31.08.2007 · Über Jahrtausende haben die Menschen in den Mittelmehrländern mit der Natur gelebt - jetzt kehrt sich die Natur gegen den Menschen. Die verheerenden Waldbrände in Griechenland sind eine Folge des sorglosen Umgangs mit der Umwelt, meint Alfons Kaiser. Ein FAZ.NET-Spezial.
Von Alfons KaiserVon sechzig griechischen Löschflugzeugen stehen vierzig am Boden – und zwar nicht, weil die Besatzungen sich vom Einsatz über den Waldbrandgebieten erholen müssten, sondern weil sie reparaturbedürftig und nicht einzusetzen sind. Diese Fußnote der katastrophalen Brände in Griechenland illustriert den sorglosen Umgang mancher (Mittelmeer-)Länder mit dem Katastrophenschutz.
Über Jahrtausende haben die Menschen dort mit der Natur gelebt. Brände schufen Raum für neue Vegetation. Aus Kiefern gewann man Brennmaterial. Kienspäne dienten zur Beleuchtung und wurden Verstorbenen in die Hand gedrückt, damit ihnen ein Licht den Weg durch das Tal der Toten weise. Nun kehrt sich die Natur gegen die Menschen, und die Kienspäne selbst bringen den Tod.
Überrascht muss man darüber nicht sein. Das harzreiche Kiefernholz brennt in Zeiten langer Trockenheit wie Zunder. Als Lichtholzart bietet die Kiefer keinen undurchdringlichen Schirm. Auf dem Boden wächst und wuchert es daher unkontrolliert. Kiefernwälder sind meist keine gepflegten Wälder nach unseren Vorstellungen. Reisig, Buschwerk und Unterholz bieten dem Feuer so viel Nahrung, dass die Flammen leicht bis in die Kronen der Bäume schlagen können. Und dann sind da noch die schlechten ortsüblichen Angewohnheiten. Auf vielen wilden Müllkippen wird altes Glas leicht zum Brennglas. Hinzu tritt Brandstiftung – eine Methode, die skrupellose Bodenspekulanten gern zur Baulandgewinnung einsetzen.
Was macht die EU?
Es mag schwierig sein, die Korruption um das Bauland einzudämmen. Die Natur neuerlich zu beherrschen wäre leichter. Warum pflanzt man nicht – wie in Bulgarien – Akazien als Feuerbarrieren zwischen die Kiefernwälder? Warum baut man den Wald nicht – wie in Brandenburg, dem deutschen Bundesland mit den meisten Waldbränden – radikal um und ersetzt die harzreichen und gut brennbaren Kiefern durch anspruchslose Laubbäume?
Warum geht man nicht entschieden gegen illegale Mülldeponien vor? Warum klärt man die Bevölkerung nicht besser darüber auf, welche Folgen das Abbrennen landwirtschaftlicher Flächen hat? Die EU, die für viele Detailprobleme Agenturen aufgebaut hat, sollte in Zeiten des Klimawandels ihr Katastrophenschutz-Büro besser für solche Brennpunkte ausstatten. Denn manche Mitgliedsländer wissen sich allein nicht zu helfen.
EU-Unterstützung
Konstantin Büchel (oroPAX)
- 27.08.2007, 13:41 Uhr
Beitrag zum ersten Leserkommentar
Ute Altanis-Protzer (Varvara)
- 27.08.2007, 14:06 Uhr
Die Täter sind hart zu bestrafen...
Dirk Walbrühl (Kelen)
- 27.08.2007, 14:54 Uhr
Niemals, darf alles Holzland...
uwe mildner (recfarm2)
- 27.08.2007, 15:15 Uhr
Ah ja
Charalampos Dimoulis (Siegfrit.vLoittenburg)
- 27.08.2007, 16:39 Uhr