir brauchen Klarheit“, sagte der Manager im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung - Montagausgabe). Die Gespräche mit Interessenten seien im Gange. (vwd)

Deutsche Telekom vor Einstieg bei Hellenic Telecom - Kreise

Die Deutsche Telekom AG wird möglicherweise bereits an diesem Montag eine rund 20-prozentige Beteiligung beim griechischen Telekom-Anbieter Hellenic Telecommunications Organization SA (OTE) ankündigen. Wie mit der Transaktion vertraute Kreise Dow Jones Newswires sagten, ist mit der Ankündigung zu Wochenbeginn zu rechnen. Die gesamte Transaktion habe einen Wert von etwa 3 Milliarden Euro, sagte einer der Informanten.(vwd)

Guy Wyser-Pratte steigt bei Balda aus - Handelsblatt

Der amerikanischen Investor Guy Wyser-Pratte hat sich genau ein Jahr nach seinem Einstieg bei der Balda AG mit hohen Verlusten von seinen Anteilen an dem ostwestfälischen Handyzulieferer getrennt. Wyser-Pratte bestätigte dem „Handelsblatt“ (Montagausgabe), dass er in den vergangenen Tagen mehr als 3 Millionen Balda-Aktien verkauft hat. Wyser-Pratte war im März 2007 bei einem Kurs von rund 7 Euro eingestiegen und hielt 5 Prozent der Aktien. Am Freitag lag der Balda-Kurs bei 2,37 Euro. (vwd)

Großbritannien stellt British Energy zum Verkauf

LONDON - Großbritannien will Presseberichten zufolge seine Beteiligung an British Energy verkaufen und lotet deshalb das Interesse internationaler Versorger aus. Der Wert für die Beteiligung in Höhe von 35,2 Prozent liege bei mehr als zwei Milliarden britischen Pfund, berichtete die „Financial Times“ am Wochenende. Neben den beiden deutschen Konzernen Eon und RWE seien auch Electricite de France (EdF) , die spanische Iberdrola sowie die britische Centrica angesprochen worden. (dpa-AFX)

TUI-Großaktionär Mordaschow will Anteil aufstocken

BERLIN - Der russische TuiGroßaktionär Alexej Mordaschow will einem Pressebericht zufolge seinen Anteil an dem Touristik- und Schifffahrtkonzern aufstocken. Mordaschow sei bereit für ein klares Bekenntnis zu Tui-Chef Michael Frenzels touristischen Ambitionen und wolle seine Beteiligung von derzeit fünf auf zehn Prozent anzuheben, berichtet die „Welt am Sonntag“. Der Unternehmer werde voraussichtlich zudem wie auch Großaktionär John Fredriksen in den Aufsichtsrat einziehen. (dpa-AFX)

Postbank-Chef will baldige Entscheidung zum Verkauf

FRANKFURT - Der Vorstandsvorsitzende der Postbank , Wolfgang Klein drängt beim Verkauf des Instituts auf eine rasche Entscheidung. „Wir brauchen Klarheit“, sagte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montagausgabe). Die Gespräche mit Interessenten seien im Gange. „Die wichtigste Frage ist, ob der Partner ein ähnliches Verständnis des Privatkundengeschäftes mitbringt“, sagte Klein. Ausschlaggebend sei nicht allein der Preis: „Für mich gehört dazu auch die Frage, wie sich langfristig der höchste Wert schaffen lässt.“ (dpa-AFX)

Volkswagen stellt massiv neues Personal ein - 8.500 neue Jobs

WOLFSBURG - Der Autobauer Volkswagen will nach dem Restrukturierungsprogramm der vergangenen Jahre nun wieder massiv neue Jobs schaffen. „Wir stellen in diesem Jahr weltweit 8.500 Mitarbeiter ein“, sagte VW-Personalvorstand Horst Neumann in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Wolfsburg. „Die Hälfte davon entfällt auf Deutschland.“ VW hat derzeit konzernweit rund 329.000 Beschäftigte, davon rund 169.000 in Deutschland. (dpa-AFX)

Boeing verschiebt Zeitplan für 787 'Dreamliner' erneut

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der amerikanischen Flugzeugbauer Boeing muss laut einem Pressebericht den Zeitplan für sein Prestigeprojekt 787 „Dreamliner“ wegen technischer Probleme erneut ändern. Der bereits verschobene Erstflug des neuen Langstreckenfliegers verzögere sich um weitere drei Monate, berichtete das Magazin „Focus“ am Wochenende. Ausliefern wolle Boeing den Jet nun im dritten Quartal 2009, weitere sechs Monate später als zuletzt geplant. Hintergrund der erneuten Verzögerungen seien Schwierigkeiten bei der Installation der Bordelektronik. Bislang seien lediglich Teile der Verkabelung am ersten Flugzeug abgeschlossen. (dpa-AFX)

Bilfinger Berger interessiert an Telekom-Tochter DeTe Immobilien

ESSEN/MANNHEIM - Der zweitgrößte deutsche Baukonzern Bilfinger Berger hat Interesse an der zum Verkauf stehenden Telekom- Tochter DeTe Immobilien bekundet. „Es wäre falsch, wenn wir uns dieses Unternehmen nicht genauer ansehen würden. Grundsätzlich besteht Interesse“, sagte Bilfinger-Vorstandschef Herbert Bodner der in Essen erscheinenden „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ) (Montagausgabe). „Wenn das richtige Unternehmen zum vernünftigen Preis zu haben wäre, würden wir auch über eine Großakquisition nachdenken.“ DeTe Immobilien beschäftigt fast 7.000 Mitarbeiter und erzielte zuletzt knapp eine Milliarde Euro Umsatz. (dpa-AFX)

Wirtschaftsmeldungen

Ökonomen warnen vor Ausweitung der Kapitalmarktkrise

Berlin - Nach der dramatischen Rettungsaktion für das in Liquiditätsschwierigkeiten geratene amerikanischen Investmenthaus Bear Stearns warnen Ökonomen vor einer Ausdehnung der Kapitalmarktkrise. Der Bankenexperte Wolfgang Gerke sagte der „Berliner Zeitung“ (Montagausgabe), die Gefahr sei groß, dass die Krise außer Kontrolle gerate. Die amerikanischen Notenbank habe in der zurückliegenden Zeit panikartig reagiert, in dem sie die Zinsen stark zurückgenommen und viel zu viel Liquidität in den Markt gepumpt habe. Die Wahrscheinlichkeit einer Stagflation - also einer stagnierenden Wirtschaft bei stark steigenden Preisen - werde immer größer, sagte Gerke. „Die Fed hätte ihr Pulver trocken halten müssen. Was soll sie denn jetzt noch tun, wenn die Krise weitergeht?“, fragte er. Die Finanzexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, Dorothea Schäfer, sagte dem Blatt: „Weder die Notenbanken, noch die Politik haben derzeit die Macht, die Finanzkrise zu beenden. Es ist einfach zu viel Pessimismus im Markt.“(ddp.djn)

Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters, dpa-AFX.

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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing

 
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