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Kurseinbruch in Russland

16.09.2008 ·  Finanzunternehmen und Ölgesellschaften unter Druck

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MOSKAU, 16. September (Bloomberg/Reuters). Die russische Börse hat am Dienstag die Talfahrt fortgesetzt. Der Leitindex RTS sackte bis zum Handelsschluss um 11 Prozent auf 1131 Punkte ab und hat seit dem im Mai markierten Höchststand mehr als die Hälfte eingebüßt. Der in Rubel notierte Micex Index verlor 17 Prozent auf 881 Punkte. Als Gründe wurden die rapide steigenden Kosten für Dollar-Tagesgeld und der fallende Ölpreis genannt. Für Russland war es der größte Kursrutsch im laufenden Quartal seit der Russland-Krise 1998 und die zweitschwächste Kursentwicklung unter 88 Börsenindizes weltweit. Nach Worten von Ministerpräsident Wladimir Putin beriet die Regierung mit der Zentralbank und den Geschäftsbanken gemeinsame Schritte zur Überwindung der Krise. Angesichts der Verluste setzte die Börse den Handel vorübergehend aus, konnte damit den Kursverfall jedoch nicht eindämmen. Notenbank und Regierung versprachen, den Banken notfalls umgerechnet bis zu 120 Milliarden Dollar zur Verfügung zu stellen. "Es herrscht Panik", sagte Oleg Vorotnitsky, Leiter des Aktienhandels bei Uralsib Financial Corp. Investoren hätten Probleme mit der Refinanzierung ihrer Positionen. Dies führe zu weiteren Verkäufen. VTB Group, Russlands zweitgrößte Bank, zählte zu den größten Verlierern. Ihr Aktienkurs fiel um mehr als 21 Prozent auf ein Rekordtief von 3,6 Kopeken. Seit dem 2007 vom damaligen Präsidenten Putin als "Börsengang für das Volk" angekündigten IPO haben die Aktien mehr als 70 Prozent an Wert verloren. Der Börsengang im vergangenen Jahr war der weltweit größte.

Der fallende Ölpreis lastete auf den Kursen der Ölgesellschaften. Die Titel von OAO Rosneft, dem größten russische Ölkonzern, fielen um mehr als 11 Prozent auf 6,01 Rubel (0,17 Euro). "Wir erwarten, dass der Ölpreis und die weltweiten Finanzwerte die Marktbewegungen an der russischen Börse diktieren werden. Der Ausblick für russische Aktien ist alles andere als rosig", schrieb Peter Westin, Aktienstratege bei JPMorgan Chase & Co., in einem Bericht.

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