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"Schluss mit der Roaming-Abzocke"

06.07.2009 ·  Rechtzeitig zur Urlaubssaison sind die Tarife für Handy-Gespräche und SMS im Ausland gesenkt worden - auf Druck der EU. Wer allerdings mobil im Internet surft, kann weiterhin in die Kostenfalle tappen.

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ht. FRANKFURT, 6. Juli. EU-Kommissarin Viviane Reding fand klare Worte, als die Deckelung der Tarife für Handygespräche im Ausland endlich beschlossen war. "Schluss mit der Roaming-Abzocke" nannte die für Telekommunikation zuständige Kommissarin ihren Erfolg, der Handy-Telefonate im EU-Ausland mit Beginn der Urlaubssaison am 1. Juli auf 43 Cent je Minute zuzüglich der jeweiligen Mehrwertsteuer in den Ländern begrenzt. Für eingehende Anrufe im Ausland werden künftig nur noch 19 Cent berechnet. Günstiger werden auch die Preise für Kurzmitteilungen (SMS). Sie dürfen nur noch 11 Cent zuzüglich Mehrwertsteuer kosten, weniger als die Hälfte des bisherigen Preises und meist sogar günstiger als SMS im Inland.

Doch Reding ist damit noch nicht zufrieden. Im kommenden Jahr fallen die Roaming-Preise weiter auf 39 Cent, 2011 sogar auf 35 Cent je Minute. Selbst die Taktung, in der die Mobilfunker die Gespräche berechnen dürfen, hat ihnen die resolute Kommissarin nun vorgeschrieben: Telefonate ins Ausland müssen nach der ersten halben Minute sekundengenau abgerechnet werden. Eingehende Anrufe müssen schon von der ersten Sekunde an exakt berechnet werden. Früher haben Minutentakte die Handyrechnung hochgetrieben.

Ob auch die mobile Datenutzung, wofür die Mobilfunkgesellschaften immer noch Preise wie zu Monopolzeiten verlangen, endlich billiger wird, steht noch nicht fest. Zwar sinken auf Druck der EU die Vorleistungspreise, die sich die Mobilfunkgesellschaften gegenseitig in Rechnung stellen, wenn ein Kunde das Netz einer anderen Gesellschaft im Ausland nutzt, doch ob die Mobilfunker diese Kostenvorteile freiwillig an die Verbraucher weiterreichen, ist eher unwahrscheinlich. "Ich rufe die Mobilfunkbranche auf, diese Kosteneinsparungen zügig an die Datenroaming-Kunden weiterzugeben", sagte Reding daher, wohl wissend, dass allein die Senkung der Roaming-Preise für Telefonate und SMS die Mobilfunkgesellschaften in Europa zusammen einen dreistelligen Millionenbetrag im Jahr kostet, der die ohnehin unter Druck stehende Branche wirklich schmerzt. Doch ein gemeinsamer Besuch der Vorstandsvorsitzenden der größten europäischen Telekommunikationsunternehmen wie der Deutschen Telekom, Telefónica, Telecom Italia, Vodafone und France Télécom bei Reding in Brüssel brachte im Frühjahr nicht den gewünschten Erfolg. Der Kommissarin war der Verbraucherschutz wichtiger als die Bilanzen der Unternehmen.

Während also die Kosten für das Telefonieren und Simsen im EU-Ausland überschaubar geworden sind, ist das mobile Internet weiterhin abschreckend teuer. Knapp 2 Euro je Megabyte an Daten, wie sie zum Beispiel Blau.de verlangt, ist noch billig im Vergleich zu den Preisen der großen Anbieter. In seinem Standard-tarif World Data verlangt Vodafone 3,48 Euro je Megabyte, und bei T-Mobile werden 50 Kilobyte an Daten, die im Ausland heruntergeladen werden, mit bis zu 99 Cent je Minute berechnet, was sich für ein Megabyte auf 20 Euro summieren kann.

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