15. Dezember 2009

intensiv

Von links bis rechts: Wie Studenten heute Politik machen



Studenten machen Politik: Als der Schah von Persien 1967 zu Besuch nach Deutschland kam, zogen die Studenten in Massen auf die Straße, um ihren Protest gegen das diktatorische Regime zum Ausdruck zu bringen. Heute hingegen bleiben sie vollkommen gelassen, wenn im Irak, in Afghanistan oder im Gazastreifen Bomben fallen. Weltpolitische Ereignisse treiben die Generation Bachelor nicht mehr auf die Straße. Gleichzeitig gibt es studentische Initiativen, die sich auf kreative und produktive Weise für den Klimaschutz engagieren. Die studentische Hochschulpolitik von heute hat ein ganz anderes Gesicht als während der wilden sechziger und siebziger Jahre. Ist sie deswegen weniger bedeutsam? Der Politikstil der heutigen Studentengeneration ist das Thema unserer Juniausgabe.

Bildmaterial: Labor
 
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Die pragmatische Generation
Weder links noch rechts

Machen statt diskutieren, Konsens statt Konfrontation. Die Studenten von heute wirken lieber im Kleinen, als sich in die große Weltpolitik einzumischen - ganz im Gegensatz zu ihren aufsässigen Vorgängern in den sechziger und siebziger Jahren. 


Viele Tabuthemen
Maulkorb-Politik

Asta-Mitglieder müssen jedes Wort auf die Goldwaage legen, sonst haben sie schnell eine Klage am Hals. Damit haben sich viele Studentenvertreter arrangiert. Die mangelnde Mitbestimmung ärgert sie mehr. 


Leichtes Spiel
Lockruf der Rechten

Immer mehr Studenten stehen der Politik gleichgültig gegenüber. Rechtsradikale Organisationen nutzen den fehlenden Widerstand gegen ihre Parolen aus - die NPD hat sich die Rekrutierung des akademischen Nachwuchses bereits offiziell auf die Fahnen geschrieben. 


An einem Strang
Mitbestimmen, was an der Hochschule passiert


Professoren und Studenten haben ganz unterschiedliche Interessen, die sie in den Hochschulgremien kämpferisch durchzusetzen versuchen. Könnte man meinen. Die Realität aber sieht viel harmonischer aus - wie ein Besuch einer Gremiensitzung an der Universität Lübeck zeigt. 

Wenig engagiert - aber nicht unpolitisch
Studiengebühren: Es lohnt sich wieder, auf die Straße zu gehen


Die Einführung von Studiengebühren hat die deutschen Studierenden politisiert wie kein anderes Thema der vergangenen zwei Jahrzehnte: Mit spektakulären Protestaktionen hoben sie die Debatte auf höchste politische Ebenen. Doch gerade an einem Thema wie diesem ist vielen klargeworden: Die realen Einflussmöglichkeiten der Studis sind gering. Ebenso wie die Zahl der tatsächlich Engagierten. 

Das Who is Who der Hochschulpolitik
Parteien und Programme

Friederike Benda

Neben zahlreichen kleinen, örtlichen Hochschulgruppen, die sich politisch engagieren, gibt es fünf große parteipolitische Verbände, die sich in den Studentenparlamenten an den Parteien des Bundestages orientieren. Der Hochschulanzeiger stellt sie und ihre Ziele vor.