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Wirtschaftskriminalität Einigung im Enron-Verfahren vorerst geplatzt

11.01.2004 ·  Im Verfahren gegen Andrew Fastow, den früheren Finanzvorstand des zusammengebrochenen Energiekonzerns Enron, ist eine Einigung zunächst geplatzt.

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Im Verfahren gegen Andrew Fastow, den früheren Finanzvorstand des zusammengebrochenen Energiekonzerns Enron, ist eine Einigung zunächst geplatzt. Die Frist für eine Schuldvereinbarung mit Fastows Ehefrau Lea ist am Freitag mittag vergangener Woche abgelaufen.

Ein Schuldeingeständnis von Lea Fastow und die Annahme der damit verbundenen Strafe gelten als Voraussetzung für eine Vereinbarung mit Andrew Fastow. Lea Fastow hat selbst bei dem Konzern gearbeitet, der vor rund zwei Jahren den Insolvenzantrag gestellt hat und zu einem der größten Betrugsfälle in der amerikanischen Wirtschaftsgeschichte wurde. Ein Richter im texanischen Houston hatte Lea Fastow bis zum Freitag mittag Zeit gegeben, um einer zuvor ausgearbeiteten Schuldvereinbarung zuzustimmen. Sollte es nicht doch noch zu einer Einigung kommen, wird nach Angaben des Richters am 10. Februar der Prozeß gegen Lea Fastow beginnen.

Lea Fastow hätte sich der Vereinbarung zufolge in einem von sechs Anklagepunkten - der Abgabe einer falschen Steuererklärung - für schuldig erklärt. Damit wären eine Gefängnisstrafe von fünf Monaten sowie weitere fünf Monate Hausarrest verbunden gewesen. Das Schuldeingeständnis, das ihr Mann Andrew vorbereitete, würde in einer deutlich härteren Strafe resultieren. Andrew Fastow ist in nahezu 100 Punkten angeklagt und würde sich in mehreren davon für schuldig erklären. Er würde der geplanten Vereinbarung zufolge eine Gefängnisstrafe von zehn Jahren akzeptieren und außerdem 20 Millionen Dollar Strafe zahlen.

Sollte es zu einer Schuldvereinbarung mit Andrew Fastow kommen, würde dieser wahrscheinlich seine Kooperation bei den Ermittlungen gegen andere Enron-Spitzenmanager zusagen. Dies dürfte insbesondere für den früheren Chairman Ken Lay und den früheren Chief Executive Officer Jeff Skilling gelten, gegen die es bislang noch keine formellen Anklagen gibt. Andrew Fastow ist bislang der höchstrangige frühere Enron-Manager, gegen den Anklage erhoben worden ist.

Andrew und Lea Fastow sind derzeit gegen Kaution auf freiem Fuß. Andrew Fastow hatte eine Kaution von 5 Millionen Dollar aufzubringen, bei seiner Frau waren es 500 000 Dollar. Für Andrew Fastow ist bisher ein Prozeßbeginn im April vorgesehen. Als ein mitentscheidender Punkt in den Verhandlungen über ein Geständnis spielte offenbar eine Rolle, daß das Ehepaar Fastow nicht zur gleichen Zeit ins Gefängnis wollte, weil es zwei Söhne im Alter von fünf und acht Jahren hat. (lid.)

Quelle: lid., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.01.2004, Nr. 9 / Seite 13
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