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Porsche Der 911 fährt in sein nächstes Leben

Für den ewigen Sportwagen steht zur IAA ein Generationswechsel an: Der 911 tritt mit einer flach gestreckten Silhouette ins Rampenlicht und wartet mit dem weltweit ersten Siebengang-Schaltgetriebe auf.

© Hersteller Vergrößern Kräftiger, wuchtiger: Doch der 911 bleibt unverkennbar ein Elfer

Kein Auto fasziniert die Deutschen mehr als der Porsche 911. Zur IAA in Frankfurt, die für das allgemeine Publikum am Samstag, den 17. September, beginnt, ist Porsche mit der nächsten Generation des Sportwagens zur Stelle und darf sich gewiss sein, dass der „Elfer“ einer der Stars der Messe sein wird – aller Aufregung um das Elektroauto zum Trotz.

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48 Jahre ist die Baureihe nun schon alt, und natürlich bleibt der Elfer ein Elfer. Die vollkommen neu entwickelte Generation tritt mit einer flach gestreckten Silhouette ins Rampenlicht und bleibt doch auf den ersten Blick der Tradition treu. Ein um zehn Zentimeter (!) verlängerter Radstand auf 2,55 Meter und eine leicht reduzierte Höhe sollen zusammen mit bis zu 20 Zoll großen Rädern für einen nach wie vor athletischen Auftritt sorgen. Die Außenlänge legt um rund fünf Zentimeter auf 4,49 Meter zu. Die Karosserie entsteht jetzt in Aluminium-Stahl-Bauweise. Dieser Metall-Verbund leistet einen erheblichen Anteil daran, dass der 911 leichter geworden ist: Um bis zu 45 Kilogramm wiegt er weniger, dennoch konnte die so wichtige Steifigkeit (passive Sicherheit) erhöht werden.

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Bei der Gestaltung des Innenraums bot der Supersportler Porsche Carrera GT den Orientierungspunkt. Durch eine nach vorn ansteigende Mittelkonsole mit einem besonders nah am Lenkrad liegenden Schalt- oder Wählhebel soll der Fahrer noch stärker ins Cockpit integriert werden. Es bleibt aber beim klassischen Kombi-Instrument mit dem zentralen Drehzahlmesser. Und selbstverständlich bleibt das Zündschloss links vom Lenkrad.

Porsche 2 © Hersteller Vergrößern 911 für 2012: Schmalere Rückleuchten

Erstes Siebengang-Schaltgetriebe

Aber auch der neue 911 kann und soll sich nicht dem Anspruch auf mehr Sparsamkeit verschließen. So verbraucht der 911 Carrera mit dem neuen 257 kW (350 PS) starken 3,4-Liter-Boxermotor (0,2 Liter Hubraum weniger als bisher) und optionalem Doppelkupplungsgetriebe nach der Norm nur 8,2 Liter auf 100 Kilometer – das sind 1,6 Liter weniger, als das alte Triebwerk benötigte. Als erster Porsche-Sportwagen unterschreitet der Basis-911 mit 194 g/km CO2 zudem die Grenze von 200 g/km. Außer dem Carrera wird zum Start der neuen Baureihe auch der Carrera S aufgeboten. Er kommt mit seinem 3,8-Liter-Boxermotor und nun 294 kW (400 PS) statt zuvor 283 kW (385 PS). Der Normverbrauch beläuft sich hier auf 8,7 Liter, 1,5 Liter weniger als bisher. Zum neuen Knausergefühl im kommenden 911 tragen unter anderem Systeme und Funktionen wie Auto-Start-Stopp, Thermomanagement, Bordnetzrekuperation, das in der Welt erste Siebengang-Schaltgetriebe und – in Verbindung mit dem Porsche-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) – das sogenannte Segeln bei. Hierbei schaltet sich der Motor unter bestimmten Bedingungen auch bei höheren Geschwindigkeiten ab, wenn der Fahrer vom Gas geht. Eine neue elektromechanische Servolenkung trägt ihr Scherflein zur Effizienzsteigerung und Verbrauchsreduktion bei.

Gleichzeitig verbessern sich bei beiden Modellen die Fahrleistungen. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h absolviert der 911 Carrera S mit PDK in 4,3 Sekunden. Der „einfache“ Carrera schafft dies mit PDK in 4,6 Sekunden.

„Höchste Performance auf einem bisher unerreichten Niveau“

Porsche wäre nicht Porsche, hätte man nicht auch Längs- und Querdynamik verbessert. „Höchste Performance auf einem bisher unerreichten Niveau“, wird versprochen. Basis für noch mehr Agilität, Präzision und Fahrstabilität seien neben dem verlängerten Radstand unter anderem eine breitere Spur an der Vorderachse, eine neue Hinterachse sowie die schon erwähnte Servolenkung. Darüber hinaus lässt sich der 911 mit weiteren Regelsystemen ausrüsten, die der Dynamik zusätzlich gut tun sollen. Erstmals ist für den 911 Carrera S eine aktive Wankstabilisierung „Porsche Dynamic Chassis Control“ (PDCC) verfügbar. Das System reduziert die Seitenneigung bei Kurvenfahrt, wodurch die Reifen immer optimal zur Fahrbahn stehen und höhere Seitenkräfte übertragen können. Der Effekt, so teilt Porsche mit: „Die möglichen Kurvengeschwindigkeiten steigen, noch schnellere Rundenzeiten auf Rennstrecken sind möglich.“

In den Handel kommen die beiden 911-Modelle (alle anderen Variationen werden in gewohnter Manier nachgereicht) am 3. Dezember, die Fahrzeuge sind von übermorgen (1. September) an bestellbar. Die Basispreise ohne Extras betragen in Deutschland 88.037 Euro für den 911 Carrera und 102.436 Euro für den Carrera S.

Quelle: F.A.Z.

 
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