28.01.2010 · Fed will Leitzins in Amerika auf längere Zeit niedrig halten
nks. NEW YORK, 28. Januar. Die amerikanischen Aktienkurse haben am Donnerstag angesichts negativer Konjunkturdaten und enttäuschender Unternehmenszahlen aus dem Technologiebereich unter Druck gestanden. Der Dow Jones verlor 1,1 Prozent auf 10 120 Punkte. Für den Technologieindex Nasdaq Composite ging es um fast 2 Prozent abwärts. Noch am Mittwoch reagierten die Börsen mit zwischenzeitlich leichten Kursgewinnen auf die jüngste Zinsentscheidung der Notenbank Fed. Wie in einigen Ausgaben von Donnerstag berichtet, hatte die Fed am Mittwoch Abend mitgeteilt, den Leitzins unverändert und für längere Zeit niedrig zu halten. Aktuell liegt der wichtigste Leitzins, die Zielgröße für Tagesgeld, zwischen 0 und 0,25 Prozent. Dabei handelt es sich um den Zinssatz, zu dem sich Banken untereinander kurzfristig Geld leihen.
Die an der Wall Street vielbeachtete Erklärung der Fed zeigt eine etwas größere Zuversicht in eine Festigung der Konjunkturerholung als bei der letzten Sitzung im Dezember. An der Wall Street wird nun damit gerechnet, dass die Fed im September die Zinsen anheben könnte, sagten Händler. Im Offenmarktausschuss der Fed, der die Leitzinsen festlegt, stimmte Thomas Hoenig, der Präsident der regionalen Fed von Kansas City, alleine gegen die Zinsentscheidung. Hoenig glaubt, dass sich die wirtschaftlichen Bedingungen ausreichend verbessert hätten, um eine Anhebung der Zinsen zu rechtfertigen. Der als Inflationsfalke bekannte Hoenig sorgt sich, dass zu niedrig gehaltene Zinsen zu Preisauftrieb führen könnten. "Es gibt einigen Grund dafür, in Frage zu stellen, ob die Inflation so gutartig ist, wie es aussieht", sagt auch Bruce McCain, Anlagestratege der Key Privatbank. Andere Fachleute halten Inflationssorgen für überzogen. "Die Arbeit der Fed ist derzeit einfach, weil wir bei den Arbeitsmarktdaten noch nicht wieder im positiven Bereich sind", sagte Peter Hooper, der Chefökonom der amerikanischen Wertpapiersparte der Deutschen Bank. Die Arbeitslosenquote liegt in Amerika mit 10 Prozent auf dem höchsten Niveau seit 26 Jahren.