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Pierer zeigt sich geläutert

11.06.2008 ·  Heinrich von Pierer denkt um. Kurz nach der Großrazzia im Herbst 2006 hatte es der damalige Aufsichtsratsvorsitzende von Siemens abgelehnt, Verantwortung für den größten Korruptionsskandal in der deutschen Wirtschaft zu übernehmen.

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Heinrich von Pierer denkt um. Kurz nach der Großrazzia im Herbst 2006 hatte es der damalige Aufsichtsratsvorsitzende von Siemens abgelehnt, Verantwortung für den größten Korruptionsskandal in der deutschen Wirtschaft zu übernehmen. Dabei war er von 1992 bis Januar 2005 Vorstandsvorsitzender gewesen - die Zeit, in der das System der schwarzen Kassen im Konzern entstanden ist. "Wenn man jedes Mal eine politische Verantwortung konstruieren würde, dann hätten wir alle paar Monate einen neuen Vorstand", kritisierte Pierer vor eineinhalb Jahren andere Meinungen. Nun gibt er sich nach einer Woche Wandern auf dem Jakobsweg geläutert. "Wahrscheinlich hätte ich deutlicher sagen sollen, dass ich die politische Verantwortung trage für die Dinge, die während meiner Amtszeit geschehen sind", sagte Pierer der Wochenzeitung "Die Zeit". "Ich dachte, das bringe ich mit meinem Rücktritt als Aufsichtsratsvorsitzender deutlich genug zum Ausdruck." Noch immer wehrt er sich gegen die Ansicht, dass sein Rückzug im April 2007 viel zu spät kam: "Ich dachte, ich könnte im Aufsichtsrat mehr für Siemens tun als außerhalb." Pierer schien gewillt zu sein, am 20. Juni als Zeuge im ersten Strafprozess wegen der Schmiergeldaffäre auszusagen. "Wenn man zu so etwas hingeht, dann durch den Haupteingang und nicht hintenrum", sagte er. Doch fügte er hinzu, seine Anwälte rieten ihm davon ab. Am Mittwoch teilten sie dem Gericht mit, dass ihr Mandant sein Aussageverweigerungsrecht nutzt. him.

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