Home
http://www.faz.net/-1qk-6m19x
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Papst beim Weltjugendtag Eine Messe wert

 ·  Mit seinem Auftritt auf dem Weltjugendtag hat Papst Benedikt XVI. seiner Kirche neue Energie gegeben. Es war ein Triumph für die katholische Kirche im neosäkularen Spanien des sozialistischen Ministerpräsidenten Zapatero.

Artikel Bilder (2) Video (1) Lesermeinungen (9)

Madrid war eine Papstmesse wert. So wie im vorigen Jahr in Portugal hob Benedikt XVI. auch in Spanien die Stimmung eines Landes und einer Generation, die es nötig haben. Die sogenannte Fiesta des Glaubens führte eine halbe Million internationaler Pilger und eine weitere Million spanischer Katholiken in heiterer Eintracht zusammen. Das war ein beispielloser Triumph für die Kirche im neosäkularen Spanien des sozialistischen Noch-Ministerpräsidenten Zapatero. Es mag verfrüht sein, von einer Renaissance der „spirituellen Reserve des Okzidents“, wie die Iberische Halbinsel lange genannt wurde, zu sprechen. Der Papst hat jedoch vor allem vielen jungen Spaniern, von denen gegenwärtig jeder zweite arbeitslos ist, Mut gemacht. Und mit einem Hauch der Magie seines Vorgängers Johannes Paul II. gab er seiner Kirche wieder Selbstvertrauen und neue Energie.

Die Protestdemonstrationen linker und antiklerikaler Gruppen gegen die angebliche „Geldverschwendung“, die in Wirklichkeit ein warmer Regen für Wirtschaft und Tourismus der Hauptstadt war, sollten in der gebührenden Perspektive betrachtet werden. Erst waren es ein paar tausend, schließlich noch ein paar hundert, die marginal störten.

Das Kontrastprogramm, das Gäste und Gastgeber im Zeichen von Glaube, Hoffnung und gutem Benehmen vorführten, blieb den Spaniern auch im letzten Winkel des Landes nicht verborgen. Die dritte Visite dieses Papstes im sechsten Jahr seines Pontifikats im katholischen „Missionsland“ Spanien, setzte abermals auf christliche Tradition wider materialistische und ideologische Verweltlichung. Benedikt vermied Kritik an der erklärt „laizistischen“ Regierung des Sozialisten Zapatero. Das war auch nicht nötig, denn sie hat mit der Wahl am 20. November schon ihr Verfallsdatum. Demgegenüber hat der 84 Jahre alte Papst noch einiges vor. Rio de Janeiro ist der Ort seiner Wahl für den nächsten Weltjugendtag in zwei Jahren. In Madrid hat er bekräftigt, er habe vor, in Brasilien dabei zu sein.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Jahrgang 1950, politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel, Marokko und Tunesien mit Sitz in Madrid.

Jüngste Beiträge

Themenfinder
A B C D E F G H I J K L M
N O P Q R S T U V W X Y Z
Chronik aller FAZ.NET-Artikel
2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002 | 2001
Nach oben